{"id":835,"date":"2019-10-31T18:44:51","date_gmt":"2019-10-31T17:44:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lsvr.de\/wdp-test-environment\/?page_id=835"},"modified":"2020-02-24T21:07:01","modified_gmt":"2020-02-24T20:07:01","slug":"fly-namibia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/fly-namibia\/","title":{"rendered":"Fly Namibia"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-835\" data-postid=\"835\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-835 themify_builder tf_clear\">\n                    <div  data-css_id=\"nhs7449\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row fullheight fullwidth tb_nhs7449 tb_first tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_auto_height col_align_middle tb_col_count_2 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-2 tb_nw0f449 first\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_f47c450 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\">\n                   <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"194\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu.png\" class=\"wp-post-image wp-image-17\" title=\"logo-neu\" alt=\"logo-neu\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu.png 320w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu-300x182.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/>        <\/a>\n    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <\/div>\n<!-- \/module image -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-2 tb_xot4450 last\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_o74x450  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <h1 class=\"text-white\">Fly Namibia!<\/h1>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text --><!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_i4ay451  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Zwei Crews des LSV Rietberg haben das Abenteuer gewagt die Wu\u0308ste, Atlantik und Safari mit gecharterten Flugzeugen zu verbinden. Doch am Anfang stand viel Arbeit. Lesen Sie die Erlebnisse und Abenteuer von Dirk &amp; Anne Linn, Winfried Berthold und Ina Pla\u00dfmann.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Reisebericht von Dirk Linn, einem der mitgeflogenden Piloten, erz\u00e4hlt vom Abenteuer in Afrika.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                        <\/div>\n        <\/div>\n                        <div  data-css_id=\"5vst742\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row fullwidth tb_5vst742 tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_align_middle tb_col_count_4 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_i0fd742 first\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_6ck3693 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"188\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DirkLinn.png\" class=\"wp-post-image wp-image-1003\" title=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\" alt=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\">    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <div class=\"image-content\">\n                    <h3 class=\"image-title\">\n                                    Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV                            <\/h3>\n                    <\/div>\n    <!-- \/image-content -->\n        <\/div>\n<!-- \/module image --><!-- module buttons -->\n<div  class=\"module module-buttons tb_l1te980 buttons-horizontal solid  circle\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"module-buttons-item tf_in_flx\">\n                        <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/reisen-und-flug-abenteuer\/\" class=\"ui builder_button tf_in_flx tb_default_color\" >\n                                                Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht                                        <\/a>\n                <\/div>\n            <\/div>\n<!-- \/module buttons -->\n<!-- module buttons -->\n<div  class=\"module module-buttons tb_7ufo33 buttons-horizontal solid  circle\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"module-buttons-item tf_in_flx\">\n                        <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\" class=\"ui builder_button tf_in_flx tb_default_color\" >\n                                                Startseite                                        <\/a>\n                <\/div>\n            <\/div>\n<!-- \/module buttons -->\n        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_q2lh743\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_31g8743   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h1>Fly Namibia!<\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>EINE FLUGSAFARI FU\u0308R SELBSTFLIEGER &#8211; von Dirk Linn (c) 2013\/14 LSV Rietberg eV<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Es war einmal wieder einer der Clubabende im LSV Rietberg bei dem alles begann. Anne und ich hatten schon viele La\u0308nder des Nordens von Afrika mit den Flugzeugen des Clubs bereist und es trieb uns weiter in den Su\u0308den. Ina Pla\u00dfmann erza\u0308hlte, dass Sie Ihrem Mann Winfried Berthold eine Reise nach Namibia schenken mo\u0308chte. Aber nicht eine pauschale, sondern eine ganz besondere: einen Selbstflieger-Urlaub! Sofort sprangen bei Anne und mir die Antennen an, denn genau das war auch unser Plan. Da die Strecke in den Su\u0308den von Afrika mit den Maschinen des deutschen Clubs zu weit fu\u0308r nur wenige Wochen Urlaub sind, wollten wir uns Flugzeuge im Land chartern. Irgendwie passten die beiden Paare sofort sehr gut zusammen und ich konnte zu diesem Zeitpunkt gar nicht erahnen, wie gut und wichtig die Unterstu\u0308tzung von Winfried werden wu\u0308rde. Ein geborener Planer, der jetzt auch beruflich nicht mehr eingespannt war und auch Lust zur Koordination hatte. Unsere erste Internet-Recherche ergab, dass die notwendige Validierung unserer PPL-Lizenzen in Namibia recht aufwendig und der Zeitaufwand unkalkulierbar werden wu\u0308rde. So hatten wir zwischenzeitlich bereits Su\u0308dafrika als Ausgangspunkt fu\u0308r Validierung und Flugzeugcharter in Betracht gezogen, bevor wir u\u0308ber www.wolkenlos-fliegen.de den entscheidenden Kontakt zu Silvia Blaurock bekamen. Mit u\u0308ber 16 Jahren Erfahrung als Berufspilotin in Namibia konnte uns Silvia helfen, alle Schwierigkeiten zu u\u0308berwinden, gab viele wertvolle Tipps, vermittelte die Charter-Flugzeuge und buchte schlie\u00dflich alle Unterku\u0308nfte fu\u0308r uns. Ende September 2012 begann sich dann alles zu formen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Die Vorbereitung &#8211; viele Unterlagen!<\/h2>\n<p>Die Planung war nicht gerade zu unterscha\u0308tzen. Erstmal mussten wir einen Termin finden, der fu\u0308r uns alle vier passte und noch genu\u0308gend weit in der Zukunft lag. Wir entschieden uns fu\u0308r den Zeitraum 14. Ma\u0308rz bis 1. April 2013. Leider war das Ende Sommer auf der Su\u0308dhalbkugel und somit vom Wetter her eher schwieriger da wir mit Niederschla\u0308gen rechnen mussten. Aus diesem Grund haben wir die Ethosha Pfanne nicht vorgesehen, da durch den Regen die Wasserlo\u0308cher nicht sehr frequentiert wu\u0308rden. Stattdessen planten wir einen Abstecher nach Botswana, in den Chobe-Nationalpark. Wir mussten als Selbstflieger sehr auf andere Dinge wie Verfu\u0308gbarkeit von Avgas oder akzeptable Landefla\u0308chen achten. So fiel die urspru\u0308nglich favorisierte Moremi-Logde mit dem Xakanaxa Airstrip aus diesem Grund aus und wir hatten mit Savuti die bessere fliegerische Wahl. Es stellte sich spa\u0308ter heraus, dass wir auch aus anderen Gru\u0308nden mit dieser Entscheidung goldrichtig lagen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wer an Afrika denkt wei\u00df, dass vieles mehr Zeit als geplant kostet und zusa\u0308tzlich viele Formulare und Stempel den Weg pflastern. Absprachen sind wichtig zu dokumentieren denn man darf nie davon ausgehen, dass diese auch eingehalten werden. Einen Plan B sollte man immer in Hinterkopf haben. So haben wir was mo\u0308glich war, vorab mit allen lokalen Stellen per mail oder Skype schriftlich gekla\u0308rt, damit die knappe Zeit von 17 Tagen auch gut genutzt werden konnte. Der Plan war am Freitagmorgen in Windhoek zu landen und noch am gleichen Tag die theoretische Pru\u0308fung (Luftrecht und Funk) zu erledigen. Dann wa\u0308ren am Samstag vormittag praktische Einweisung und Pru\u0308fungsflug auf der C-182 zu absolvieren, um am Montagmorgen die Pru\u0308fungsdokumente beim DCA (Directorate of Civil Aviation) einzureichen. Alle u\u0308brigen Dokumente hatten wir bereits von Deutschland aus mit unserem Antrag auf PPL-Validation eingereicht.<\/p>\n<p>Wir hatten uns fu\u0308r die Flugschule Windhoek Flight Training Center (WFTC) entschieden, die eigentlich samstags nicht arbeitete. Aber da wir ja unsere Validation direkt am folgenden Montag erhalten wollten, kam der Deal fu\u0308r das Wochenende doch zustande. Richard Becker, Leiter der Flugschule, besta\u0308tigte dass alles klappen ko\u0308nnte, falls wir auch gut vorbereitet sind. Aber eben nur dann. Soweit zum Papierkrieg, der von Richard in 12 Punkten zusammengefasst wurde, siehe Infokasten rechts.<\/p>\n<p>Punkt 12 mit mindestens drei Arbeitstagen fu\u0308r die DCA passte nicht zu unseren Pla\u0308nen! Wir hatten eigentlich nur einen Tag zur Ausstellung des Dokuments geplant und schoben jetzt immerhin noch den Dienstag als Puffer mit ein. Alles musste haargenau passen, sonst wa\u0308re der Urlaub dahin. Am Mittwoch mussten wir mit allen beno\u0308tigten Dokumenten in Richtung Botswana starten. Winfried und ich beschlossen uns gut vorzubereiten und das Risiko mittels perfekter Planung zu minimieren.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Neben den Aufgaben zum Erhalt der Validation gab es aber noch andere Punkte zu kla\u0308ren. Noch hatten wir weder Flugzeuge noch Routen oder gar Unterku\u0308nfte. Hier half uns Silvia Blaurock mit guten Vorschla\u0308gen weiter. In vielen Skype- Sitzungen und E-Mails kla\u0308rte sich dann alles. Wir hatten uns fu\u0308r zwei C-182 entschieden, da besonders Windhoek sehr hoch lag und wir fu\u0308r die enormen Dichteho\u0308hen genu\u0308gend Leistungsreserven wu\u0308nschten. Mit je zwei Personen an Bord samt Gepa\u0308ck waren wir auf der sicheren Seite. Auch konnte, bei einem eventuell auftretenden Problem, die zweite Maschine fu\u0308r mehr Sicherheit sorgen.<\/p>\n<p>In den na\u0308chsten Wochen wurden viele Mails mit allen mo\u0308glichen Stellen in Namibia ausgetauscht. So wollten wir auch eine Zusatzversicherung fu\u0308r die Flugzeuge haben. Denn wir hatten noch keine Erfahrungen mit Busch-Flugpla\u0308tzen. Steine oder Schlaglo\u0308cher ko\u0308nnen schnell zu Scha\u0308den fu\u0308hren.<\/p>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die Route<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die geplante Route war sehr attraktiv und abwechslungsreich. Es sollte von Windhoek zur Savuti Safari Lodge in den Norden von Botswana gehen. Dafu\u0308r mussten wir in Maun landen, zwecks Zoll und Betankung. Die drei U\u0308bernachtungen in der Lodge waren mit vier Safari-Touren verbunden. Von Savuti aus ging es u\u0308ber Maun und Windhoek (Tanken, Zoll) fast 1.000 Kilometer nach Westen an den Atlantik nach Swakopmund. Vom Atlantik ging es dann weiter Richtung Su\u0308dosten u\u0308ber die Namib-Wu\u0308ste zu den Du\u0308nen von Sossusvlei, gefolgt von zwei Tagen am Fish River Canyon ganz im Su\u0308den des Landes. Der Abschluss sollte die Stadt Lu\u0308deritz machen, ebenfalls wie Swakopmund am Atlantik gelegen. Von dort aus ging es dann ohne Puffer am Ostersonntag direkt nach Windhoek wo wir abends den Airbus zuru\u0308ck nach Frankfurt gebucht hatten. Ein wirklich ehrgeiziger Plan!<\/p>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Abflug bei Schnee<\/h2>\n<h3>Donnerstag, 13. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Im Winterwetter bei Schneefall und eisigen Temperaturen holten wir Ina und Winfried in Soest ab. Der Abflug war in Frankfurt in den Abendstunden und durch den einbrechenden Winter wollten wir genu\u0308gend zeitliche Sicherheit einbauen. Viel zu fru\u0308h waren wir in Frankfurt. Aber die erwartungsvolle Unruhe war bei uns allen vieren zu spu\u0308ren. Noch ein letztes Mal die fast 500 Seiten Unterlagen fu\u0308r die beiden Pru\u0308fungen u\u0308berfliegen, offene Fragen besprechen, sich gegenseitig Mut machen. Warten.<\/p>\n<p>Der Flug mit Air Namibia verlief sehr gut. Alles perfekt an Bord des Airbus 340. Sogar das erste namibische Bier konnten wir schon unterwegs genie\u00dfen. Der Anflug auf Windhoek erfolgte dann bei Anbruch des Freitag morgens.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Vier Tage in Windhoek<\/h2>\n<h3>Freitag, 15. M\u00e4rz bis Mittwoch 20. M\u00e4rz\u00a0 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Unser Basishotel \u201eSafari-Court\u201c zur Erlangung der Validation war direkt in Flugplatzna\u0308he des Stadtflughafens von Windhoek Eros (Kennung FYWE). Winfried und ich hatten von dort nur kurze Fu\u00dfma\u0308rsche. Damit vor allem Anne und Ina in Windhoek auch mobil waren, hatten wir einen Wagen gemietet. Ina hatte sich einen internationalen Fu\u0308hrerschein besorgt. So begann das Abenteuer schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel. Linksfahren! Es war eine Mischung aus Panik, Schrecken, Erfolgserlebnissen und viel Spa\u00df! Wir kamen aber gesund an. Danke Ina!<\/p>\n<h2>Die Pr\u00fcfungen<\/h2>\n<h3>Freitag, 15. M\u00e4rz und Samstag 16. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Mit CFI Richard Becker hatten wir als Termin 16:00 Uhr vereinbart, um direkt am ersten Tag die Theoriepru\u0308fung abzulegen. Um 15:30 Uhr traten Winfried und ich in die Ra\u0308ume des Windhoek Flight Training Ce nters (WFTC) ein. Leider war Richard, mit dem wir alles besprochen hatten, kurzfristig nach Angola geflogen und wurde erst fu\u0308r den na\u0308chsten Tag erwartet. Keiner wusste von unseren Deals und dem engen Zeitplan. Als mo\u0308glichen Pru\u0308fungstermin nannten uns die Damen der WFTC den kommenden Dienstag oder Donnerstag. Und alles nicht hier in Eros, sondern in den Ra\u0308umen der Luftfahrtbeho\u0308rde DCA. Damit wa\u0308re unser gesamter Zeitplan geplatzt! Erst als wir Chrissy Meroro von der DCA, die gottlob Freitags noch so spa\u0308t im Bu\u0308ro war, telefonisch mit einbinden konnten, kla\u0308rte sich alles. Wir als Privatpiloten konnten die Pru\u0308fungen, wie vereinbart, doch bei der Flugschule machen, im Gegensatz zu kommerziellen Piloten. Nun wollten die Damen der WFTC aber um 16:30 Uhr Feierabend machen und statt der vorgesehenen Pru\u0308fungszeit von 90 Minuten waren jetzt nur noch knappe 60 Minuten u\u0308brig. Das ganze wurde noch durch falsche Pru\u0308fungsbo\u0308gen getoppt. Anstelle der Fragen fu\u0308r PPL-Piloten mit Sichtfluglizenz (VFR) hatte man uns die Fragen fu\u0308r Berufspiloten mit IFR-Anflugverfahren gegeben. Erst nach der zweiten Intervention \u201efand\u201c man doch dann die richtigen Pru\u0308fungsbo\u0308gen.<\/p>\n<p>Die Zeit lief uns davon, denn es waren jetzt nur noch knapp u\u0308ber 30 Minuten Zeit u\u0308brig. Es sollte reichen! Nach der Abgabe der beiden Pru\u0308fungen, die doch deutlich umfangreicher waren als erwartet, ging es zuru\u0308ck ins Hotel. Eine Auswertung an diesem Abend war von der Flugschule nicht geplant. Winfried und ich hatten aber ein gutes Gefu\u0308hl und wollten den na\u0308chsten Morgen abwarten.<\/p>\n<p>Um 7 Uhr lokal hatte man uns zum Flugplatz bestellt. Soviel zum Ausschlafen im Urlaub! Aber Richard war immer noch nicht da. FI Marius, der uns gestern half, die richtigen Tests zu bekommen, flog mit uns dann einzeln mit der V5-MRN, einer C-182 der Flugschule, in die no\u0308rdlich gelegene General Flying Aera (GFA), einem Trainingsgebiet. Es ging von der Runway 01 direkt nordwa\u0308rts, geradaus auf das Kraftwerk zu, wobei Marius den gesamten Funk mit Eros Tower u\u0308bernahm. Nach den Einweisungen auf die Maschine dann die na\u0308chste U\u0308berraschung: man fand noch weitere Pru\u0308fungen die wir ablegen sollten, bevor wir die praktische Pru\u0308fung angehen konnten. Ohne das Wissen um die Ergebnisse des Vortages mussten wir jetzt noch Dichteho\u0308he und Weight and Balance der C-182 bestimmen. Auch wurde nach der Startstrecke unter den Tagesbedingungen gefragt. Die ATIS nannte aktuell 23 Grad Celsius, Taupunkt -4 Grad, QNH 1023. Bei einer Ho\u0308he des Flugplatzes von 5.575 Fuss ergab das eine Dichteho\u0308he von 8.000 Fuss!<\/p>\n<p>Bei der angenommenen Beladung mit zwei Personen und leichtem Gepa\u0308ck wollte die C-182 mit voller Betankung dann ca. 900 m Startstrecke haben. Gut das mal zu berechnen! Wieder ohne Ergebnisse der schriftlichen Pru\u0308fungen ging es dann zum Praxistest.<\/p>\n<p>Richard war mittlerweile da, es war fru\u0308her Nachmittag. Zuerst Winfried, dann ich. Richard u\u0308bernahm wieder den Funk. Wir flogen in etwa das gleiche Programm wie morgens mit Marius: Nach dem Start auf der Runway 01 stiegen wir auf 7.000 Fuss gerade aus Richtung Norden mit den Tu\u0308rmen der \u201ePower Station\u201c direkt vor uns. Dann wieder Vollkreise mit 45 Grad nach links und rechts. Steigkurven mit maximal 15 Grad, gefolgt von Notlandeu\u0308bungen.<\/p>\n<p>Bereits beim Rollen hatten wir die \u201eGravel Field Operations\u201c durchgefu\u0308hrt. Da durch den losen Bodenbelag der Buschpisten viele Steine den Propeller gefa\u0308hrden, werden die Motorchecks nicht im Stehen durchgefu\u0308hrt. Beim Rollen wird die Bremse genutzt und die Drehzahl auf 1.800 rpm erho\u0308ht. Jetzt Checks fu\u0308r Magnete, Propellerverstellung und vor allem: Mixture!<\/p>\n<p>Da wir in 8.000 Fuss Dichteho\u0308he starten, muss fu\u0308r die volle Leistung des Motors schon im Startlauf entsprechend abgemagert werden. Den Flugu\u0308bungen folgten zwei Landungen: eine ohne Klappen und eine Punktlandung fu\u0308r kurze Bahnen mit frei nutzbaren Klappen, welche eine Buschpistenlandung simulieren sollte. Beides lief problemlos. Dann der gro\u00dfe Moment. Es war mittlerweile noch spa\u0308ter Nachmittag und unsere beiden Frauen machten sich schon Sorgen, da sie nichts von uns ho\u0308rten. Die erlo\u0308sende SMS ging von Winfried an Ina: Bestanden! Juhu!!!<\/p>\n<p>Als wir etwas verschwitzt vom langen, hei\u00dfen Tag im Hotel ankamen, hatten Anne und Ina schon ein Empfangskomitee am Hoteleingang gebildet und lie\u00dfen kurz drauf den Sekt anrollen. Na dann aber Prost! Erleichtert und zufrieden genossen wir den Sonnenuntergang, der jetzt noch scho\u0308ner erschien. Noch hatten wir aber keine Validation!<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Als Abendprogramm hatten wir uns Joe \u0301s Bierhaus vorgenommen, wo wir auch Silvia Blaurock trafen. Wir erza\u0308hlten von unseren bisherigen Erfahrungen und bedankten uns nochmals herzlich fu\u0308r die gute Koordination und Hilfe bei den Vorbereitungen. Das Essen war hervorragend. Das Bier schmeckte auch! Windhoek Lager war seit dem ersten Kontakt an Bord der Air Namibia mein Favorit. Natu\u0308rlich nach deutschen Reinheitsgebot gebraut.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Sonntag war in Windhoek ein echter Ruhetag. Nur in den Parks der Stadt findet man vereinzelt Familien, die unter den Schatten spendenden Ba\u0308umen liegen und die Stille genie\u00dfen. Wir erlebten eine sehr friedliche Stimmung und beschlossen etwas Sightseeing per Fu\u00df. Das Auto stellen wir am Bahnhof ab, Startpunkt unserer Stadtbesichtigung. Diese fu\u0308hrte uns bis zur alten Feste mit dem bekannten Reiterdenkmal, welches vom Berliner Ku\u0308nstler Adolf Ku\u0308rle 1912 errichtet wurde und an die Reiter der damaligen deutschen Schutztruppe erinnert.<\/p>\n<p>Den Abend verbrachten wir in dem italienischen Restaurant Sardinia. Unser Taxifahrer, Mr. Kativa, war mitterweile unser Stammfahrer geworden. So lie\u00dfen wir unseren Wagen stehen und konnten ohne Reue su\u0308ndigen.<\/p>\n<p>Der Montagmorgen brach an: der Tag der finalen Entscheidung. Jetzt mit allen Unterlagen zu Chrissy Meroro (DCA). Unser Plan war, direkt um 8 Uhr dort zu sein und so lange sitzen zu bleiben, bis wir unsere Validation erhielten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Alles ging wider Erwarten ganz schnell. Chrissy hat Ihr Office gut im Griff und macht einen sehr souvera\u0308nen und zuverla\u0308ssigen Eindruck. Das hatten wir auch durch die Kontakte im Vorfeld nicht anders erwartet. Wir sollten in einer Stunde wiederkommen und dann wa\u0308re alles fertig, so Chrissy. Na dann mal ab in das na\u0308chste Einkaufszentrum! Es empfiehlt sich u\u0308brigens eine lokale Mobilfunkkarte zu erwerben. So hatte Winfried eine Pre-Paid-Telefonkarte erworben und ich fu\u0308r mein iPad eine Datenkarte. Fu\u0308r ca. 30 EUR bekommt man genu\u0308gend Airtime fu\u0308r die gesamte Tour.<\/p>\n<p>Gegen 10 Uhr waren wir wieder bei der DCA, ich mit frisch geschnittenen Haaren. Musste einfach sein. Dort hatte zwischenzeitlich die WFTC angerufen, aus Angst, dass wir die Rechnungen fu\u0308r die Pru\u0308fung nicht bezahlen wu\u0308rden. Der Kreditkartenleser hatte am Samstag nicht funktioniert und es war eigentlich vereinbart, dass wir die offene Rechnung am Montagnachmittag in bar bezahlen wu\u0308rden. Chrissy verweigerte also die Herausgabe der Validation bis wir unsere Rechnung bei der Flugschule bezahlt ha\u0308tten. Ann Wickins von der WFTC quittierte schlie\u00dflich die Bezahlung und mit der Quittung bekamen wir dann gegen Mittag endlich unsere Validation. Begonnen Freitag 15:30 Uhr, Vollzug Montag 12 Uhr. Wenn das nicht perfekt war. Aber man sagte uns auch klipp und klar, dass dies eine wirkliche Ausnahme war. Meist gibt es Probleme, dass z.B. Tests nicht bestanden werden oder Unterlagen fehlen bzw. fehlerhaft sind. Mindestens 5 (Arbeits-) Tage sollte man in der Regel schon planen. Wir hatten es in zwei Arbeitstagen geschafft.<\/p>\n<p>Den Dienstag als Puffer konnten wir dann gut gelaunt am Pool bei sonnigem Wetter und knappen 30 Grad genie\u00dfen. Ich musste jedoch noch \u201emeine\u201c 182er u\u0308bernehmen. Dies war fu\u0308r 16 Uhr am Dienstag geplant. Winfried hatte seine, die V5- LUV, bereits am Samstag u\u0308bernommen, da der Halter der Cessna einen Check-Out mit Fluglehrer genau auf dieser Maschine vorsah. Meine V5-MKI u\u0308bernahm ich somit ohne vorherigen Checkflug einen Tag vor der Tour. Hier denke ich im Nachhinein, dass ich besser einen Flug vor dem Trip, seien es nur drei Platzrunden, ha\u0308tte machen sollen. Die Flugzeuge unterscheiden sich schon deutlich, nicht nur in der Ausstattung und Avionik. Das merkt man aber erst auf den zweiten Blick. Lesson learned!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<h2>Der Abflug nach Botswana und der erste Schock<\/h2>\n<h3>Mittwoch, 20. M\u00e4rz 2013, der 6. Tag<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Es geht los! Die Koffer sind gepackt und beide Maschinen stehen beim Aviation Center auf Eros. Geplant ist fu\u0308r heute die Strecke nach Maun und dann weiter zum Ziel der na\u0308chsten drei Tage: die Savuti Safari Lodge im Norden Botswanas. Unsere Flugpla\u0308ne sind aktiv, alle Formalita\u0308ten zum Ausflug erledigt und ich rollte mit Anne los Richtung Runway 01. Leider hatte ich am Tag zuvor, da ich die Maschine ohne Headset zum Aviation Center rollte, die selbstgebastelte Aufschaltanlage verstellt und die schon ohnehin schwer versta\u0308ndliche Dame von Eros Tower qua\u0308kte unversta\u0308ndlich u\u0308ber den Lautsprecher statt u\u0308ber mein Headset. Ich rollte langsam, suchte den Umschalter, und gerade als ich den fand und mich u\u0308ber die jetzt bessere Qualita\u0308t der Sprache freue, passierte es! Ich streifte mit dem linken Flu\u0308gel die Halle und das Flugzeug blieb mit einem sanften Ruck stecken.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>So ein Mist! Wir sprangen beide sofort nach dem Stillstand des Motors aus der Maschine. Die Passage war eng, das sah ich, aber diesen kleinen Anbau weiter unterhalb des Hallendaches hatte ich einfach u\u0308bersehen. Ich stieg sofort aus und begutachtete den Schaden. Der Wingtip aus Plastik war eingerissen und das rote Positionslicht ganz nach innen gedru\u0308ckt. So konnte und durfte ich nicht fliegen. Winfried wartete mit Ina und laufendem Motor hinter mir. Ich winkte beide durch und sagte, sie mo\u0308gen nach Maun fliegen, wir ka\u0308men dann spa\u0308ter nach. Irgendwie. Beide flogen wie vereinbart ab. Anne und ich standen mit dem bescha\u0308digen Flugzeug sichtlich geschockt auf Eros.<\/p>\n<p>Unseren Flugplan verschob ich u\u0308ber Funk um zwei Stunden nach hinten in der Hoffnung dass wir morgens um kurz von 8 Uhr Mechaniker finden die uns schnell helfen. Es war nicht so einfach, aber um es abzuku\u0308rzen: wir waren um 10 Uhr in der Luft Richtung Maun. Der Urlaub war gerettet. Ein Dank an die Jungs der Trio Werft!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Die Flugzeuge<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Beide Cessnas waren wirklich unterschiedlich. Das haben wir im direkten Vergleich gemerkt. Ich hatte mit der 1969 gebauten C182M mit dem Kennzeichen V5-MKI beim ersten Start etliches zu lernen. Es war beispielsweise die Einstellung des Mixtures sehr tra\u0308ge. Das EGT bewegte sich fast nicht Richtung die Skala und der Zeiger klebte fast immer ganz links au\u00dferhalb, auch beim Peak. Der Fuel Flow Indikator ging gar nicht und blinkte nur die ganze Zeit rot mit Nullen, die O\u0308ltemperatur war stets kurz vor dem roten Bereich. Alles Dinge, die mir der Halter der MKI, Michael Meyer, auch einen Tag vorher so nannte. Wenn man die Flugzeuge des Rietberger Vereins kannte, war das hier schon eine andere, vergleichsweise fru\u0308here A\u0308ra des Fliegens. Die Funkgera\u0308te hatten keine guten Reichweiten und waren von der Versta\u0308ndlichkeit u\u0308berhaupt nicht mit \u201eunseren\u201c GNS 430 zu vergleichen.<\/p>\n<p>Ein Autopilot war natu\u0308rlich nicht vorhanden, aber zumindest war der ku\u0308nstliche Horizont in Ordnung, falls die Sicht mal etwas schlechter sein wu\u0308rde. Der Primer war mit der ersten Aktion schon aus der Verankerung komplett raus gezogen und spa\u0308ter fiel auch noch das Headset von Anne aus, da sich Kabel an der rechten Kopfho\u0308rerbuchse lo\u0308sten. Wir steckten dann ihr Headset auf der Ru\u0308ckbank ein. Die Maschine war so verbogen (sicherlich nicht durch meinen leichten Rempler!), dass die Seitenrudertrimmung fast ganz rechts stand. Das war auch bei der U\u0308bernahme schon der Fall gewesen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die 1962 gebaute C182E von Winfried war ganz anders. Die V5-LUVwar gut gepflegt, bestens gewartet, aber auch etwas langsamer. Versta\u0308ndlichkeit und Reichweite des Sprechfunks waren sehr du\u0308rftig. Der Mischerhebel kam ohne Feinjustage aus. Die Klappen waren hier noch stufenlos, die Winkelanzeige ohne Funktion. Hatten wir noch mit dem Hintergrund vergleichbarer C182 aus Deutschland mit mindestens 125 Knoten pro Stunde Reisegeschwindigkeit geplant, stellten wir bald fest, dass 115 bis maximal 120 Knoten eher passten. Dafu\u0308r nahmen die Motoren auch gute 50 Liter Avgas die Stunde, sauber geleant.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<h2>Der Flug Maun &#8211; Savuti<\/h2>\n<h3>Immer noch der 6. Tag, 20. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wir stiegen mit der V5-MKI nach dem verspa\u0308teten Abflug aus Eros auf FL095. Ich hatte auf Karten im Cockpit verzichtet und statt dessen nutzte ich mein iPad mit der App \u201eEasy Cockpit\u201c fu\u0308r die Navigation. Als Backup hatte ich ein Garmin 296 dabei und Karten in der Tasche. Auch ein Garmin 100 war an Bord fest eingebaut &#8211; fu\u0308r alle Fa\u0308lle. Leider strahlte die Elektronik der MKI so stark, dass mein iPad kaum ein verla\u0308ssliches GPS-Signal auf meinem Scho\u00df bekam. Erst als ich das iPad in das Front- Fenster auf das Panel stellte, stabilisierte sich das Signal. Jetzt noch um die Maschine ku\u0308mmern. Das mit der Mischung war wirklich tricky. Ich hatte nicht genu\u0308gend Steigleistung und a\u0308nderte meine Flugho\u0308he in Absprache mit Windhoek Information auf tiefere FL075. Erst nach einigem hin- und her hatte ich den Motor mit optimaler Leistung eingerichtet. Er reagierte enorm tra\u0308ge auf A\u0308nderungen und die Anzeigen waren wirklich keine gro\u00dfe Hilfe. Also nutzte ich mein Geho\u0308r. Nach 3,5 Stunden bei etwas Gegenwind und aufkommender Thermik landeten wir in Maun. Dort waren Ina und Winfried sichtlich erleichtert, dass wir es schafften. Wir aber auch.<\/p>\n<p>Jetzt ging das Abenteuer Fliegen los. Die Low- Level Ho\u0308he in Botswana Richtung Savuti ist 3.600 Fuss. Das Gela\u0308nde selbst liegt bei 3.000 Fuss. Also in 600 Fuss Ho\u0308he, ca. 200 Meter, flogen wir auf unsere erste Buschpiste zu, die eine knappe Stunde spa\u0308ter vor uns lag: Savuti.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Winfried war Nummer 1, danach landeten wir. Dass keine Tiere auf der Piste waren zeigte unser tiefer U\u0308berflug kurz vor der Landung. Auch stand schon ein Jeep der Lodge bereit. Wir waren also richtig. Im Vorfeld hatten wir mit Hilfe des \u201eAirfield Directory of Southern Africa\u201c und mit \u201eGoogle Maps\u201c alle Pisten eingehend studiert.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Unser Guide fu\u0308r die kommenden drei Tage, sein Name war Gwist, hie\u00df uns herzlich willkommen und verstaute unser Gepa\u0308ck im Wagen. Bereits auf der kurzen Fahrt zur Lodge liefen uns die ersten Tiere u\u0308ber den Weg. Als wir eine Impala- Herde sahen, die nur wenige Meter vor unserem Fahrzeug weidete, wussten wir: wir sind endlich in Afrika angekommen! Der Urlaub begann!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die Safari-Eindr\u00fccke<\/h2>\n<h3>7.- 8 Tag, 21. &#8211; 22 M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Weg zu Lodge war kurz. Direkt bei der Ankunft empfing uns ein gro\u00dfes Komitee mit Erfrischungstu\u0308chern im Camp. Alles war sehr gut in die Landschaft um einen kleinen Wald integriert und man konnte die Ausma\u00dfe der Lodge durch die dichten Ba\u0308ume und Stra\u0308ucher kaum erkennen. Schon beim Begru\u0308\u00dfungscocktail sahen wir unseren erstenwilden Elefanten kaum 100 Meter vor uns am Wasserloch es uns gleich tun. Durst hatten wir alle. Es war jetzt doch ca. 16 Uhr geworden und wir beschlossen keinen Game-Drive (Game = engl. Wild, Game-Drive = \u201ePirschfahrt\u201c) an diesem ersten Tag zu machen. Ausruhen war angesagt. Ankommen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die zweite U\u0308berraschung nach den ersten Tieren war die Lodge selbst. Jedes Paar hatte ein eigenes Haus zur Verfu\u0308gung, mit Glasfront, Terrasse und direktem Blick auf das Wasserloch. Selbst beim Duschen sah man Elefanten oder Gnus nur wenige Meter entfernt im Wasserloch tra\u0308nken. Der unmittelbar dahinter verlaufende Fluss Savuti, der seit vielen Jahren in diesem Jahr das erste Mal wieder Wasser fu\u0308hrte, lockte neben Elefanten auch Hya\u0308nen oder Leoparde an.<\/p>\n<p>Besonders in den Abendstunden sahen wir reges Treiben. Den Sundowner nahmen wir dann auf der Haupt-Terrasse der Lodge ein, direkt neben dem Wasserloch. Hier wurden auch alle Mahlzeiten (au\u00dfer Fru\u0308hstu\u0308ck) gereicht. Das Abendessen war ko\u0308stlich und von den beru\u0308chtigten Malaria-Mu\u0308cken waren wir komplett verschont geblieben. Das Prophylaxe- Medikament \u201eMalarone\u201c nahmen wir zwar ein, Anne und ich setzten es aber direkt beim Ausflug nach Maun wieder ab. Es gab fu\u0308r uns keinen Grund zur Anwendung ohne Mu\u0308ckenstiche. Wir hatten ja auch noch die Sprays \u201ePeaceful Sleep\u201c und \u201eDoom\u201c, welche die Lodge bereitstellte.<\/p>\n<p>Fu\u0308r Savuti hatten wir drei U\u0308bernachtungen geplant und somit standen zwei volle Tage fu\u0308r die Safaris zu Verfu\u0308gung. Unser Guide Gwist war sehr gut mit der Geschichte des Landes und mit Flora und Fauna vertraut. Die Unterhaltungen verliefen alle in englischer Sprache und wir versuchten immer die deutschen Begriffe zu u\u0308bersetzen. Nicht immer anderen waren ein Ma\u0308nnerverein der Verlierer. So hart ist das Leben.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 12\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Am zweiten und somit vorletzten Tag geschah ein Unglu\u0308ck in Savuti. Anne uns ich sa\u00dfen in der mitta\u0308glichen Ruhezeit am Pool und schauten den Tieren im Fluss zu, als wir einen Brandgeruch vernahmen. Erst dachten wir an die Zubereitung des Essens in der Ku\u0308che, dann folgte ein wildes Geschrei hinter dem Haupthaus. Eine komplette Hu\u0308tte stand lichterloh in Flammen, direkt im Wald, welcher das Camp als Schutz nutzte. Ina und Winfried hatten sich schlafen gelegt und konnten nichts vom Feuer wissen. Die Entfernung vom Feuer zu unseren Hu\u0308tten waren etwa 100 Meter. Da ich nicht wissen konnte, wie schnell sich ein Buschfeuer in dem kleinen Wald ausbreitet, rannte ich direkt zu Ina und Winfried und schrie beide aus dem Bett. Anne und ich rannten zu unserer Hu\u0308tte und packten schnell alles ein. Im Zweifelsfall wa\u0308ren wir an das davor liegende Wasserloch gelaufen und ha\u0308tten zumindest das wichtigste Gepa\u0308ck gerettet. Im Camp wurde es hektisch. Die Flammen waren mindestens 12 Meter hoch und die Hu\u0308tte war nicht mehr zu lo\u0308schen. Mit Gartenschla\u0308uchen versuchten die Angestellten des Camps das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Der Wasserschlauch fu\u0308r Notfa\u0308lle war nicht einsetzbar. Zwar versuchten einige Ma\u0308nner diesen gangbar zu machen, was mi\u00dflang. Wie durch ein Wunder sprang das Feuer nicht u\u0308ber und nach ein paar Stunden war es auch soweit unter Kontrolle, dass man Entwarnung gab. Die Managerin des Camps, Angie, verlor im Feuer alles an Habseligkeiten. Es war ihre Hu\u0308tte gewesen, die das Feuer vernichtete. Den Schock sah man allen an, aber nach wenigen Stunden nahm alles wieder seinen geregelten Weg. Der Betrieb musste weiterlaufen. Winfried sprach abends die Ga\u0308ste der Lodge auf eine Spende fu\u0308r Angie an, die sich trotz dem Verlust gro\u00dfartig um alles ku\u0308mmerte. Es war wirklich scho\u0308n anzusehen, dass sich alle Ga\u0308ste daran beteiligten. Kurz vor unserem Abflug am na\u0308chsten Morgen u\u0308bergab er das gesammelte Geld an Angie beim Fru\u0308hstu\u0308ck. Sichtlich bewegt nahm sie unsere wirklich nur kleine Hilfe an und bedankte sich unter Tra\u0308nen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Uns war auch schon fast zum Heulen zumute, mussten wir das Paradies mit den wundervollen Menschen und beeindruckenden Tieren und Landschaften bald wieder verlassen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Flug Savuti &#8211; Swakopmund<\/h2>\n<h3>9. Tag, 23. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 12\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Unsere Maschinen standen noch auf dem Airstrip. Keines der Tiere hatte sich wohl fu\u0308r die Technik interessiert. Mit der jetzt gewohnten Routine machten wir unsere Maschinen startklar: Checks von O\u0308l, Treibstoff, Entfernen des Sonnenschutzes und Verriegelungen sowie eine kurze Begehung der Startbahn. Die dicksten Steine vor dem Propeller ra\u0308umten wir ebenfalls aus dem Weg. Kein Risiko. Danach folgte die bekannte \u201eGravel-Field-Operation\u201c mit Runup-Prozedur wa\u0308hend des Rollens zum Abflugpunkt und ohne zu stoppen langsam auf maximale Motorleistung (Mixture beachten!) steigern.<\/p>\n<p>Dabei u\u0308bermittelten wir u\u0308ber die Broadcast-Frequenz 124,8 Mhz unsere Absicht nach Maun zu fliegen. Es ko\u0308nnen durch diese Blindmeldungen in der Umgebung fliegende Piloten, die den Airstrip an- oder u\u0308berfliegen erkennen, welcher Verkehr gerade auf der Strecke zu erwarten ist. In der Regel werden die Funkspru\u0308che auf dieser TIBA-Frequenz nicht besta\u0308tigt bzw. beantwortet. Direkt nach dem Start Richtung Nord-Osten ging es im Tieflug u\u0308ber die Lodge in 3.600 Fuss nach Maun. Zwischenstopp fu\u0308r Zoll und Tanken, dann weiter zuru\u0308ck nach Windhoek Eros zum gleichen Spiel. Mit richtig starkem Ru\u0308ckenwind waren wir nach exakt 3 Stunden Flug wieder auf dem Boden von Namibia. Das Tagesziel war jedoch der Atlantik mit der Stadt Swakopmund, eine Flugstunde weiter.<\/p>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Swakopmund &#8211; der Atlantik<\/h2>\n<h3>9.- 11. Tag, 23-25. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 13\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das Gela\u0308nde fa\u0308llt auf dem Flug von Windhoek nach Swakopmund innerhalb einer Stunde um u\u0308ber 6.000 Fuss ab. Bereits weit vor der Ku\u0308ste konnten wir einen wei\u00dfen Schleier am Horizont<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>erkennen. Wir wussten um den Seenebel, aber die Vorhersage sagte uns klar Sichtflugbedingungen zu diesem spa\u0308ten Zeitpunkt voraus. Meist lichtet sich der Seenebel gegen 11 Uhr und kommt in den Abendstunden zuru\u0308ck. In etwa 1.000 Fuss Ho\u0308he flogen wir entlang der Eisenbahntrasse, die kurz for der Piste 24 einen Knick machte und somit fast zur Schwelle fu\u0308hrte. Der Nebel lag etwas weiter drau\u00dfen u\u0308ber der See und erlaubte es uns die braune Piste in Mitten weiterem Braun doch gut zu erkennen. Auch war das GPS mit uns zufrieden und besta\u0308tigte, dass wir korrekt navigierten. Kurz nach uns kam die LUV an, die hier ihren Heimatort hatte. Wa\u0308hrend die MKI gegen den Wind im Freien geparkt und eingepackt wurde, stellte Winfried seine LUV in den Hangar von Matthias Braune, dem Eigner der Cessna.<\/p>\n<p>Auch hier hatte Silvia alles perfekt geplant. Unser Fahrer Rolf war schon da und fuhr uns direkt vom Flugplatz in das Cornerstone Guesthouse, wo uns Bettina in perfektem Deutsch begru\u0308\u00dfte. In direkter Laufweite vom Zentrum und Strand des Ortes gelegen, bietet das Cornerstone eine wunderbare und scho\u0308n angelegte Herberge. Die sauberen und sehr gut ausgestatteden Zimmer werden nur noch vom allerbesten Fru\u0308hstu\u0308ck in ganz Afrika (zumindest empfanden wir das so) u\u0308bertroffen!<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 14\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Leider konnte uns Bettina fu\u0308r diesen Abend keinen Platz mehr im \u201eJetty\u00b4s\u201c, dem wirklich besonderen Restaurant auf der gro\u00dfen Landungsbru\u0308cke, ergattern. Aber fu\u0308r den kommenden Abend hatten wir einen Tisch sicher. Nicht schlechter a\u00dfen wir dann im Ortskern bei Ku\u0308cki \u0301s, gefolgt vom einen spa\u0308teren Bier zum Nachtisch im \u201eBrauhaus\u201c. Mich als Wahl-Du\u0308sseldorfer u\u0308berraschte ein gro\u00dfes Schild des \u201eUerigen\u201c, einer sehr bekannten Du\u0308sseldorfer Brauerei, direkt u\u0308ber dem Eingang. Auch hier sprach man wieder deutsch.<\/p>\n<p>Der na\u0308chste Tag hatte Rolf schon fu\u0308r uns geplant. Es ging nach Walvis Bay zu einer Fahrt mit einem Katamaran zum Pelican Point, einer Landzunge mit Leuchtturm im Westen der grauen Hafenstadt. Diesen sollten in den na\u0308chsten Tagen noch zweimal u\u0308berfliegen. Der Hafen von Walvis Bay ist keine Attraktion. Es stapeln sich Container u\u0308ber Container und der kleine Touristenhafen wirkt sehr ku\u0308nstlich und provisorisch. Fu\u0308r ca. 55 EUR pro Person ist der halbta\u0308tige Ausflug auf dem Katamaran sehr zu empfehlen. Der Skipper sprach einwandfreies Deutsch. Wirklich viele Alternativen bieten die beiden Orte Swakopmund und Walvis Bay aber auch nicht. Im Ausflug auf dem doppelru\u0308mpfigen Kahn waren Champagner und die beru\u0308hmten Austern der vorgelagerten Ba\u0308nke enthalten. Neben Robben sahen wir an diesem Tag Flamingos, Pelikane und sogar Delfine.<\/p>\n<p>Den Abend beschlossen wir dann im vortags von Bettina gebuchten \u201eJetty\u00b4s\u201c. Wir hatten leider mit dem Sonnenuntergang kein Glu\u0308ck, denn diese versank in den dichten Nebelba\u0308nken knapp eine halbe Stunde vor Sunset. Das schwefelgelbe Abendlicht lies die Szenerie schon fast unwirklich erscheinen. Das Essen auf den wackligen Bohlen des Restaurants war hervorragend.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Der Flug zu den D\u00fcnen von Sossusvlei<\/h2>\n<h3>11. Tag, 25. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 14\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Mal wieder Abwechslung: vom Wasser in die Wu\u0308ste. U\u0308ber die Namib, die dem Land den Namen gab, geht es weiter nach Sossusvlei zu den weltbekannten Du\u0308nen, die in keinem der Reiseberichte fehlen du\u0308rfen. Wir flogen die erste Strecke am Strand entlang u\u0308ber den Leuchtturm des Pelican Point, wo wir einen Tag vorher mit dem Katamaran segelten. Die Sicht war zu dieser fru\u0308hen Zeit noch schlecht und in ca. 700 Fuss Ho\u0308he konnten wir nur etwas verwaschen den Boden und die See erkennen. Aber 20 Meilen su\u0308dlich, als wir die Flamingo-Schwa\u0308rme u\u0308ber Sandwich Harbour u\u0308berflogen klarte der Himmel immer weiter auf. Die Namib schob sich mit riesigen Du\u0308nen und immer steiler werdenden Abbruchkanten in den Atlantik und die Robbenkolonien wurden immer seltener, da der Strand fehlte. Seit u\u0308ber einer dreiviertel Stunde haben wir keine Menschen oder deren Spuren erkannt. Erst das Schiffswrack der \u201eEduard Bohlen\u201c auf der Ho\u0308he von Conception Bay war Zeuge menschlicher Trago\u0308dien. Hier verlie\u00dfen wir die Ku\u0308ste und stiegen mit der Wu\u0308ste auf ca. 3.000 Fuss, um nach einer weiteren dreiviertel Stunde den Anflug auf die Piste der Sossusvlei Lodge zu beginnen. Mittlerweile gesellten sich zu den Sanddu\u0308nen im Osten aufsteigende Berge mit Gesteinsformationen. Die Gegend war eher karg, aber viele Stra\u00dfen waren in diesem touristisch erschlossenen Gebiet kurz vor der Landung zu erkennen. Winfried hatte 200 Liter Avgas bestellt, welches wir am folgenden Nachmittag auch tanken wu\u0308rden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die weltbekannten D\u00fcnen!<\/h2>\n<h3>12. Tag, 26. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 15\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Sossusvlei Lodge war wirklich eine herrliche Oase mitten in der umgebenden Wu\u0308stenlandschaft. Wunderscho\u0308ne Farben schmu\u0308ckten die scho\u0308ne Anlage im Abendlicht. Unter einem Akazienbaum tranken wir Gin- Tonic und sahen der untergehenden Sonne zu. Kurz danach wurde es dunkel und das Abendessen wurde auf der Terrasse bei Sternenhimmel und Kerzenschein vorbereitet. Mit ganz anderen Eindru\u0308cken schliefen wir in den einzeln stehenden Ha\u0308usern ein, deren Schlafzimmer von einem Zelt u\u0308berdacht wird und alle Gera\u0308usche der Umgebung in die Tra\u0308ume der Nacht einbauen lies.<\/p>\n<p>Die Morgensonne zeige die ganze Scho\u0308nheit der Wu\u0308ste. Noch mit etwas Nebel umgeben leuchteten die Berge in sanften Rot- und Braunto\u0308nen. Auch viele Pflanzen zeigten sich trotz der Trockenheit von ihrer scho\u0308nsten Seite. Der Sommer war zu trocken und das Land brauchte den Regen. Hatten wir mit schwierigem Flugwetter gerechnet, war es bisher fast nur CAVOK mit sehr hoher Wolkenbasis &#8211; abgesehen vom Nebel an der Ku\u0308ste.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 15\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Fahrt ging im Jeep zu den bis zu 300 Meter hohen Du\u0308nen. Diese stehen in einem sich nach Osten o\u0308ffnenden Tal. Die Du\u0308nen werden entgegen dem Uhrzeigersinn von Nordosten beginnend bis Su\u0308dosten durchnummeriert. Wir fingen somit bei der Nummer 1 an, die aber noch unspektakula\u0308r erschien. Die bekannteste ist die \u201eNummer 45\u201c. Wir fuhren an diesen wirklich beeindruckenden Sandhu\u0308geln vorbei, die wohl wegen des unterliegenden Gesteins nicht mehr wandern, bis zum Ende des Tals. Es ging zu \u201eBig Daddy\u201c im Su\u0308dwesten. Dort konnten wir die Du\u0308ne aufsteigen oder in das etwas westlich gelegene Death Vlei wandern. Das erschien uns ausreichend bei der Mittagshitze. Die Wanderung in diesem ausgetrockneten See war spektakula\u0308r. Die seit u\u0308ber 800 Jahren ausgestorbenen Ba\u0308ume ragen wie riesige schwarze zum Himmel greifende Ha\u0308nde aus dem hellen Untergrund. Viele dieser Bilder sind weltweit bekannt. Mit dem Blau des Himmels ergeben sich Kontraste, die uns bisher als unvorstellbar erschienen.<\/p>\n<p>Unser Fahrer hatte das Mittagessen im Jeep dabei. Kurz nach Mittag fuhren wir in den Schatten der Ba\u0308ume der Du\u0308ne \u201eBig Mama\u201c, no\u0308rdlich gegenu\u0308berliegend zu \u201eBig Daddy\u201c, um bei angenehmen Temperaturen im Schatten einer Akazie ein ko\u0308nigliches Picknick zu genie\u00dfen. Den Nachmittag verbrachten wir dann in der Lodge und die beiden Piloten auf dem nahe gelegenen Flugplatz zum Tanken.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Der Flug \u00fcber die W\u00fcste zum Fish River Canyon<\/h2>\n<h3>13. Tag, 27. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 16\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Am Morgen genossen wir das Fru\u0308hstu\u0308ck auf der Terrasse der Lodge. Im Osten war die Sonne bereits auf Ihren Weg in den Norden. Wir hatten auf dem na\u0308chsten Flug Richtung Su\u0308den somit perfektes Licht fu\u0308r Bilder. Das Tagesziel war der zweitgro\u0308\u00dfte Canyon der Erde, nach dem Grand Canyon der USA: der Fish River Canyon. Nicht ohne einen kurzen Umweg u\u0308ber die herrliche Du\u0308nenlandschaft des Vortrages zu drehen, folgten wir abwechslungsreichen Wu\u0308stenlandschaften dem Weg in den Su\u0308den. Durch die Reise per Flugzeug fu\u0308hlt man sich wie im Zeitraffer und erkennt immer wieder sich vo\u0308llig vera\u0308ndernde Landschaften. Nach u\u0308ber einer Stunde Flug konnte man erahnen, dass wir uns einer sehr zerklu\u0308fteden Landschaft na\u0308hrten. Der Canyon zeichnete sich schon von der Ferne ab. Der U\u0308berflug u\u0308ber die Piste der Fish River Lodge sollte uns die Windrichtung zeigen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 16\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Gleich danach zogen wir unsere Flugzeuge wieder hoch, da das Terrain zur Lodge flach aber deutlich anstieg. Am Rand sahen wir die Ha\u0308user, die in der Mitte von einem Haupthaus unterbrochen wurden. Das war unser Zuhause fu\u0308r weitere zwei Na\u0308chte. Winfried flog vom Osten an, aber mit entsprechender Vorsicht. Nur wenige hundert Meter vor dem Beginn der Schotterpiste ging es steil bergab in eine Schlucht. Hier Hand am Gas, um schnell auf Abwinde reagieren zu ko\u0308nnen. Ich setzte mich von hinten leicht rechts versetzt hinter die LUV um die Landung zu filmen. Danach war ich an der Reihe, aber nicht ohne zuvor nochmals Bilder der Lodge von der Talseite des Abhangs zu schie\u00dfen. Unten erwartete und schon unser Guide fu\u0308r die na\u0308chsten Tage: Dube.<\/p>\n<p>Der Eingang zur Lodge verschla\u0308gt uns die Sprache. Wir kamen zur Tu\u0308r auf der Nordseite ins Haupthaus und blickten auf eine eine riesige Fensterfront. Sie gab den Blick auf den steil nach unten abfallenden Canyon in frei. Mit dem immer wieder gerne gesehenen Begru\u0308\u00dfungstrunk wurden wir auf die Terasse gefu\u0308hrt hinter der nach wenigen Metern der Fall in die Ewigkeit beginnt. Hier ho\u0308rt wohl die Welt auf, so meine ersten Gedanken.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Ausflug in den Fish River Canyon<\/h2>\n<h3>14. Tag, 28. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 16\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Jeder hatte hier, wie vorher in Sossusvlei oder Savuti, ein eigenes Haus. Der absolute Schlager aber war die Freiluftdusche auf einer geschu\u0308tzten Seite des Hauses mit direktem Blick in den Canyon. Wir waren verschwitzt von der Reise, also war es doch klar, was zu tun war! Wir konnten uns an der Aussicht berauschen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 17\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>kaltem Wasser unsere beiden Damen zum Schwimmen ein. Den Ma\u0308nnern reichte der Anblick der Scho\u0308nheiten (unsere Frauen und der immense Abgrund dahinter\u263a).<\/p>\n<p>Am kommenden Tag ging es mit dem Jeep in den Canyon bis auf die tiefste Stelle, die immer noch Wasser fu\u0308hrte. Auch hier war es fu\u0308r diese Jahreszeit viel zu trocken und meist fu\u0308hrt der Fish River, der spa\u0308ter in den Grenzfluss Oranje flie\u00dft, zur gleichen Jahreszeit deutlich mehr Wasser. Unser Guide Dube hat uns in den u\u0308ber knapp 7 Stunden Offroad-Schleichfahrt bis zum \u201eRockpool\u201c gezeigt, was ein Fahrzeug alles kann. Er war ein sehr sicherer Fahrer und wir mussten bei den Strecken auch allen Grund haben ihm zu vertrauen. Teilweise fuhren wir Mu\u0308he lohnte sich: ganz unten in einer der Schluchten war noch Wasser mit vielen Fischen drin, die sich auf alles Essbare stu\u0308rzten was Menschen anboten.<\/p>\n<p>Wir gingen mitten in der Steinwu\u0308ste mit diesen Fischen schwimmen und genossen die Stille und Abgeschiedenheit. Die Ru\u0308ckfahrt war nicht minder aufregend und interessant. Dube fu\u0308hrte uns sicher nach Hause mit vielen Informationen u\u0308ber das Land, die Leute und die Tiere. Auf dem Weg zur Lodge kamen wir noch an unseren Flugzeugen vorbei und winkten Ihnen zu. Ich wu\u00dfte noch nicht, dass ich gleich nochmals fliegen werde.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Wir lernten eine deutsche Familie in der Lodge kennen, die schon unsere Flugzeuge bewunderten. Der Sohn von Gaby und Jens, der Marvin, war flugbegeistert. Spontan beschloss ich die Begeisterung weiter auszubauen als Jens mich fragte, ob denn Marvin mal eines der Flugzeuge sehen ko\u0308nnte. Am besten von innen. Ich dachte natu\u0308rlich gleich weiter und eine halbe Stunde spa\u0308ter sa\u00df Marvin auf der rechten Seite in der Cessna auf den Copilotensitz und Jens mit dem Fotoapparat gleich dahinter. Der Plan war u\u0308ber die Lodge zu fliegen und dann u\u0308ber die Kante runter in den Canyon, um im Tiefflug alle Details besser zu sehen. Auf die erwarten Fallwinde nach Passieren des Randes bei der Lodge wies ich hin mit der Bitte die Gurte auch straff zu ziehen. Wir hatten Nordwind und starke Sonneneinstrahlung, was beides fu\u0308r entsprechende Luftbewegungen sprach.<\/p>\n<p>Beide merkten kurz danach warum. Es ging nun abwa\u0308rts, aber mit entsprechenden Sicherheitsreserven. Eine starke Bo\u0308 versta\u0308rkte den Eindruck der Macht der Luftmassen und beide waren beeindruckt von der Scho\u0308nheit der Natur und dem Abstieg in die tiefe Weite der Landschaft im Canyon.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 18\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Nachdem Marvin, als wir spa\u0308ter etwas ho\u0308her folgen, dann auch steuern durfte war der Tag wohl komplett gerettet. Ich freue mich mit beiden, dass der Spa\u00df an der Fliegerei versta\u0308rkt wurde. Nachwuchs ist wichtig!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<h2>Der Flug nach L\u00fcderitz<\/h2>\n<h3>15. Tag, 29. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 18\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das letzte Etappenziel war Lu\u0308deritz, wieder am Atlantik gelegen. Hier herrschen in der Regel sehr starke Su\u0308dwinde, im Gegensatz zum Norden des Landes mit u\u0308berwiegend Nordost- Stro\u0308mungen. Mit 28 Knoten, jedoch fast auf der Nase, landeten wir nach knapp 2 Stunden Flug in Lu\u0308deritz. Der Wind war so stark, dass wir die Flugzeuge in den Wind drehen mussten und sofort die Bremsklo\u0308tze unterlegten. Tanken war mal wieder angesagt. Wa\u0308hrend wir die Maschinen danach in einen geschu\u0308tzten Hangar (den hatte Winfried vorbestellt) schoben, waren die beiden Damen schon von Marion empfangen worden, die Silvia als unsere lokale Gastgeberin vorsah. Sie brachte uns in das Nest-Hotel, wo wir auch den Abend verbrachten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Kolmanskuppe &#8211; die Geisterstadt<\/h2>\n<h3>16. Tag, 30. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 18\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Den letzten Tag besuchten wir noch eine Geisterstadt: Kolmannskuppe. Hier wurde bis 1950 Diamanten abgebaut, bis die Minengesellschaften nach Oranjemund weiterzogen. Die Stadt ist heute verlassen und wird fu\u0308r Fu\u0308hrungen etwas in Schuss gehalten. Die meisten Geba\u0308ude sind aber verfallen und zeugen von Zeiten voller Reichtum und Wohlstand. Rund um Lu\u0308deritz gibt es ein riesiges Sperrgebiet, wo noch heute Diamanten gefunden werden. Namibia bietet vieles an Rohstoffen, so auch Uran-Minen, die wir in der Na\u0308he von Swakopmund u\u0308berflogen hatten. Neben der Lutherkirche und einigen alten Geba\u0308uden waren das die wenigen aber wirklich sehenswerten Attraktionen in Lu\u0308deritz. Marion erkla\u0308rte uns die Geschichte der Stadt und die Rolle der Deutschen. Bis heute leben viele Nachkommen in der Lu\u0308deritz und sprechen neben Deutsch auch das verbreitete Afrikaas und die offizielle Landessprache Englisch.<\/p>\n<p>Am Ostersamstag war dann aber u\u0308berall reges Treiben, als wir von der Kolmannskuppe zuru\u0308ck kamen. Der Karfreitag zuvor hatte keinen Menschen auf die Stra\u00dfe getrieben und es waren auch alle Gescha\u0308fte, Restaurants und sogar Hotels geschlossen. Zwei Hochzeiten brachten heute viele Leute auf die Stra\u00dfe und es gab ein kleines Fischerfest in Hafen. Wir sa\u00dfen auf dem Balkon des Ritzi\u00b4s direkt an der \u201eWaterfront\u201c und schauten dem bunten und fro\u0308hlichen Treiben zu. Ich wei\u00df nicht mehr, wie viele Fotos geschossen wurden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Flug zur\u00fcck nach Windhoek bei schlechtem Wetter<\/h2>\n<h3>17. Tag, 31. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<div class=\"page\" title=\"Page 19\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Blick auf die Wetterdaten von \u201eEasy Cockpit\u201c zeigte es im Vorfeld schon deutlich. Waren am Ostersamstag schon Gewitter in Windhoek zu sehen, schob sich im Laufe der Samstag Nacht eine Front vom Nordwesten auf die Berge o\u0308stlich der Namib zu. Wir hatten zwei Strecken, die wir am kommenden Tag mit Wissen der aktuellen Wetterlage besprechen wollten: eine westliche Route an der See entlang bis Swakopmund und dann nach Osten Richtung Windhoek oder eine Ostroute hinter den Bergen nach Norden. Ich schlief diese Nacht das erste Mal nicht gut. Druck ist das was in der Fliegerei oft zu Fehlern fu\u0308hrt. Ich wollte alle Optionen im Kopf durchspielen und Alternativen haben.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Der Sonntagmorgen brach an mit dem nicht verschiebbaren Flug zuru\u0308ck nach Frankfurt in den Abendstunden. Wir hatten Marion am Vorabend bereits gesagt, dass sie uns schon eine halbe Stunde fru\u0308her gegen 8:30 Uhr vom Hotel abholen sollte. Unser Plan war am Flugplatz mit dem Met-Office in Windhoek wegen der Route zu sprechen. So holten wir die Flieger zum letzten gemeinsamen Ausritt aus den schu\u0308tzenden Hallen. Der Wind war von Su\u0308d schon auf West gedreht und blies nun mit 11 Knoten quer zu Bahn 22, aber weiterhin problemlos fu\u0308r den Start. Den Anruf bei der Dame von Met-Office ha\u0308tten wir uns schenken ko\u0308nnen. Sie hatte nur das aktuelle Radarbild und konnte mit Sichtflugpiloten und deren Fragen unterhalb von FL150 wohl nicht viel anfangen. Sie meinte der Norden wa\u0308re schon frei von Wolken, die jetzt immer weiter o\u0308stlich abziehen. Mein Wetter von Easy Cockpit sagte etwas anderes, aber es bestand die Chance auch hier im Norden durchzukommen. Wir entschieden uns fu\u0308r die Route am Wasser entlang und starteten die Motoren.<\/p>\n<p>Bis Conception Bay war das Wetter ordentlich, wenn auch viele Nebelschwaden und tiefe Wolkenfelder von der Seeseite auf Land trafen. Wir staffelten beide Flugzeuge in der Ho\u0308he und in der Entfernung zu einem gemeinsamen Waypoint. So waren wir sicher, auch bei Unachtsamkeit oder schlechter Sicht nicht zu kollidieren. Weiter nach Norden zog es sich immer mehr zu. Walvis Bay war IMC (geschlossen fu\u0308r Sichtflug). Wir waren genau dru\u0308ber, noch in einem Layer, der funktionierte. Fu\u0308r mich gab es jetzt keine Wahl: auf keinen Fall wollte ich versuchen durch die aufgestauten Wolken im Tiefflug der Stra\u00dfe in die Berge zu folgen. U\u0308ber mir sah ich ein kleines blaues Loch, aber ganz weit oben. Ich scha\u0308tzte es auf ca. 8.000 Fuss. Walvis Bay meldete ich, dass ich in deren TMA steigen werde und gab FL075 an, in der Hoffnung dann durch zu sein. Es war kein Verkehr fu\u0308r Walvis Bay im Anflug. Innerhalb des blauen Bandes stieg ich auf, immer darauf bedacht nicht in die Wolken einzufliegen, die immer dichter wurden. Knapp u\u0308ber 8.500 Fuss war es ga\u0308nzlich blau. Wir hatten es geschafft! In besten Wetter stiegen wir auf FL095. Laut Wetterbericht muss Windhoek offen sein, zumindest fu\u0308r einen Abstieg nach Sichtflugregeln.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 20\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Bereits weit vor Windhoek ho\u0308rte die Staubewo\u0308lkung auf und 2\/8 CU mit Untergrenzen bei ca. 8.000 Fuss empfingen uns. Unsere jetzt letzte Landung in Eros verlief, wie alle Landungen bisher, problemlos. Winfried und ich tankten unsere beiden Cessnas nochmals auf und u\u0308bergaben sie unseren Ansprechpartnern. Nachdem wir die Landegebu\u0308hren (ca. 11 EUR) auf Eros zahlten, war auch unser Taxichauffeur, Mr. Kativa, wieder da. Er fuhr uns sichtlich zufrieden u\u0308ber den Folgeauftrag Richtung internationalen Flughafen Hoses Kutato. Hatten wir fu\u0308r Stadtfahrten pro Person je 25 N$ (ca. 2 EUR) bezahlt, konnte er nun pro Person 120 N$ abrechnen (statt vorher 150 N$, laut \u201ePreisliste\u201c). Wir waren viel zu fru\u0308h dran. Aber das war uns jetzt egal. Wir hatten alles geschafft und hatten einen wundervollen Urlaub mit ma\u0308chtig vielen Eindru\u0308cken. Besonders toll war aber auch das Zusammenspiel der beiden Paare, die vorher noch nie gemeinsam in Urlaub waren und bisher noch nie so eng zusammen geplant .<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_0cuu744\">\n                            <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_e6aw745 last\">\n                    <!-- module video -->\n<div  class=\"module module-video tb_os7j745 video-top  \" data-lazy=\"1\">\n            <h3 class=\"module-title\">Anflug auf den Fish River Canyon<\/h3>        <div class=\"video-wrap-outer\">\n            <div class=\"video-wrap 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title=\"\u00dcber der Namibia\" href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSCF1429.jpg\" data-rel=\"tb_f5u5746\" class=\"themify_lightbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSCF1429-1024x678-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" class=\"wp-post-image wp-image-919\" title=\"DSCF1429\" alt=\"DSCF1429\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSCF1429-1024x678-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSCF1429-1024x678.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>            <\/dt>\n                    <\/dl>\n            <dl class=\"gallery-item\">\n            <dt class=\"gallery-icon\">\n            <a data-title=\"\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSCF1443.jpg\" data-rel=\"tb_f5u5746\" class=\"themify_lightbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" 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gecharterten Flugzeugen zu verbinden. Doch am Anfang stand viel Arbeit. Lesen Sie die Erlebnisse und Abenteuer von Dirk &amp; Anne Linn, Winfried Berthold und Ina Pla\u00dfmann.<\/p>\n<p>Der Reisebericht von Dirk Linn, einem der mitgeflogenden Piloten, erz\u00e4hlt vom Abenteuer in Afrika.<\/p>\n<img src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DirkLinn.png\" title=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\" alt=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\"> <h3> Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV <\/h3>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/reisen-und-flug-abenteuer\/\" > Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht <\/a>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\" > Startseite <\/a>\n<h1>Fly Namibia!<\/h1>\n<p>EINE FLUGSAFARI FU\u0308R SELBSTFLIEGER - von Dirk Linn (c) 2013\/14 LSV Rietberg eV<\/p>\n<p>Es war einmal wieder einer der Clubabende im LSV Rietberg bei dem alles begann. Anne und ich hatten schon viele La\u0308nder des Nordens von Afrika mit den Flugzeugen des Clubs bereist und es trieb uns weiter in den Su\u0308den. Ina Pla\u00dfmann erza\u0308hlte, dass Sie Ihrem Mann Winfried Berthold eine Reise nach Namibia schenken mo\u0308chte. Aber nicht eine pauschale, sondern eine ganz besondere: einen Selbstflieger-Urlaub! Sofort sprangen bei Anne und mir die Antennen an, denn genau das war auch unser Plan. Da die Strecke in den Su\u0308den von Afrika mit den Maschinen des deutschen Clubs zu weit fu\u0308r nur wenige Wochen Urlaub sind, wollten wir uns Flugzeuge im Land chartern. Irgendwie passten die beiden Paare sofort sehr gut zusammen und ich konnte zu diesem Zeitpunkt gar nicht erahnen, wie gut und wichtig die Unterstu\u0308tzung von Winfried werden wu\u0308rde. Ein geborener Planer, der jetzt auch beruflich nicht mehr eingespannt war und auch Lust zur Koordination hatte. Unsere erste Internet-Recherche ergab, dass die notwendige Validierung unserer PPL-Lizenzen in Namibia recht aufwendig und der Zeitaufwand unkalkulierbar werden wu\u0308rde. So hatten wir zwischenzeitlich bereits Su\u0308dafrika als Ausgangspunkt fu\u0308r Validierung und Flugzeugcharter in Betracht gezogen, bevor wir u\u0308ber www.wolkenlos-fliegen.de den entscheidenden Kontakt zu Silvia Blaurock bekamen. Mit u\u0308ber 16 Jahren Erfahrung als Berufspilotin in Namibia konnte uns Silvia helfen, alle Schwierigkeiten zu u\u0308berwinden, gab viele wertvolle Tipps, vermittelte die Charter-Flugzeuge und buchte schlie\u00dflich alle Unterku\u0308nfte fu\u0308r uns. Ende September 2012 begann sich dann alles zu formen.<\/p>\n<h2>Die Vorbereitung - viele Unterlagen!<\/h2> <p>Die Planung war nicht gerade zu unterscha\u0308tzen. Erstmal mussten wir einen Termin finden, der fu\u0308r uns alle vier passte und noch genu\u0308gend weit in der Zukunft lag. Wir entschieden uns fu\u0308r den Zeitraum 14. Ma\u0308rz bis 1. April 2013. Leider war das Ende Sommer auf der Su\u0308dhalbkugel und somit vom Wetter her eher schwieriger da wir mit Niederschla\u0308gen rechnen mussten. Aus diesem Grund haben wir die Ethosha Pfanne nicht vorgesehen, da durch den Regen die Wasserlo\u0308cher nicht sehr frequentiert wu\u0308rden. Stattdessen planten wir einen Abstecher nach Botswana, in den Chobe-Nationalpark. Wir mussten als Selbstflieger sehr auf andere Dinge wie Verfu\u0308gbarkeit von Avgas oder akzeptable Landefla\u0308chen achten. So fiel die urspru\u0308nglich favorisierte Moremi-Logde mit dem Xakanaxa Airstrip aus diesem Grund aus und wir hatten mit Savuti die bessere fliegerische Wahl. Es stellte sich spa\u0308ter heraus, dass wir auch aus anderen Gru\u0308nden mit dieser Entscheidung goldrichtig lagen.<\/p>\n<p>Wer an Afrika denkt wei\u00df, dass vieles mehr Zeit als geplant kostet und zusa\u0308tzlich viele Formulare und Stempel den Weg pflastern. Absprachen sind wichtig zu dokumentieren denn man darf nie davon ausgehen, dass diese auch eingehalten werden. Einen Plan B sollte man immer in Hinterkopf haben. So haben wir was mo\u0308glich war, vorab mit allen lokalen Stellen per mail oder Skype schriftlich gekla\u0308rt, damit die knappe Zeit von 17 Tagen auch gut genutzt werden konnte. Der Plan war am Freitagmorgen in Windhoek zu landen und noch am gleichen Tag die theoretische Pru\u0308fung (Luftrecht und Funk) zu erledigen. Dann wa\u0308ren am Samstag vormittag praktische Einweisung und Pru\u0308fungsflug auf der C-182 zu absolvieren, um am Montagmorgen die Pru\u0308fungsdokumente beim DCA (Directorate of Civil Aviation) einzureichen. Alle u\u0308brigen Dokumente hatten wir bereits von Deutschland aus mit unserem Antrag auf PPL-Validation eingereicht.<\/p> <p>Wir hatten uns fu\u0308r die Flugschule Windhoek Flight Training Center (WFTC) entschieden, die eigentlich samstags nicht arbeitete. Aber da wir ja unsere Validation direkt am folgenden Montag erhalten wollten, kam der Deal fu\u0308r das Wochenende doch zustande. Richard Becker, Leiter der Flugschule, besta\u0308tigte dass alles klappen ko\u0308nnte, falls wir auch gut vorbereitet sind. Aber eben nur dann. Soweit zum Papierkrieg, der von Richard in 12 Punkten zusammengefasst wurde, siehe Infokasten rechts.<\/p> <p>Punkt 12 mit mindestens drei Arbeitstagen fu\u0308r die DCA passte nicht zu unseren Pla\u0308nen! Wir hatten eigentlich nur einen Tag zur Ausstellung des Dokuments geplant und schoben jetzt immerhin noch den Dienstag als Puffer mit ein. Alles musste haargenau passen, sonst wa\u0308re der Urlaub dahin. Am Mittwoch mussten wir mit allen beno\u0308tigten Dokumenten in Richtung Botswana starten. Winfried und ich beschlossen uns gut vorzubereiten und das Risiko mittels perfekter Planung zu minimieren.<\/p>\n<p>Neben den Aufgaben zum Erhalt der Validation gab es aber noch andere Punkte zu kla\u0308ren. Noch hatten wir weder Flugzeuge noch Routen oder gar Unterku\u0308nfte. Hier half uns Silvia Blaurock mit guten Vorschla\u0308gen weiter. In vielen Skype- Sitzungen und E-Mails kla\u0308rte sich dann alles. Wir hatten uns fu\u0308r zwei C-182 entschieden, da besonders Windhoek sehr hoch lag und wir fu\u0308r die enormen Dichteho\u0308hen genu\u0308gend Leistungsreserven wu\u0308nschten. Mit je zwei Personen an Bord samt Gepa\u0308ck waren wir auf der sicheren Seite. Auch konnte, bei einem eventuell auftretenden Problem, die zweite Maschine fu\u0308r mehr Sicherheit sorgen.<\/p> <p>In den na\u0308chsten Wochen wurden viele Mails mit allen mo\u0308glichen Stellen in Namibia ausgetauscht. So wollten wir auch eine Zusatzversicherung fu\u0308r die Flugzeuge haben. Denn wir hatten noch keine Erfahrungen mit Busch-Flugpla\u0308tzen. Steine oder Schlaglo\u0308cher ko\u0308nnen schnell zu Scha\u0308den fu\u0308hren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Die Route<\/h2>\n<p>Die geplante Route war sehr attraktiv und abwechslungsreich. Es sollte von Windhoek zur Savuti Safari Lodge in den Norden von Botswana gehen. Dafu\u0308r mussten wir in Maun landen, zwecks Zoll und Betankung. Die drei U\u0308bernachtungen in der Lodge waren mit vier Safari-Touren verbunden. Von Savuti aus ging es u\u0308ber Maun und Windhoek (Tanken, Zoll) fast 1.000 Kilometer nach Westen an den Atlantik nach Swakopmund. Vom Atlantik ging es dann weiter Richtung Su\u0308dosten u\u0308ber die Namib-Wu\u0308ste zu den Du\u0308nen von Sossusvlei, gefolgt von zwei Tagen am Fish River Canyon ganz im Su\u0308den des Landes. Der Abschluss sollte die Stadt Lu\u0308deritz machen, ebenfalls wie Swakopmund am Atlantik gelegen. Von dort aus ging es dann ohne Puffer am Ostersonntag direkt nach Windhoek wo wir abends den Airbus zuru\u0308ck nach Frankfurt gebucht hatten. Ein wirklich ehrgeiziger Plan!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Der Abflug bei Schnee<\/h2> <h3>Donnerstag, 13. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Im Winterwetter bei Schneefall und eisigen Temperaturen holten wir Ina und Winfried in Soest ab. Der Abflug war in Frankfurt in den Abendstunden und durch den einbrechenden Winter wollten wir genu\u0308gend zeitliche Sicherheit einbauen. Viel zu fru\u0308h waren wir in Frankfurt. Aber die erwartungsvolle Unruhe war bei uns allen vieren zu spu\u0308ren. Noch ein letztes Mal die fast 500 Seiten Unterlagen fu\u0308r die beiden Pru\u0308fungen u\u0308berfliegen, offene Fragen besprechen, sich gegenseitig Mut machen. Warten.<\/p> <p>Der Flug mit Air Namibia verlief sehr gut. Alles perfekt an Bord des Airbus 340. Sogar das erste namibische Bier konnten wir schon unterwegs genie\u00dfen. Der Anflug auf Windhoek erfolgte dann bei Anbruch des Freitag morgens.<\/p>\n<h2>Vier Tage in Windhoek<\/h2> <h3>Freitag, 15. M\u00e4rz bis Mittwoch 20. M\u00e4rz\u00a0 2013<\/h3>\n<p>Unser Basishotel \u201eSafari-Court\u201c zur Erlangung der Validation war direkt in Flugplatzna\u0308he des Stadtflughafens von Windhoek Eros (Kennung FYWE). Winfried und ich hatten von dort nur kurze Fu\u00dfma\u0308rsche. Damit vor allem Anne und Ina in Windhoek auch mobil waren, hatten wir einen Wagen gemietet. Ina hatte sich einen internationalen Fu\u0308hrerschein besorgt. So begann das Abenteuer schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel. Linksfahren! Es war eine Mischung aus Panik, Schrecken, Erfolgserlebnissen und viel Spa\u00df! Wir kamen aber gesund an. Danke Ina!<\/p> <h2>Die Pr\u00fcfungen<\/h2> <h3>Freitag, 15. M\u00e4rz und Samstag 16. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Mit CFI Richard Becker hatten wir als Termin 16:00 Uhr vereinbart, um direkt am ersten Tag die Theoriepru\u0308fung abzulegen. Um 15:30 Uhr traten Winfried und ich in die Ra\u0308ume des Windhoek Flight Training Ce nters (WFTC) ein. Leider war Richard, mit dem wir alles besprochen hatten, kurzfristig nach Angola geflogen und wurde erst fu\u0308r den na\u0308chsten Tag erwartet. Keiner wusste von unseren Deals und dem engen Zeitplan. Als mo\u0308glichen Pru\u0308fungstermin nannten uns die Damen der WFTC den kommenden Dienstag oder Donnerstag. Und alles nicht hier in Eros, sondern in den Ra\u0308umen der Luftfahrtbeho\u0308rde DCA. Damit wa\u0308re unser gesamter Zeitplan geplatzt! Erst als wir Chrissy Meroro von der DCA, die gottlob Freitags noch so spa\u0308t im Bu\u0308ro war, telefonisch mit einbinden konnten, kla\u0308rte sich alles. Wir als Privatpiloten konnten die Pru\u0308fungen, wie vereinbart, doch bei der Flugschule machen, im Gegensatz zu kommerziellen Piloten. Nun wollten die Damen der WFTC aber um 16:30 Uhr Feierabend machen und statt der vorgesehenen Pru\u0308fungszeit von 90 Minuten waren jetzt nur noch knappe 60 Minuten u\u0308brig. Das ganze wurde noch durch falsche Pru\u0308fungsbo\u0308gen getoppt. Anstelle der Fragen fu\u0308r PPL-Piloten mit Sichtfluglizenz (VFR) hatte man uns die Fragen fu\u0308r Berufspiloten mit IFR-Anflugverfahren gegeben. Erst nach der zweiten Intervention \u201efand\u201c man doch dann die richtigen Pru\u0308fungsbo\u0308gen.<\/p> <p>Die Zeit lief uns davon, denn es waren jetzt nur noch knapp u\u0308ber 30 Minuten Zeit u\u0308brig. Es sollte reichen! Nach der Abgabe der beiden Pru\u0308fungen, die doch deutlich umfangreicher waren als erwartet, ging es zuru\u0308ck ins Hotel. Eine Auswertung an diesem Abend war von der Flugschule nicht geplant. Winfried und ich hatten aber ein gutes Gefu\u0308hl und wollten den na\u0308chsten Morgen abwarten.<\/p> <p>Um 7 Uhr lokal hatte man uns zum Flugplatz bestellt. Soviel zum Ausschlafen im Urlaub! Aber Richard war immer noch nicht da. FI Marius, der uns gestern half, die richtigen Tests zu bekommen, flog mit uns dann einzeln mit der V5-MRN, einer C-182 der Flugschule, in die no\u0308rdlich gelegene General Flying Aera (GFA), einem Trainingsgebiet. Es ging von der Runway 01 direkt nordwa\u0308rts, geradaus auf das Kraftwerk zu, wobei Marius den gesamten Funk mit Eros Tower u\u0308bernahm. Nach den Einweisungen auf die Maschine dann die na\u0308chste U\u0308berraschung: man fand noch weitere Pru\u0308fungen die wir ablegen sollten, bevor wir die praktische Pru\u0308fung angehen konnten. Ohne das Wissen um die Ergebnisse des Vortages mussten wir jetzt noch Dichteho\u0308he und Weight and Balance der C-182 bestimmen. Auch wurde nach der Startstrecke unter den Tagesbedingungen gefragt. Die ATIS nannte aktuell 23 Grad Celsius, Taupunkt -4 Grad, QNH 1023. Bei einer Ho\u0308he des Flugplatzes von 5.575 Fuss ergab das eine Dichteho\u0308he von 8.000 Fuss!<\/p> <p>Bei der angenommenen Beladung mit zwei Personen und leichtem Gepa\u0308ck wollte die C-182 mit voller Betankung dann ca. 900 m Startstrecke haben. Gut das mal zu berechnen! Wieder ohne Ergebnisse der schriftlichen Pru\u0308fungen ging es dann zum Praxistest.<\/p> <p>Richard war mittlerweile da, es war fru\u0308her Nachmittag. Zuerst Winfried, dann ich. Richard u\u0308bernahm wieder den Funk. Wir flogen in etwa das gleiche Programm wie morgens mit Marius: Nach dem Start auf der Runway 01 stiegen wir auf 7.000 Fuss gerade aus Richtung Norden mit den Tu\u0308rmen der \u201ePower Station\u201c direkt vor uns. Dann wieder Vollkreise mit 45 Grad nach links und rechts. Steigkurven mit maximal 15 Grad, gefolgt von Notlandeu\u0308bungen.<\/p> <p>Bereits beim Rollen hatten wir die \u201eGravel Field Operations\u201c durchgefu\u0308hrt. Da durch den losen Bodenbelag der Buschpisten viele Steine den Propeller gefa\u0308hrden, werden die Motorchecks nicht im Stehen durchgefu\u0308hrt. Beim Rollen wird die Bremse genutzt und die Drehzahl auf 1.800 rpm erho\u0308ht. Jetzt Checks fu\u0308r Magnete, Propellerverstellung und vor allem: Mixture!<\/p> <p>Da wir in 8.000 Fuss Dichteho\u0308he starten, muss fu\u0308r die volle Leistung des Motors schon im Startlauf entsprechend abgemagert werden. Den Flugu\u0308bungen folgten zwei Landungen: eine ohne Klappen und eine Punktlandung fu\u0308r kurze Bahnen mit frei nutzbaren Klappen, welche eine Buschpistenlandung simulieren sollte. Beides lief problemlos. Dann der gro\u00dfe Moment. Es war mittlerweile noch spa\u0308ter Nachmittag und unsere beiden Frauen machten sich schon Sorgen, da sie nichts von uns ho\u0308rten. Die erlo\u0308sende SMS ging von Winfried an Ina: Bestanden! Juhu!!!<\/p> <p>Als wir etwas verschwitzt vom langen, hei\u00dfen Tag im Hotel ankamen, hatten Anne und Ina schon ein Empfangskomitee am Hoteleingang gebildet und lie\u00dfen kurz drauf den Sekt anrollen. Na dann aber Prost! Erleichtert und zufrieden genossen wir den Sonnenuntergang, der jetzt noch scho\u0308ner erschien. Noch hatten wir aber keine Validation!<\/p>\n<p>Als Abendprogramm hatten wir uns Joe \u0301s Bierhaus vorgenommen, wo wir auch Silvia Blaurock trafen. Wir erza\u0308hlten von unseren bisherigen Erfahrungen und bedankten uns nochmals herzlich fu\u0308r die gute Koordination und Hilfe bei den Vorbereitungen. Das Essen war hervorragend. Das Bier schmeckte auch! Windhoek Lager war seit dem ersten Kontakt an Bord der Air Namibia mein Favorit. Natu\u0308rlich nach deutschen Reinheitsgebot gebraut.<\/p>\n<p>Der Sonntag war in Windhoek ein echter Ruhetag. Nur in den Parks der Stadt findet man vereinzelt Familien, die unter den Schatten spendenden Ba\u0308umen liegen und die Stille genie\u00dfen. Wir erlebten eine sehr friedliche Stimmung und beschlossen etwas Sightseeing per Fu\u00df. Das Auto stellen wir am Bahnhof ab, Startpunkt unserer Stadtbesichtigung. Diese fu\u0308hrte uns bis zur alten Feste mit dem bekannten Reiterdenkmal, welches vom Berliner Ku\u0308nstler Adolf Ku\u0308rle 1912 errichtet wurde und an die Reiter der damaligen deutschen Schutztruppe erinnert.<\/p> <p>Den Abend verbrachten wir in dem italienischen Restaurant Sardinia. Unser Taxifahrer, Mr. Kativa, war mitterweile unser Stammfahrer geworden. So lie\u00dfen wir unseren Wagen stehen und konnten ohne Reue su\u0308ndigen.<\/p> <p>Der Montagmorgen brach an: der Tag der finalen Entscheidung. Jetzt mit allen Unterlagen zu Chrissy Meroro (DCA). Unser Plan war, direkt um 8 Uhr dort zu sein und so lange sitzen zu bleiben, bis wir unsere Validation erhielten.<\/p>\n<p>Alles ging wider Erwarten ganz schnell. Chrissy hat Ihr Office gut im Griff und macht einen sehr souvera\u0308nen und zuverla\u0308ssigen Eindruck. Das hatten wir auch durch die Kontakte im Vorfeld nicht anders erwartet. Wir sollten in einer Stunde wiederkommen und dann wa\u0308re alles fertig, so Chrissy. Na dann mal ab in das na\u0308chste Einkaufszentrum! Es empfiehlt sich u\u0308brigens eine lokale Mobilfunkkarte zu erwerben. So hatte Winfried eine Pre-Paid-Telefonkarte erworben und ich fu\u0308r mein iPad eine Datenkarte. Fu\u0308r ca. 30 EUR bekommt man genu\u0308gend Airtime fu\u0308r die gesamte Tour.<\/p> <p>Gegen 10 Uhr waren wir wieder bei der DCA, ich mit frisch geschnittenen Haaren. Musste einfach sein. Dort hatte zwischenzeitlich die WFTC angerufen, aus Angst, dass wir die Rechnungen fu\u0308r die Pru\u0308fung nicht bezahlen wu\u0308rden. Der Kreditkartenleser hatte am Samstag nicht funktioniert und es war eigentlich vereinbart, dass wir die offene Rechnung am Montagnachmittag in bar bezahlen wu\u0308rden. Chrissy verweigerte also die Herausgabe der Validation bis wir unsere Rechnung bei der Flugschule bezahlt ha\u0308tten. Ann Wickins von der WFTC quittierte schlie\u00dflich die Bezahlung und mit der Quittung bekamen wir dann gegen Mittag endlich unsere Validation. Begonnen Freitag 15:30 Uhr, Vollzug Montag 12 Uhr. Wenn das nicht perfekt war. Aber man sagte uns auch klipp und klar, dass dies eine wirkliche Ausnahme war. Meist gibt es Probleme, dass z.B. Tests nicht bestanden werden oder Unterlagen fehlen bzw. fehlerhaft sind. Mindestens 5 (Arbeits-) Tage sollte man in der Regel schon planen. Wir hatten es in zwei Arbeitstagen geschafft.<\/p> <p>Den Dienstag als Puffer konnten wir dann gut gelaunt am Pool bei sonnigem Wetter und knappen 30 Grad genie\u00dfen. Ich musste jedoch noch \u201emeine\u201c 182er u\u0308bernehmen. Dies war fu\u0308r 16 Uhr am Dienstag geplant. Winfried hatte seine, die V5- LUV, bereits am Samstag u\u0308bernommen, da der Halter der Cessna einen Check-Out mit Fluglehrer genau auf dieser Maschine vorsah. Meine V5-MKI u\u0308bernahm ich somit ohne vorherigen Checkflug einen Tag vor der Tour. Hier denke ich im Nachhinein, dass ich besser einen Flug vor dem Trip, seien es nur drei Platzrunden, ha\u0308tte machen sollen. Die Flugzeuge unterscheiden sich schon deutlich, nicht nur in der Ausstattung und Avionik. Das merkt man aber erst auf den zweiten Blick. Lesson learned!<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Abflug nach Botswana und der erste Schock<\/h2> <h3>Mittwoch, 20. M\u00e4rz 2013, der 6. Tag<\/h3>\n<p>Es geht los! Die Koffer sind gepackt und beide Maschinen stehen beim Aviation Center auf Eros. Geplant ist fu\u0308r heute die Strecke nach Maun und dann weiter zum Ziel der na\u0308chsten drei Tage: die Savuti Safari Lodge im Norden Botswanas. Unsere Flugpla\u0308ne sind aktiv, alle Formalita\u0308ten zum Ausflug erledigt und ich rollte mit Anne los Richtung Runway 01. Leider hatte ich am Tag zuvor, da ich die Maschine ohne Headset zum Aviation Center rollte, die selbstgebastelte Aufschaltanlage verstellt und die schon ohnehin schwer versta\u0308ndliche Dame von Eros Tower qua\u0308kte unversta\u0308ndlich u\u0308ber den Lautsprecher statt u\u0308ber mein Headset. Ich rollte langsam, suchte den Umschalter, und gerade als ich den fand und mich u\u0308ber die jetzt bessere Qualita\u0308t der Sprache freue, passierte es! Ich streifte mit dem linken Flu\u0308gel die Halle und das Flugzeug blieb mit einem sanften Ruck stecken.<\/p>\n<p>So ein Mist! Wir sprangen beide sofort nach dem Stillstand des Motors aus der Maschine. Die Passage war eng, das sah ich, aber diesen kleinen Anbau weiter unterhalb des Hallendaches hatte ich einfach u\u0308bersehen. Ich stieg sofort aus und begutachtete den Schaden. Der Wingtip aus Plastik war eingerissen und das rote Positionslicht ganz nach innen gedru\u0308ckt. So konnte und durfte ich nicht fliegen. Winfried wartete mit Ina und laufendem Motor hinter mir. Ich winkte beide durch und sagte, sie mo\u0308gen nach Maun fliegen, wir ka\u0308men dann spa\u0308ter nach. Irgendwie. Beide flogen wie vereinbart ab. Anne und ich standen mit dem bescha\u0308digen Flugzeug sichtlich geschockt auf Eros.<\/p> <p>Unseren Flugplan verschob ich u\u0308ber Funk um zwei Stunden nach hinten in der Hoffnung dass wir morgens um kurz von 8 Uhr Mechaniker finden die uns schnell helfen. Es war nicht so einfach, aber um es abzuku\u0308rzen: wir waren um 10 Uhr in der Luft Richtung Maun. Der Urlaub war gerettet. Ein Dank an die Jungs der Trio Werft!<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die Flugzeuge<\/h2>\n<p>Beide Cessnas waren wirklich unterschiedlich. Das haben wir im direkten Vergleich gemerkt. Ich hatte mit der 1969 gebauten C182M mit dem Kennzeichen V5-MKI beim ersten Start etliches zu lernen. Es war beispielsweise die Einstellung des Mixtures sehr tra\u0308ge. Das EGT bewegte sich fast nicht Richtung die Skala und der Zeiger klebte fast immer ganz links au\u00dferhalb, auch beim Peak. Der Fuel Flow Indikator ging gar nicht und blinkte nur die ganze Zeit rot mit Nullen, die O\u0308ltemperatur war stets kurz vor dem roten Bereich. Alles Dinge, die mir der Halter der MKI, Michael Meyer, auch einen Tag vorher so nannte. Wenn man die Flugzeuge des Rietberger Vereins kannte, war das hier schon eine andere, vergleichsweise fru\u0308here A\u0308ra des Fliegens. Die Funkgera\u0308te hatten keine guten Reichweiten und waren von der Versta\u0308ndlichkeit u\u0308berhaupt nicht mit \u201eunseren\u201c GNS 430 zu vergleichen.<\/p> <p>Ein Autopilot war natu\u0308rlich nicht vorhanden, aber zumindest war der ku\u0308nstliche Horizont in Ordnung, falls die Sicht mal etwas schlechter sein wu\u0308rde. Der Primer war mit der ersten Aktion schon aus der Verankerung komplett raus gezogen und spa\u0308ter fiel auch noch das Headset von Anne aus, da sich Kabel an der rechten Kopfho\u0308rerbuchse lo\u0308sten. Wir steckten dann ihr Headset auf der Ru\u0308ckbank ein. Die Maschine war so verbogen (sicherlich nicht durch meinen leichten Rempler!), dass die Seitenrudertrimmung fast ganz rechts stand. Das war auch bei der U\u0308bernahme schon der Fall gewesen.<\/p>\n<p>Die 1962 gebaute C182E von Winfried war ganz anders. Die V5-LUVwar gut gepflegt, bestens gewartet, aber auch etwas langsamer. Versta\u0308ndlichkeit und Reichweite des Sprechfunks waren sehr du\u0308rftig. Der Mischerhebel kam ohne Feinjustage aus. Die Klappen waren hier noch stufenlos, die Winkelanzeige ohne Funktion. Hatten wir noch mit dem Hintergrund vergleichbarer C182 aus Deutschland mit mindestens 125 Knoten pro Stunde Reisegeschwindigkeit geplant, stellten wir bald fest, dass 115 bis maximal 120 Knoten eher passten. Dafu\u0308r nahmen die Motoren auch gute 50 Liter Avgas die Stunde, sauber geleant.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Flug Maun - Savuti<\/h2> <h3>Immer noch der 6. Tag, 20. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Wir stiegen mit der V5-MKI nach dem verspa\u0308teten Abflug aus Eros auf FL095. Ich hatte auf Karten im Cockpit verzichtet und statt dessen nutzte ich mein iPad mit der App \u201eEasy Cockpit\u201c fu\u0308r die Navigation. Als Backup hatte ich ein Garmin 296 dabei und Karten in der Tasche. Auch ein Garmin 100 war an Bord fest eingebaut - fu\u0308r alle Fa\u0308lle. Leider strahlte die Elektronik der MKI so stark, dass mein iPad kaum ein verla\u0308ssliches GPS-Signal auf meinem Scho\u00df bekam. Erst als ich das iPad in das Front- Fenster auf das Panel stellte, stabilisierte sich das Signal. Jetzt noch um die Maschine ku\u0308mmern. Das mit der Mischung war wirklich tricky. Ich hatte nicht genu\u0308gend Steigleistung und a\u0308nderte meine Flugho\u0308he in Absprache mit Windhoek Information auf tiefere FL075. Erst nach einigem hin- und her hatte ich den Motor mit optimaler Leistung eingerichtet. Er reagierte enorm tra\u0308ge auf A\u0308nderungen und die Anzeigen waren wirklich keine gro\u00dfe Hilfe. Also nutzte ich mein Geho\u0308r. Nach 3,5 Stunden bei etwas Gegenwind und aufkommender Thermik landeten wir in Maun. Dort waren Ina und Winfried sichtlich erleichtert, dass wir es schafften. Wir aber auch.<\/p> <p>Jetzt ging das Abenteuer Fliegen los. Die Low- Level Ho\u0308he in Botswana Richtung Savuti ist 3.600 Fuss. Das Gela\u0308nde selbst liegt bei 3.000 Fuss. Also in 600 Fuss Ho\u0308he, ca. 200 Meter, flogen wir auf unsere erste Buschpiste zu, die eine knappe Stunde spa\u0308ter vor uns lag: Savuti.<\/p>\n<p>Winfried war Nummer 1, danach landeten wir. Dass keine Tiere auf der Piste waren zeigte unser tiefer U\u0308berflug kurz vor der Landung. Auch stand schon ein Jeep der Lodge bereit. Wir waren also richtig. Im Vorfeld hatten wir mit Hilfe des \u201eAirfield Directory of Southern Africa\u201c und mit \u201eGoogle Maps\u201c alle Pisten eingehend studiert.<\/p>\n<p>Unser Guide fu\u0308r die kommenden drei Tage, sein Name war Gwist, hie\u00df uns herzlich willkommen und verstaute unser Gepa\u0308ck im Wagen. Bereits auf der kurzen Fahrt zur Lodge liefen uns die ersten Tiere u\u0308ber den Weg. Als wir eine Impala- Herde sahen, die nur wenige Meter vor unserem Fahrzeug weidete, wussten wir: wir sind endlich in Afrika angekommen! Der Urlaub begann!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Die Safari-Eindr\u00fccke<\/h2> <h3>7.- 8 Tag, 21. - 22 M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Der Weg zu Lodge war kurz. Direkt bei der Ankunft empfing uns ein gro\u00dfes Komitee mit Erfrischungstu\u0308chern im Camp. Alles war sehr gut in die Landschaft um einen kleinen Wald integriert und man konnte die Ausma\u00dfe der Lodge durch die dichten Ba\u0308ume und Stra\u0308ucher kaum erkennen. Schon beim Begru\u0308\u00dfungscocktail sahen wir unseren erstenwilden Elefanten kaum 100 Meter vor uns am Wasserloch es uns gleich tun. Durst hatten wir alle. Es war jetzt doch ca. 16 Uhr geworden und wir beschlossen keinen Game-Drive (Game = engl. Wild, Game-Drive = \u201ePirschfahrt\u201c) an diesem ersten Tag zu machen. Ausruhen war angesagt. Ankommen.<\/p>\n<p>Die zweite U\u0308berraschung nach den ersten Tieren war die Lodge selbst. Jedes Paar hatte ein eigenes Haus zur Verfu\u0308gung, mit Glasfront, Terrasse und direktem Blick auf das Wasserloch. Selbst beim Duschen sah man Elefanten oder Gnus nur wenige Meter entfernt im Wasserloch tra\u0308nken. Der unmittelbar dahinter verlaufende Fluss Savuti, der seit vielen Jahren in diesem Jahr das erste Mal wieder Wasser fu\u0308hrte, lockte neben Elefanten auch Hya\u0308nen oder Leoparde an.<\/p> <p>Besonders in den Abendstunden sahen wir reges Treiben. Den Sundowner nahmen wir dann auf der Haupt-Terrasse der Lodge ein, direkt neben dem Wasserloch. Hier wurden auch alle Mahlzeiten (au\u00dfer Fru\u0308hstu\u0308ck) gereicht. Das Abendessen war ko\u0308stlich und von den beru\u0308chtigten Malaria-Mu\u0308cken waren wir komplett verschont geblieben. Das Prophylaxe- Medikament \u201eMalarone\u201c nahmen wir zwar ein, Anne und ich setzten es aber direkt beim Ausflug nach Maun wieder ab. Es gab fu\u0308r uns keinen Grund zur Anwendung ohne Mu\u0308ckenstiche. Wir hatten ja auch noch die Sprays \u201ePeaceful Sleep\u201c und \u201eDoom\u201c, welche die Lodge bereitstellte.<\/p> <p>Fu\u0308r Savuti hatten wir drei U\u0308bernachtungen geplant und somit standen zwei volle Tage fu\u0308r die Safaris zu Verfu\u0308gung. Unser Guide Gwist war sehr gut mit der Geschichte des Landes und mit Flora und Fauna vertraut. Die Unterhaltungen verliefen alle in englischer Sprache und wir versuchten immer die deutschen Begriffe zu u\u0308bersetzen. Nicht immer anderen waren ein Ma\u0308nnerverein der Verlierer. So hart ist das Leben.<\/p>\n<p>Am zweiten und somit vorletzten Tag geschah ein Unglu\u0308ck in Savuti. Anne uns ich sa\u00dfen in der mitta\u0308glichen Ruhezeit am Pool und schauten den Tieren im Fluss zu, als wir einen Brandgeruch vernahmen. Erst dachten wir an die Zubereitung des Essens in der Ku\u0308che, dann folgte ein wildes Geschrei hinter dem Haupthaus. Eine komplette Hu\u0308tte stand lichterloh in Flammen, direkt im Wald, welcher das Camp als Schutz nutzte. Ina und Winfried hatten sich schlafen gelegt und konnten nichts vom Feuer wissen. Die Entfernung vom Feuer zu unseren Hu\u0308tten waren etwa 100 Meter. Da ich nicht wissen konnte, wie schnell sich ein Buschfeuer in dem kleinen Wald ausbreitet, rannte ich direkt zu Ina und Winfried und schrie beide aus dem Bett. Anne und ich rannten zu unserer Hu\u0308tte und packten schnell alles ein. Im Zweifelsfall wa\u0308ren wir an das davor liegende Wasserloch gelaufen und ha\u0308tten zumindest das wichtigste Gepa\u0308ck gerettet. Im Camp wurde es hektisch. Die Flammen waren mindestens 12 Meter hoch und die Hu\u0308tte war nicht mehr zu lo\u0308schen. Mit Gartenschla\u0308uchen versuchten die Angestellten des Camps das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Der Wasserschlauch fu\u0308r Notfa\u0308lle war nicht einsetzbar. Zwar versuchten einige Ma\u0308nner diesen gangbar zu machen, was mi\u00dflang. Wie durch ein Wunder sprang das Feuer nicht u\u0308ber und nach ein paar Stunden war es auch soweit unter Kontrolle, dass man Entwarnung gab. Die Managerin des Camps, Angie, verlor im Feuer alles an Habseligkeiten. Es war ihre Hu\u0308tte gewesen, die das Feuer vernichtete. Den Schock sah man allen an, aber nach wenigen Stunden nahm alles wieder seinen geregelten Weg. Der Betrieb musste weiterlaufen. Winfried sprach abends die Ga\u0308ste der Lodge auf eine Spende fu\u0308r Angie an, die sich trotz dem Verlust gro\u00dfartig um alles ku\u0308mmerte. Es war wirklich scho\u0308n anzusehen, dass sich alle Ga\u0308ste daran beteiligten. Kurz vor unserem Abflug am na\u0308chsten Morgen u\u0308bergab er das gesammelte Geld an Angie beim Fru\u0308hstu\u0308ck. Sichtlich bewegt nahm sie unsere wirklich nur kleine Hilfe an und bedankte sich unter Tra\u0308nen.<\/p>\n<p>Uns war auch schon fast zum Heulen zumute, mussten wir das Paradies mit den wundervollen Menschen und beeindruckenden Tieren und Landschaften bald wieder verlassen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Der Flug Savuti - Swakopmund<\/h2> <h3>9. Tag, 23. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Unsere Maschinen standen noch auf dem Airstrip. Keines der Tiere hatte sich wohl fu\u0308r die Technik interessiert. Mit der jetzt gewohnten Routine machten wir unsere Maschinen startklar: Checks von O\u0308l, Treibstoff, Entfernen des Sonnenschutzes und Verriegelungen sowie eine kurze Begehung der Startbahn. Die dicksten Steine vor dem Propeller ra\u0308umten wir ebenfalls aus dem Weg. Kein Risiko. Danach folgte die bekannte \u201eGravel-Field-Operation\u201c mit Runup-Prozedur wa\u0308hend des Rollens zum Abflugpunkt und ohne zu stoppen langsam auf maximale Motorleistung (Mixture beachten!) steigern.<\/p> <p>Dabei u\u0308bermittelten wir u\u0308ber die Broadcast-Frequenz 124,8 Mhz unsere Absicht nach Maun zu fliegen. Es ko\u0308nnen durch diese Blindmeldungen in der Umgebung fliegende Piloten, die den Airstrip an- oder u\u0308berfliegen erkennen, welcher Verkehr gerade auf der Strecke zu erwarten ist. In der Regel werden die Funkspru\u0308che auf dieser TIBA-Frequenz nicht besta\u0308tigt bzw. beantwortet. Direkt nach dem Start Richtung Nord-Osten ging es im Tieflug u\u0308ber die Lodge in 3.600 Fuss nach Maun. Zwischenstopp fu\u0308r Zoll und Tanken, dann weiter zuru\u0308ck nach Windhoek Eros zum gleichen Spiel. Mit richtig starkem Ru\u0308ckenwind waren wir nach exakt 3 Stunden Flug wieder auf dem Boden von Namibia. Das Tagesziel war jedoch der Atlantik mit der Stadt Swakopmund, eine Flugstunde weiter.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Swakopmund - der Atlantik<\/h2> <h3>9.- 11. Tag, 23-25. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Das Gela\u0308nde fa\u0308llt auf dem Flug von Windhoek nach Swakopmund innerhalb einer Stunde um u\u0308ber 6.000 Fuss ab. Bereits weit vor der Ku\u0308ste konnten wir einen wei\u00dfen Schleier am Horizont<\/p>\n<p>erkennen. Wir wussten um den Seenebel, aber die Vorhersage sagte uns klar Sichtflugbedingungen zu diesem spa\u0308ten Zeitpunkt voraus. Meist lichtet sich der Seenebel gegen 11 Uhr und kommt in den Abendstunden zuru\u0308ck. In etwa 1.000 Fuss Ho\u0308he flogen wir entlang der Eisenbahntrasse, die kurz for der Piste 24 einen Knick machte und somit fast zur Schwelle fu\u0308hrte. Der Nebel lag etwas weiter drau\u00dfen u\u0308ber der See und erlaubte es uns die braune Piste in Mitten weiterem Braun doch gut zu erkennen. Auch war das GPS mit uns zufrieden und besta\u0308tigte, dass wir korrekt navigierten. Kurz nach uns kam die LUV an, die hier ihren Heimatort hatte. Wa\u0308hrend die MKI gegen den Wind im Freien geparkt und eingepackt wurde, stellte Winfried seine LUV in den Hangar von Matthias Braune, dem Eigner der Cessna.<\/p> <p>Auch hier hatte Silvia alles perfekt geplant. Unser Fahrer Rolf war schon da und fuhr uns direkt vom Flugplatz in das Cornerstone Guesthouse, wo uns Bettina in perfektem Deutsch begru\u0308\u00dfte. In direkter Laufweite vom Zentrum und Strand des Ortes gelegen, bietet das Cornerstone eine wunderbare und scho\u0308n angelegte Herberge. Die sauberen und sehr gut ausgestatteden Zimmer werden nur noch vom allerbesten Fru\u0308hstu\u0308ck in ganz Afrika (zumindest empfanden wir das so) u\u0308bertroffen!<\/p>\n<p>Leider konnte uns Bettina fu\u0308r diesen Abend keinen Platz mehr im \u201eJetty\u00b4s\u201c, dem wirklich besonderen Restaurant auf der gro\u00dfen Landungsbru\u0308cke, ergattern. Aber fu\u0308r den kommenden Abend hatten wir einen Tisch sicher. Nicht schlechter a\u00dfen wir dann im Ortskern bei Ku\u0308cki \u0301s, gefolgt vom einen spa\u0308teren Bier zum Nachtisch im \u201eBrauhaus\u201c. Mich als Wahl-Du\u0308sseldorfer u\u0308berraschte ein gro\u00dfes Schild des \u201eUerigen\u201c, einer sehr bekannten Du\u0308sseldorfer Brauerei, direkt u\u0308ber dem Eingang. Auch hier sprach man wieder deutsch.<\/p> <p>Der na\u0308chste Tag hatte Rolf schon fu\u0308r uns geplant. Es ging nach Walvis Bay zu einer Fahrt mit einem Katamaran zum Pelican Point, einer Landzunge mit Leuchtturm im Westen der grauen Hafenstadt. Diesen sollten in den na\u0308chsten Tagen noch zweimal u\u0308berfliegen. Der Hafen von Walvis Bay ist keine Attraktion. Es stapeln sich Container u\u0308ber Container und der kleine Touristenhafen wirkt sehr ku\u0308nstlich und provisorisch. Fu\u0308r ca. 55 EUR pro Person ist der halbta\u0308tige Ausflug auf dem Katamaran sehr zu empfehlen. Der Skipper sprach einwandfreies Deutsch. Wirklich viele Alternativen bieten die beiden Orte Swakopmund und Walvis Bay aber auch nicht. Im Ausflug auf dem doppelru\u0308mpfigen Kahn waren Champagner und die beru\u0308hmten Austern der vorgelagerten Ba\u0308nke enthalten. Neben Robben sahen wir an diesem Tag Flamingos, Pelikane und sogar Delfine.<\/p> <p>Den Abend beschlossen wir dann im vortags von Bettina gebuchten \u201eJetty\u00b4s\u201c. Wir hatten leider mit dem Sonnenuntergang kein Glu\u0308ck, denn diese versank in den dichten Nebelba\u0308nken knapp eine halbe Stunde vor Sunset. Das schwefelgelbe Abendlicht lies die Szenerie schon fast unwirklich erscheinen. Das Essen auf den wackligen Bohlen des Restaurants war hervorragend.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Flug zu den D\u00fcnen von Sossusvlei<\/h2> <h3>11. Tag, 25. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Mal wieder Abwechslung: vom Wasser in die Wu\u0308ste. U\u0308ber die Namib, die dem Land den Namen gab, geht es weiter nach Sossusvlei zu den weltbekannten Du\u0308nen, die in keinem der Reiseberichte fehlen du\u0308rfen. Wir flogen die erste Strecke am Strand entlang u\u0308ber den Leuchtturm des Pelican Point, wo wir einen Tag vorher mit dem Katamaran segelten. Die Sicht war zu dieser fru\u0308hen Zeit noch schlecht und in ca. 700 Fuss Ho\u0308he konnten wir nur etwas verwaschen den Boden und die See erkennen. Aber 20 Meilen su\u0308dlich, als wir die Flamingo-Schwa\u0308rme u\u0308ber Sandwich Harbour u\u0308berflogen klarte der Himmel immer weiter auf. Die Namib schob sich mit riesigen Du\u0308nen und immer steiler werdenden Abbruchkanten in den Atlantik und die Robbenkolonien wurden immer seltener, da der Strand fehlte. Seit u\u0308ber einer dreiviertel Stunde haben wir keine Menschen oder deren Spuren erkannt. Erst das Schiffswrack der \u201eEduard Bohlen\u201c auf der Ho\u0308he von Conception Bay war Zeuge menschlicher Trago\u0308dien. Hier verlie\u00dfen wir die Ku\u0308ste und stiegen mit der Wu\u0308ste auf ca. 3.000 Fuss, um nach einer weiteren dreiviertel Stunde den Anflug auf die Piste der Sossusvlei Lodge zu beginnen. Mittlerweile gesellten sich zu den Sanddu\u0308nen im Osten aufsteigende Berge mit Gesteinsformationen. Die Gegend war eher karg, aber viele Stra\u00dfen waren in diesem touristisch erschlossenen Gebiet kurz vor der Landung zu erkennen. Winfried hatte 200 Liter Avgas bestellt, welches wir am folgenden Nachmittag auch tanken wu\u0308rden.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Die weltbekannten D\u00fcnen!<\/h2> <h3>12. Tag, 26. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Die Sossusvlei Lodge war wirklich eine herrliche Oase mitten in der umgebenden Wu\u0308stenlandschaft. Wunderscho\u0308ne Farben schmu\u0308ckten die scho\u0308ne Anlage im Abendlicht. Unter einem Akazienbaum tranken wir Gin- Tonic und sahen der untergehenden Sonne zu. Kurz danach wurde es dunkel und das Abendessen wurde auf der Terrasse bei Sternenhimmel und Kerzenschein vorbereitet. Mit ganz anderen Eindru\u0308cken schliefen wir in den einzeln stehenden Ha\u0308usern ein, deren Schlafzimmer von einem Zelt u\u0308berdacht wird und alle Gera\u0308usche der Umgebung in die Tra\u0308ume der Nacht einbauen lies.<\/p> <p>Die Morgensonne zeige die ganze Scho\u0308nheit der Wu\u0308ste. Noch mit etwas Nebel umgeben leuchteten die Berge in sanften Rot- und Braunto\u0308nen. Auch viele Pflanzen zeigten sich trotz der Trockenheit von ihrer scho\u0308nsten Seite. Der Sommer war zu trocken und das Land brauchte den Regen. Hatten wir mit schwierigem Flugwetter gerechnet, war es bisher fast nur CAVOK mit sehr hoher Wolkenbasis - abgesehen vom Nebel an der Ku\u0308ste.<\/p>\n<p>Die Fahrt ging im Jeep zu den bis zu 300 Meter hohen Du\u0308nen. Diese stehen in einem sich nach Osten o\u0308ffnenden Tal. Die Du\u0308nen werden entgegen dem Uhrzeigersinn von Nordosten beginnend bis Su\u0308dosten durchnummeriert. Wir fingen somit bei der Nummer 1 an, die aber noch unspektakula\u0308r erschien. Die bekannteste ist die \u201eNummer 45\u201c. Wir fuhren an diesen wirklich beeindruckenden Sandhu\u0308geln vorbei, die wohl wegen des unterliegenden Gesteins nicht mehr wandern, bis zum Ende des Tals. Es ging zu \u201eBig Daddy\u201c im Su\u0308dwesten. Dort konnten wir die Du\u0308ne aufsteigen oder in das etwas westlich gelegene Death Vlei wandern. Das erschien uns ausreichend bei der Mittagshitze. Die Wanderung in diesem ausgetrockneten See war spektakula\u0308r. Die seit u\u0308ber 800 Jahren ausgestorbenen Ba\u0308ume ragen wie riesige schwarze zum Himmel greifende Ha\u0308nde aus dem hellen Untergrund. Viele dieser Bilder sind weltweit bekannt. Mit dem Blau des Himmels ergeben sich Kontraste, die uns bisher als unvorstellbar erschienen.<\/p> <p>Unser Fahrer hatte das Mittagessen im Jeep dabei. Kurz nach Mittag fuhren wir in den Schatten der Ba\u0308ume der Du\u0308ne \u201eBig Mama\u201c, no\u0308rdlich gegenu\u0308berliegend zu \u201eBig Daddy\u201c, um bei angenehmen Temperaturen im Schatten einer Akazie ein ko\u0308nigliches Picknick zu genie\u00dfen. Den Nachmittag verbrachten wir dann in der Lodge und die beiden Piloten auf dem nahe gelegenen Flugplatz zum Tanken.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Flug \u00fcber die W\u00fcste zum Fish River Canyon<\/h2> <h3>13. Tag, 27. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Am Morgen genossen wir das Fru\u0308hstu\u0308ck auf der Terrasse der Lodge. Im Osten war die Sonne bereits auf Ihren Weg in den Norden. Wir hatten auf dem na\u0308chsten Flug Richtung Su\u0308den somit perfektes Licht fu\u0308r Bilder. Das Tagesziel war der zweitgro\u0308\u00dfte Canyon der Erde, nach dem Grand Canyon der USA: der Fish River Canyon. Nicht ohne einen kurzen Umweg u\u0308ber die herrliche Du\u0308nenlandschaft des Vortrages zu drehen, folgten wir abwechslungsreichen Wu\u0308stenlandschaften dem Weg in den Su\u0308den. Durch die Reise per Flugzeug fu\u0308hlt man sich wie im Zeitraffer und erkennt immer wieder sich vo\u0308llig vera\u0308ndernde Landschaften. Nach u\u0308ber einer Stunde Flug konnte man erahnen, dass wir uns einer sehr zerklu\u0308fteden Landschaft na\u0308hrten. Der Canyon zeichnete sich schon von der Ferne ab. Der U\u0308berflug u\u0308ber die Piste der Fish River Lodge sollte uns die Windrichtung zeigen.<\/p>\n<p>Gleich danach zogen wir unsere Flugzeuge wieder hoch, da das Terrain zur Lodge flach aber deutlich anstieg. Am Rand sahen wir die Ha\u0308user, die in der Mitte von einem Haupthaus unterbrochen wurden. Das war unser Zuhause fu\u0308r weitere zwei Na\u0308chte. Winfried flog vom Osten an, aber mit entsprechender Vorsicht. Nur wenige hundert Meter vor dem Beginn der Schotterpiste ging es steil bergab in eine Schlucht. Hier Hand am Gas, um schnell auf Abwinde reagieren zu ko\u0308nnen. Ich setzte mich von hinten leicht rechts versetzt hinter die LUV um die Landung zu filmen. Danach war ich an der Reihe, aber nicht ohne zuvor nochmals Bilder der Lodge von der Talseite des Abhangs zu schie\u00dfen. Unten erwartete und schon unser Guide fu\u0308r die na\u0308chsten Tage: Dube.<\/p> <p>Der Eingang zur Lodge verschla\u0308gt uns die Sprache. Wir kamen zur Tu\u0308r auf der Nordseite ins Haupthaus und blickten auf eine eine riesige Fensterfront. Sie gab den Blick auf den steil nach unten abfallenden Canyon in frei. Mit dem immer wieder gerne gesehenen Begru\u0308\u00dfungstrunk wurden wir auf die Terasse gefu\u0308hrt hinter der nach wenigen Metern der Fall in die Ewigkeit beginnt. Hier ho\u0308rt wohl die Welt auf, so meine ersten Gedanken.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Der Ausflug in den Fish River Canyon<\/h2> <h3>14. Tag, 28. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Jeder hatte hier, wie vorher in Sossusvlei oder Savuti, ein eigenes Haus. Der absolute Schlager aber war die Freiluftdusche auf einer geschu\u0308tzten Seite des Hauses mit direktem Blick in den Canyon. Wir waren verschwitzt von der Reise, also war es doch klar, was zu tun war! Wir konnten uns an der Aussicht berauschen.<\/p>\n<p>kaltem Wasser unsere beiden Damen zum Schwimmen ein. Den Ma\u0308nnern reichte der Anblick der Scho\u0308nheiten (unsere Frauen und der immense Abgrund dahinter\u263a).<\/p> <p>Am kommenden Tag ging es mit dem Jeep in den Canyon bis auf die tiefste Stelle, die immer noch Wasser fu\u0308hrte. Auch hier war es fu\u0308r diese Jahreszeit viel zu trocken und meist fu\u0308hrt der Fish River, der spa\u0308ter in den Grenzfluss Oranje flie\u00dft, zur gleichen Jahreszeit deutlich mehr Wasser. Unser Guide Dube hat uns in den u\u0308ber knapp 7 Stunden Offroad-Schleichfahrt bis zum \u201eRockpool\u201c gezeigt, was ein Fahrzeug alles kann. Er war ein sehr sicherer Fahrer und wir mussten bei den Strecken auch allen Grund haben ihm zu vertrauen. Teilweise fuhren wir Mu\u0308he lohnte sich: ganz unten in einer der Schluchten war noch Wasser mit vielen Fischen drin, die sich auf alles Essbare stu\u0308rzten was Menschen anboten.<\/p> <p>Wir gingen mitten in der Steinwu\u0308ste mit diesen Fischen schwimmen und genossen die Stille und Abgeschiedenheit. Die Ru\u0308ckfahrt war nicht minder aufregend und interessant. Dube fu\u0308hrte uns sicher nach Hause mit vielen Informationen u\u0308ber das Land, die Leute und die Tiere. Auf dem Weg zur Lodge kamen wir noch an unseren Flugzeugen vorbei und winkten Ihnen zu. Ich wu\u00dfte noch nicht, dass ich gleich nochmals fliegen werde.<\/p>\n<p>Wir lernten eine deutsche Familie in der Lodge kennen, die schon unsere Flugzeuge bewunderten. Der Sohn von Gaby und Jens, der Marvin, war flugbegeistert. Spontan beschloss ich die Begeisterung weiter auszubauen als Jens mich fragte, ob denn Marvin mal eines der Flugzeuge sehen ko\u0308nnte. Am besten von innen. Ich dachte natu\u0308rlich gleich weiter und eine halbe Stunde spa\u0308ter sa\u00df Marvin auf der rechten Seite in der Cessna auf den Copilotensitz und Jens mit dem Fotoapparat gleich dahinter. Der Plan war u\u0308ber die Lodge zu fliegen und dann u\u0308ber die Kante runter in den Canyon, um im Tiefflug alle Details besser zu sehen. Auf die erwarten Fallwinde nach Passieren des Randes bei der Lodge wies ich hin mit der Bitte die Gurte auch straff zu ziehen. Wir hatten Nordwind und starke Sonneneinstrahlung, was beides fu\u0308r entsprechende Luftbewegungen sprach.<\/p> <p>Beide merkten kurz danach warum. Es ging nun abwa\u0308rts, aber mit entsprechenden Sicherheitsreserven. Eine starke Bo\u0308 versta\u0308rkte den Eindruck der Macht der Luftmassen und beide waren beeindruckt von der Scho\u0308nheit der Natur und dem Abstieg in die tiefe Weite der Landschaft im Canyon.<\/p>\n<p>Nachdem Marvin, als wir spa\u0308ter etwas ho\u0308her folgen, dann auch steuern durfte war der Tag wohl komplett gerettet. Ich freue mich mit beiden, dass der Spa\u00df an der Fliegerei versta\u0308rkt wurde. Nachwuchs ist wichtig!<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Flug nach L\u00fcderitz<\/h2> <h3>15. Tag, 29. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Das letzte Etappenziel war Lu\u0308deritz, wieder am Atlantik gelegen. Hier herrschen in der Regel sehr starke Su\u0308dwinde, im Gegensatz zum Norden des Landes mit u\u0308berwiegend Nordost- Stro\u0308mungen. Mit 28 Knoten, jedoch fast auf der Nase, landeten wir nach knapp 2 Stunden Flug in Lu\u0308deritz. Der Wind war so stark, dass wir die Flugzeuge in den Wind drehen mussten und sofort die Bremsklo\u0308tze unterlegten. Tanken war mal wieder angesagt. Wa\u0308hrend wir die Maschinen danach in einen geschu\u0308tzten Hangar (den hatte Winfried vorbestellt) schoben, waren die beiden Damen schon von Marion empfangen worden, die Silvia als unsere lokale Gastgeberin vorsah. Sie brachte uns in das Nest-Hotel, wo wir auch den Abend verbrachten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Kolmanskuppe - die Geisterstadt<\/h2> <h3>16. Tag, 30. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Den letzten Tag besuchten wir noch eine Geisterstadt: Kolmannskuppe. Hier wurde bis 1950 Diamanten abgebaut, bis die Minengesellschaften nach Oranjemund weiterzogen. Die Stadt ist heute verlassen und wird fu\u0308r Fu\u0308hrungen etwas in Schuss gehalten. Die meisten Geba\u0308ude sind aber verfallen und zeugen von Zeiten voller Reichtum und Wohlstand. Rund um Lu\u0308deritz gibt es ein riesiges Sperrgebiet, wo noch heute Diamanten gefunden werden. Namibia bietet vieles an Rohstoffen, so auch Uran-Minen, die wir in der Na\u0308he von Swakopmund u\u0308berflogen hatten. Neben der Lutherkirche und einigen alten Geba\u0308uden waren das die wenigen aber wirklich sehenswerten Attraktionen in Lu\u0308deritz. Marion erkla\u0308rte uns die Geschichte der Stadt und die Rolle der Deutschen. Bis heute leben viele Nachkommen in der Lu\u0308deritz und sprechen neben Deutsch auch das verbreitete Afrikaas und die offizielle Landessprache Englisch.<\/p> <p>Am Ostersamstag war dann aber u\u0308berall reges Treiben, als wir von der Kolmannskuppe zuru\u0308ck kamen. Der Karfreitag zuvor hatte keinen Menschen auf die Stra\u00dfe getrieben und es waren auch alle Gescha\u0308fte, Restaurants und sogar Hotels geschlossen. Zwei Hochzeiten brachten heute viele Leute auf die Stra\u00dfe und es gab ein kleines Fischerfest in Hafen. Wir sa\u00dfen auf dem Balkon des Ritzi\u00b4s direkt an der \u201eWaterfront\u201c und schauten dem bunten und fro\u0308hlichen Treiben zu. Ich wei\u00df nicht mehr, wie viele Fotos geschossen wurden.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Der Flug zur\u00fcck nach Windhoek bei schlechtem Wetter<\/h2> <h3>17. Tag, 31. M\u00e4rz 2013<\/h3>\n<p>Der Blick auf die Wetterdaten von \u201eEasy Cockpit\u201c zeigte es im Vorfeld schon deutlich. Waren am Ostersamstag schon Gewitter in Windhoek zu sehen, schob sich im Laufe der Samstag Nacht eine Front vom Nordwesten auf die Berge o\u0308stlich der Namib zu. Wir hatten zwei Strecken, die wir am kommenden Tag mit Wissen der aktuellen Wetterlage besprechen wollten: eine westliche Route an der See entlang bis Swakopmund und dann nach Osten Richtung Windhoek oder eine Ostroute hinter den Bergen nach Norden. Ich schlief diese Nacht das erste Mal nicht gut. Druck ist das was in der Fliegerei oft zu Fehlern fu\u0308hrt. Ich wollte alle Optionen im Kopf durchspielen und Alternativen haben.<\/p>\n<p>Der Sonntagmorgen brach an mit dem nicht verschiebbaren Flug zuru\u0308ck nach Frankfurt in den Abendstunden. Wir hatten Marion am Vorabend bereits gesagt, dass sie uns schon eine halbe Stunde fru\u0308her gegen 8:30 Uhr vom Hotel abholen sollte. Unser Plan war am Flugplatz mit dem Met-Office in Windhoek wegen der Route zu sprechen. So holten wir die Flieger zum letzten gemeinsamen Ausritt aus den schu\u0308tzenden Hallen. Der Wind war von Su\u0308d schon auf West gedreht und blies nun mit 11 Knoten quer zu Bahn 22, aber weiterhin problemlos fu\u0308r den Start. Den Anruf bei der Dame von Met-Office ha\u0308tten wir uns schenken ko\u0308nnen. Sie hatte nur das aktuelle Radarbild und konnte mit Sichtflugpiloten und deren Fragen unterhalb von FL150 wohl nicht viel anfangen. Sie meinte der Norden wa\u0308re schon frei von Wolken, die jetzt immer weiter o\u0308stlich abziehen. Mein Wetter von Easy Cockpit sagte etwas anderes, aber es bestand die Chance auch hier im Norden durchzukommen. Wir entschieden uns fu\u0308r die Route am Wasser entlang und starteten die Motoren.<\/p> <p>Bis Conception Bay war das Wetter ordentlich, wenn auch viele Nebelschwaden und tiefe Wolkenfelder von der Seeseite auf Land trafen. Wir staffelten beide Flugzeuge in der Ho\u0308he und in der Entfernung zu einem gemeinsamen Waypoint. So waren wir sicher, auch bei Unachtsamkeit oder schlechter Sicht nicht zu kollidieren. Weiter nach Norden zog es sich immer mehr zu. Walvis Bay war IMC (geschlossen fu\u0308r Sichtflug). Wir waren genau dru\u0308ber, noch in einem Layer, der funktionierte. Fu\u0308r mich gab es jetzt keine Wahl: auf keinen Fall wollte ich versuchen durch die aufgestauten Wolken im Tiefflug der Stra\u00dfe in die Berge zu folgen. U\u0308ber mir sah ich ein kleines blaues Loch, aber ganz weit oben. Ich scha\u0308tzte es auf ca. 8.000 Fuss. Walvis Bay meldete ich, dass ich in deren TMA steigen werde und gab FL075 an, in der Hoffnung dann durch zu sein. Es war kein Verkehr fu\u0308r Walvis Bay im Anflug. Innerhalb des blauen Bandes stieg ich auf, immer darauf bedacht nicht in die Wolken einzufliegen, die immer dichter wurden. Knapp u\u0308ber 8.500 Fuss war es ga\u0308nzlich blau. Wir hatten es geschafft! In besten Wetter stiegen wir auf FL095. Laut Wetterbericht muss Windhoek offen sein, zumindest fu\u0308r einen Abstieg nach Sichtflugregeln.<\/p>\n<p>Bereits weit vor Windhoek ho\u0308rte die Staubewo\u0308lkung auf und 2\/8 CU mit Untergrenzen bei ca. 8.000 Fuss empfingen uns. Unsere jetzt letzte Landung in Eros verlief, wie alle Landungen bisher, problemlos. Winfried und ich tankten unsere beiden Cessnas nochmals auf und u\u0308bergaben sie unseren Ansprechpartnern. Nachdem wir die Landegebu\u0308hren (ca. 11 EUR) auf Eros zahlten, war auch unser Taxichauffeur, Mr. Kativa, wieder da. Er fuhr uns sichtlich zufrieden u\u0308ber den Folgeauftrag Richtung internationalen Flughafen Hoses Kutato. Hatten wir fu\u0308r Stadtfahrten pro Person je 25 N$ (ca. 2 EUR) bezahlt, konnte er nun pro Person 120 N$ abrechnen (statt vorher 150 N$, laut \u201ePreisliste\u201c). Wir waren viel zu fru\u0308h dran. Aber das war uns jetzt egal. Wir hatten alles geschafft und hatten einen wundervollen Urlaub mit ma\u0308chtig vielen Eindru\u0308cken. Besonders toll war aber auch das Zusammenspiel der beiden Paare, die vorher noch nie gemeinsam in Urlaub waren und bisher noch nie so eng zusammen geplant .<\/p>\n[embed]https:\/\/youtu.be\/TBTa8dDl0W8[\/embed]\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/FlyNamibia_2013_01.pdf\"> <svg aria-label=\"Open\" role=\"img\"><use href=\"#tf-ti-search\"><\/use><\/svg> <img src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Fly-Namibia-weiss.jpg\" title=\"Reisebericht als PDF\" alt=\"Reisebericht als PDF\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Fly-Namibia-weiss.jpg 289w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Fly-Namibia-weiss-228x300.jpg 228w\" sizes=\"(max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/> <\/a> <h3> <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/FlyNamibia_2013_01.pdf\"> Reisebericht als PDF <\/a> <\/h3>\n<h3>Fotostrecke des Abenteuers<\/h3>[gallery ids=\"858,859,860,861,862,863,864,865,866,867,868,869,870,871,872,873,874,875,876,877,878,879,880,881,882,883,884,885,886,887,888,889,890,891,892,893,894,895,896,897,898,899,900,901,902,903,904,905,906,907,908,909,910,911,912,913,914,915,916,917,918,919,920,921,922,923,924,925,926,927,928,929,930,931,932,933,934,935,936,937,938,939,940,941,942,943,944,945,946,947,948,949,950,951,952,953,954,955,956,957,958,959,960,961,962,963,964,965,966,967,968,969,970,971,972,973,974,975,976,977,978,979,980,981,982,983,984,985,986,987,988,989,990,991,992\"]","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=835"}],"version-history":[{"count":57,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/835\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3233,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/835\/revisions\/3233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}