{"id":1749,"date":"2019-11-03T12:24:19","date_gmt":"2019-11-03T11:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lsvr.de\/wdp-test-environment\/tripolis-sehen-und-gehen-eine-flugreise-nach-libyen-copy\/"},"modified":"2020-02-24T21:00:46","modified_gmt":"2020-02-24T20:00:46","slug":"tripolis-sehen-uns-gehen-flugreise-libyen-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/tripolis-sehen-uns-gehen-flugreise-libyen-2\/","title":{"rendered":"Das Nordkap &#8211; eine Reise ans Ende der Welt"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-1749\" data-postid=\"1749\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-1749 themify_builder tf_clear\">\n                    <div  data-css_id=\"gdv3901\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row fullheight fullwidth tb_gdv3901 tb_first tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_auto_height col_align_middle tb_col_count_2 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-2 tb_h5fs902 first\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_paoy903 image-center   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\">\n                   <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"194\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu.png\" class=\"wp-post-image wp-image-17\" title=\"logo-neu\" alt=\"logo-neu\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu.png 320w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu-300x182.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/>        <\/a>\n    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <\/div>\n<!-- \/module image -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-2 tb_8bkl903 last\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_g21b904  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h1>Das Nordkap &#8211; eine Reise bis ans Ende der Welt<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text --><!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_8tnd904  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das Nordkap. Alleine der Begriff weckt die Sehnsucht. Steile Felsen fallen hinab in das weite Meer. Einmal dieses mit dem Flugzeug umkreisen. Einmal bis ans Ende der Welt. Diesen Traum erfu\u0308llten sich eine Gruppe von Menschen, die mit drei einmotorigen Piper PA\u201028 von Deutschland aus das Abenteuer begannen.<\/p>\n<p>Nach vielen Reisen nach Afrika ging es diesesmal in die anderer Richtung. K\u00e4lte statt W\u00e4rme. Tage, die nonstop waren und Fl\u00fcge in der Nacht mit besten Sichten. Ein\u00f6den, Steppen und viele neue Eindr\u00fccke.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                        <\/div>\n        <\/div>\n                        <div  data-css_id=\"g2ec901\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row fullwidth tb_g2ec901 tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_align_middle tb_col_count_4 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_yllv905 first\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_vy4n906 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"188\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DirkLinn.png\" class=\"wp-post-image wp-image-1003\" title=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\" alt=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\">    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <div class=\"image-content\">\n                    <h3 class=\"image-title\">\n                                    Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV                            <\/h3>\n                    <\/div>\n    <!-- \/image-content -->\n        <\/div>\n<!-- \/module image --><!-- module buttons -->\n<div  class=\"module module-buttons tb_eqtd906 buttons-horizontal solid  circle\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"module-buttons-item tf_in_flx\">\n                        <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/reisen-und-flug-abenteuer\/\" class=\"ui builder_button tf_in_flx tb_default_color\" >\n                                                Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht                                        <\/a>\n                <\/div>\n            <\/div>\n<!-- \/module buttons -->\n<!-- module buttons -->\n<div  class=\"module module-buttons tb_7czv906 buttons-horizontal solid  circle\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"module-buttons-item tf_in_flx\">\n                        <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\" class=\"ui builder_button tf_in_flx tb_default_color\" >\n                                                Startseite                                        <\/a>\n                <\/div>\n            <\/div>\n<!-- \/module buttons -->\n        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_no16907\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_va9u907   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Der Start mit Hindernissen<\/h2>\n<p>Ich freute mich schon seit Monaten auf den Trip zum Kap. Doch die schlechte Nachricht traf mich unverhofft. Aus unserem Flug sollte nichts werden, da die Planungen ins Stocken kamen und sich keine Crews gefunden hatten. Mit Dietmar Gieffers versuchte ich jetzt alles in Bewegung zu setzen, damit unser Vorhaben doch noch klappen konnte. Unsere Crew mit Anne Kirchhoff und Dr. Eckhard Roos war schon lange klar, aber alleine war uns der Aufwand der Planung doch zu viel. Dietmar schaffte es sehr schnell mit seiner unnachahmlichen Art zwei weitere Crews zusammen zu trommeln. Er selbst hatte Michael Schickhoff und den Gast Erwin Stammeier in der D\u2010ETIV mit dabei und die D\u2010ELQC, fu\u0308r die es die letzte Reise im Club werden sollte, war mit Heinrich Wieseler, Ulrich Sempf und Walter Siebrasse besetzt. Los gehen sollte es am 12. Juli 2008 vom Flugplatz Paderborn\u2010Lippstadt. Als der Termin sich na\u0308herte, beschloss man wegen des vorhergesagten guten Wetters am Nordkap einen Tag fru\u0308her zu starten. Die beiden anderen Crews flogen bereits am Morgen des 11. Juli nach Varberg, Schweden. Wir kamen mit der D\u2010ELPA am Abend nach. Der knapp dreistu\u0308ndige Flug mit Freigabe durch den Hamburger Luftraum auf FL70 fu\u0308hrte uns direkt u\u0308ber Alsie \u2013 VOR (ALS) und Odense (ODN) nach Varberg mit einer 600 Meter kurzen Graspiste. Bei Schweden Control schlossen wir den Flugplan kurz vor der Landung. Der kra\u0308ftige Ru\u0308ckenwind dru\u0308ckte unsere Piper zeitweise auf stattliche 140 Knoten. Nach der Landung wurde, wie u\u0308blich, gleich getankt. Das fliegerische Abenteuer konnte jetzt beginnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Erstmal abspecken<\/h2>\n<p>In Varberg hatten wir u\u0308ber den Flugplatz einen Minibus gemietet. Dietmar kannte sich hier bestens aus, da er schon sehr oft am Platz das Festival \u201eWheels &amp; Wings\u201c besucht hatte (Internet: http:\/\/www.wheelsnwings.se\/) . Allerlei Kuriosita\u0308ten an Flugzeugen und Oldtimern ko\u0308nnen hier zwei Tage auf dem Flugplatz bestaunt werden. Dabei gibt es ein wirklich sehenswertes Begleitprogramm. Dieses Jahr sollte das Fest eine Woche nach unserer Landung vom 18. bis 19 Juli stattfinden. Ein Problem waren die Zimmer. Da Hauptreisezeit war und wegen dem Spektakel kaum noch Zimmer zu bekommen waren, mussten wir ein Kurhotel buchen, das fu\u0308r ein Einzelzimmer ca. 140 Eur verlangte, fu\u0308r ein Doppelzimmer knapp 240 Eur.<\/p>\n<p>Da wir urspru\u0308nglich den Ru\u0308ckflug wieder u\u0308ber Varberg planten und das Festival besuchen wollten, hatten wir noch drei weitere Na\u0308chte in der kommenden Woche reserviert. Unsere Crew stornierte nach dieser Erfahrung die Zimmer der Folgewoche. Wir drei hatten Schlafsa\u0308cke und Zelte dabei und waren somit unabha\u0308ngig von einer festen Unterkunft. Nach einem Abendessen mit leckerem Fisch und Shrimps begann der na\u0308chste Tag mit einer Diskussion. Der Wind war nicht direkt auf der Bahn und das Gras war etwas nass von der Nacht.<\/p>\n<p>Mit vollgetankten Maschinen und dem Gewicht der Crews hatte die Startbahn nicht genu\u0308gend La\u0308nge. Dies betraf uns nicht, da wir eine sehr leichte Crew hatten und mit Schlafsa\u0308cken und Isomatten zwar viel an Bord hatten, aber das Gewicht in Ordnung war. Die anderen Crews hatten einfach zu viel dabei. Wir entschieden, dass unsere leichtere Maschine zuerst abfliegen sollte. An der dann erflogenen Startstrecke orientierten sich die beiden anderen Crews. Wir kamen nach knapp 500 Meter frei und gewannen problemlos, aber doch vorsichtig, an Ho\u0308he, empfahlen den anderen u\u0308ber Funk jedoch, unter keinen Umsta\u0308nden in der Vollbesetzung zu starten. Mo\u0308glich war ein Start mit zwei Personen zu einem gro\u0308\u00dferen Flugplatz und dort die Aufnahme der dritten Person. Auch war alternativ die Reduzierung des Reisegepa\u0308cks mo\u0308glich.<\/p>\n<p>Man entschied sich fu\u0308r die zweite Lo\u0308sung und die beiden Piper kamen eine halbe Stunde nach unserem Start glu\u0308cklich in die Luft, wie wir u\u0308ber Funk auf Sweden Contral mitho\u0308rten. Der Weg fu\u0308hrte jetzt u\u0308ber den riesigen Va\u0308nersee, dem gro\u0308\u00dften europa\u0308ischen Trinkwasserreservoir, gelegen zwischen den historischen Provinzen Dalasland, Va\u0308rmland und Va\u0308stergo\u0308tland vorbei an Kristinehamn, direkt nach Sundsvall am bottnischen Meerbusen. Das Wetter machte uns kurz vor dem Flugplatz etwas Sorgen. Eine Front lag vor uns und die Untergrenzen sanken immer weiter ab. Wir benachrichtigten unsere beiden anderen Crews u\u0308ber den Versuch vom Meer her anzufliegen und riefen Sundsvall Tower. Die Sichten betrugen mittlerweise nur noch knapp 1000 Meter auf der Runway (RVR), so erfuhren wir. Zu allem U\u0308berfluss kam uns noch eine deutsche einmotorige Beechcraft in Sichtflug direkt entgegen. In ca. 500 Fu\u00df Ho\u0308he hatten wir den Verkehr bald in Sicht, aber entschieden uns nicht mehr fu\u0308r eine Landung in dieser \u201eSuppe\u201c.<\/p>\n<p>Wir hatten noch fu\u0308r knapp 2 Stunden Flugzeit Treibstoff und berieten nach \u201eAlternates\u201c. Mit der Hilfe von Sundsvall Tower, der uns die aktuellen Wetterdaten lieferte, war die Lo\u0308sung schnell gefunden: Umea\u030a im Norden meldete CAVOK! Bereits ca. 30 Meilen no\u0308rdlich von Sundsvall war die Front zu Ende und strahlend blauer Himmel erwartete uns. Nach knapp einer Stunde Flugzeit bei kra\u0308ftigem Ru\u0308ckenwind erreichten wir bei bestem Wetter den Flugplatz von Umea\u030a (Kennung ESNU). Wir erfuhren, dass wir ca. 60 Eur Sondero\u0308ffnung pro Flugzeug und halbe Stunde bezahlen mu\u0308ssten, was uns aber nicht weiter sto\u0308rte. Avgas war mit knapp 2,21 Eur vorhanden und wir fu\u0308llten die Tanks direkt auf und flogen weiter, bevor die D\u2010ETIV eintraf. Zuvor hatte ich noch fu\u0308r alle drei Crews die neuen Flugpla\u0308ne nach Pajala (ESUP) aufgeben. Als Bergsteiger wu\u0308rden wir jetzt sagen, dass wir jetzt unser \u201eBasislager\u201c erreichen wu\u0308rden. Vor dort aus sollte es am na\u0308chste Tag ans Kap gehen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Unsere Route \u2013 ein kleines Intermezzo fu\u0308r Piloten<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Routenplanung hatte sich wegen des schlechten Wetters an der Westku\u0308ste Norwegens \u2010 was den Ru\u0308ckflug betraf \u2010 letztlich deutlich gea\u0308ndert. Sinnvoll erschien uns bei der aktuellen Lage der Ru\u0308ckweg u\u0308ber die Westku\u0308ste Finnlands. So hatten wir auch den weiteren Vorteil nicht die gleiche Route zuru\u0308ck fliegen zu mu\u0308ssen und konnten noch ein weiteres Land fliegerisch erkunden. Das urspru\u0308nglich geplante Campen auf der da\u0308nischen Insel Endelave hatte sich wegen des nassen und stu\u0308rmischen Wetters fu\u0308r uns wohl erledigt. Auch hatte sich unsere Crew mit der D\u2010ELPA entschieden nicht mehr u\u0308ber Varberg zu fliegen, sondern eine Nacht auf Ru\u0308gen zu verbringen. Die beiden anderen mussten das leider tun, weil sich dort noch die zuru\u0308ck gelassenen Dinge befanden.<\/p>\n<p>Am Ende standen knapp 29 Stunden Flugzeit und damit ca. 5.700 km Flugstrecke im Buch. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass unsere auf Mogas umgeru\u0308steten Maschinen nur mit Avgas versorgt wurden, was die Kosten nach oben trieb. Neben dem Kauf aller Karten und einem Tripkit sollte der Umgang mit einem modernen GPS gut einstudiert sein. Nicht alle Details sind in den Fliegerkarten zu ersehen. So sind vor Abflug die FIS\u2010Frequenzen und die Tower\u2010Frequenzen der durchflogenen TMA\u2010Bereiche zu notieren. Besonders in Finnland wird auf eine An\u2010 und Abmeldung in alle TMAs sogar mit ETAs (Estimated Time of Arrival) Wert gelegt.<\/p>\n<p>In allen La\u0308ndern war der Sprechfunk auf englisch problemlos und gut versta\u0308ndlich. Die Gastfreundschaft merkt man auch in der Luft. Das Handling am Boden ist manchmal etwas unbeholfen, da man auf so kleine Flugzeuge kaum vorbereitet ist. Auf dem Flughafen von Turku mussten wir knapp zwei Stunden auf die Rechnung fu\u0308r die Landegebu\u0308hren (ca. 45 Euro pro Flieger) warten. Auch fallen teilweise Tankgebu\u0308hren als Extrakosten zum Treibstoff als Handling an (z.B. Vasaa).<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Pajala \u2013 unser \u201eBasislager\u201c<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Nach dem Start in Umea vergingen noch zwei Stunden und u\u0308ber Funk\u00a0begru\u0308\u00dfte uns Jukka Nieskala, Airport Manager des Flugplatzes von Pajala\u2010Ylla\u0308s, u\u0308ber Funk. Der Platz wurde einigen Jahren ausgebaut und jetzt auch\u00a0von der Linie \u201eEasyjet\u201c angeflogen. Mitten in der Wildnis landeten wir um\u00a018:35 Uhr lokaler Zeit. Jukka begru\u0308\u00dfte uns gleich nach der Landung ganz\u00a0herzlich. Der Kontakt nach Pajala kam u\u0308ber die Messe \u201eAero\u201c in<br \/>Friedrichshafen vor Jahren zustande. Dort machte man Werbung fu\u0308r diese\u00a0Oase im Norden. Ohne diese Aktionen ha\u0308tte man sicherlich kaum Flieger an\u00a0die Grenze nach Finnland bewegen ko\u0308nnen. Neben Jukka wurden wir abervon ganz anderen Lebewesen in Massen begru\u0308\u00dft: die Steckmu\u0308cken freuten\u00a0sich auf neues \u00a0Blut und wir konnten uns trotz langer Kleidung kaum wehren.\u00a0Selbst durch die Haare ka\u0308mpften sich einige durch, was ich bei mir kaum fu\u0308r\u00a0mo\u0308glich hielt.<\/p>\n<p>Mit knapp 9.000 Einwohnern ist Pajala ein gro\u00dfes Dorf,\u00a0zumindest fu\u0308r unsere Verha\u0308ltnisse. Im Ort selbst leben nur die wenigsten,\u00a0denn u\u0308ber die riesigen Fla\u0308chen stehen die Ha\u0308user sehr verteilt.\u00a0<\/p>\n<p>Wahrscheinlich gibt es sogar mehr Rentiere als Menschen, so unser Eindruck,\u00a0denn eine stattliche Herde zahmer, aber scheuer, Tiere trieb sich am\u00a0Flugplatz vor dem Zaun herum. Jukka hatte uns zwei Leihwagen besorgt, die\u00a0u\u0308ber den Flugplatz gebucht werden ko\u0308nnen. Ca. 20 Kilometer o\u0308stlich des Flugplatzes liegt die Stadt. Hier bezogen wir Quartier.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Wenn die Sonne nicht mehr schla\u0308ft &#8230;<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>&#8230; oder besser gesagt: uns nicht mehr schlafen la\u0308sst! Nach dem Abendessen, es gab ein Elchgeschnetzeltes, konnten wir um 23 Uhr lokaler Zeit bei bestem Tageslicht noch problemlos das kleine Dorf erkunden. Pajala liegt auf ca. 67 Grad no\u0308rdlicher Breite und somit oberhalb des Polarkreises. Die Sonne ist nur kurz hinter dem Horizont verschwunden, es ist zu dieser Jahreszeit immer ein geda\u0308mpftes Tageslicht vorhanden.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Vorha\u0308nge im Hotel boten nur wenig Schutz, aber wir waren mu\u0308de genug, um doch bald einzuschlafen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Der ersehnte Sprung nach Norden<\/h2>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Direkt nach dem Aufstehen wurde das Wetter eingeholt. Uli hatte seinen Laptop dabei und wir konnten u\u0308ber das WLAN des Hotels auf das Internet und somit auch auf \u201epc_met\u201c zugreifen. Die letzten Jahre war keine der Vorga\u0308nger\u2010Crews am Nordkap gelandet. Das Wetter ist hier oben sehr wechselhaft und zwischen dem Start in Pajala und der Landung im Norden ko\u0308nnen sich die Verha\u0308ltnisse schon komplett gea\u0308ndert haben. Wichtig ist eine gute Flugvorbereitung und Planung von Alternativen zur sicheren Landung. Wir hatten nur Treibstoff fu\u0308r den Hinflug und ka\u0308men nach der Umkreisung des Kaps nicht mehr zuru\u0308ck. So planten wir auf dem Flugplatz Banak (ENNA) in Norwegen zum Auftanken zu landen. Auch war eine Zollabfertigung notwendig, da Norwegen nicht EU\u2010Mitglied ist. Zwei Abstimmungen 1972 und 1994 ergaben ein klares Nein zum Beitritt. Die Flugpla\u0308ne hatten wir einen Tag zuvor aufgegeben und vor dem Abflug wurden wir von Jukka noch mit dem neusten Wetter und den Notams versorgt. Was uns aber wunderte, war der Eintrag \u201eno data available\u201c am Flughafen des Nordkaps (Honningsva\u030ag, ENHV). Wir wussten nicht, was uns da oben erwartet.<\/p>\n<p>Nach dem Start in Pajala fu\u0308hrte uns unser Flugplan u\u0308ber Finnland nach Norwegen. Direkt nach dem Start meldeten wir uns auf Sweden Control (131,050 Mhz) Richtung Movuk Point. Dort u\u0308bernahmen uns die Finnen (Romaniemi) auf der 126,100 Mhz bis zur Grenze nach Norwegen, Pabvo\u2010Point.<\/p>\n<p>Mit Bodo Control ging es u\u0308ber eine bizarre und sich sta\u0308ndig vera\u0308ndernde Landschaft Richtung Felsku\u0308ste. Die hohe Bergkette mit teilweise schneebedeckten Fla\u0308chen erschien am Horizont. War uns in Pajala noch ein dichter Baumbestand und gru\u0308nes Weideland aufgefallen, so hatte sich in der Zwischenzeit der Boden zum Fels mit nur niedriger Vegetation ohne Wa\u0308lder vera\u0308ndert. Hier war nur an wenigen Monaten am Jahr keine Schneedecke vorhanden \u2010 und wir kamen zur richtigen Zeit! Die gesamte Landschaft war am Blu\u0308hen und tausende von Seen bildeten sich vom Schmelzwasser auf der Felslandschaft.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Anflug auf Banak mit der Stadt Lakselv war fantastisch. Direkt am Wasser lag die riesige Piste in Nord\u2010Su\u0308d\u2010Ausrichtung. U\u0308ber die hohen Berge im Su\u0308den des Platzes flogen wir in ein weites Tal und bauten in kurzer Zeit 3000 Fu\u00df Ho\u0308he im Gleitflug ab. Der Controller war ausgesprochen freundlich und ohne weiteren Verkehr am Platz landeten unsere drei Maschinen mit dem Ziel Tankstelle. Laut AIP wu\u0308rde der Flugplatz in Honningsva\u030ag in genau einer Stunde geschlossen und alles musste jetzt schnell geschehen. Beim Tanken kam u\u0308ber Funk die Meldung, dass der Platz in Honningsva\u030ag jetzt gerade schloss. Fu\u0308r uns ein Schock! Zu allem Verdruss meldete sich jetzt der Towerlotse von Banak bei uns und teilte Sichten von ca. 500 Meter bei starkem Nebel in Honningsva\u030ag mit. Aber es gab noch eine weitere O\u0308ffnung ab 17 Uhr Lokalzeit bis ca. 23 Uhr in der Nacht und somit eine weitere Chance! Wenn man dazu \u201eNacht\u201c sagen konnte. Fliegen ist hier rund um die Uhr mo\u0308glich. So hatten wir noch drei Stunden Zeit und fuhren mit dem Taxi nach Lakselv zu einem nahe gelegenen Restaurant und a\u00dfen, was nach dem Fliegen unsere zweitha\u0308ufigste Bescha\u0308ftigung war.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Mit genu\u0308gend Treibstoff im Tank fu\u0308r einen Flug zum Kap und zuru\u0308ck nach Pajala starteten wir auf der Piste 35 bei bestem Wetter und guter Laune. Der Platz in Honningsva\u030ag wa\u0308re jetzt wieder offen, so hatte man uns vor dem Start noch mitgeteilt. Wie schnell sich das a\u0308ndern kann, wu\u0308rden wir aber spa\u0308ter noch erfahren. Eine halbe Flugstunde no\u0308rdlich lag das Kap vor uns. Dietmar flog mit der D\u2010ETIV von Westen an, wir wa\u0308hlten den direkten Weg von Su\u0308den u\u0308ber das Land und die D\u2010ELQC flog u\u0308ber Honningsva\u030ag, aus Osten kommend, zum Kap. Das Licht der tiefergehenden Sonne warf lange Schatten. Eine hohe Bewo\u0308lkung lie\u00df das Licht, wie von tausenden von Spots erzeugt, auf die Nebeldecke scheinen, die sich vom Norden her u\u0308ber das Meer auf die Ku\u0308ste zubewegte. An vielen Stellen wurde der Nebel in die steilen Felswa\u0308nde nach oben gedru\u0308ckt.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht der QC erreichte uns kurz vor dem Ziel: der Flugplatz ist frei, wir k\u00f6nnten wohl landen. Knapp 100 Meter \u00fcber dem steil abfallenden Felsen flogen wir in einer Rechtskurve \u00fcber den Aussichtspunkt des Nordkaps. Somit konnte sich der Pilot auf das Fliegen konzentrieren und der Co Eckhard und Anne im Heck, die ebenfalls rechts sa\u00df, hatten eine direkte Sicht auf den n\u00f6rdlichsten Punkt Europas. Es war einfach ein tolles Gef\u00fchl.<\/p>\n<p>Mittlerweile waren Heiner und Dietmar auch \u00fcber dem Kap am Kreisen. Unten waren auf dem Plateau viele Wohnmobile zu erkennen und nur wenige Menschen hielten sich am Aussichtspunkt auf und hie\u00dfen uns mit winkenden Armen willkommen. Welche Leichtigkeit des Seins f\u00fchlte ich beim Kreisen. Einfach den Augenblick genie\u00dfen. Vor allem Schw\u00e4rmen durfte aber der Blickkontakt zu den beiden anderen Flugzeugen nicht verloren gehen. St\u00e4ndig informierten wir uns via Sprechfunk \u00fcber Position, H\u00f6he und Absichten. Nach etlichen Vollkreisen in\u00a0unterschiedlichen H\u00f6hen waren viele Bilder aufgenommen.<\/p>\n<p>Wir drehten als erste Maschine Richtung S\u00fcdosten zum Platz von Honningsv\u00e5g. Die freundlichen Dame am Sprechfunk begr\u00fc\u00dfte uns herzlich, aber stellte fest, dass der Platz geschlossen sei, weil man auf der Landebahn die Befeuerung ausbaute. Da schweres Ger\u00e4t auf der Bahn sei, w\u00fcrde man fr\u00fchestens in einer halben Stunde \u00f6ffnen. Da n\u00fctzt uns kein Flugplan was, dachte ich. Auch in den Notams vom fr\u00fchen Morgen in Pajala war keine Rede von den Arbeiten. So einigten wir uns nach kurzem Gespr\u00e4ch auf 10 Minuten Wartezeit. Das war ok. Die Zeit nutzen wir zum \u00dcberflug des kleinen \u00d6rtchens s\u00fcdlich des Platzes und sahen schon von Nordwesten her sich langsam eine Nebelwand Richtung Flugplatz zu bewegen.<\/p>\n<p>Der Flugplatz befindet im Norden einer bis 1100 Fu\u00df hohen Felskette direkt am Meer. Der Anflug geht direkt vorbei an den schroffen Felsen, wobei man im Endteil der 08 zur 800 Meter langen Asphaltbahn schra\u0308g anfliegen muss. Da meist ein kra\u0308ftiger Wind weht, musste eine starke Windscherung mit einkalkuliert werden. Mit 75 Knoten Fahrt wa\u0308hlen wir bei zwei Klappenstufen den Anflug mit einem angemessenen Radius. Nach knapp 400 Metern kam unsere Piper wohlbehalten zum Stehen. Wir waren am Nordkap gelandet!<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Begru\u0308\u00dfung durch das Bodenpersonal war \u2010 wie immer\u2010 ausgesprochen freundlich. Natu\u0308rlich wollten wir sofort zum Kap! Leider waren alle (vier!) Taxen ausgebucht und mehr als eine Stunde verging, bis wir einen Bus finden konnten, der uns mit 9 Personen ans Kap befo\u0308rderte. Auch die Norweger sind sehr gescha\u0308ftstu\u0308chtig. Der Bus kostete und fu\u0308r die Fahrt hin und zuru\u0308ck 325 Euro. Eine stattliche Summe fu\u0308r zweieinhalb Stunden. Eine Fahrt dauerte ca. 45 Minuten jeweils, der Rest war Aufenthalt. Auch dieser wurde mit 25 Euro pro Person Eintrittsgeld nochmals gut bezahlt. Aber es wa\u0308re vermessen, nach einem solchen Trip an diesen Kosten das Erlebnis scheitern zu lassen. Das wissen die Norweger sicherlich auch&#8230;<\/p>\n<p>Unten im Meer schob sich die geschlossene Wolkendecke von der Seeseite den Felsen hoch. Wir mussten uns beeilen, bevor der etwas su\u0308dlicher liegende Flugplatz auch davon betroffen sein wu\u0308rde. Nach gut 30 Minuten Aufenthalt ging es zuru\u0308ck zum Platz. Unterwegs machten wir schon mit den ersten Nebelba\u0308nken Bekanntschaft. Unser Bus wurde regelrecht verschluckt. Der Nebel kam mittlerweise u\u0308ber die Pa\u0308sse der Felsenkette gen Su\u0308den durch, als wolle er uns mit Geisterhand u\u0308berziehen. Beim Eindrehen ins Tal Richtung Flugplatz stellten wir fest, dass wir zu spa\u0308t waren. Der Nebel griff bereits nach unseren Flugzeugen. Noch waren die Sichten fu\u0308r einen Start ausreichend. Die Piste war direkt am Wasser und nach Norden waren keine Hindernisse zu erwarten. Auch war die Nebeldecke sehr du\u0308nn. Nach ganz kurzer Zeit war man sicher daru\u0308ber.<\/p>\n<p>Auf dem Flugplatz kannte man diese Wetterlage bestens und wir konnten nach kurzem Briefing um 21:45 Uhr Lokalzeit starten. Wir waren mit der D\u2010ELPA die Ersten, die sich nach Norden in gute Sichten auf dem Weg machen sollten. Kurz nach dem Start blieb bereits der Nebel im Tal zuru\u0308ck und bei einem tollen weichen Sonnenlicht fu\u0308hrte unser Weg gen Su\u0308den nach Pajala, wo wir gegen Mitternacht erwartet wurden. Jukka hatte uns bereits mitgeteilt, dass die Landung auch ohne ihn mo\u0308glich wa\u0308re und die Schlu\u0308ssel der Mietwagen wurden von ihm beim Piloten der am Platz arbeiteten Crew der Aero Commander abgegeben. Die Crew arbeitet fu\u0308r die schwedische Regierung und macht Vermessungsflu\u0308ge fu\u0308r eine Feststellung von Bodenscha\u0308tzen. Eine besondere Sende\u2010 \/Empfangsvorrichtung detektiert unter anderem Erzvorkommen fu\u0308r eine Bodenkarte, hatte ich im Gespra\u0308ch mit dem Piloten erfahren. Dinge fu\u0308r die Schweden nach der Holzindustrie bekannt ist.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Bevor wir starteten, ho\u0308rten wir die angeku\u0308ndigten elf franzo\u0308sische Flugzeuge u\u0308ber dem Flugplatz kreisen. Diese kamen zu spa\u0308t, denn der Nebel machte eine Landung unmo\u0308glich. Wir ho\u0308rten u\u0308ber Funk, dass sich die Crews nach u\u0308ber 30 Minuten Wartezeit entschieden, nach Banak zu fliegen. Eine Landung an diesen Abend erschien als nicht mehr mo\u0308glich. Was hatten wir fu\u0308r ein Glu\u0308ck!<\/p>\n<p>Der Ru\u0308ckflug wurde durch die Mitternachtssonne zu einem unvergesslichen Erlebnis. Folgende Bilder, die Anne wa\u0308hrend des Ru\u0308ckflugs vom hinteren Sitz schoss, ko\u0308nnen nur unvollkommen die Eindru\u0308cke und das Farbenspiel wiedergeben. Unkommentiert erza\u0308hle ich damit den Flug zuru\u0308ck nach Pajala.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Einen Tag Erholung vom Fliegen<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Vor drei Tagen waren wir in Deutschland gestartet und jetzt sind wir u\u0308ber 2.500 km geflogen und am Ziel. Der na\u0308chste Tag war fu\u0308r Anne und mich vom Ausschlafen gepra\u0308gt. Waren wir doch erst gegen 2 Uhr nachts ins Hotel zuru\u0308ckgekommen. Aus Honningsva\u030ag hatte ich mit Jukka noch telefoniert und die spa\u0308te Landung angeku\u0308ndigt. Er hatte mit dem Hotel gekla\u0308rt, dass wir noch einen Imbiss bekamen.<\/p>\n<p>Mit Lachsbro\u0308tchen und \u201eStarko\u0308l\u201c feierten wir unseren Flug. Die Eindru\u0308cke hatten Anne und mich die ganze Nacht begleitet, wir erza\u0308hlten uns von unseren Bildern im Kopf. Als Anne und ich zum Fru\u0308hstu\u0308ck wollten, kam schon Dietmar entgegen: \u201eaufsitzen \u2010 es geht los!\u201c Mit knurrendem Magen fu\u0308gten wir uns seinem Plan. Der Weg fu\u0308hrte uns u\u0308ber die Hauptstra\u00dfe 99 nach Norden und dann ins o\u0308stlich gelegene finnische Kolari, direkt hinter der Grenze.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Dieser Ausflug hatte den Vorteil, dass wir uns wieder mit Euro eindecken konnten. Finnland hat im Gegensatz zu Schweden diesen bereits eingefu\u0308hrt. Viel zu entdecken gab es dort nicht, sodass wir uns bald wieder in Pajala trafen. Die Route fu\u0308r den Ru\u0308ckflug musste besprochen werden. Es sollte, bedingt durch das kra\u0308ftige Tiefdruckgebiet im Westen von Norwegen, u\u0308ber die Westku\u0308ste Finnlands gehen. Die Wetterprognose fu\u0308r die Route entlang des Bottnischen Meerbusens auf der finnischen Seite war gut. U\u0308ber dem Land gab es eine starke Entwicklung von \u201etowering cumulus (TCU)\u201c mit eingelagerten CBs. Die See war frei. U\u0308ber Internet gab ich bei der deutschen AIS die Flugpla\u0308ne auf. Somit hatten wir fu\u0308r den morgigen Tag Zeit gespart.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Der Ru\u0308ckflug u\u0308ber Finnland<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Route fu\u0308hrte uns u\u0308ber Oulu nach Vaasa zum Tanken. Die Untergrenzen am na\u0308chsten Morgen waren passabel. Das Wetter meldete sehr gute Sichten und eine nach Su\u0308den hin ansteigende Wolkenbasis. Vollgetankt ging es um 11 Uhr Lokalzeit Richtung Su\u0308den. Jukka verabschiedete sich mit \u201eseinen\u201c Flugplatz\u2010Rentieren von uns und wird bezahlten fu\u0308r Landung, Stellzeit und Mietwagen umgerechnet ca. 120 Euro pro Maschine. Das erschien uns ein sehr fairer Preis zu sein. Das Hotel hatten wir mit ca. 65 Euro pro Zimmer zu Buche stehen.<\/p>\n<p>Das Wetter klarte zunehmend auf und die versprochen hohe Wolkenbasis mit den sehr guten Sichten trat genauso ein. Die finnischen Controller u\u0308bergaben uns sta\u0308ndig an die die lokalen Flugpla\u0308tze entlang der Ku\u0308ste. Wir durchquerten mit 2.500 Fu\u00df die TMA\u2010Luftra\u0308ume ohne Probleme. Fliegen in Finnland ist mit guter Flugvorbereitung herrlich und einfach. Am Au\u00dfenthermometer begann die Temperatur immer weiter zu steigen, je mehr wir in den Su\u0308den kamen. Die Sonne hatte uns wirklich verwo\u0308hnt und Skandinavien zeigte sich uns von der besten Seite. In Vaasa landeten wir zum Tanken und flogen in direktem Kurs auf Turku, am su\u0308dlichen Ende von Finnland gelegen, zu. Uli hatte am Vorabend ein Hotel im dortigen Fa\u0308hrhafen gebucht, das uns von den Preisen als angemessen erschien. Hotels, Essen und die Lebenshaltung allgemein ist deutlich teurer als wir dies in Deutschland kennen.<\/p>\n<p>Turku Airport erschien uns nach der Landung genauso verlassen wie Vaasa. Der Sommerflugplan ist sehr du\u0308nn, erfuhren wir. Nur wenige Flugzeuge nutzen die hervorragende Infrastruktur. Alle Pla\u0308tze waren technisch auf dem besten Stand und mit Navigationshilfen u\u0308ppig ausgestattet. U\u0308ber Sicherheit und Zoll scheint man sich hier auch weniger Sorgen zu machen als in Deutschland. Insgesamt gehen nach unserem Empfinden die nordischen La\u0308nder entspannter mit diesem Thema um. Sicherlich zum Wohle der Flieger und nicht zu Lasten der Sicherheit.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Durch menschenleere Hallen gingen wir zum Taxistand. Dort wartete ein einziges Taxi, das sofort mit vier Personen befu\u0308llt wurde. Kurz danach fuhr ein Linienbus vor. Nach einem kurzen Gespra\u0308ch mit dem Fahrer rief ich alle wartenden vier Mitflieger herbei. Der Bus hielt im Fa\u0308hrhafen, wo sich unser Hotel befinden sollte. Welch Zufall! Fu\u0308r 2,50 Euro kamen wir zum \u201eBest Western\u201c \u2010 Hotel, wobei der Bus freundlicherweise uns direkt vor dem Eingang ins Hotel entlie\u00df. In Deutschland undenkbar. Hier das Versta\u0308ndnis von Service und Freundlichkeit.<\/p>\n<p>Das Hotel war ok und fu\u0308r eine Nacht mehr als passabel. Den Abend verbrachten wir mit einem Spaziergang durch einen nahe gelegenen Park Richtung Zentrum entlang des Flusses Aurajoki. Eine kleine Fa\u0308hre lies uns auf die gegenu\u0308berliegende Flussseite u\u0308bersetzen, wo wir auf einem Restaurantboot in lauer Abendstimmung zu Abend a\u00dfen. Turku vorgelagert sind die Scha\u0308ren, ein Archipel mit u\u0308ber 20.000 Inseln, welches Finnland und Schweden verbindet. A\u0308hnliche Scha\u0308renlandschaften findet man nur noch entlang der Atlantikku\u0308ste Kanadas und an der Hudsonbay. Jukka hatte uns beim Abflug aus Pajala noch einen Tipp gegeben, auf den wir noch zuru\u0308ckkommen wu\u0308rden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Kumlinge \u2013 eine Trauminseln fu\u0308r (geu\u0308bte) Flieger in den Scha\u0308ren<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Jukka \u0301s Tipp war Kumlinge, eine kleine Insel o\u0308stlich von Mariehamn, der Hauptinsel von A\u030aland. Diese Inseln haben eine eigene Flagge und eigene Postwertzeichen, geho\u0308ren aber als Provinz zu Finnland. Kumlinge ist mit knapp 400 Einwohner und einem kleinen Flugplatz unser Reiseziel. Nach 30 Minuten Flugzeit erreichen wir als erste Maschine die Insel. Der Platz ist unkontrolliert und nicht besetzt. Da wir genau Crosswind mit ca. 15 Knoten hatten und durch die Bewachsung auch sicherlich mit Bo\u0308en versehen werden, erkundeten wir aus der Luft die Piste. Mit 600 Meter Asphalt auf 18 Meter Breite nicht ohne. Wir entschlossen uns fu\u0308r einen Anflug vom Wasser in Richtung 33. Mit stabiler Fahrt von 75 Knoten, dritter Kappenstufe und ma\u0308chtig in den Ruder stehend, die Maschine gegen den Wind von links auf die La\u0308ngsachse ausrichtend, steckten wir einige Windbo\u0308en gut weg. Kurz vor der Bahn angekommen, stieg ein ganzer Pulk von Mo\u0308wen auf, der sich auf der warmen Bahn direkt an der Meereskante sonnte. Ca. 30 Meter hinter der Schwelle setzt die D\u2010ELPA gut und mittig auf, wobei ein angemessenes Bremsen uns vom Overshoot bewahrt. Durch die etwas ho\u0308here Anfluggeschwindigkeit mussten wir 10 Knoten zusa\u0308tzlich abbauen. Mit den u\u0308blichen 66 Knoten bei ruhigem Wetter hatte das heute nichts zu tun. Die na\u0308chsten beiden Maschinen landen ebenfalls, wobei dort auch ma\u0308chtig aufgepasst werden musste. Einem unerfahrenen Piloten darf man diese Insel nicht empfehlen. Die Wetterlage mit Crosswind ko\u0308nnte sonst sehr leicht u\u0308berfordern und zu Bruch fu\u0308hren.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wir stellten ab und erkundeten die Insel. Von unserem Kommen nahm niemand Notiz. So wanderten wir ca. 4 Kilometer zum na\u0308chsten Wirtshaus. Dort wurden wir mit leckeren Pancakes nach \u201eArt A\u030aland\u201c (eher ein flacher Ka\u0308sekuchen mit Pflaumenkompott und Sahne, sehr empfehlenswert!) versorgt. Wir hatten uns entschlossen, diese Nacht hier zu bleiben, die beiden anderen Crews trieb es weiter nach Varberg. So verabschieden wir uns nach dem Essen und ho\u0308rten die D\u2010ETIV im tiefen U\u0308berflug vorbei rauschen. Der Wirt hatte uns gebeten, ein Bild von seinem Haus zu senden. In farbenfroher Landschaft wanderten wir noch 2 Kilometer, bis wir an den kleinen Hafen von Kumlinge gelangten. Hier gibt es das \u201eRestaurang Kasto\u0308ren\u201c. Schnell lernten wir Julia kennen, die uns ein kaltes Bier servierte und uns eine Hu\u0308tte mit 6 Schlafpla\u0308tzen fu\u0308r 65 Euro die Nacht anbot. Die Inhaberin, De\u0301sire\u0301e Johansson wurde von Julia versta\u0308ndigt mit der Bitte, mit ihrem Van zu kommen. Wir mussten ja noch unsere Dinge aus dem Flieger holen. Jetzt war es ein Vorteil die Schlafsa\u0308cke dabei zu haben. Mit De\u0301sire\u0301e kamen wir gleich ins Gespra\u0308ch und vereinbarten, dass sie uns am na\u0308chsten Morgen einen Laptop mit Internetanschluss mitbringt.<\/p>\n<p>Nach dem Fru\u0308hstu\u0308ck wollten wir die Flugpla\u0308ne aufgeben und das aktuelle Wetter einholen. Den Abend genossen wir im kleinen Restaurant auf dem Hu\u0308gel im Yachthafen bei einem sehr guten chilenischen Rotwein. Mit der Abendsonne schliefen wir ein. Es erwartete und ein scho\u0308ner Flug u\u0308ber die Scha\u0308renlandschaft nach Schweden. Die kleine Insel, die wir gefunden hatten, sollte sich auf dem Weg noch tausendmal in verschiedenen Formen wiederfinden. Wenn wir nicht wu\u0308ssten, dass wir im Norden von Europa wa\u0308ren, ha\u0308tten wir uns fast wie in der Su\u0308dsee gefu\u0308hlt. Na ja \u2010 die Temperaturen holten uns mit knapp u\u0308ber 23 Grad dann doch wieder zuru\u0308ck.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Ru\u0308gen \u2013 unser Tor nach Hause<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Urspru\u0308nglich hatten wir geplant unseren Trip in Da\u0308nemark, mit Zelten auf Endelave, zu beenden. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Auch in Deutschland sah es nicht gut aus. Paderborn war fast dicht. Bereits am Abend zuvor hatten wir entschieden, einen weiteren Tag zu verla\u0308ngern und auf Ru\u0308gen zu u\u0308bernachten. Ich rief Stephan Buchhester an, der auf Ru\u0308gen wohnend sich bestens auskennt. Er besorgte uns trotz Hochsaison und ausgebuchter Hotellage noch tolle Zimmer unweit der Promenade in Binz. Auf dem Flugplatz sollte auch ein Mietwagen bereitstehen. Mit dieser Vorfreude machte ich direkt nach dem Fru\u0308hstu\u0308ck die Flugplanung. Es sollte u\u0308ber Mariehamn und das Zentrum von Stockholm nach Ronneby zum Nachtanken gehen. Als U\u0308berflugpunkt der Grenze gaben wir Rikum an.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 12\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Ronneby (ESDF) begru\u0308\u00dfte uns mit einem Schauergebiet direkt im Anflug. Aber die lange Bahn von 2330 Meter erlaubte eine lange Landung und wir konnten das Regengebiet etwas meiden. Der Flugplatz erschien verlassen. Der sehr freundliche Herr auf dem Tower musste erst den Tankwart suchen, der aber nach 5 Minuten aufgetrieben werden konnte. Bereits u\u0308ber Funk hatte ich mich erkundigt, ob AVGAS fu\u0308r uns verfu\u0308gbar wa\u0308re. Sonst wa\u0308ren wir nach Malmo\u0308 weiter geflogen. Es klappte sehr gut mit dem Nachtanken, aber einen Flugplan konnte ich nirgends aufgeben. Keiner da. So wa\u0308hlte ich die deutsche AIS an und gab per Telefon alle Daten durch. Per FAX wollte man den Plan nach Schweden senden. Das klappte ausgezeichnet. Bereits nach 20 Minuten waren alle Daten da und wir konnten das fu\u0308r heute letzte Leg nach Ru\u0308gen antreten. Wir gingen u\u0308ber den Ausflugspunkt \u201eBrakne Hoby\u201c direkt auf Kurs Richtung \u201ePerry\u201c. Unterwegs bot Sweden Control uns ohne Nachfrage eine Abku\u0308rzung an. Wir konnten ALM rechts liegen lassen und direkt \u201eSallo\u201c ansteuern, der Grenze zum deutschen Luftraum. Wir meldeten uns dort bei den Schweden ab und riefen nach einer Woche englischem Funkverkehr Bremen Information auf deutsch. Dort blieben wir nicht lange, sondern meldeten uns direkt auf Ru\u0308gen an. Vor uns lag das Kap Arkona. Natu\u0308rlich mussten wir dort vorbei, wie auch an dem KdF\u2010Seebad Prora. Ein riesiger Bau aus der NS\u2010Zeit, den Stephan mit 56.000 qm und Millionenschulden mit verwaltet. Bis zu 20.000 Menschen sollte hier gleichzeitig Urlaub machen ko\u0308nnen, so die damalige Planung. Insgesamt ist der \u201eKoloss von Prora\u201c ca. 4,5 km lang und in acht baugleiche Ha\u0308userblocks unterteilt. Leider war Stephan nicht da, aber das na\u0308chste Mal haben wir uns vorgenommen mehr zu sehen und von ihm die Geschichte zu erfahren. U\u0308ber Binz, an den Kreidefelsen vorbei, ging es in ein sehr langes Final zum Flugplatz Gu\u0308ttin. Bo\u0308iges Wetter, aber Sonnenschein, erwartete uns. Den Flieger wollten wir erst am na\u0308chsten Tag tanken, heute lieber direkt zum Strand! Der Mietwagen, ein Service des Flugplatzes, stand bereit. Es ist sehr zu empfehlen, vor der Ankunft einen Wagen zu mieten. Mit 56 Euro pro Tag auch preiswerter und flexibler als ein Taxi nach Binz und zuru\u0308ck zu bestellen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Das Wetter zeigte uns hier noch Sonne und Wolken, die aber mit einer Basis von 2800 Fu\u00df willkommen waren. Eckhard stellte die kleine Piper direkt nach dem Abheben von Kumlinge auf der 15 mit der Nase nach rechts in den Wind und wir flogen u\u0308ber den Yachthafen Richtung Westen. Wir hatten dort versprochen, ebenfalls Bilder zu senden. Anne schoss diese im tiefen U\u0308berflug. In 2500 Fu\u00df Ho\u0308he, mit besten Sichten auf die Scha\u0308ren, ging es mit starkem Gegenwind und nur knapp 100 Knoten Richtung Stockholm. Wir durften in dieser Ho\u0308he das Zentrum mit der Altstadt \u201eGamla Stan\u201c u\u0308berfliegen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 13\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Alles geht einmal zu Ende<\/h2>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 13\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Abend auf Ru\u0308gen war ein scho\u0308ner Abschluss des Urlaubs. Bei guten Essen und wirklich moderaten Preisen lie\u00dfen wir die Bilder der Reise Revue passieren. Wir hatten einen wunderscho\u0308nen und erholsamen Fliegerurlaub. Anne als Passagier war aber doch froh, dass das Sitzen ein Ende hatte. Zwar waren die Eindru\u0308cke u\u0308berwa\u0308ltigend, aber das monotone Brummen des Triebwerks war das auch. Der na\u0308chste Morgen hatte laut GAFOR in der Mitte von Deutschland geschlossene Verha\u0308ltnisse bis ca. 12 Uhr vorher gesagt. Wir nutzen die Zeit fu\u0308r eine Rundreise im Westen der Insel. Gegen 14 Uhr und einer besseren Prognose starteten wir zum letzten Stu\u0308ck der Reise. Da die Sichten unten immer noch nicht so gut waren und die Basis sich bei 2000 Fu\u00df befand, stiegen wir auf FL65. Dort oben war bestes Wetter! Immer wieder erschienen gro\u00dfe Lo\u0308cher, die einen problemlosen Abstieg anboten. Auf Anfrage bei Bremen Information wurde uns der Luftraum D von Hannover in FL70 zur Querung frei gegeben. Nach knapp 2,5 Stunden landeten wir glu\u0308cklich, aber doch geschafft, nach einer Woche Flugreise wieder in Paderborn. Die beiden anderen Crews waren schon am Vortag angekommen. Leider war eine Maschine in Varberg bei der Landung zu Schaden gekommen, aber keiner der Piloten war verletzt. Somit nahm alles ein gutes Ende.<\/p>\n<\/div>\n<p><span style=\"font-size: 8pt;\">(c) Dirk Linn, LSV Rietberg eV, dirk.linn(@)lsvr.de<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_xdfg910\">\n                            <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_wdgf910 last\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_fbmo910 image-overlay   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <a 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Alleine der Begriff weckt die Sehnsucht. Steile Felsen fallen hinab in das weite Meer. Einmal dieses mit dem Flugzeug umkreisen. Einmal bis ans Ende der Welt. Diesen Traum erfu\u0308llten sich eine Gruppe von Menschen, die mit drei einmotorigen Piper PA\u201028 von Deutschland aus das Abenteuer begannen.<\/p> <p>Nach vielen Reisen nach Afrika ging es diesesmal in die anderer Richtung. K\u00e4lte statt W\u00e4rme. Tage, die nonstop waren und Fl\u00fcge in der Nacht mit besten Sichten. Ein\u00f6den, Steppen und viele neue Eindr\u00fccke.<\/p>\n<img src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DirkLinn.png\" title=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\" alt=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\"> <h3> Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV <\/h3>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/reisen-und-flug-abenteuer\/\" > Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht <\/a>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\" > Startseite <\/a>\n<h2>Der Start mit Hindernissen<\/h2> <p>Ich freute mich schon seit Monaten auf den Trip zum Kap. Doch die schlechte Nachricht traf mich unverhofft. Aus unserem Flug sollte nichts werden, da die Planungen ins Stocken kamen und sich keine Crews gefunden hatten. Mit Dietmar Gieffers versuchte ich jetzt alles in Bewegung zu setzen, damit unser Vorhaben doch noch klappen konnte. Unsere Crew mit Anne Kirchhoff und Dr. Eckhard Roos war schon lange klar, aber alleine war uns der Aufwand der Planung doch zu viel. Dietmar schaffte es sehr schnell mit seiner unnachahmlichen Art zwei weitere Crews zusammen zu trommeln. Er selbst hatte Michael Schickhoff und den Gast Erwin Stammeier in der D\u2010ETIV mit dabei und die D\u2010ELQC, fu\u0308r die es die letzte Reise im Club werden sollte, war mit Heinrich Wieseler, Ulrich Sempf und Walter Siebrasse besetzt. Los gehen sollte es am 12. Juli 2008 vom Flugplatz Paderborn\u2010Lippstadt. Als der Termin sich na\u0308herte, beschloss man wegen des vorhergesagten guten Wetters am Nordkap einen Tag fru\u0308her zu starten. Die beiden anderen Crews flogen bereits am Morgen des 11. Juli nach Varberg, Schweden. Wir kamen mit der D\u2010ELPA am Abend nach. Der knapp dreistu\u0308ndige Flug mit Freigabe durch den Hamburger Luftraum auf FL70 fu\u0308hrte uns direkt u\u0308ber Alsie \u2013 VOR (ALS) und Odense (ODN) nach Varberg mit einer 600 Meter kurzen Graspiste. Bei Schweden Control schlossen wir den Flugplan kurz vor der Landung. Der kra\u0308ftige Ru\u0308ckenwind dru\u0308ckte unsere Piper zeitweise auf stattliche 140 Knoten. Nach der Landung wurde, wie u\u0308blich, gleich getankt. Das fliegerische Abenteuer konnte jetzt beginnen.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Erstmal abspecken<\/h2> <p>In Varberg hatten wir u\u0308ber den Flugplatz einen Minibus gemietet. Dietmar kannte sich hier bestens aus, da er schon sehr oft am Platz das Festival \u201eWheels &amp; Wings\u201c besucht hatte (Internet: http:\/\/www.wheelsnwings.se\/) . Allerlei Kuriosita\u0308ten an Flugzeugen und Oldtimern ko\u0308nnen hier zwei Tage auf dem Flugplatz bestaunt werden. Dabei gibt es ein wirklich sehenswertes Begleitprogramm. Dieses Jahr sollte das Fest eine Woche nach unserer Landung vom 18. bis 19 Juli stattfinden. Ein Problem waren die Zimmer. Da Hauptreisezeit war und wegen dem Spektakel kaum noch Zimmer zu bekommen waren, mussten wir ein Kurhotel buchen, das fu\u0308r ein Einzelzimmer ca. 140 Eur verlangte, fu\u0308r ein Doppelzimmer knapp 240 Eur.<\/p> <p>Da wir urspru\u0308nglich den Ru\u0308ckflug wieder u\u0308ber Varberg planten und das Festival besuchen wollten, hatten wir noch drei weitere Na\u0308chte in der kommenden Woche reserviert. Unsere Crew stornierte nach dieser Erfahrung die Zimmer der Folgewoche. Wir drei hatten Schlafsa\u0308cke und Zelte dabei und waren somit unabha\u0308ngig von einer festen Unterkunft. Nach einem Abendessen mit leckerem Fisch und Shrimps begann der na\u0308chste Tag mit einer Diskussion. Der Wind war nicht direkt auf der Bahn und das Gras war etwas nass von der Nacht.<\/p> <p>Mit vollgetankten Maschinen und dem Gewicht der Crews hatte die Startbahn nicht genu\u0308gend La\u0308nge. Dies betraf uns nicht, da wir eine sehr leichte Crew hatten und mit Schlafsa\u0308cken und Isomatten zwar viel an Bord hatten, aber das Gewicht in Ordnung war. Die anderen Crews hatten einfach zu viel dabei. Wir entschieden, dass unsere leichtere Maschine zuerst abfliegen sollte. An der dann erflogenen Startstrecke orientierten sich die beiden anderen Crews. Wir kamen nach knapp 500 Meter frei und gewannen problemlos, aber doch vorsichtig, an Ho\u0308he, empfahlen den anderen u\u0308ber Funk jedoch, unter keinen Umsta\u0308nden in der Vollbesetzung zu starten. Mo\u0308glich war ein Start mit zwei Personen zu einem gro\u0308\u00dferen Flugplatz und dort die Aufnahme der dritten Person. Auch war alternativ die Reduzierung des Reisegepa\u0308cks mo\u0308glich.<\/p> <p>Man entschied sich fu\u0308r die zweite Lo\u0308sung und die beiden Piper kamen eine halbe Stunde nach unserem Start glu\u0308cklich in die Luft, wie wir u\u0308ber Funk auf Sweden Contral mitho\u0308rten. Der Weg fu\u0308hrte jetzt u\u0308ber den riesigen Va\u0308nersee, dem gro\u0308\u00dften europa\u0308ischen Trinkwasserreservoir, gelegen zwischen den historischen Provinzen Dalasland, Va\u0308rmland und Va\u0308stergo\u0308tland vorbei an Kristinehamn, direkt nach Sundsvall am bottnischen Meerbusen. Das Wetter machte uns kurz vor dem Flugplatz etwas Sorgen. Eine Front lag vor uns und die Untergrenzen sanken immer weiter ab. Wir benachrichtigten unsere beiden anderen Crews u\u0308ber den Versuch vom Meer her anzufliegen und riefen Sundsvall Tower. Die Sichten betrugen mittlerweise nur noch knapp 1000 Meter auf der Runway (RVR), so erfuhren wir. Zu allem U\u0308berfluss kam uns noch eine deutsche einmotorige Beechcraft in Sichtflug direkt entgegen. In ca. 500 Fu\u00df Ho\u0308he hatten wir den Verkehr bald in Sicht, aber entschieden uns nicht mehr fu\u0308r eine Landung in dieser \u201eSuppe\u201c.<\/p> <p>Wir hatten noch fu\u0308r knapp 2 Stunden Flugzeit Treibstoff und berieten nach \u201eAlternates\u201c. Mit der Hilfe von Sundsvall Tower, der uns die aktuellen Wetterdaten lieferte, war die Lo\u0308sung schnell gefunden: Umea\u030a im Norden meldete CAVOK! Bereits ca. 30 Meilen no\u0308rdlich von Sundsvall war die Front zu Ende und strahlend blauer Himmel erwartete uns. Nach knapp einer Stunde Flugzeit bei kra\u0308ftigem Ru\u0308ckenwind erreichten wir bei bestem Wetter den Flugplatz von Umea\u030a (Kennung ESNU). Wir erfuhren, dass wir ca. 60 Eur Sondero\u0308ffnung pro Flugzeug und halbe Stunde bezahlen mu\u0308ssten, was uns aber nicht weiter sto\u0308rte. Avgas war mit knapp 2,21 Eur vorhanden und wir fu\u0308llten die Tanks direkt auf und flogen weiter, bevor die D\u2010ETIV eintraf. Zuvor hatte ich noch fu\u0308r alle drei Crews die neuen Flugpla\u0308ne nach Pajala (ESUP) aufgeben. Als Bergsteiger wu\u0308rden wir jetzt sagen, dass wir jetzt unser \u201eBasislager\u201c erreichen wu\u0308rden. Vor dort aus sollte es am na\u0308chste Tag ans Kap gehen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Unsere Route \u2013 ein kleines Intermezzo fu\u0308r Piloten<\/h2>\n<p>Die Routenplanung hatte sich wegen des schlechten Wetters an der Westku\u0308ste Norwegens \u2010 was den Ru\u0308ckflug betraf \u2010 letztlich deutlich gea\u0308ndert. Sinnvoll erschien uns bei der aktuellen Lage der Ru\u0308ckweg u\u0308ber die Westku\u0308ste Finnlands. So hatten wir auch den weiteren Vorteil nicht die gleiche Route zuru\u0308ck fliegen zu mu\u0308ssen und konnten noch ein weiteres Land fliegerisch erkunden. Das urspru\u0308nglich geplante Campen auf der da\u0308nischen Insel Endelave hatte sich wegen des nassen und stu\u0308rmischen Wetters fu\u0308r uns wohl erledigt. Auch hatte sich unsere Crew mit der D\u2010ELPA entschieden nicht mehr u\u0308ber Varberg zu fliegen, sondern eine Nacht auf Ru\u0308gen zu verbringen. Die beiden anderen mussten das leider tun, weil sich dort noch die zuru\u0308ck gelassenen Dinge befanden.<\/p> <p>Am Ende standen knapp 29 Stunden Flugzeit und damit ca. 5.700 km Flugstrecke im Buch. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass unsere auf Mogas umgeru\u0308steten Maschinen nur mit Avgas versorgt wurden, was die Kosten nach oben trieb. Neben dem Kauf aller Karten und einem Tripkit sollte der Umgang mit einem modernen GPS gut einstudiert sein. Nicht alle Details sind in den Fliegerkarten zu ersehen. So sind vor Abflug die FIS\u2010Frequenzen und die Tower\u2010Frequenzen der durchflogenen TMA\u2010Bereiche zu notieren. Besonders in Finnland wird auf eine An\u2010 und Abmeldung in alle TMAs sogar mit ETAs (Estimated Time of Arrival) Wert gelegt.<\/p> <p>In allen La\u0308ndern war der Sprechfunk auf englisch problemlos und gut versta\u0308ndlich. Die Gastfreundschaft merkt man auch in der Luft. Das Handling am Boden ist manchmal etwas unbeholfen, da man auf so kleine Flugzeuge kaum vorbereitet ist. Auf dem Flughafen von Turku mussten wir knapp zwei Stunden auf die Rechnung fu\u0308r die Landegebu\u0308hren (ca. 45 Euro pro Flieger) warten. Auch fallen teilweise Tankgebu\u0308hren als Extrakosten zum Treibstoff als Handling an (z.B. Vasaa).<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Pajala \u2013 unser \u201eBasislager\u201c<\/h2>\n<p>Nach dem Start in Umea vergingen noch zwei Stunden und u\u0308ber Funk\u00a0begru\u0308\u00dfte uns Jukka Nieskala, Airport Manager des Flugplatzes von Pajala\u2010Ylla\u0308s, u\u0308ber Funk. Der Platz wurde einigen Jahren ausgebaut und jetzt auch\u00a0von der Linie \u201eEasyjet\u201c angeflogen. Mitten in der Wildnis landeten wir um\u00a018:35 Uhr lokaler Zeit. Jukka begru\u0308\u00dfte uns gleich nach der Landung ganz\u00a0herzlich. Der Kontakt nach Pajala kam u\u0308ber die Messe \u201eAero\u201c in<br \/>Friedrichshafen vor Jahren zustande. Dort machte man Werbung fu\u0308r diese\u00a0Oase im Norden. Ohne diese Aktionen ha\u0308tte man sicherlich kaum Flieger an\u00a0die Grenze nach Finnland bewegen ko\u0308nnen. Neben Jukka wurden wir abervon ganz anderen Lebewesen in Massen begru\u0308\u00dft: die Steckmu\u0308cken freuten\u00a0sich auf neues \u00a0Blut und wir konnten uns trotz langer Kleidung kaum wehren.\u00a0Selbst durch die Haare ka\u0308mpften sich einige durch, was ich bei mir kaum fu\u0308r\u00a0mo\u0308glich hielt.<\/p> <p>Mit knapp 9.000 Einwohnern ist Pajala ein gro\u00dfes Dorf,\u00a0zumindest fu\u0308r unsere Verha\u0308ltnisse. Im Ort selbst leben nur die wenigsten,\u00a0denn u\u0308ber die riesigen Fla\u0308chen stehen die Ha\u0308user sehr verteilt.\u00a0<\/p> <p>Wahrscheinlich gibt es sogar mehr Rentiere als Menschen, so unser Eindruck,\u00a0denn eine stattliche Herde zahmer, aber scheuer, Tiere trieb sich am\u00a0Flugplatz vor dem Zaun herum. Jukka hatte uns zwei Leihwagen besorgt, die\u00a0u\u0308ber den Flugplatz gebucht werden ko\u0308nnen. Ca. 20 Kilometer o\u0308stlich des Flugplatzes liegt die Stadt. Hier bezogen wir Quartier.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Wenn die Sonne nicht mehr schla\u0308ft ...<\/h2>\n<p>... oder besser gesagt: uns nicht mehr schlafen la\u0308sst! Nach dem Abendessen, es gab ein Elchgeschnetzeltes, konnten wir um 23 Uhr lokaler Zeit bei bestem Tageslicht noch problemlos das kleine Dorf erkunden. Pajala liegt auf ca. 67 Grad no\u0308rdlicher Breite und somit oberhalb des Polarkreises. Die Sonne ist nur kurz hinter dem Horizont verschwunden, es ist zu dieser Jahreszeit immer ein geda\u0308mpftes Tageslicht vorhanden.<\/p>\n<p>Die Vorha\u0308nge im Hotel boten nur wenig Schutz, aber wir waren mu\u0308de genug, um doch bald einzuschlafen.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der ersehnte Sprung nach Norden<\/h2>\n<p>Direkt nach dem Aufstehen wurde das Wetter eingeholt. Uli hatte seinen Laptop dabei und wir konnten u\u0308ber das WLAN des Hotels auf das Internet und somit auch auf \u201epc_met\u201c zugreifen. Die letzten Jahre war keine der Vorga\u0308nger\u2010Crews am Nordkap gelandet. Das Wetter ist hier oben sehr wechselhaft und zwischen dem Start in Pajala und der Landung im Norden ko\u0308nnen sich die Verha\u0308ltnisse schon komplett gea\u0308ndert haben. Wichtig ist eine gute Flugvorbereitung und Planung von Alternativen zur sicheren Landung. Wir hatten nur Treibstoff fu\u0308r den Hinflug und ka\u0308men nach der Umkreisung des Kaps nicht mehr zuru\u0308ck. So planten wir auf dem Flugplatz Banak (ENNA) in Norwegen zum Auftanken zu landen. Auch war eine Zollabfertigung notwendig, da Norwegen nicht EU\u2010Mitglied ist. Zwei Abstimmungen 1972 und 1994 ergaben ein klares Nein zum Beitritt. Die Flugpla\u0308ne hatten wir einen Tag zuvor aufgegeben und vor dem Abflug wurden wir von Jukka noch mit dem neusten Wetter und den Notams versorgt. Was uns aber wunderte, war der Eintrag \u201eno data available\u201c am Flughafen des Nordkaps (Honningsva\u030ag, ENHV). Wir wussten nicht, was uns da oben erwartet.<\/p> <p>Nach dem Start in Pajala fu\u0308hrte uns unser Flugplan u\u0308ber Finnland nach Norwegen. Direkt nach dem Start meldeten wir uns auf Sweden Control (131,050 Mhz) Richtung Movuk Point. Dort u\u0308bernahmen uns die Finnen (Romaniemi) auf der 126,100 Mhz bis zur Grenze nach Norwegen, Pabvo\u2010Point.<\/p> <p>Mit Bodo Control ging es u\u0308ber eine bizarre und sich sta\u0308ndig vera\u0308ndernde Landschaft Richtung Felsku\u0308ste. Die hohe Bergkette mit teilweise schneebedeckten Fla\u0308chen erschien am Horizont. War uns in Pajala noch ein dichter Baumbestand und gru\u0308nes Weideland aufgefallen, so hatte sich in der Zwischenzeit der Boden zum Fels mit nur niedriger Vegetation ohne Wa\u0308lder vera\u0308ndert. Hier war nur an wenigen Monaten am Jahr keine Schneedecke vorhanden \u2010 und wir kamen zur richtigen Zeit! Die gesamte Landschaft war am Blu\u0308hen und tausende von Seen bildeten sich vom Schmelzwasser auf der Felslandschaft.<\/p>\n<p>Der Anflug auf Banak mit der Stadt Lakselv war fantastisch. Direkt am Wasser lag die riesige Piste in Nord\u2010Su\u0308d\u2010Ausrichtung. U\u0308ber die hohen Berge im Su\u0308den des Platzes flogen wir in ein weites Tal und bauten in kurzer Zeit 3000 Fu\u00df Ho\u0308he im Gleitflug ab. Der Controller war ausgesprochen freundlich und ohne weiteren Verkehr am Platz landeten unsere drei Maschinen mit dem Ziel Tankstelle. Laut AIP wu\u0308rde der Flugplatz in Honningsva\u030ag in genau einer Stunde geschlossen und alles musste jetzt schnell geschehen. Beim Tanken kam u\u0308ber Funk die Meldung, dass der Platz in Honningsva\u030ag jetzt gerade schloss. Fu\u0308r uns ein Schock! Zu allem Verdruss meldete sich jetzt der Towerlotse von Banak bei uns und teilte Sichten von ca. 500 Meter bei starkem Nebel in Honningsva\u030ag mit. Aber es gab noch eine weitere O\u0308ffnung ab 17 Uhr Lokalzeit bis ca. 23 Uhr in der Nacht und somit eine weitere Chance! Wenn man dazu \u201eNacht\u201c sagen konnte. Fliegen ist hier rund um die Uhr mo\u0308glich. So hatten wir noch drei Stunden Zeit und fuhren mit dem Taxi nach Lakselv zu einem nahe gelegenen Restaurant und a\u00dfen, was nach dem Fliegen unsere zweitha\u0308ufigste Bescha\u0308ftigung war.<\/p>\n<p>Mit genu\u0308gend Treibstoff im Tank fu\u0308r einen Flug zum Kap und zuru\u0308ck nach Pajala starteten wir auf der Piste 35 bei bestem Wetter und guter Laune. Der Platz in Honningsva\u030ag wa\u0308re jetzt wieder offen, so hatte man uns vor dem Start noch mitgeteilt. Wie schnell sich das a\u0308ndern kann, wu\u0308rden wir aber spa\u0308ter noch erfahren. Eine halbe Flugstunde no\u0308rdlich lag das Kap vor uns. Dietmar flog mit der D\u2010ETIV von Westen an, wir wa\u0308hlten den direkten Weg von Su\u0308den u\u0308ber das Land und die D\u2010ELQC flog u\u0308ber Honningsva\u030ag, aus Osten kommend, zum Kap. Das Licht der tiefergehenden Sonne warf lange Schatten. Eine hohe Bewo\u0308lkung lie\u00df das Licht, wie von tausenden von Spots erzeugt, auf die Nebeldecke scheinen, die sich vom Norden her u\u0308ber das Meer auf die Ku\u0308ste zubewegte. An vielen Stellen wurde der Nebel in die steilen Felswa\u0308nde nach oben gedru\u0308ckt.<\/p> <p>Die gute Nachricht der QC erreichte uns kurz vor dem Ziel: der Flugplatz ist frei, wir k\u00f6nnten wohl landen. Knapp 100 Meter \u00fcber dem steil abfallenden Felsen flogen wir in einer Rechtskurve \u00fcber den Aussichtspunkt des Nordkaps. Somit konnte sich der Pilot auf das Fliegen konzentrieren und der Co Eckhard und Anne im Heck, die ebenfalls rechts sa\u00df, hatten eine direkte Sicht auf den n\u00f6rdlichsten Punkt Europas. Es war einfach ein tolles Gef\u00fchl.<\/p> <p>Mittlerweile waren Heiner und Dietmar auch \u00fcber dem Kap am Kreisen. Unten waren auf dem Plateau viele Wohnmobile zu erkennen und nur wenige Menschen hielten sich am Aussichtspunkt auf und hie\u00dfen uns mit winkenden Armen willkommen. Welche Leichtigkeit des Seins f\u00fchlte ich beim Kreisen. Einfach den Augenblick genie\u00dfen. Vor allem Schw\u00e4rmen durfte aber der Blickkontakt zu den beiden anderen Flugzeugen nicht verloren gehen. St\u00e4ndig informierten wir uns via Sprechfunk \u00fcber Position, H\u00f6he und Absichten. Nach etlichen Vollkreisen in\u00a0unterschiedlichen H\u00f6hen waren viele Bilder aufgenommen.<\/p> <p>Wir drehten als erste Maschine Richtung S\u00fcdosten zum Platz von Honningsv\u00e5g. Die freundlichen Dame am Sprechfunk begr\u00fc\u00dfte uns herzlich, aber stellte fest, dass der Platz geschlossen sei, weil man auf der Landebahn die Befeuerung ausbaute. Da schweres Ger\u00e4t auf der Bahn sei, w\u00fcrde man fr\u00fchestens in einer halben Stunde \u00f6ffnen. Da n\u00fctzt uns kein Flugplan was, dachte ich. Auch in den Notams vom fr\u00fchen Morgen in Pajala war keine Rede von den Arbeiten. So einigten wir uns nach kurzem Gespr\u00e4ch auf 10 Minuten Wartezeit. Das war ok. Die Zeit nutzen wir zum \u00dcberflug des kleinen \u00d6rtchens s\u00fcdlich des Platzes und sahen schon von Nordwesten her sich langsam eine Nebelwand Richtung Flugplatz zu bewegen.<\/p> <p>Der Flugplatz befindet im Norden einer bis 1100 Fu\u00df hohen Felskette direkt am Meer. Der Anflug geht direkt vorbei an den schroffen Felsen, wobei man im Endteil der 08 zur 800 Meter langen Asphaltbahn schra\u0308g anfliegen muss. Da meist ein kra\u0308ftiger Wind weht, musste eine starke Windscherung mit einkalkuliert werden. Mit 75 Knoten Fahrt wa\u0308hlen wir bei zwei Klappenstufen den Anflug mit einem angemessenen Radius. Nach knapp 400 Metern kam unsere Piper wohlbehalten zum Stehen. Wir waren am Nordkap gelandet!<\/p>\n<p>Die Begru\u0308\u00dfung durch das Bodenpersonal war \u2010 wie immer\u2010 ausgesprochen freundlich. Natu\u0308rlich wollten wir sofort zum Kap! Leider waren alle (vier!) Taxen ausgebucht und mehr als eine Stunde verging, bis wir einen Bus finden konnten, der uns mit 9 Personen ans Kap befo\u0308rderte. Auch die Norweger sind sehr gescha\u0308ftstu\u0308chtig. Der Bus kostete und fu\u0308r die Fahrt hin und zuru\u0308ck 325 Euro. Eine stattliche Summe fu\u0308r zweieinhalb Stunden. Eine Fahrt dauerte ca. 45 Minuten jeweils, der Rest war Aufenthalt. Auch dieser wurde mit 25 Euro pro Person Eintrittsgeld nochmals gut bezahlt. Aber es wa\u0308re vermessen, nach einem solchen Trip an diesen Kosten das Erlebnis scheitern zu lassen. Das wissen die Norweger sicherlich auch...<\/p> <p>Unten im Meer schob sich die geschlossene Wolkendecke von der Seeseite den Felsen hoch. Wir mussten uns beeilen, bevor der etwas su\u0308dlicher liegende Flugplatz auch davon betroffen sein wu\u0308rde. Nach gut 30 Minuten Aufenthalt ging es zuru\u0308ck zum Platz. Unterwegs machten wir schon mit den ersten Nebelba\u0308nken Bekanntschaft. Unser Bus wurde regelrecht verschluckt. Der Nebel kam mittlerweise u\u0308ber die Pa\u0308sse der Felsenkette gen Su\u0308den durch, als wolle er uns mit Geisterhand u\u0308berziehen. Beim Eindrehen ins Tal Richtung Flugplatz stellten wir fest, dass wir zu spa\u0308t waren. Der Nebel griff bereits nach unseren Flugzeugen. Noch waren die Sichten fu\u0308r einen Start ausreichend. Die Piste war direkt am Wasser und nach Norden waren keine Hindernisse zu erwarten. Auch war die Nebeldecke sehr du\u0308nn. Nach ganz kurzer Zeit war man sicher daru\u0308ber.<\/p> <p>Auf dem Flugplatz kannte man diese Wetterlage bestens und wir konnten nach kurzem Briefing um 21:45 Uhr Lokalzeit starten. Wir waren mit der D\u2010ELPA die Ersten, die sich nach Norden in gute Sichten auf dem Weg machen sollten. Kurz nach dem Start blieb bereits der Nebel im Tal zuru\u0308ck und bei einem tollen weichen Sonnenlicht fu\u0308hrte unser Weg gen Su\u0308den nach Pajala, wo wir gegen Mitternacht erwartet wurden. Jukka hatte uns bereits mitgeteilt, dass die Landung auch ohne ihn mo\u0308glich wa\u0308re und die Schlu\u0308ssel der Mietwagen wurden von ihm beim Piloten der am Platz arbeiteten Crew der Aero Commander abgegeben. Die Crew arbeitet fu\u0308r die schwedische Regierung und macht Vermessungsflu\u0308ge fu\u0308r eine Feststellung von Bodenscha\u0308tzen. Eine besondere Sende\u2010 \/Empfangsvorrichtung detektiert unter anderem Erzvorkommen fu\u0308r eine Bodenkarte, hatte ich im Gespra\u0308ch mit dem Piloten erfahren. Dinge fu\u0308r die Schweden nach der Holzindustrie bekannt ist.<\/p>\n<p>Bevor wir starteten, ho\u0308rten wir die angeku\u0308ndigten elf franzo\u0308sische Flugzeuge u\u0308ber dem Flugplatz kreisen. Diese kamen zu spa\u0308t, denn der Nebel machte eine Landung unmo\u0308glich. Wir ho\u0308rten u\u0308ber Funk, dass sich die Crews nach u\u0308ber 30 Minuten Wartezeit entschieden, nach Banak zu fliegen. Eine Landung an diesen Abend erschien als nicht mehr mo\u0308glich. Was hatten wir fu\u0308r ein Glu\u0308ck!<\/p> <p>Der Ru\u0308ckflug wurde durch die Mitternachtssonne zu einem unvergesslichen Erlebnis. Folgende Bilder, die Anne wa\u0308hrend des Ru\u0308ckflugs vom hinteren Sitz schoss, ko\u0308nnen nur unvollkommen die Eindru\u0308cke und das Farbenspiel wiedergeben. Unkommentiert erza\u0308hle ich damit den Flug zuru\u0308ck nach Pajala.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Einen Tag Erholung vom Fliegen<\/h2>\n<p>Vor drei Tagen waren wir in Deutschland gestartet und jetzt sind wir u\u0308ber 2.500 km geflogen und am Ziel. Der na\u0308chste Tag war fu\u0308r Anne und mich vom Ausschlafen gepra\u0308gt. Waren wir doch erst gegen 2 Uhr nachts ins Hotel zuru\u0308ckgekommen. Aus Honningsva\u030ag hatte ich mit Jukka noch telefoniert und die spa\u0308te Landung angeku\u0308ndigt. Er hatte mit dem Hotel gekla\u0308rt, dass wir noch einen Imbiss bekamen.<\/p> <p>Mit Lachsbro\u0308tchen und \u201eStarko\u0308l\u201c feierten wir unseren Flug. Die Eindru\u0308cke hatten Anne und mich die ganze Nacht begleitet, wir erza\u0308hlten uns von unseren Bildern im Kopf. Als Anne und ich zum Fru\u0308hstu\u0308ck wollten, kam schon Dietmar entgegen: \u201eaufsitzen \u2010 es geht los!\u201c Mit knurrendem Magen fu\u0308gten wir uns seinem Plan. Der Weg fu\u0308hrte uns u\u0308ber die Hauptstra\u00dfe 99 nach Norden und dann ins o\u0308stlich gelegene finnische Kolari, direkt hinter der Grenze.<\/p>\n<p>Dieser Ausflug hatte den Vorteil, dass wir uns wieder mit Euro eindecken konnten. Finnland hat im Gegensatz zu Schweden diesen bereits eingefu\u0308hrt. Viel zu entdecken gab es dort nicht, sodass wir uns bald wieder in Pajala trafen. Die Route fu\u0308r den Ru\u0308ckflug musste besprochen werden. Es sollte, bedingt durch das kra\u0308ftige Tiefdruckgebiet im Westen von Norwegen, u\u0308ber die Westku\u0308ste Finnlands gehen. Die Wetterprognose fu\u0308r die Route entlang des Bottnischen Meerbusens auf der finnischen Seite war gut. U\u0308ber dem Land gab es eine starke Entwicklung von \u201etowering cumulus (TCU)\u201c mit eingelagerten CBs. Die See war frei. U\u0308ber Internet gab ich bei der deutschen AIS die Flugpla\u0308ne auf. Somit hatten wir fu\u0308r den morgigen Tag Zeit gespart.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Ru\u0308ckflug u\u0308ber Finnland<\/h2>\n<p>Die Route fu\u0308hrte uns u\u0308ber Oulu nach Vaasa zum Tanken. Die Untergrenzen am na\u0308chsten Morgen waren passabel. Das Wetter meldete sehr gute Sichten und eine nach Su\u0308den hin ansteigende Wolkenbasis. Vollgetankt ging es um 11 Uhr Lokalzeit Richtung Su\u0308den. Jukka verabschiedete sich mit \u201eseinen\u201c Flugplatz\u2010Rentieren von uns und wird bezahlten fu\u0308r Landung, Stellzeit und Mietwagen umgerechnet ca. 120 Euro pro Maschine. Das erschien uns ein sehr fairer Preis zu sein. Das Hotel hatten wir mit ca. 65 Euro pro Zimmer zu Buche stehen.<\/p> <p>Das Wetter klarte zunehmend auf und die versprochen hohe Wolkenbasis mit den sehr guten Sichten trat genauso ein. Die finnischen Controller u\u0308bergaben uns sta\u0308ndig an die die lokalen Flugpla\u0308tze entlang der Ku\u0308ste. Wir durchquerten mit 2.500 Fu\u00df die TMA\u2010Luftra\u0308ume ohne Probleme. Fliegen in Finnland ist mit guter Flugvorbereitung herrlich und einfach. Am Au\u00dfenthermometer begann die Temperatur immer weiter zu steigen, je mehr wir in den Su\u0308den kamen. Die Sonne hatte uns wirklich verwo\u0308hnt und Skandinavien zeigte sich uns von der besten Seite. In Vaasa landeten wir zum Tanken und flogen in direktem Kurs auf Turku, am su\u0308dlichen Ende von Finnland gelegen, zu. Uli hatte am Vorabend ein Hotel im dortigen Fa\u0308hrhafen gebucht, das uns von den Preisen als angemessen erschien. Hotels, Essen und die Lebenshaltung allgemein ist deutlich teurer als wir dies in Deutschland kennen.<\/p> <p>Turku Airport erschien uns nach der Landung genauso verlassen wie Vaasa. Der Sommerflugplan ist sehr du\u0308nn, erfuhren wir. Nur wenige Flugzeuge nutzen die hervorragende Infrastruktur. Alle Pla\u0308tze waren technisch auf dem besten Stand und mit Navigationshilfen u\u0308ppig ausgestattet. U\u0308ber Sicherheit und Zoll scheint man sich hier auch weniger Sorgen zu machen als in Deutschland. Insgesamt gehen nach unserem Empfinden die nordischen La\u0308nder entspannter mit diesem Thema um. Sicherlich zum Wohle der Flieger und nicht zu Lasten der Sicherheit.<\/p>\n<p>Durch menschenleere Hallen gingen wir zum Taxistand. Dort wartete ein einziges Taxi, das sofort mit vier Personen befu\u0308llt wurde. Kurz danach fuhr ein Linienbus vor. Nach einem kurzen Gespra\u0308ch mit dem Fahrer rief ich alle wartenden vier Mitflieger herbei. Der Bus hielt im Fa\u0308hrhafen, wo sich unser Hotel befinden sollte. Welch Zufall! Fu\u0308r 2,50 Euro kamen wir zum \u201eBest Western\u201c \u2010 Hotel, wobei der Bus freundlicherweise uns direkt vor dem Eingang ins Hotel entlie\u00df. In Deutschland undenkbar. Hier das Versta\u0308ndnis von Service und Freundlichkeit.<\/p> <p>Das Hotel war ok und fu\u0308r eine Nacht mehr als passabel. Den Abend verbrachten wir mit einem Spaziergang durch einen nahe gelegenen Park Richtung Zentrum entlang des Flusses Aurajoki. Eine kleine Fa\u0308hre lies uns auf die gegenu\u0308berliegende Flussseite u\u0308bersetzen, wo wir auf einem Restaurantboot in lauer Abendstimmung zu Abend a\u00dfen. Turku vorgelagert sind die Scha\u0308ren, ein Archipel mit u\u0308ber 20.000 Inseln, welches Finnland und Schweden verbindet. A\u0308hnliche Scha\u0308renlandschaften findet man nur noch entlang der Atlantikku\u0308ste Kanadas und an der Hudsonbay. Jukka hatte uns beim Abflug aus Pajala noch einen Tipp gegeben, auf den wir noch zuru\u0308ckkommen wu\u0308rden.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Kumlinge \u2013 eine Trauminseln fu\u0308r (geu\u0308bte) Flieger in den Scha\u0308ren<\/h2>\n<p>Jukka \u0301s Tipp war Kumlinge, eine kleine Insel o\u0308stlich von Mariehamn, der Hauptinsel von A\u030aland. Diese Inseln haben eine eigene Flagge und eigene Postwertzeichen, geho\u0308ren aber als Provinz zu Finnland. Kumlinge ist mit knapp 400 Einwohner und einem kleinen Flugplatz unser Reiseziel. Nach 30 Minuten Flugzeit erreichen wir als erste Maschine die Insel. Der Platz ist unkontrolliert und nicht besetzt. Da wir genau Crosswind mit ca. 15 Knoten hatten und durch die Bewachsung auch sicherlich mit Bo\u0308en versehen werden, erkundeten wir aus der Luft die Piste. Mit 600 Meter Asphalt auf 18 Meter Breite nicht ohne. Wir entschlossen uns fu\u0308r einen Anflug vom Wasser in Richtung 33. Mit stabiler Fahrt von 75 Knoten, dritter Kappenstufe und ma\u0308chtig in den Ruder stehend, die Maschine gegen den Wind von links auf die La\u0308ngsachse ausrichtend, steckten wir einige Windbo\u0308en gut weg. Kurz vor der Bahn angekommen, stieg ein ganzer Pulk von Mo\u0308wen auf, der sich auf der warmen Bahn direkt an der Meereskante sonnte. Ca. 30 Meter hinter der Schwelle setzt die D\u2010ELPA gut und mittig auf, wobei ein angemessenes Bremsen uns vom Overshoot bewahrt. Durch die etwas ho\u0308here Anfluggeschwindigkeit mussten wir 10 Knoten zusa\u0308tzlich abbauen. Mit den u\u0308blichen 66 Knoten bei ruhigem Wetter hatte das heute nichts zu tun. Die na\u0308chsten beiden Maschinen landen ebenfalls, wobei dort auch ma\u0308chtig aufgepasst werden musste. Einem unerfahrenen Piloten darf man diese Insel nicht empfehlen. Die Wetterlage mit Crosswind ko\u0308nnte sonst sehr leicht u\u0308berfordern und zu Bruch fu\u0308hren.<\/p>\n<p>Wir stellten ab und erkundeten die Insel. Von unserem Kommen nahm niemand Notiz. So wanderten wir ca. 4 Kilometer zum na\u0308chsten Wirtshaus. Dort wurden wir mit leckeren Pancakes nach \u201eArt A\u030aland\u201c (eher ein flacher Ka\u0308sekuchen mit Pflaumenkompott und Sahne, sehr empfehlenswert!) versorgt. Wir hatten uns entschlossen, diese Nacht hier zu bleiben, die beiden anderen Crews trieb es weiter nach Varberg. So verabschieden wir uns nach dem Essen und ho\u0308rten die D\u2010ETIV im tiefen U\u0308berflug vorbei rauschen. Der Wirt hatte uns gebeten, ein Bild von seinem Haus zu senden. In farbenfroher Landschaft wanderten wir noch 2 Kilometer, bis wir an den kleinen Hafen von Kumlinge gelangten. Hier gibt es das \u201eRestaurang Kasto\u0308ren\u201c. Schnell lernten wir Julia kennen, die uns ein kaltes Bier servierte und uns eine Hu\u0308tte mit 6 Schlafpla\u0308tzen fu\u0308r 65 Euro die Nacht anbot. Die Inhaberin, De\u0301sire\u0301e Johansson wurde von Julia versta\u0308ndigt mit der Bitte, mit ihrem Van zu kommen. Wir mussten ja noch unsere Dinge aus dem Flieger holen. Jetzt war es ein Vorteil die Schlafsa\u0308cke dabei zu haben. Mit De\u0301sire\u0301e kamen wir gleich ins Gespra\u0308ch und vereinbarten, dass sie uns am na\u0308chsten Morgen einen Laptop mit Internetanschluss mitbringt.<\/p> <p>Nach dem Fru\u0308hstu\u0308ck wollten wir die Flugpla\u0308ne aufgeben und das aktuelle Wetter einholen. Den Abend genossen wir im kleinen Restaurant auf dem Hu\u0308gel im Yachthafen bei einem sehr guten chilenischen Rotwein. Mit der Abendsonne schliefen wir ein. Es erwartete und ein scho\u0308ner Flug u\u0308ber die Scha\u0308renlandschaft nach Schweden. Die kleine Insel, die wir gefunden hatten, sollte sich auf dem Weg noch tausendmal in verschiedenen Formen wiederfinden. Wenn wir nicht wu\u0308ssten, dass wir im Norden von Europa wa\u0308ren, ha\u0308tten wir uns fast wie in der Su\u0308dsee gefu\u0308hlt. Na ja \u2010 die Temperaturen holten uns mit knapp u\u0308ber 23 Grad dann doch wieder zuru\u0308ck.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Ru\u0308gen \u2013 unser Tor nach Hause<\/h2>\n<p>Urspru\u0308nglich hatten wir geplant unseren Trip in Da\u0308nemark, mit Zelten auf Endelave, zu beenden. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Auch in Deutschland sah es nicht gut aus. Paderborn war fast dicht. Bereits am Abend zuvor hatten wir entschieden, einen weiteren Tag zu verla\u0308ngern und auf Ru\u0308gen zu u\u0308bernachten. Ich rief Stephan Buchhester an, der auf Ru\u0308gen wohnend sich bestens auskennt. Er besorgte uns trotz Hochsaison und ausgebuchter Hotellage noch tolle Zimmer unweit der Promenade in Binz. Auf dem Flugplatz sollte auch ein Mietwagen bereitstehen. Mit dieser Vorfreude machte ich direkt nach dem Fru\u0308hstu\u0308ck die Flugplanung. Es sollte u\u0308ber Mariehamn und das Zentrum von Stockholm nach Ronneby zum Nachtanken gehen. Als U\u0308berflugpunkt der Grenze gaben wir Rikum an.<\/p>\n<p>Ronneby (ESDF) begru\u0308\u00dfte uns mit einem Schauergebiet direkt im Anflug. Aber die lange Bahn von 2330 Meter erlaubte eine lange Landung und wir konnten das Regengebiet etwas meiden. Der Flugplatz erschien verlassen. Der sehr freundliche Herr auf dem Tower musste erst den Tankwart suchen, der aber nach 5 Minuten aufgetrieben werden konnte. Bereits u\u0308ber Funk hatte ich mich erkundigt, ob AVGAS fu\u0308r uns verfu\u0308gbar wa\u0308re. Sonst wa\u0308ren wir nach Malmo\u0308 weiter geflogen. Es klappte sehr gut mit dem Nachtanken, aber einen Flugplan konnte ich nirgends aufgeben. Keiner da. So wa\u0308hlte ich die deutsche AIS an und gab per Telefon alle Daten durch. Per FAX wollte man den Plan nach Schweden senden. Das klappte ausgezeichnet. Bereits nach 20 Minuten waren alle Daten da und wir konnten das fu\u0308r heute letzte Leg nach Ru\u0308gen antreten. Wir gingen u\u0308ber den Ausflugspunkt \u201eBrakne Hoby\u201c direkt auf Kurs Richtung \u201ePerry\u201c. Unterwegs bot Sweden Control uns ohne Nachfrage eine Abku\u0308rzung an. Wir konnten ALM rechts liegen lassen und direkt \u201eSallo\u201c ansteuern, der Grenze zum deutschen Luftraum. Wir meldeten uns dort bei den Schweden ab und riefen nach einer Woche englischem Funkverkehr Bremen Information auf deutsch. Dort blieben wir nicht lange, sondern meldeten uns direkt auf Ru\u0308gen an. Vor uns lag das Kap Arkona. Natu\u0308rlich mussten wir dort vorbei, wie auch an dem KdF\u2010Seebad Prora. Ein riesiger Bau aus der NS\u2010Zeit, den Stephan mit 56.000 qm und Millionenschulden mit verwaltet. Bis zu 20.000 Menschen sollte hier gleichzeitig Urlaub machen ko\u0308nnen, so die damalige Planung. Insgesamt ist der \u201eKoloss von Prora\u201c ca. 4,5 km lang und in acht baugleiche Ha\u0308userblocks unterteilt. Leider war Stephan nicht da, aber das na\u0308chste Mal haben wir uns vorgenommen mehr zu sehen und von ihm die Geschichte zu erfahren. U\u0308ber Binz, an den Kreidefelsen vorbei, ging es in ein sehr langes Final zum Flugplatz Gu\u0308ttin. Bo\u0308iges Wetter, aber Sonnenschein, erwartete uns. Den Flieger wollten wir erst am na\u0308chsten Tag tanken, heute lieber direkt zum Strand! Der Mietwagen, ein Service des Flugplatzes, stand bereit. Es ist sehr zu empfehlen, vor der Ankunft einen Wagen zu mieten. Mit 56 Euro pro Tag auch preiswerter und flexibler als ein Taxi nach Binz und zuru\u0308ck zu bestellen.<\/p>\n<p>Das Wetter zeigte uns hier noch Sonne und Wolken, die aber mit einer Basis von 2800 Fu\u00df willkommen waren. Eckhard stellte die kleine Piper direkt nach dem Abheben von Kumlinge auf der 15 mit der Nase nach rechts in den Wind und wir flogen u\u0308ber den Yachthafen Richtung Westen. Wir hatten dort versprochen, ebenfalls Bilder zu senden. Anne schoss diese im tiefen U\u0308berflug. In 2500 Fu\u00df Ho\u0308he, mit besten Sichten auf die Scha\u0308ren, ging es mit starkem Gegenwind und nur knapp 100 Knoten Richtung Stockholm. Wir durften in dieser Ho\u0308he das Zentrum mit der Altstadt \u201eGamla Stan\u201c u\u0308berfliegen.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Alles geht einmal zu Ende<\/h2>\n<p>Der Abend auf Ru\u0308gen war ein scho\u0308ner Abschluss des Urlaubs. Bei guten Essen und wirklich moderaten Preisen lie\u00dfen wir die Bilder der Reise Revue passieren. Wir hatten einen wunderscho\u0308nen und erholsamen Fliegerurlaub. Anne als Passagier war aber doch froh, dass das Sitzen ein Ende hatte. Zwar waren die Eindru\u0308cke u\u0308berwa\u0308ltigend, aber das monotone Brummen des Triebwerks war das auch. Der na\u0308chste Morgen hatte laut GAFOR in der Mitte von Deutschland geschlossene Verha\u0308ltnisse bis ca. 12 Uhr vorher gesagt. Wir nutzen die Zeit fu\u0308r eine Rundreise im Westen der Insel. Gegen 14 Uhr und einer besseren Prognose starteten wir zum letzten Stu\u0308ck der Reise. Da die Sichten unten immer noch nicht so gut waren und die Basis sich bei 2000 Fu\u00df befand, stiegen wir auf FL65. Dort oben war bestes Wetter! Immer wieder erschienen gro\u00dfe Lo\u0308cher, die einen problemlosen Abstieg anboten. Auf Anfrage bei Bremen Information wurde uns der Luftraum D von Hannover in FL70 zur Querung frei gegeben. Nach knapp 2,5 Stunden landeten wir glu\u0308cklich, aber doch geschafft, nach einer Woche Flugreise wieder in Paderborn. Die beiden anderen Crews waren schon am Vortag angekommen. Leider war eine Maschine in Varberg bei der Landung zu Schaden gekommen, aber keiner der Piloten war verletzt. Somit nahm alles ein gutes Ende.<\/p>\n<p>(c) Dirk Linn, LSV Rietberg eV, dirk.linn(@)lsvr.de<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Dirk-Linn-LSV-Rietberg-das-nordkap-am-ende-der-welt.pdf\"> <svg aria-label=\"Open\" role=\"img\"><use href=\"#tf-ti-search\"><\/use><\/svg> <img src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Das-Nordkap-mit-dem-LSV-Rietberg.jpg\" title=\"Reisebericht als PDF\" alt=\"Reisebericht als PDF\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Das-Nordkap-mit-dem-LSV-Rietberg.jpg 295w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Das-Nordkap-mit-dem-LSV-Rietberg-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/> <\/a> <h3> <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Dirk-Linn-LSV-Rietberg-das-nordkap-am-ende-der-welt.pdf\"> Reisebericht als PDF <\/a> <\/h3>\n<h3>Fotostrecke des Abenteuers<\/h3>[gallery ids=\"1758,1836,1835,1834,1833,1832,1831,1830,1829,1828,1827,1826,1825,1824,1823,1822,1821,1820,1819,1818,1817,1816,1815,1814,1813,1812,1811,1810,1809,1808,1807,1806,1805,1804,1803,1802,1801,1800,1799,1798,1797,1796,1795,1794,1793,1792,1791,1790,1789,1788,1787,1786,1785,1784,1783,1782,1781,1780,1779,1778,1777,1776,1775,1774,1773,1772,1771,1770,1769,1768,1767,1766,1765,1764,1763,1762,1761,1760,1759\"]","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1749"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1749\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3221,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1749\/revisions\/3221"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}