{"id":1655,"date":"2019-11-03T11:39:09","date_gmt":"2019-11-03T10:39:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lsvr.de\/wdp-test-environment\/djanet-perle-der-oasen-im-tassili-copy\/"},"modified":"2020-02-24T21:02:58","modified_gmt":"2020-02-24T20:02:58","slug":"tripolis-sehen-uns-gehen-flugreise-libyen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/tripolis-sehen-uns-gehen-flugreise-libyen\/","title":{"rendered":"Tripolis sehen und gehen &#8211; Eine Flugreise nach Libyen"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-1655\" data-postid=\"1655\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-1655 themify_builder tf_clear\">\n                    <div  data-css_id=\"95ob307\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row fullheight fullwidth tb_95ob307 tb_first tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_auto_height col_align_middle tb_col_count_2 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-2 tb_t7mr309 first\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_uhdl309 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\">\n                   <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"194\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu.png\" class=\"wp-post-image wp-image-17\" title=\"logo-neu\" alt=\"logo-neu\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu.png 320w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu-300x182.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/>        <\/a>\n    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <\/div>\n<!-- \/module image -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-2 tb_oe02311 last\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_h86l311  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h1>Tripolis &#8211; sehen und gehen.<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text --><!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_bc6v312  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Eine Gruppe von 13 Menschen in fu\u0308nf einmotorigen Flugzeugen aus dem Rietberger Luftsportverein begibt sich im Ma\u0308rz 2006 auf den Flug nach Libyen. Angezogen von Landschaften und Menschen beginnt in Paderborn das kleine Abenteuer. Nach 5 Jahren vergeblicher Bemu\u0308hung schien das Unmachbare doch mo\u0308glich zu sein: die U\u0308berflugrechte hatten wir in der Tasche. Danach gingen die Probleme erst richtig los.<\/p>\n<p>Der Reisebericht erz\u00e4hlt von der Vorbereitung, der Sturheit sich nicht vom Ziel abbringen zu lassen und dem Ergebnis. Heute w\u00fcrden wir sagen &#8222;Gl\u00fcck gehabt&#8220;!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                        <\/div>\n        <\/div>\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_qa2n307 tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_align_middle tb_col_count_4 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_log4313 first\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_rdcq313 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"188\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DirkLinn.png\" class=\"wp-post-image wp-image-1003\" title=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\" alt=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\">    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <div class=\"image-content\">\n                    <h3 class=\"image-title\">\n                                    Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV                            <\/h3>\n                    <\/div>\n    <!-- \/image-content -->\n        <\/div>\n<!-- \/module image --><!-- module buttons -->\n<div  class=\"module module-buttons tb_bkn0313 buttons-horizontal solid  circle\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"module-buttons-item tf_in_flx\">\n                        <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/reisen-und-flug-abenteuer\/\" class=\"ui builder_button tf_in_flx tb_default_color\" >\n                                                Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht                                        <\/a>\n                <\/div>\n            <\/div>\n<!-- \/module buttons -->\n<!-- module buttons -->\n<div  class=\"module module-buttons tb_79mc313 buttons-horizontal solid  circle\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"module-buttons-item tf_in_flx\">\n                        <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\" class=\"ui builder_button tf_in_flx tb_default_color\" >\n                                                Startseite                                        <\/a>\n                <\/div>\n            <\/div>\n<!-- \/module buttons -->\n        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_w80o314\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_ka7x314   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Der erste Kontakt<\/h2>\n<p>Die Sonne brannte in der Mittagshitze unbermherzig auf das Vorfeld des Flughafens von Tozeur in der Wu\u0308stenlandschaft von Tunesien. Zwei unserer Piper PA-28 machten Probleme und wir mussten die Motoren reinigen. Der Wracks der beiden riesigen B-747 von Saddam Hussein warfen noch keinen Schatten auf unsere kleinen Viersitzer. Es ist mitten im Ma\u0308rz des Jahres 2005 und sieben kleine Sportflieger hatten abermals den Sprung nach Afrika gewagt, nach Algerien 2001 und dem Senegal 2004 nun in die Wu\u0308ste von Tunesien. Unser langja\u0308hriges Ziel war Libyen, aber das blieb uns wegen fehlender Kontakte leider immer verwehrt. Wir wussten bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass nun alles anders kommen sollte. Fast unbemerkt landete im Hintergrund auf der langen Wu\u0308stenpiste eine zweimotorige King Air 300.<\/p>\n<p>Ich sa\u00df im Schatten der Piper und wischte mir den Schwei\u00df aus dem Augen. Las ich richtig? Die King Air kam aus Libyen! Es war ein Flieger der dortigen Air Ambulance. Zwei Piloten stiegen aus und warteten auf den Transport. Sofort ruhte unsere Arbeit an den Lycoming O-360 Motoren und wir gingen zu den Anko\u0308mmlingen. Es war ein sehr nettes \u201eHallo\u201c und wir sprachen u\u0308ber unsere vergeblichen Absichten nach Libyen einzureisen. Schnell wurden Adressen getauscht und der Captain der King Air, Abdul, versprach uns Hilfe bei unserem Vorhaben. Wir sollten uns gerne an ihn wenden. Freudestrahlend erza\u0308hlten wir der Crew am Abend nach der Reparatur, die viel Dreck und Sand aus Kolben und Filter zauberte, unser tolles Erlebnis.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der lange Weg der Bu\u0308rokratie<\/h2>\n<p>Ein Jahr spa\u0308ter. Es ist Ma\u0308rz 2006. Der Kontakt zu Abdul hatte sich als sehr wertvoll erwiesen. Die Kommunikation nach Libyen geschah fast ausschlie\u00dflich u\u0308ber Fax und Telefon und war sehr mu\u0308hsam. Viele Gespra\u0308che, viele neue Namen, die wiederum neue Funktionen hatten und auch eingebunden werden mussten, sorgen fu\u0308r einen Stapel an Faxen. Bis 14 Tage vor dem Abflugtermin war keine Permissionnummer fu\u0308r den Einflug eingetroffen. Wir sagten den Tripp ab, um den Druck zu erho\u0308hen. Erst jetzt kam das lang ersehnte Fax, gepaart mit ca. 5 weiteren Telefonaten pro Tag eine Woche lang.<\/p>\n<p>Der Direktor der libyschen CAA wurde letztlich eingeschaltet. Pro Stufe, die wir in der Hierarchie u\u0308bersprangen, musste unsere gesamte Geschichte mit unserem Vorhaben erneut dargelegt werden. Zum Schluss bestanden die Faxe nur noch aus Textbausteinen. Wir hatten Routine!<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Ein besonderes Augenmerk lag auch auf den Gebu\u0308hren. Vorgewarnt, dass Libyen sehr teuer ist (siehe auch den Bericht im Fliegermagazin im Oktober 2005), hatte ich mit Abdul vereinbart, dass Landegebu\u0308hren und Parken kostenfrei sein werden. Hier mussten wir seinem Wort vertrauen, es gab diese Aussage trotz mehrmaliger Anfrage nicht schriftlich. In den vielen Telefonaten hatte ich ein Vertrauen zu ihm aufgebaut und ich nahm sein Wort an.<\/p>\n<p>Da wir erst 14 Tage zuvor die Permissions bekommen hatten, war fu\u0308r das Visum ho\u0308chste Zeit! Im Schreiben der CAA war ganz klar darauf hingewiesen worden, dass wir ein gu\u0308ltiges Visum beno\u0308tigen wu\u0308rden. Abdul wollte sich auch um das Visum fu\u0308r alle vor Ort ku\u0308mmern. Dazu beno\u0308tigte er die Kopien der gesamten Reisepa\u0308sse. Beim Briefing im Clubheim auf dem Flugplatz in Paderborn erstellten wir Kopien und bereiteten das Fax vor. Leider stellte sich heraus, dass die benutzten Fax-Gera\u0308te in Libyen nur einen Standard von 100 x 200 Punkten Auflo\u0308sung und keine Graustufen unterstu\u0308tzten. Damit waren die Kopien nutzlos. Wir beno\u0308tigten weitere zwei Tage um dies zu lo\u0308sen, in dem wir eine der sehr spa\u0308rlich vorhandenen E-Mail Adressen von Abdul benannt bekamen. Er wickelte jetzt den Vorgang u\u0308ber die Firma der Air Ambulance ab, die eine E-Mail Adresse von yahoo.com nutzte.<\/p>\n<p>Alle Daten waren nun ca. 7 Tage vor dem Abflugzeitpunkt in Libyen. Wir atmeten auf &#8211; leider zu fru\u0308h! Abdul beno\u0308tigte fu\u0308r die Visa nun Geld von uns, 30 Euro von allen 13 Personen zur Ausstellung pro Visum. Dazu mussten wir auch ein Hotel buchen, damit wohl ein Visum erst gu\u0308ltig sei. Er nannte einen Preis von 150 EUR pro Person in einem 4 Sterne Hotel in Tripoli mit Transfer und Polizei-Eskorte, die wohl im Augenblick no\u0308tig wa\u0308re. Insgesamt beno\u0308tigte er innerhalb von einem Tag somit 4.290 EUR! Diesen Betrag konnte er unmo\u0308glich vorstrecken. Es gab nur die einzige Chance u\u0308ber die Western Union Banken das Geld als Bargeldanweisung zu u\u0308bersenden, sagte er. Falls Abdul ein falsches Spiel mit uns spielen wu\u0308rde, wa\u0308re das Geld unwiderruflich weg! Nach dem Abwa\u0308gen von pro \u0301s und con \u0301s nahmen wir das Risiko in Kauf. Dietmar Gieffers und Elsbeth Bessmann vom Vorstand des Rietberger Clubs versuchten nun innerhalb weniger Stunden das Geld zu transferieren.<\/p>\n<p>Wa\u0308hend ich von der CeBIT aus zwischen Kundengespra\u0308chen mit Libyen Kontakt hielt, Eckard Roos parallel zu seinen Arbeiten an der Paderborner Uni Faxe schrieb, konnten Dietmar und Elsbeth keine Bank finden, die das Geld u\u0308berweisen wu\u0308rde: es gab ein US-Embargo, das jegliche U\u0308berweisung nach Libyen verbot. Drei Tage vor Abflug nun dieser Ru\u0308ckschlag. Ich war am Boden zersto\u0308rt. Dietmar nahm nun seine Kontakte auf und es gab wohl eine Mo\u0308glichkeit in Libyen direkt vor Ort ein Visum zu erhalten. Ich hatte jedoch eine Warnung von Abdul erhalten, dass dies wohl nicht ginge, aber wir wollen zumindest den Versuch wagen. Also gru\u0308nes Licht fu\u0308r die Reise nach Libyen! Die Crew war bereit.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die Route<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Als Route planten wir wegen dem schlechten Wetter im Ma\u0308rz den Weg durch das Rhonetal. Von dort aus sollte es u\u0308ber Korsika und Sardinien nach Monastir gehen, bevor wir u\u0308ber Tripoli einreisen wu\u0308rden. Innerhalb des Landes war die Strecke Ghadames, Ghat und Sheba geplant. Zum Ru\u0308ckflug war die gleiche Route u\u0308ber Tripoli durchs Rhonetal vorgesehen. Alternativ war eine Ostroute u\u0308ber Italien und Kroatien ausgearbeitet.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<h2>Der Abflugtag<\/h2>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Abflugtag war ein Freitag, der 17. Ma\u0308rz 2006. Mit tief liegender Stratusbewo\u0308lkung und fast frostigen einstelligen Temperaturen ging es zum ersten Stopp auf den Flughafen Lyon-Bron (Kennung LFLY). In Lyon wollten wir auf die zwei Crewmitglieder Werner Ho\u0308ing und Gerd Janke warten, die erst am Samstag aus Deutschland abreisen konnten. Als Strecke im Flugplan war SIL-KIR-GTQ-EPL-DO-MO direkt nach Lyon angegeben. Wir u\u0308berstiegen schnell die du\u0308nne Stratusbewo\u0308lkung, die direkt an der Grenze von Frankreich endete. Vor uns nur Sonne und ein etwas dunstiges Rhonetal. Bei gutem Wetter und zweistelligen Temperaturen stiegen wir in Lyon aus.<\/p>\n<p>Hier erwarteten uns schon Dietmar und Elsbeth, die zwei Stunden fru\u0308her geflogen waren. Auch Haissam Chahrour mit seinem Vater Mahmoud und Michael Soueid hatten wir im Funk schon geho\u0308rt. Besonders Haissam und Mahmoud sollten uns auf dem Tripp eine wertvolle Hilfe sein, da die beiden aus dem Libanon stammen und flie\u00dfend arabisch sprechen. Sie waren kurz nach uns mit IFR-Pickup gestartet. Die vierte Maschine hatte mehr Zeit. Christoph Hartmann, Birgit Haase und unser zuverla\u0308ssiger Flugzeugwart Gu\u0308nter Ruskowski waren mit der Cessna 182RG unterwegt. Sie war mit 140 Knoten ISA deutlich schneller als die restlichen PA-28 Archer III mit \u201enur\u201c 110 Knoten. So trafen vierMaschinen am Freitag Abend in Lyon ein. Als \u201eHotel\u201c hatten wir wieder die Jungendherberge mitten in der Altstadt gebucht. Fu\u0308r 15,70 EUR pro Nacht inklusive einem einfachen Fru\u0308hstu\u0308ck ein echtes Schna\u0308ppchen, siehe auch oben den Tipp.<\/p>\n<p>Da alle fu\u0308r die bevorstehende Wu\u0308stentour auch einen Schlafsack mitgenommen hatten, sollte das problemlos gehen. Wir lie\u00dfen den Abend im der herrlichen Altstadt von Lyon ausklingen. Leider hatten wir mit der Auswahl des Lokals keinen guten Griff getan, aber satt waren alle. In zwei Sechserzimmer traten wir die Nachruhe an, sofern uns das Schnarchen der Kollegen nicht den Schlaf raubte. Alles erinnerte etwas an die Jugendfreizeiten, die fu\u0308r uns alle doch schon etwas la\u0308nger Geschichte waren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Lyon und die erste kurze Trennung<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Morgen brachte schlechtes Wetter. Wir dachten an die Maschine mit Werner und Gerd, die heute von Paderborn nach Lyon fliegen sollte. Der Himmel u\u0308ber uns war etwas zugezogen und die Temperaturen zwangen uns zu etwas wa\u0308rmerer Garderobe. Bereits beim Fru\u0308hstu\u0308ck stellte sich die Diskussion ein, dass man doch besser etwas su\u0308dlicher auf die letzte Maschine warten solle und sich dazu Korsika anbo\u0308te. Die 182er mit Birgit, Christoph und Gu\u0308nter sowie eine Piper mit Haissam, Michael und Mahmoud entschlossen sich nach Ajaccio zu fliegen. Unsere Maschine mit Eckhard Roos und Anne Kirchhoff sowie die Maschine von Dietmar und Elsbeth wollten auf die beiden Nachzu\u0308gler warten. Elsbeth wu\u0308rde dann mit Werner weiterfliegen und Dietmar und Gerd sollten ein Team bilden. Anne, Eckhard und ich nutzen den Tag, um Lyon zu erkunden. Fu\u0308r uns war es bereits die dritte Reise in die scho\u0308ne Altstadt, aber wir bekamen nie genug. Lyon ist immer eine Reise wert!<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Mit einem wunderbaren Abendessen in einer Seitenstra\u00dfe der Lyoner Altstadt, entfernt vom Besucherstrom und nur von einheimischen Ga\u0308sten besucht, beschlossen wir den Abend. In der Zwischenzeit war das fu\u0308nfte Flugzeug mit Werner und Gerd eingetroffen, die aber mit dem Wetter etwas zu ka\u0308mpfen hatten. Zwei IFR-Piloten sollte das aber nichts anhaben ko\u0308nnen. Der na\u0308chste Tag erwartete uns dann wieder mit tief ha\u0308ngenden Wolken.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Sprung nach Afrika mit T\u00fccken<\/h2>\n<p>Trotz schlechten Wetters, aber mit der Erwartung von durchfliegbaren Wolkenlayern, machte ich die Flugpl\u00e4ne f\u00fcr alle drei Maschinen fertig. Es sollte \u00fcber VNE-MTL-STP-MERLU direkt nach Ajaccio (LFKJ) gehen. Kaum waren wir gestartet, stiegen wir auf FL75 (= Flugfl\u00e4che 75, ca. 2300 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel). Sp\u00e4ter sollten wir in h\u00f6her werdenden Layern bis auf FL95 steigen. Die Warnung von Marseille mit \u201esevere icing\u201c sollte uns immer begleiten und ein wachsames Auge auf das Wetter und die vielen Wolken werfen lassen. Im Gebirge gilt es jetzt umso mehr, in keinerlei Wolkenschichten einzufliegen. Die Nullgrad-Grenze war schon \u00fcberflogen und mit unterk\u00fchlten Tragfl\u00e4chen kann ein Einflug in dichte Wolken den sicheren Tod bedeuten. Bereits deutlich vor der K\u00fcste hatten wir dann wieder bestes Wetter und waren somit \u00f6stlich an Marseille vorbeigeflogen.<\/p>\n<p><br \/>\u00dcber Saint-Tropez (STP) ging es dann in FL65 \u00fcber das Mittelmeer nach MERLU-Point zum Weiterflug nach Ajaccio. Dank der moderenen GPS-Technik ist die Navigation ein Kinderspiel geworden. Da wir vor einem Jahr aber einen Ausfall des GPS-Empf\u00e4ngers hatten, ist ein \u201ePlan B\u201c mit herk\u00f6mmlicher Navigation immer bereit zu halten. Leider hatten wir mittlerweile mit der D-ETIV einen Ausfall von Transponder Mode-C und wir mussten genau die H\u00f6hen halten und jeden Wechel an ATC melden. Auch das DME war recht taub und wir konnen nur in der N\u00e4he eines Funkfeuers eine Anzeige erhalten. Sofern keines der beiden GPS ausfiel, aber auch kein Nachteil.<\/p>\n<p>Der Wind war mittlerweise sehr st\u00fcrmisch, Anne war auf der R\u00fcckbank mehrmals schon durchgeschleudert worden und hielt sich jetzt \u00fcberall fest. Kr\u00e4ftige B\u00f6en lie\u00dfen die Maschine mehrmals absacken, wodurch der Autopilot m\u00e4chtig nach oben zog. Das Powersetting musste laufend justiert werden, damit wir im Steigen der Luftmassen nicht in den gelben Bereich des Fahrtmessers kamen und beim Sinken gen\u00fcgend Leistung f\u00fcr den steilen Weg nach oben hatten. Es war ein Wetter, wo sich Passagiere und Piloten nicht so richtig wohlf\u00fchlten. Der mit \u00fcber 30 Knoten stark b\u00f6ige Wind peitschte die Gischt \u00fcber die Wellenk\u00e4mme. Tief liegende Wolkenfetzen mit aber lockerer Bew\u00f6lkung sorgten daf\u00fcr, dass sich die einzelnen Maschinen st\u00e4rker in der H\u00f6he und Geschwindigkeit staffelten.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das Wetter in Ajaccio sollte laut Vorhersage gut sein und kein Seenebel war zu erwarten, der bei diesen Wetterlagen eine Landung unmo\u0308glich machen wu\u0308rde. Als \u201eAlternate\u201c hatten wir den etwas no\u0308rdlicher gelegenen Flugplatz von Calvi angegeben. In 2000 Fu\u00df u\u0308ber dem wei\u00df- blauen Meer ging es zum Einflugpunkt NW weiter u\u0308ber W am NDB IS vorbei. Bei fast Windstille landeten wir auf der Piste 02 um gleich danach links abzurollen und zur Tankstelle zu gelangen. Hier wartete bereits die D-ELQC mit Werner und Elsbeth. Direkt nach uns kamen auch Dietmar und Gerd mit der D-ELPA an. Auf dem Apron sahen wir die \u201eVorhut\u201c von gestern mit der schnellen D-EJNG und der D-ELWC von Haissam und Michael. Ich hatte Birgit per SMS die Startmeldung in Lyon gesendet und sie machte mit den Crews in Ajaccio bereits vor unserer Landung die na\u0308chsten Flugpla\u0308ne fu\u0308r die Einreise nach Tunesien klar. Wir hatten nach dem Tanken nur wenig Zeit und gingen dann mit fu\u0308nf Flugzeugen auf den Leg nach Afrika, direkt nach Monastir wo ein Hotel und sommerliche Temperaturen bereits auf uns warteten.<\/p>\n<p>Der Ausflug ging u\u0308ber SA, danach u\u0308ber CORSI-RAMEN-CAR- OSMAR und TUC zum VOR MON des Zielflughafens. Soweit die Planung. Die schnelle C-182 mit Christoph, Birgit und Gu\u0308nter sollte als letzte starten und uns wa\u0308hrend des Fluges einholen. Alle Piper waren in der Luft und schon ca. 20 Meilen su\u0308dlich, als Dietmar u\u0308ber SMS eine Meldung von Birgit erhielt: die C-182 sprang nicht an! Da unser Flugzeugwart Gu\u0308nter Ruskowski in der Maschine sa\u00df und fast die gesamte Werkstattausru\u0308stung dabei hatte (wie wir spotteten), wollten wir weiterfliegen und erwarteten nach der Reparatur die Cessna am na\u0308chsten Morgen in Monastir.<\/p>\n<p>Spa\u0308ter erfuhren wir, dass Gu\u0308nter nach langem Suchen in dem schwer zuga\u0308nglichen Triebwerk der Maschine den Fehler gefunden hatte und beheben konnte. Eine Verschraubung des Bowdenzugs des Mixture-Hebels war am Endpunkt gelo\u0308st und der Motor bekam keinen Treibstoff. Die Eingrenzung des Problems kostete jedoch so viel Zeit, dass der Flug nicht mehr im Tageslicht durchgefu\u0308hrt werden konnte. Mit einem IFR-Flugplan startete jedoch die Cessna noch bei Tageslicht auf Korsika und sollte uns gegen 20 Uhr in Monastir wieder treffen. Birgit war nach der Landung u\u0308ber das Anflugverfahren etwas verwundert, denn die kleine Einmot wurde bis zum U\u0308berflug des Platzes in FL105 gehalten und ein mo\u0308derisch schneller Sinkflug wurde gefordert, da eine Einordnung zu den anfliegenen Jets wohl vorgenommen wurde. Gleichberechtigung auf tunesisch.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Noch ahnten wir nichts vom spa\u0308teren Eintreffen der NG, da wir bei der sta\u0308rker werdenden Bewo\u0308lkung gerade in 3500 Fu\u00df u\u0308ber dem Meer Richtung Sardinien unterwegs waren. Die Sicht nach vorne verriet nichts Gutes! Vor Sardinien staute sich eine ma\u0308chtige Wolkengruppe. Unser Meldepunkt RAMEN lag jedoch genau auf der bergigen Insel. Keine Chance unterhalb einzufliegen, da die Berge uns dann wohl \u201eunfreundlich\u201c empfangen wu\u0308rden. So mussten wir noch vor der Ku\u0308ste u\u0308ber der sicheren See einen Steigflug auf FL 95 beginnen. Mit Vollgas stiegen wir in einen sonnigen und herrlich blauen Himmel. Die Wolkendecke endete in FL85 und wir konnten problemlos den Flug fortsetzen. In der Zwischenheit hatten wir mit Olbia Approach Kontakt und wu\u0308rden kurz vor RAMEN an Cagliari weitergereicht werden.<\/p>\n<p>Unser schlechtes Erlebnis bei den Italienern im letzten Jahr war fu\u0308r uns eine Warnung, nochmals auf dem Platz mit der Kennung LIEE zu landen. Willku\u0308r, Korruption und Langsamkeit warfen uns beim letzten Besuch vor einem Jahr u\u0308ber drei Stunden in der Planung zuru\u0308ck. Der Controller war heute jedoch sehr freundlich und u\u0308bergab uns kurz vor OSMAR an Tunis. Bei wunderscho\u0308nem Wetter u\u0308berflogen wir den Platz von Tunis und sahen im Osten der Stadt das geschichtstra\u0308chtige Karthago liegen. Das Ku\u0308nstlerdorf Sidi bou Said lag etwas no\u0308rdlich davon und war mit der pra\u0308chtigen Ku\u0308stenlandschaft ebenfalls sehr gut zu sehen. Wir sanken auf 3500 Fu\u00df und begannen den Anflug auf Monastir. Kaum waren wir u\u0308ber Afrika, kam die Pflichtu\u0308bung der Berechnung der U\u0308berflugszeiten wieder zum Tragen.<\/p>\n<p>Da wir mit dem Garmin GNS430 ausgestattet waren und im Flugplanungsmodus alle Punkte von uns bereits eingetragen waren, konnten wir sofort alle Estimated Times of Arrival (ETA \u2013 Angabe vierstellig in UTC) ablesen. Einige andere Maschinen hatten das wohl nicht so gemacht und mussten immer wieder neu rechnen oder gaben anstatt der ETA die Estimated Time Enroute (ETE) bis zum U\u0308berflugspunkt (Minutenwert) an. Dieser wurde dann einfach gescha\u0308tzt, aber die Controller gaben sich damit immer gut zufrieden. Manchmal wurde alle fu\u0308nf Minuten nach den ETAs gefragt. Eine gute Vorbereitung und ein gutes GPS sollten sich hierbei auszahlen. Im Anflug nach Monastir wurden wir vom Tower u\u0308berrascht! Das Wetter war fu\u0308r unsere Verha\u0308ltnisse sehr gut, aber er bestand wegen der Sicht von 7 km auf ein Special-VFR.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Kaum hatten wir das angefragt, ging alles wieder weiter. Unser fehlender Mode-C wurde angemerkt, aber blieb ohne Nachteile.. Sogar alle Maschinen konnten gleichzeitig mit S-VFR in die Kontrollzone einfliegen. Bei besten Wetter landeten wir am spa\u0308ten Nachmittag in Monastir und rollten zur Tankstelle, vor uns die untergehende Sonne. In Tunesien gibt es nur an zwei Pla\u0308tzen den Treibstoff AVGAS 100 LL, den wir beno\u0308tigten: Tunis und Monastir. Das wussten auch die Tankstellenbetreiber. Nur gegen Cash in einheimischen Geld (1 EUR entpricht ca. 1,6 Tunesischen Dinar), wollten sie die Betankung vornehmen. Das ging sogar so weit, dass wir erst das Geld zeigen sollten, dann wollten sie erst mit dem Tanken beginnen.<\/p>\n<p>Nun waren mit Haissam und seinem Vater arabisch sprechende Crewmitglieder dabei. Nach einem fu\u0308r europa\u0308ische Verha\u0308ltnisse langen und turbulenten Gespra\u0308ch, einigte man sich, dass zuerst getankt wird, damit die Literzahl feststeht, bevor Geld getauscht wird. Vernu\u0308nftig! Mit ca. 2 EUR pro Liter AVGAS waren wir aber ganz scho\u0308n ausgenommen worden. Nur gut, dass wir ein Hotel fu\u0308r 20 EUR pro Nacht ganz in der Na\u0308he des Flughafens hatten. Es ist sehr wichtig, im Vorfeld der Reise zu buchen, da auf der Einreisekarte das Hotel angegeben werden muss. Vier Taxen brachten uns zum nahe gelegenen Hotel. Natu\u0308rlich zahlten wir viel zu viel fu\u0308r die Taxen!<\/p>\n<p>Das Hotel war sehr gut, nur die etwas weichen Betten brachten uns etwas um den Schlaf. Die meisten Hotels sind zu dieser Jahreszeit noch nicht in Betrieb und unser 3-Sterne Hotel Saadir war kaum belegt. Das gute Essen entscha\u0308digte uns fu\u0308r den langen Flugtag. Am Abend traf dann auch die Besetzung der Cessna ein. Somit konnte es am na\u0308chsten Morgen zum gro\u00dfen Abenteuer Libyen losgehen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Tripoli und der gro\u00dfe \u00c4rger<\/h2>\n<p>Bei gutem Wetter und erneut mit Special-VFR ging es von Monastir zum Einflug nach Tripoli. Der Flugweg f\u00fchrte uns von Monastir \u00fcber Djerba-VOR (JBA) zu TANLI als Einreisepunkt, danach \u00fcber das Funkfeuer ZAW zum Flugplatz Tripoli mit der Kennung HLLT. Welch ein Eintrag im Flugbuch! Bei gutem Wetter, sehr freundlichen Controllern und den obligatorischen Angaben aller ETAs ging es zum Anflug auf die Piste 09. Die D-ELQC mit Werner und Elsbeth hatte uns bereits bei TANLI \u00fcberholt und wir hatten ein sch\u00f6ne Fotosession mit dem afrikanischen Kontinent im Hintergrund. Werner zog in ca. 10 Meter Abstand bei einem ruhigen Wetter an und vorbei. Wir hatten den Autopiloten eingeschaltet, damit wir den Kurs exakt hielten. Anne scho\u00df vom hinteren Sitz tolle Bilder.<\/p>\n<p>Nach der Landung wurden wir sehr freundlich begr\u00fc\u00dft. Wir stellten unsere kleinen Maschinen vor<br \/>den Jets ab. Ein Liner der Austrian Airlines war sprachlos, als er uns in Tripoli sah. Sp\u00e4ter konnte ich erahnen warum. Mit der Gewi\u00dfheit, dass wir keine Landgeb\u00fchren und\u00a0keine Parkgeb\u00fchren zu zahlen hatten, stieg die Crew in den Bus zum Terminal ein. Hier trennte sich die Gruppe in zwei Teile.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Dietmar und ich wollten den Treibstoff zahlen (AVGAS 100 LL fu\u0308r nur 1,12 Dollar, also ca. 93 Cent.). Wir fragten den Handling- Agenten nach unserem Kontaktmann Abdul, den ich u\u0308ber unsere Ankuft vorher aus Monastir informierte. Er wartete wohl in der Ankunftshalle und war dem Agenten gut bekannt. Das alles stimmte mich sehr positiv. Alles lief wie am Schnu\u0308rchen. Wir waren nach 5 Jahren endlich am Ziel, wir waren in Libyen.<\/p>\n<p>Dietmar und ich wurden zum Bezahlen des Treibstoffs in ein kleines Office gefahren. Hier wurde und die Rechnung von 528 Dollar fu\u0308r die 470 Liter AVGAS erstellt. Das Geld bat uns ein a\u0308lterer Herr, umringt von weiteren 5 Personen, in dem engen Bu\u0308ro auf den Tisch zu legen. Die Stimmung war sehr freundlich und wir fu\u0308hlten uns sichtlich wohl. Ich nahm von Dietmar das Dollarbu\u0308ndel und legte fu\u0308r alle kontrollierbar verschiedene Stapel zu je 100 Dollar auf den Tisch. Die ersten drei Stapel waren jeweils zwei 50-Dollar Scheine. Zufrieden nickte der a\u0308ltere Herr, packte vor unseren Augen das Geld zu einem Stapel zusammen und sagte uns, dass wir jetzt zur Bank gehen sollten zur Einzahlung. Ich rollte den erhaltenen Stapel zusammen und steckte die Rolle ganz tief in meine Hosentasche. Begleitet von einem seiner Mitarbeiter gingen wir dann zur Bank. Vorher sollte uns eine Polizeikommissar nochmals bitten, alle Bargeldbesta\u0308nde, besonders die von Dietmar, zu dokumentieren. Wir gaben alles an, denn er wollte das Geld auch sehen.<\/p>\n<p>Zur Einzahlung u\u0308bergab ich Diemar die Rolle mit den Dollars und setzte mich auf eine der Ba\u0308nke. Hier begannen unsere Sorgen nun richtig! Kaum sa\u00df ich auf der Bank, erreichte mich eine SMS von Anne. Alle Mobiltelefone von uns, au\u00dfer die E- Plus Handys von Anne und mir, gingen hier nicht mehr! Kein Vodafone, keine T-Mobile und kein O2. Anne schrie schon fast um Hilfe im Text der kurzen Nachricht. Die Gruppe war nun gebeten worden, die Visa vorzulegen. Wir hatten jedoch keine und somit waren alle festgehalten worden. Die zweite Gruppe mit Anne versuchte zu Abdul Kontakt aufzunehmen, jedoch nur ich hatte die Daten von ihm. Er konnte auch nichts machen, das wu\u00dfte ich, denn er hatte mehrfach und unmissversta\u0308ndlich darauf hingewiesen, dass wir fu\u0308r die Einreise die Visa im Vorfeld beno\u0308tigten. Ich sprach Dietmar an, der die Mo\u0308glichkeit der Visa- Erstellung vor Ort vorgeschlagen hatte, mit Ru\u0308cksprache von seinen Kontakten. Er hatte aber mittlerweile andere Sorgen. Vom Geld fehlten 200 Dollar! Ich war sicher, ihm die komplette Rolle gegeben zu haben, untersuchte nochmals alle meine Taschen. Das Geld war eindeutig weniger! Es fehlten vier 50 Dollar Noten. Waren wir einem Taschenspielertrick des alten Herren aufgesessen? Wir konnten nur vermuten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich bezahlten wir das Geld, jetzt aber 728 Dollar, wobei der Liter AVGAS jetzt aber 1,56 Dollar kostete, statt den 1,12. Wir mussten schnellstens zur Gruppe zuru\u0308ck, die nach Hilfe wegen der Visa schrie. So einfach war das aber nicht! Unser Begleiter brachte uns zuru\u0308ck zum Bu\u0308ro der Tankstelle. Dietmar und ich hatten das ganz gewisse Gefu\u0308hl, dass wir betrogen worden waren. Dies konnten wir aber nicht beweisen. Mit Tee und sehr freundlichen Mienen wurden wir empfangen und tranken mit unseren vermeintlichen Taschenspielern auch noch gemeinsam den nun etwas bitterer schmeckenden Tee. Der alte Herr ha\u0308ndigte uns jetzt die Einzelquittungen fu\u0308r die Betankung der Flugzeuge aus. Fast wollte ich schon was sagen, aber die fremde Umgebung und die fast erdru\u0308ckende Enge in dem u\u0308berfu\u0308llten kleinen Raum lie\u00dfen keinen Platz fu\u0308r einen Streit oder Mi\u00dftrauen. Nach dem Tee wollten wir zur Gruppe zuru\u0308ck, da in der Zwischenzeit eine zweite SMS von Anne eingetroffen war. Diese stimmte mich gar nicht glu\u0308cklicher. Es schien sich richtig A\u0308rger wegen den fehlenden Visa abzuzeichnen. Dietmar und ich mussten schnellstens zur Gruppe zuru\u0308ck!<\/p>\n<p>Wir machten uns umgehend auf den Weg zuru\u0308ck zum Terminal, bis unser Begleiter uns in ein anderes Office begleitet. Ich erkannte vor der Tu\u0308r den freundlichen Herrn, der uns auf dem Vorfeld so nett begru\u0308\u00dfte und uns zur Tankstelle fuhr. Wir traten in den Raum. Zu meiner Verwunderung wurde nach dem Gewicht unserer Flugzeuge gefragt und danach eine Rechnung von 1.800 Dollar vorgelegt. Ich war sprachlos! Was war mit der Absprache mit Abdul geworden, der uns kostenfreie Landungen garantierte? Ich telefonierte sofort mit Abdul, der nach 10 Minuten endlich erschien. Ich war sehr froh daru\u0308ber!<\/p>\n<p>So froh ihn zu sehen, erza\u0308hlte ich von der absurden Summe von 1.800 Dollar. Nach kurzem Disput stellte sich die Situation so dar, dass die Landung und das Parken frei wa\u0308re, aber die nicht verhandelte Handlinggebu\u0308hr diesen Betrag darstellen sollte. Schlie\u00dflich sind wir mit den Bussen transportiert worden. Da es auch keine Handlinggebu\u0308hren fu\u0308r kleine Maschinen ga\u0308be, sind wir mit den Airlinern gleichgesetzt worden. Das schien absurd. Abdul setzte sich fu\u0308r uns ein. Wir beide hatten im Vorfeld nicht an die Handlinggebu\u0308hren gedacht und \u201enur\u201c u\u0308ber Landegebu\u0308hren und Parken gesprochen. Dietmar und ich wurden in einen Nebenraum gebracht wa\u0308hrend die beiden Parteien sich fast zerfetzten. Das ist wohl so u\u0308blich, dachte ich. Nach einer Viertelstunde Warten durften wir zuru\u0308ck in das Bu\u0308ro. Wir hatten jetzt ein Verhandlungsergebnis: 1.100 Dollar Handling und ein Schreiben, dass fu\u0308r uns auf allen anderen Flugpla\u0308tzen, die uns in Libyen noch erwarten, keine weiteren Gebu\u0308hren anfallen wu\u0308rden.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Mit der Bezahlung des Betrags sollten wir wirkllich fu\u0308r den Rest der Reise in Libyen keinerlei weiteren Kosten haben? Das ist also der neue Vorteil? Schnell haben wir im Kopf u\u0308berschlagen: 4 Flugpla\u0308tze, 5 Flugzeuge macht 55 EUR pro Platz. Wir hatten drei Personen an Bord und somit knapp 18 EUR zu erwarten. Das war ok. Trotzdem waren wir sauer und bezahlten nicht. Spa\u0308ter wu\u0308rden wir mit dem Verhandlungsgeschick von Haissam dann doch knapp u\u0308ber tausend Dollar bezahlen (850 EUR).<\/p>\n<p>Unser oberstes Ziel war jetzt die Gruppe zu finden. Der freundliche Herr von vor einer Stunde, war in ein grimmiges Monster verwandelt worden, der die Kraft zu haben schien, uns vor seinen Augen in Asche verwandeln zu ko\u0308nnen. Die Freundlichkeit war vollkommen dahin. Mit Abdul an unserer Seite ging es dann zu Gruppe. Hier folgte der na\u0308chste Paukenschlag. Die Wa\u0308chter des Flughafen konnten sich nicht erkla\u0308ren, warum wir ohne Visum eingeflogen waren. Mit unserer Geschichte, dass wir vor Ort eines bekommen ko\u0308nnten, waren die Beho\u0308rden restlos u\u0308berfordert. Schnell stellte sich mit dem Sprachversta\u0308ndnis und der Vermittlung von Haissam und Mahmoud heraus, dass es zwei Gruppen in der Beho\u0308rde gab. Eine wollte uns sofort wieder abschieben, eine andere wollte sich fu\u0308r uns einsetzen und alle Mo\u0308glichkeiten fu\u0308r eine Ausstellung des Visum vor Ort ausloten. Es folgten ein Polizeiverho\u0308r mit Dietmar, das aber von unseren beiden Arabern begleitet wurde. Es stellte sich weiter heraus, dass auch Abdul mit in den Strudel gerissen wurde. Eine knappe Stunde spa\u0308ter wurde das FAX pra\u0308sentiert, wonach die Einreise nur mit gu\u0308ltigem Visum erlaubt wurde. Wir hatten das bekommen und mussten wir auch eingesehen. Das war das Ende fu\u0308r unser Bemu\u0308hen. Die Sache eskalierte jedoch weiter, bis am spa\u0308ten Abend auch noch der Minister fu\u0308r Tourismus eingeschaltet wurde. Kurzfristig keimte Hoffung auf.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wir waren, au\u00dfer mit den beiden Mobilfunktelefonen von Anne und mir, von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten. Kurz vor der Abreise hatten wir einen Kontakt zu einen Reiseveranstalter in Ghadames erhalten. Dort war auch eine Telefonnummer abgedruckt. Ich erreichte Herrn Aboulkassim auf dem Mobiltelefon und schilderte unsere Situation. Er sagte, dass wir auf keinen Fall abreisen sollten und wir auf ihn warten sollen. Sofort f\u00fchre er von Ghadames (so hatte ich das verstanden) die weite Strecke nach Tripoli und w\u00fcrde uns noch in der Nacht treffen k\u00f6nnen. Er w\u00e4re in der Lage, uns Visa zu besorgen. Wieder keimte Hoffung auf.<\/p>\n<p>Kaum machte diese gute Nachricht die Runde, mussten wir unsere Piloten benennen, die eine Instrumentenflugberechtigung haben. Drei von den f\u00fcnf Maschinen m\u00fcssten demnach trotz Dunkelheit sofort ausreisen.<\/p>\n<p>Wir stellten uns gegen diese Trennung und gegen die teilweise Abschiebung. In der Zwischenzeit hatte man mit der u\u0308bermu\u0308deten und hungrigen Mannschaft ein Herz. Es\u00a0wurden Getra\u0308nke und Sandwichs gebracht, mit der Nachricht, dass wir im Flughafen u\u0308bernachten mu\u0308ssen. Gut, dass wir die Schlafsa\u0308cke dabeihatten, dachten wir. Pro Flugzeug wurde ein Pilot erneut zur Maschine geleitet, um die no\u0308tigen Dinge fu\u0308r die U\u0308bernachtung zu besorgen. Kaum hatten wir in der Wartehalle alle Dinge abgeladen, kam eine anscheinend hohe Delegation zu uns, mit einem ganzen Stapel Schatullen. Haissam u\u0308bersetzte. Wir hatten jetzt von ganz oben eine Nachricht erhalten, die schizophrener nicht sein konnte.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Minister fu\u0308r Tourismus begru\u0308\u00dft uns in Libyen, aber wir haben gegen Regeln versto\u00dfen. Wir sollten jedoch wieder zuru\u0308ck kommen und nur Gutes u\u0308ber das Land sagen. Zum Zeichen der Freundschaft u\u0308berreichte man uns ein Gastgeschenk. Die Schatullen wurden u\u0308berreicht und in jeder befand sich ein kleiner Teller aus Blech mit einem Motiv aus Libyen. Die Entscheidung war damit wohl endgu\u0308ltig. Trotzdem wollte ich mich nicht damit zufrieden geben! Ein na\u0308chstes Telefonat mit Herrn Aboulkassim folgte, der bereits auf dem Weg nach Tripolis war und gegen 3 Uhr nachts ankommen sollte. Erneut bat er uns nicht abzureisen, egal was kommt. Eine winzige Hoffnung. In der Wartehalle konnten wir aber nicht schlafen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Glei\u00dfendes Licht, viel zu stark eingestellte Klimagera\u0308te, blanker Boden. Nichts war scho\u0308n an diesem Wartesaal. Um unser Leid etwas zu mindern, wurde uns kurz nach 23 Uhr der Zugang zum First Class Lounge erlaubt. Hier hatten wir ein mageres Buffet mit Essen und Getra\u0308nken, das wir dankbar annahmen und mit etwas zuru\u0308ckhaltendem Hunger vorsichtig stu\u0308rmten. Auch hier prangte von allen Seiten die Bildern von Ghadaffi mit Sonnenbrille und erhobenen Haupt. Es war eine skurrile Situation unter dem Antlitz des hiesigen Machthabers den Schlafsack auszurollen und einzuschlafen. Trotz lautem Fernsehen und Gespra\u0308chen im Hintergrund konnte ich gegen Mitternacht doch noch einschlafen.<\/p>\n<p>Das Z\u00fcnden von Lampen weckte mich aus dem Schlaf, gefolgt von den 4-Uhr Nachrichten von Euronews auf dem riesigen und lauten Fernsehger\u00e4t der Lounge. Ich musste mich kurz sortieren, erkannte aber gleich die Lage wieder. Es war kein Traum. Noch immer waren wir gefangene G\u00e4ste im internationalen Flughafen von Tripoli. Noch immer kein Visum. Noch immer unsere eigene Schuld.<br \/>Das Buffet wurde aufgef\u00fcllt. Unsere hungrigen M\u00e4gen machten sich \u00fcber Croissants, Kaffee und Marmelade her. Trotz aller Strapazen war die gesamte Crew in guter Verfassung. Wir hatten niemals wirklich Angst und wu\u00dften von der guten Story, die wir erz\u00e4hlen konnten. Wir wu\u00dften aber auch, wie dumm wir waren. Wir wu\u00dften von unserer eigenen Schuld an der Situation. Um 6 Uhr erhielten wir die Nachricht, dass wir bei Tagesanbruch ausfliegen m\u00fcssen. Kein Pardon, kein Aufschub. Das klang endg\u00fcltig.<\/p>\n<p>Ich w\u00e4hle die Nummer von unserem Helfer, der sicherlich schon kr\u00e4ftig im Hintergrund arbeitete. Herr Aboulkassim war um 7 Uhr morgen erreichbar und im Hotel in Tripoli abgestiegen. Wohl noch in der Nacht gegen 3 Uhr wollte er zu uns kommen. Seitens des Flughafens wollte man jedoch den Kontakt nicht gestatten und man bat ihn, am n\u00e4chsten Morgen ab 9 Uhr vor dem Leitenden vorzusprechen. Dieser w\u00e4re vorher nicht anwesend und keiner sonst k\u00f6nne helfen oder entscheiden. Ich schilderte dramatisch unseren Rauswurf und den Druck der Ausreise. Er bat abermals nicht zu fliegen und zu sagen, dass wir \u00fcberm\u00fcdet w\u00e4ren und nicht fliegen k\u00f6nnten. Das w\u00e4re unser Vorwand.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Druck auf uns wurde jedoch immer gro\u0308\u00dfer. Zwar schindeten wir bei allen Gelegenheiten Zeit und machten alles sehr langsam, standen um halb neun vor den Flugzeugen auf dem Vorfeld. Startzeit 9 Uhr. Noch beim Einsteigen in die Piper telefonierte ich mit unserem Mann, der jedoch nicht vorgelassen wurde. Der Entscheider wa\u0308re in einem Meeting und konnte Herrn Aboulkassim nicht empfangen. Wir starten die Motoren mit dem Ziel Djerba in Tunesien. Der Traum von Libyen war ausgetra\u0308umt. Wir wurden mit einem extralangen Aufenthalt am Rollhaltepunkt der 20 \u201ebestraft\u201c und mehrere Jets landeten und starteten vor uns. Endlich nach durften wir nach einer Viertelstunde starten. Alle mussten zu gleichen Zeit auf die Startbahn rollen und im Formation abheben. Das ist sowas noch erleben durften. In Deutschland wa\u0308re das eine Katastophe und gleich eine Anzeige wert! Ich schob 20 Meter nach der WC auf der Piste die Gase rein. Wie an einer Schnur gezogen, starteten alle Maschinen fast gleichzeitig. Diese Reihenfolge durfen wir bis TANLI- Point nicht vera\u0308ndern. Und jetzt noch die schnelle Cessna die letzte der Rotte. Deren Motor lief an unteren Rand des gru\u0308nen Drehzahlbereichs.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Wo alles begann<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Es ging alles so schnell. Eigentlich wollten wir gar nicht nach Djerba. Wir hatten auch kein Hotel. U\u0308ber unsere sta\u0308ndig gerastete Interkom-Frequenz 123,45 Mhz stimmten wir fu\u0308r Tozeur ab. Noch in<br \/>der Luft, aber auf tunesischem Gebiet, a\u0308nderten wir den Flugplan<br \/>problemlos von Djerba nach Tozeur.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Nach ca. 3 Stunden landeten wir mit dem Routing ZAW-JER-KIRAS- TON auf dem vom letzten Tripp bekannten Flugplatz von Tozeur. Wir hatten hier kein AVGAS, kein Hotel und keine Permission. Trotzdem waren wir sehr willkommen. Ein herannahender Sandsturm zwang uns gleich die Flugzeuge zu befestigen. Die Feuerwehr brachte drei riesige Wassertanks pro Flugzeug und befu\u0308llte diese mit Wasser. So vertaut, ha\u0308tte der Standsturm kaum eine Chance. Alle Lufteinla\u0308sse wurden zusa\u0308tzlich mit Schaumstoff abgedichtet.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wa\u0308hrend der Arbeiten auf dem Vorfeld telefonierte Dietmar mit dem Reiseveranstalter Avitour Herrn Srarfi, der uns im Nachbarort Nefta von Deutschland aus ein Hotel besorgte. Mit zwei Jeeps und 50 EUR Fahrtpauschale weniger in den Taschen, bezogen wir unser Zimmer im 3-Sterne Hotel \u201eBel Horizon\u201c. Wir beschlossen drei Tage hier zu bleiben und danach noch drei Tage in Monastir. Noch auf der Fahrt zum Hotel hatte ich den Zettel in der Hand, wo vor einem Jahr Abdul seine Adresse aufgeschrieben hatte. Alles klang so einfach. Damals.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der na\u0308chste Tag stand im Zeichen der Erholung. Irgendwie hatte ich Libyen noch immer nicht aufgegeben. Ich rief Herrn Aboulkassim erneut an und fragte nach den Visa. Er wollte sich immer noch drum ku\u0308mmern, brauchte aber die Kopien der Ausweise. Wie besorge ich die in der Wu\u0308ste? Es gab keinen Kopierer und das FAX-Gera\u0308t des Hotel konnte die Ausweise nicht einziehen. Michael hatte eine Kamera mit Bluetooth. So fotografierten wir alle Ausweise, u\u0308berspielten diese dann u\u0308ber<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Bluetooth in mein Handy. Von hier aus wollte ich dann die Daten direkt an die Mail-Adresse von Herrn Aboulkassim senden. Leider hatte kein Netz in Tunesien eine GPRS-Mobilfunkverbindung, die funktionierte. Fehlanzeige. Was nun?<\/p>\n<p>Der Reiseagent wartete auf meine Daten. Mir fiel ein, dass Abdul vor einigen Tagen die eingescannten Seiten der Reisepa\u0308sse als Mail erhalten hatte. Ich rief Abdul an. Er wollte sofort in die Firma fahren und die Kopie der mail an Herrn Aboulkassim weitersenden. Prima, das klappte! Schon war ich wieder guter Dinge, dass wir jetzt direkt von Tozeur aus u\u0308ber Ghadames einreisen ko\u0308nnen. Noch am Abend zogen die libyschen Beho\u0308rden den na\u0308chsten Joker aus dem A\u0308rmel. Anscheinend waren sie u\u0308ber unsere beiden Libanesen und deren Verhandlungsku\u0308nste und deren Sprachfertigkeit so sauer, dass wir nur 11 Visa bekommen wu\u0308rden, Haissam und Mahmoud nicht. Das war fu\u0308r uns untragbar und wir beerdigten das Unterfangen fu\u0308r dieses Jahr. Mit dieser endgu\u0308ltigen Entscheidung war jetzt auch die Last von mir gefallen.<\/p>\n<p>Es gab keine Optionen mehr, alle Karten lagen auf dem Tisch. Wir hatten verloren, aber viel gelernt. Die Augen richteten wir jetzt nach vorne. Tunesien ist ein wunderscho\u0308nes Land und hier waren wir ganz herzlich willkommen. Meine Erholung begann.<\/p>\n<p>Nach einem Ausflug in das Star Wars Dorf und einer Jeep-Safari (16 EUR pro Teilnehmer, durch das Hotel buchbar), ging es am dritten Tag zum Flugplatz zuru\u0308ck. Der Weiterflug nach Monastir stand auf dem Programm. Alle Mitarbeiter des Flughafens in Tozeur waren sehr nett und hilfbereit. Wir erhielten Wetterbriefing und Anflugkarten fu\u0308r Tabarka im Norden des Landes, das wir ebenfalls noch anfliegen wollten. Fu\u0308r alle Flugzeuge zusammen bezahlten wir fu\u0308r die Landung und drei Tage Parken nur 42 EUR. AVGAS 100 LL muss vor dem Anflug bestellt werden, sonst ist jedoch eine Fahrt im Pick-up zur na\u0308chsten Tankstelle problemlos mo\u0308glich. Verbleites Autobenzin mit 98 Oktan ist fu\u0308r umgerechnet 67 Cent zu erhalten. Der Tankwart verfu\u0308gt u\u0308ber genu\u0308gend Kanister, um ca. 400 Liter Sprit zu transportieren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Monastir &#8211; die Gruppe trennt sich erneut auf<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wieder Anflug auf Monastir. Langsam kennen wir diesen Platz sehr gut. Nach vier Tagen Abstinenz muss der Preis fu\u0308r Treibstoff aber ganz scho\u0308n gestiegen sein! Wir bezahlen diesmal mit 2,10 EUR so viel wie noch nie. Aber was sollten wir machen? Das Hotel Saadia empfa\u0308ngt uns wieder. Telefonisch haben wir u\u0308ber Avitour die Zimmer gemietet. Mit 20 EUR pro Nacht und Person mit Abendessen (Buffet) und Fru\u0308hstu\u0308ck ein sehr gutes Angebot. Wir wissen jetzt auch, dass das Taxi zum Hotel nicht mehr als 5 Dinar kosten darf &#8211; fu\u0308r einen Wagen wohlgemerkt, nicht pro Person.<\/p>\n<p>Am na\u0308chsten Morgen trennt sich die Gruppe, was aber von Anfang an feststand. Michael muss wegen dem am Montag beginnenen ATPL-Seminar nach Deutschland zuru\u0308ck. Mit Haissam und Mahmoud verlassen uns mit der D-ELWC auch unsere Dolmetscher. In Tunesien kommen wir jedoch mit dem perfekten Franzo\u0308sisch von Eckhard aber bestens u\u0308ber die Runden.<\/p>\n<p>Auch hier folgen ruhige Tage. Am Sonntag nutzen wir die Zeit zu einer Bahnfahrt nach Tunis. Der Zug startete um 8:45 Uhr vom nahegelegenen Sousse aus ca. 140 km nach Norden direkt ins Zentrum von Tunis. Mit nur 8 Dinar pro Person fahren wir erste Klasse. Bei diesen Preisen sind wir alle wieder verso\u0308hnt und rechnen das in die Preise der Deutschen Bundesbahn um. Wie weit ka\u0308men wir mit 5 EUR in der ersten Klasse? Wir wissen aber alle, das die Standards nicht zur vergleichen sind. Nach zwei Stunden Fahrt und vielen Eindru\u0308cken entlang der Bahnstrecke kommen wir in Tunis an, wo gleich einige findige Touristenfa\u0308nger auf uns aufmerksam werden.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 12\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Sofort hagelt es Angebote fu\u0308r Taxifahrten. 70 Dinar fu\u0308r alle nach Sidi bou Said, dem bekannten Ku\u0308nstlerdorf. Christoph holte einen Stadtplan und wir beschlie\u00dfen dann mit der Bahn und knapp 50 Cent (0,65 Dinar) pro Person dorthin zu fahren. Eine knappe Stunde spa\u0308ter treffen wir in Sidi bou Said ein. Ein herrliches Wetter und viele Ha\u0308ndler begru\u0308\u00dfen uns schon ha\u0308nderingend.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 12\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Tolle Restaurants an den steilen Ha\u0308ngen laden mit Blick u\u0308ber das Meer zum Essen ein. Leider nahmen wir dieses Angebot an und verbringen fast unsere gesamte Zeit mit dem Warten auf das Essen. Sichtlich unter Druck fahren wir mit zwei Taxen nach Karthago weiter, um von dort aus den Zug von nach Tunis zu erreichen. Noch im Anrollen bespringen wir in Tunis den u\u0308berfu\u0308llten Zug nach Sousse. Zwei Stunden beengte Bahnfahrt stehen uns bevor.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 13\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das Team dezimiert sich weiter. Auch Christoph muss fru\u0308her abreisen. Die Cessna macht sich mit Birgit und unserem Flugzeugwart Gu\u0308nter am Montag auf die Heimreise. Jetzt darf an den Flugzeugen nichts mehr passieren. Mit der schnellen Cessna mit Longrange-Tanks schaffen die drei es wirklich mit nur einem Zwischenstopp in Calvi abends um 19:30 Uhr lokaler Zeit in Paderborn zu sein. Birgit schreibt noch u\u0308ber Zu\u0308rich in FL105 die SMS mit der ETA, die dann auch genau passte.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Tabarka &#8211; die Perle im Norden<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 13\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wie bei den zehn kleinen Negerlein verschwinden immer mehr Flugzeuge. Drei mit 7 \u201eMann\u201c Besatzung sind u\u0308brig geblieben, die u\u0308ber Avitour ein 5-Sterne Hotel in Tarbarka angemietet haben. Den Flugplatz kannten wir schon aus der Luft, waren aber noch nie dort gelandet. Ein herrlicher Flug mit Kaiserwetter belohnt uns fu\u0308r diese Entscheidung. Wieder haben wir Gelegenheit Bilder der D-ELQC und unserer D-ETIV zu machen. In 10 Metern Entfernung klicken die Apparate in beiden Maschinen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 13\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Norden empfa\u0308ngt uns mit stu\u0308rmischer Gewalt. Bereits einige Meilen vor der Bergkette des Flugplatzes wirbelt es unsere kleinen Pipers herum. Anne ha\u0308ngt kurzzeitig unterm Dach. Sie schlief eine ganze Zeit und hatte den Gurt etwas gelockert. Jetzt packten wir alle die Gurte straff. Der Anflug auf die Piste versprach 30 Knoten Gegenwind und Bo\u0308en bis zu 35 Knoten. Nach vielen Wirbel und einem hohen Anflug, um die Bodeneffekte zu vermindern, landeten wir butterweich auf der riesigen Asphaltpiste. Beim Aussteigen mussten wir die Tu\u0308r festhalten. Ein sehr starker Wind empfing uns.<\/p>\n<p>Von allen Flugpla\u0308tzen war Tabarka der scho\u0308nste! Gepflegte und saubere Anlagen, tolle Farben durch bunte Blumen und Olivenba\u0308ume und ein sehr freundliches Personal machten Lust auf mehr. Der Flughafenchef perso\u0308nlich begru\u0308\u00dfte uns. Die Landegebu\u0308hr war mit 2 Dinar pro Tag einfach ideal. Wo gibt es sonst solche Preise? Gleich nach den obligatorischen Formalita\u0308ten wurden wir auf Einladung des Chefs mit dem Wagen des Flughafens kostenfrei zum ca. 15 Kilometer entfernten Hotel \u201eDar Ismail\u201c gefahren. Hier erwartete uns Luxus pur. Die 5 Sterne des geschmackvollen Golf-Hotels u\u0308berzeugten. Die Zimmer waren sehr scho\u0308n eingerichtet und endlich nach 10 Tagen Abstinenz auch Fernsehen! Zwar \u201enur\u201c VOX und ZDF, aber zumindest mal Wetter und Nachrichten aus unserem Deutschland. Das Buffet verschlug uns dann ganz den Atem. Alleine das Dessert-Buffet war mit drei gro\u00dfen Aufbauten den Preis von 36 EUR pro Nacht und Person (Halbpension) wert.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 14\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Dietmar ha\u0308tte sicherlich am liebsten gleich seinen Stuhl dort aufgebaut, zusammen mit Gerd, Eckard und Werner. Unter dreimal Nachspeise ging nichts.<\/p>\n<p>Geplant war Tabarka mit einer U\u0308bernachtung, aber das Wetter in Deutschland und Frankreich schien uns nicht zu erwarten. Regen, Orkan, U\u0308berflutungen waren das bestimmende Thema in den Nachrichten. Wir stellen die Frage, ob wir zumindest nach Calvi auf Korsika fliegen und von dort aus den Ru\u0308ckflug und somit besseres Wetter warten sollten. Die Vorhersage schien erst fu\u0308r Freitag besser zu werden. Jetzt war erst Mittwoch. Da wir das Hotel sehr gut fanden und Calvi auch fu\u0308r teurere Hotels bekannt ist, entschieden wir uns fu\u0308r Sonne und einen Tag la\u0308nger Tabarka.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der R\u00fcckflug bei Regen<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 15\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Alles geht mal zu Ende. Der Morgen begann mit Fru\u0308hstu\u0308ck um 7 Uhr, 8 Uhr Taxi und um 9:30 Uhr starten wir Richtung Calvi mit starkem Gegenwind. Das herrliche Wetter lie\u00dfen wir leider u\u0308ber dem blauen Himmel von Afrika zuru\u0308ck. Mit zeitweise nur 75 Knoten Groundspeed ging es auf der gleichen Route u\u0308ber Sardinien an Ajaccio vorbei nach Calvi. U\u0308ber Notam wurden wir bereits u\u0308ber die Streiks in Frankreich informiert. Aber eine Notvorsorgung zur Abfertigung am Flugplatz und auf den FIS-Frequenzen schien sichergestellt zu sein. Nach 3:30 Stunden landeten wir in Calvi. Tanken. Weiter.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 15\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das Wetter machte uns etwas Sorgen. Je na\u0308her wir nach Norden kamen, so ausgepra\u0308gter wurde das Tief. Wolken hingen in verschiedendenen Layern. Wir hatten Dijon im Flugplan als Ziel angegeben. Der Mont Ventoux war aber schon von weitem sehr gut zu sehen und im Rhonetal war das Wetter wieder besser. Die Temperaturen waren die gesamte Zeit positiv. Der Wind frischte im Rhonetal deutlich von hinten auf und wir gingen wegen der sich senkenden Wolkenuntergrenze immer tiefer. In FL65 durchflogen wir die Bereiche um Lyon und kurz vor Dijon mussten wir unter 3000 Fuss AGL gehen. Rhone Information gab uns u\u0308ber Funk eine SIGMET u\u0308ber starke Turbulenzen im Bereich von Dijon mit, die wir quittieren mussten.<\/p>\n<p>Das scho\u0308ne Wetter von heute morgen war nun wirklich Geschichte. Anne wollte am liebsten in die Sonne zuru\u0308ck. Eckhard auch. Der Urlaub war trotz der ganzen Turbulenzen einfach toll gewesen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 15\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Dijon ist ein milita\u0308rischer Platz, der auch von der zivilen Luftfahrt genutzt werden darf. Heute war ein reges Treiben der Mirage- 2000 Kampfjets. Wir mu\u0308ssen sehr lange u\u0308ber dem Einflugpunkt Whiskey im Osten in 800 Fuss AGL kreisen, bevor wir als letzte der drei Maschinen auf der Landebahn 20 aufsetzen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 16\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Bei regnerischen und kaltem Wetter bezogen wir das u\u0308berteuerte Holiday Inn. Andere Hotels waren nicht zu bekommen, zumindest keine 4 Zimmer im gleichen Hotel. Mit 135 EUR pro Zimmer mit Fru\u0308hstu\u0308ck war das nach dem perfekten Service in Tunesien die Leistung bei weitem nicht wert. Das Wetter wurde schlechter und Birgit schrieb von Paderborn eine SMS, dass es heute kaum fliegbar war. Wir warteten auf den na\u0308chsten Morgen und a\u00dfen sehr gut zu abend.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Urlaub geht zu Ende<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 16\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Bereits beim ersten Augenaufschlag sah ich ein herrliches Wetter. Aufgerissene Bewo\u0308lkung, blauer Himmel und starken Ru\u0308ckenwind bis nach Hause! Das hie\u00df aber auch, dass das schlechte Wetter in die Richtung zog, wo wir hin wollten! Die Frage war nur, wie weit ist die Wolkenfront heute schon nach Osten gezogen? In Frankreich funktionierte mein Handy wieder und ich konnte u\u0308ber PC_met die aktuelle GAFOR-Karten einsehen. Je spa\u0308ter wir losfliegen wu\u0308rden, je besser wu\u0308rde es. Wir flogen natu\u0308rlich recht fru\u0308h.<\/p>\n<p>Bereits nach dem Start entschieden sich Werner und Elsbeth fu\u0308r \u201eon top\u201c zu fliegen. Mit reichlich Ru\u0308ckenwind stieg deren Piper noch immer mit 110 Knoten Groundspeed auf FL95 u\u0308ber die Wolkenberge. Wir und die D-ELPA mit Gerd und Dietmar nahmen einige Duschen in Kauf und blieben in 3500 Fuss unterhalb der Wolken. Hier blies es uns mit manchmal u\u0308ber 140 Knoten Groundspeed in 2 Stunden nach Hause.<\/p>\n<p>Ohne Probleme verliefen die Landungen in Paderborn. Zwei Wochen fliegerisches Erlebnis und eine erste Bekanntschaft mit Libyen fanden Ihr Ende. Eines wissen wir aber schon heute: wir werden es wieder versuchen und die gemachten Erfahrungen nutzen. Die gesamte Truppe hatte trotz vieler Unwa\u0308gbarkeiten und langer Wartezeiten sowie vieler Umplanungen nie die Lust verloren, und fu\u0308r alle war der Tripp eine echte fliegerische Bereicherung, gepaart mit einem echten kleinen Abenteuer. Die Fortsetzung folgt im na\u0308chsten Jahr \u2013 es bleibt weiter spannend! Die Anmeldungen fu\u0308r 2007 wurden von Dietmar natu\u0308rlich schon heute angenommen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 8pt;\">(c) Dirk Linn, LSV Rietberg, dirk.linn(@)lsvr.de<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" 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class=\"module-title\">Fotostrecke des Abenteuers<\/h3><div class=\"module-gallery-grid\" style=\"--gald:4;--galt:4;--galm:4\">\n            <dl class=\"gallery-item\">\n            <dt class=\"gallery-icon\">\n            <a data-title=\"\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/CIMG2571.jpg\" data-rel=\"tb_jzbz317\" class=\"themify_lightbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/CIMG2571-1024x768-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" class=\"wp-post-image wp-image-1661\" title=\"CIMG2571\" alt=\"CIMG2571\"><\/a>            <\/dt>\n                    <\/dl>\n            <dl class=\"gallery-item\">\n            <dt class=\"gallery-icon\">\n            <a data-title=\"\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/CIMG2574.jpg\" data-rel=\"tb_jzbz317\" class=\"themify_lightbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" 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Angezogen von Landschaften und Menschen beginnt in Paderborn das kleine Abenteuer. Nach 5 Jahren vergeblicher Bemu\u0308hung schien das Unmachbare doch mo\u0308glich zu sein: die U\u0308berflugrechte hatten wir in der Tasche. Danach gingen die Probleme erst richtig los.<\/p> <p>Der Reisebericht erz\u00e4hlt von der Vorbereitung, der Sturheit sich nicht vom Ziel abbringen zu lassen und dem Ergebnis. Heute w\u00fcrden wir sagen \"Gl\u00fcck gehabt\"!<\/p>\n<img src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DirkLinn.png\" title=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\" alt=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\"> <h3> Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV <\/h3>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/reisen-und-flug-abenteuer\/\" > Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht <\/a>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\" > Startseite <\/a>\n<h2>Der erste Kontakt<\/h2> <p>Die Sonne brannte in der Mittagshitze unbermherzig auf das Vorfeld des Flughafens von Tozeur in der Wu\u0308stenlandschaft von Tunesien. Zwei unserer Piper PA-28 machten Probleme und wir mussten die Motoren reinigen. Der Wracks der beiden riesigen B-747 von Saddam Hussein warfen noch keinen Schatten auf unsere kleinen Viersitzer. Es ist mitten im Ma\u0308rz des Jahres 2005 und sieben kleine Sportflieger hatten abermals den Sprung nach Afrika gewagt, nach Algerien 2001 und dem Senegal 2004 nun in die Wu\u0308ste von Tunesien. Unser langja\u0308hriges Ziel war Libyen, aber das blieb uns wegen fehlender Kontakte leider immer verwehrt. Wir wussten bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass nun alles anders kommen sollte. Fast unbemerkt landete im Hintergrund auf der langen Wu\u0308stenpiste eine zweimotorige King Air 300.<\/p> <p>Ich sa\u00df im Schatten der Piper und wischte mir den Schwei\u00df aus dem Augen. Las ich richtig? Die King Air kam aus Libyen! Es war ein Flieger der dortigen Air Ambulance. Zwei Piloten stiegen aus und warteten auf den Transport. Sofort ruhte unsere Arbeit an den Lycoming O-360 Motoren und wir gingen zu den Anko\u0308mmlingen. Es war ein sehr nettes \u201eHallo\u201c und wir sprachen u\u0308ber unsere vergeblichen Absichten nach Libyen einzureisen. Schnell wurden Adressen getauscht und der Captain der King Air, Abdul, versprach uns Hilfe bei unserem Vorhaben. Wir sollten uns gerne an ihn wenden. Freudestrahlend erza\u0308hlten wir der Crew am Abend nach der Reparatur, die viel Dreck und Sand aus Kolben und Filter zauberte, unser tolles Erlebnis.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Der lange Weg der Bu\u0308rokratie<\/h2> <p>Ein Jahr spa\u0308ter. Es ist Ma\u0308rz 2006. Der Kontakt zu Abdul hatte sich als sehr wertvoll erwiesen. Die Kommunikation nach Libyen geschah fast ausschlie\u00dflich u\u0308ber Fax und Telefon und war sehr mu\u0308hsam. Viele Gespra\u0308che, viele neue Namen, die wiederum neue Funktionen hatten und auch eingebunden werden mussten, sorgen fu\u0308r einen Stapel an Faxen. Bis 14 Tage vor dem Abflugtermin war keine Permissionnummer fu\u0308r den Einflug eingetroffen. Wir sagten den Tripp ab, um den Druck zu erho\u0308hen. Erst jetzt kam das lang ersehnte Fax, gepaart mit ca. 5 weiteren Telefonaten pro Tag eine Woche lang.<\/p> <p>Der Direktor der libyschen CAA wurde letztlich eingeschaltet. Pro Stufe, die wir in der Hierarchie u\u0308bersprangen, musste unsere gesamte Geschichte mit unserem Vorhaben erneut dargelegt werden. Zum Schluss bestanden die Faxe nur noch aus Textbausteinen. Wir hatten Routine!<\/p>\n<p>Ein besonderes Augenmerk lag auch auf den Gebu\u0308hren. Vorgewarnt, dass Libyen sehr teuer ist (siehe auch den Bericht im Fliegermagazin im Oktober 2005), hatte ich mit Abdul vereinbart, dass Landegebu\u0308hren und Parken kostenfrei sein werden. Hier mussten wir seinem Wort vertrauen, es gab diese Aussage trotz mehrmaliger Anfrage nicht schriftlich. In den vielen Telefonaten hatte ich ein Vertrauen zu ihm aufgebaut und ich nahm sein Wort an.<\/p> <p>Da wir erst 14 Tage zuvor die Permissions bekommen hatten, war fu\u0308r das Visum ho\u0308chste Zeit! Im Schreiben der CAA war ganz klar darauf hingewiesen worden, dass wir ein gu\u0308ltiges Visum beno\u0308tigen wu\u0308rden. Abdul wollte sich auch um das Visum fu\u0308r alle vor Ort ku\u0308mmern. Dazu beno\u0308tigte er die Kopien der gesamten Reisepa\u0308sse. Beim Briefing im Clubheim auf dem Flugplatz in Paderborn erstellten wir Kopien und bereiteten das Fax vor. Leider stellte sich heraus, dass die benutzten Fax-Gera\u0308te in Libyen nur einen Standard von 100 x 200 Punkten Auflo\u0308sung und keine Graustufen unterstu\u0308tzten. Damit waren die Kopien nutzlos. Wir beno\u0308tigten weitere zwei Tage um dies zu lo\u0308sen, in dem wir eine der sehr spa\u0308rlich vorhandenen E-Mail Adressen von Abdul benannt bekamen. Er wickelte jetzt den Vorgang u\u0308ber die Firma der Air Ambulance ab, die eine E-Mail Adresse von yahoo.com nutzte.<\/p> <p>Alle Daten waren nun ca. 7 Tage vor dem Abflugzeitpunkt in Libyen. Wir atmeten auf - leider zu fru\u0308h! Abdul beno\u0308tigte fu\u0308r die Visa nun Geld von uns, 30 Euro von allen 13 Personen zur Ausstellung pro Visum. Dazu mussten wir auch ein Hotel buchen, damit wohl ein Visum erst gu\u0308ltig sei. Er nannte einen Preis von 150 EUR pro Person in einem 4 Sterne Hotel in Tripoli mit Transfer und Polizei-Eskorte, die wohl im Augenblick no\u0308tig wa\u0308re. Insgesamt beno\u0308tigte er innerhalb von einem Tag somit 4.290 EUR! Diesen Betrag konnte er unmo\u0308glich vorstrecken. Es gab nur die einzige Chance u\u0308ber die Western Union Banken das Geld als Bargeldanweisung zu u\u0308bersenden, sagte er. Falls Abdul ein falsches Spiel mit uns spielen wu\u0308rde, wa\u0308re das Geld unwiderruflich weg! Nach dem Abwa\u0308gen von pro \u0301s und con \u0301s nahmen wir das Risiko in Kauf. Dietmar Gieffers und Elsbeth Bessmann vom Vorstand des Rietberger Clubs versuchten nun innerhalb weniger Stunden das Geld zu transferieren.<\/p> <p>Wa\u0308hend ich von der CeBIT aus zwischen Kundengespra\u0308chen mit Libyen Kontakt hielt, Eckard Roos parallel zu seinen Arbeiten an der Paderborner Uni Faxe schrieb, konnten Dietmar und Elsbeth keine Bank finden, die das Geld u\u0308berweisen wu\u0308rde: es gab ein US-Embargo, das jegliche U\u0308berweisung nach Libyen verbot. Drei Tage vor Abflug nun dieser Ru\u0308ckschlag. Ich war am Boden zersto\u0308rt. Dietmar nahm nun seine Kontakte auf und es gab wohl eine Mo\u0308glichkeit in Libyen direkt vor Ort ein Visum zu erhalten. Ich hatte jedoch eine Warnung von Abdul erhalten, dass dies wohl nicht ginge, aber wir wollen zumindest den Versuch wagen. Also gru\u0308nes Licht fu\u0308r die Reise nach Libyen! Die Crew war bereit.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Die Route<\/h2>\n<p>Als Route planten wir wegen dem schlechten Wetter im Ma\u0308rz den Weg durch das Rhonetal. Von dort aus sollte es u\u0308ber Korsika und Sardinien nach Monastir gehen, bevor wir u\u0308ber Tripoli einreisen wu\u0308rden. Innerhalb des Landes war die Strecke Ghadames, Ghat und Sheba geplant. Zum Ru\u0308ckflug war die gleiche Route u\u0308ber Tripoli durchs Rhonetal vorgesehen. Alternativ war eine Ostroute u\u0308ber Italien und Kroatien ausgearbeitet.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Der Abflugtag<\/h2>\n<p>Der Abflugtag war ein Freitag, der 17. Ma\u0308rz 2006. Mit tief liegender Stratusbewo\u0308lkung und fast frostigen einstelligen Temperaturen ging es zum ersten Stopp auf den Flughafen Lyon-Bron (Kennung LFLY). In Lyon wollten wir auf die zwei Crewmitglieder Werner Ho\u0308ing und Gerd Janke warten, die erst am Samstag aus Deutschland abreisen konnten. Als Strecke im Flugplan war SIL-KIR-GTQ-EPL-DO-MO direkt nach Lyon angegeben. Wir u\u0308berstiegen schnell die du\u0308nne Stratusbewo\u0308lkung, die direkt an der Grenze von Frankreich endete. Vor uns nur Sonne und ein etwas dunstiges Rhonetal. Bei gutem Wetter und zweistelligen Temperaturen stiegen wir in Lyon aus.<\/p> <p>Hier erwarteten uns schon Dietmar und Elsbeth, die zwei Stunden fru\u0308her geflogen waren. Auch Haissam Chahrour mit seinem Vater Mahmoud und Michael Soueid hatten wir im Funk schon geho\u0308rt. Besonders Haissam und Mahmoud sollten uns auf dem Tripp eine wertvolle Hilfe sein, da die beiden aus dem Libanon stammen und flie\u00dfend arabisch sprechen. Sie waren kurz nach uns mit IFR-Pickup gestartet. Die vierte Maschine hatte mehr Zeit. Christoph Hartmann, Birgit Haase und unser zuverla\u0308ssiger Flugzeugwart Gu\u0308nter Ruskowski waren mit der Cessna 182RG unterwegt. Sie war mit 140 Knoten ISA deutlich schneller als die restlichen PA-28 Archer III mit \u201enur\u201c 110 Knoten. So trafen vierMaschinen am Freitag Abend in Lyon ein. Als \u201eHotel\u201c hatten wir wieder die Jungendherberge mitten in der Altstadt gebucht. Fu\u0308r 15,70 EUR pro Nacht inklusive einem einfachen Fru\u0308hstu\u0308ck ein echtes Schna\u0308ppchen, siehe auch oben den Tipp.<\/p> <p>Da alle fu\u0308r die bevorstehende Wu\u0308stentour auch einen Schlafsack mitgenommen hatten, sollte das problemlos gehen. Wir lie\u00dfen den Abend im der herrlichen Altstadt von Lyon ausklingen. Leider hatten wir mit der Auswahl des Lokals keinen guten Griff getan, aber satt waren alle. In zwei Sechserzimmer traten wir die Nachruhe an, sofern uns das Schnarchen der Kollegen nicht den Schlaf raubte. Alles erinnerte etwas an die Jugendfreizeiten, die fu\u0308r uns alle doch schon etwas la\u0308nger Geschichte waren.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Lyon und die erste kurze Trennung<\/h2>\n<p>Der Morgen brachte schlechtes Wetter. Wir dachten an die Maschine mit Werner und Gerd, die heute von Paderborn nach Lyon fliegen sollte. Der Himmel u\u0308ber uns war etwas zugezogen und die Temperaturen zwangen uns zu etwas wa\u0308rmerer Garderobe. Bereits beim Fru\u0308hstu\u0308ck stellte sich die Diskussion ein, dass man doch besser etwas su\u0308dlicher auf die letzte Maschine warten solle und sich dazu Korsika anbo\u0308te. Die 182er mit Birgit, Christoph und Gu\u0308nter sowie eine Piper mit Haissam, Michael und Mahmoud entschlossen sich nach Ajaccio zu fliegen. Unsere Maschine mit Eckhard Roos und Anne Kirchhoff sowie die Maschine von Dietmar und Elsbeth wollten auf die beiden Nachzu\u0308gler warten. Elsbeth wu\u0308rde dann mit Werner weiterfliegen und Dietmar und Gerd sollten ein Team bilden. Anne, Eckhard und ich nutzen den Tag, um Lyon zu erkunden. Fu\u0308r uns war es bereits die dritte Reise in die scho\u0308ne Altstadt, aber wir bekamen nie genug. Lyon ist immer eine Reise wert!<\/p>\n<p>Mit einem wunderbaren Abendessen in einer Seitenstra\u00dfe der Lyoner Altstadt, entfernt vom Besucherstrom und nur von einheimischen Ga\u0308sten besucht, beschlossen wir den Abend. In der Zwischenzeit war das fu\u0308nfte Flugzeug mit Werner und Gerd eingetroffen, die aber mit dem Wetter etwas zu ka\u0308mpfen hatten. Zwei IFR-Piloten sollte das aber nichts anhaben ko\u0308nnen. Der na\u0308chste Tag erwartete uns dann wieder mit tief ha\u0308ngenden Wolken.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Der Sprung nach Afrika mit T\u00fccken<\/h2> <p>Trotz schlechten Wetters, aber mit der Erwartung von durchfliegbaren Wolkenlayern, machte ich die Flugpl\u00e4ne f\u00fcr alle drei Maschinen fertig. Es sollte \u00fcber VNE-MTL-STP-MERLU direkt nach Ajaccio (LFKJ) gehen. Kaum waren wir gestartet, stiegen wir auf FL75 (= Flugfl\u00e4che 75, ca. 2300 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel). Sp\u00e4ter sollten wir in h\u00f6her werdenden Layern bis auf FL95 steigen. Die Warnung von Marseille mit \u201esevere icing\u201c sollte uns immer begleiten und ein wachsames Auge auf das Wetter und die vielen Wolken werfen lassen. Im Gebirge gilt es jetzt umso mehr, in keinerlei Wolkenschichten einzufliegen. Die Nullgrad-Grenze war schon \u00fcberflogen und mit unterk\u00fchlten Tragfl\u00e4chen kann ein Einflug in dichte Wolken den sicheren Tod bedeuten. Bereits deutlich vor der K\u00fcste hatten wir dann wieder bestes Wetter und waren somit \u00f6stlich an Marseille vorbeigeflogen.<\/p> <p><br \/>\u00dcber Saint-Tropez (STP) ging es dann in FL65 \u00fcber das Mittelmeer nach MERLU-Point zum Weiterflug nach Ajaccio. Dank der moderenen GPS-Technik ist die Navigation ein Kinderspiel geworden. Da wir vor einem Jahr aber einen Ausfall des GPS-Empf\u00e4ngers hatten, ist ein \u201ePlan B\u201c mit herk\u00f6mmlicher Navigation immer bereit zu halten. Leider hatten wir mittlerweile mit der D-ETIV einen Ausfall von Transponder Mode-C und wir mussten genau die H\u00f6hen halten und jeden Wechel an ATC melden. Auch das DME war recht taub und wir konnen nur in der N\u00e4he eines Funkfeuers eine Anzeige erhalten. Sofern keines der beiden GPS ausfiel, aber auch kein Nachteil.<\/p> <p>Der Wind war mittlerweise sehr st\u00fcrmisch, Anne war auf der R\u00fcckbank mehrmals schon durchgeschleudert worden und hielt sich jetzt \u00fcberall fest. Kr\u00e4ftige B\u00f6en lie\u00dfen die Maschine mehrmals absacken, wodurch der Autopilot m\u00e4chtig nach oben zog. Das Powersetting musste laufend justiert werden, damit wir im Steigen der Luftmassen nicht in den gelben Bereich des Fahrtmessers kamen und beim Sinken gen\u00fcgend Leistung f\u00fcr den steilen Weg nach oben hatten. Es war ein Wetter, wo sich Passagiere und Piloten nicht so richtig wohlf\u00fchlten. Der mit \u00fcber 30 Knoten stark b\u00f6ige Wind peitschte die Gischt \u00fcber die Wellenk\u00e4mme. Tief liegende Wolkenfetzen mit aber lockerer Bew\u00f6lkung sorgten daf\u00fcr, dass sich die einzelnen Maschinen st\u00e4rker in der H\u00f6he und Geschwindigkeit staffelten.<\/p>\n<p>Das Wetter in Ajaccio sollte laut Vorhersage gut sein und kein Seenebel war zu erwarten, der bei diesen Wetterlagen eine Landung unmo\u0308glich machen wu\u0308rde. Als \u201eAlternate\u201c hatten wir den etwas no\u0308rdlicher gelegenen Flugplatz von Calvi angegeben. In 2000 Fu\u00df u\u0308ber dem wei\u00df- blauen Meer ging es zum Einflugpunkt NW weiter u\u0308ber W am NDB IS vorbei. Bei fast Windstille landeten wir auf der Piste 02 um gleich danach links abzurollen und zur Tankstelle zu gelangen. Hier wartete bereits die D-ELQC mit Werner und Elsbeth. Direkt nach uns kamen auch Dietmar und Gerd mit der D-ELPA an. Auf dem Apron sahen wir die \u201eVorhut\u201c von gestern mit der schnellen D-EJNG und der D-ELWC von Haissam und Michael. Ich hatte Birgit per SMS die Startmeldung in Lyon gesendet und sie machte mit den Crews in Ajaccio bereits vor unserer Landung die na\u0308chsten Flugpla\u0308ne fu\u0308r die Einreise nach Tunesien klar. Wir hatten nach dem Tanken nur wenig Zeit und gingen dann mit fu\u0308nf Flugzeugen auf den Leg nach Afrika, direkt nach Monastir wo ein Hotel und sommerliche Temperaturen bereits auf uns warteten.<\/p> <p>Der Ausflug ging u\u0308ber SA, danach u\u0308ber CORSI-RAMEN-CAR- OSMAR und TUC zum VOR MON des Zielflughafens. Soweit die Planung. Die schnelle C-182 mit Christoph, Birgit und Gu\u0308nter sollte als letzte starten und uns wa\u0308hrend des Fluges einholen. Alle Piper waren in der Luft und schon ca. 20 Meilen su\u0308dlich, als Dietmar u\u0308ber SMS eine Meldung von Birgit erhielt: die C-182 sprang nicht an! Da unser Flugzeugwart Gu\u0308nter Ruskowski in der Maschine sa\u00df und fast die gesamte Werkstattausru\u0308stung dabei hatte (wie wir spotteten), wollten wir weiterfliegen und erwarteten nach der Reparatur die Cessna am na\u0308chsten Morgen in Monastir.<\/p> <p>Spa\u0308ter erfuhren wir, dass Gu\u0308nter nach langem Suchen in dem schwer zuga\u0308nglichen Triebwerk der Maschine den Fehler gefunden hatte und beheben konnte. Eine Verschraubung des Bowdenzugs des Mixture-Hebels war am Endpunkt gelo\u0308st und der Motor bekam keinen Treibstoff. Die Eingrenzung des Problems kostete jedoch so viel Zeit, dass der Flug nicht mehr im Tageslicht durchgefu\u0308hrt werden konnte. Mit einem IFR-Flugplan startete jedoch die Cessna noch bei Tageslicht auf Korsika und sollte uns gegen 20 Uhr in Monastir wieder treffen. Birgit war nach der Landung u\u0308ber das Anflugverfahren etwas verwundert, denn die kleine Einmot wurde bis zum U\u0308berflug des Platzes in FL105 gehalten und ein mo\u0308derisch schneller Sinkflug wurde gefordert, da eine Einordnung zu den anfliegenen Jets wohl vorgenommen wurde. Gleichberechtigung auf tunesisch.<\/p>\n<p>Noch ahnten wir nichts vom spa\u0308teren Eintreffen der NG, da wir bei der sta\u0308rker werdenden Bewo\u0308lkung gerade in 3500 Fu\u00df u\u0308ber dem Meer Richtung Sardinien unterwegs waren. Die Sicht nach vorne verriet nichts Gutes! Vor Sardinien staute sich eine ma\u0308chtige Wolkengruppe. Unser Meldepunkt RAMEN lag jedoch genau auf der bergigen Insel. Keine Chance unterhalb einzufliegen, da die Berge uns dann wohl \u201eunfreundlich\u201c empfangen wu\u0308rden. So mussten wir noch vor der Ku\u0308ste u\u0308ber der sicheren See einen Steigflug auf FL 95 beginnen. Mit Vollgas stiegen wir in einen sonnigen und herrlich blauen Himmel. Die Wolkendecke endete in FL85 und wir konnten problemlos den Flug fortsetzen. In der Zwischenheit hatten wir mit Olbia Approach Kontakt und wu\u0308rden kurz vor RAMEN an Cagliari weitergereicht werden.<\/p> <p>Unser schlechtes Erlebnis bei den Italienern im letzten Jahr war fu\u0308r uns eine Warnung, nochmals auf dem Platz mit der Kennung LIEE zu landen. Willku\u0308r, Korruption und Langsamkeit warfen uns beim letzten Besuch vor einem Jahr u\u0308ber drei Stunden in der Planung zuru\u0308ck. Der Controller war heute jedoch sehr freundlich und u\u0308bergab uns kurz vor OSMAR an Tunis. Bei wunderscho\u0308nem Wetter u\u0308berflogen wir den Platz von Tunis und sahen im Osten der Stadt das geschichtstra\u0308chtige Karthago liegen. Das Ku\u0308nstlerdorf Sidi bou Said lag etwas no\u0308rdlich davon und war mit der pra\u0308chtigen Ku\u0308stenlandschaft ebenfalls sehr gut zu sehen. Wir sanken auf 3500 Fu\u00df und begannen den Anflug auf Monastir. Kaum waren wir u\u0308ber Afrika, kam die Pflichtu\u0308bung der Berechnung der U\u0308berflugszeiten wieder zum Tragen.<\/p> <p>Da wir mit dem Garmin GNS430 ausgestattet waren und im Flugplanungsmodus alle Punkte von uns bereits eingetragen waren, konnten wir sofort alle Estimated Times of Arrival (ETA \u2013 Angabe vierstellig in UTC) ablesen. Einige andere Maschinen hatten das wohl nicht so gemacht und mussten immer wieder neu rechnen oder gaben anstatt der ETA die Estimated Time Enroute (ETE) bis zum U\u0308berflugspunkt (Minutenwert) an. Dieser wurde dann einfach gescha\u0308tzt, aber die Controller gaben sich damit immer gut zufrieden. Manchmal wurde alle fu\u0308nf Minuten nach den ETAs gefragt. Eine gute Vorbereitung und ein gutes GPS sollten sich hierbei auszahlen. Im Anflug nach Monastir wurden wir vom Tower u\u0308berrascht! Das Wetter war fu\u0308r unsere Verha\u0308ltnisse sehr gut, aber er bestand wegen der Sicht von 7 km auf ein Special-VFR.<\/p>\n<p>Kaum hatten wir das angefragt, ging alles wieder weiter. Unser fehlender Mode-C wurde angemerkt, aber blieb ohne Nachteile.. Sogar alle Maschinen konnten gleichzeitig mit S-VFR in die Kontrollzone einfliegen. Bei besten Wetter landeten wir am spa\u0308ten Nachmittag in Monastir und rollten zur Tankstelle, vor uns die untergehende Sonne. In Tunesien gibt es nur an zwei Pla\u0308tzen den Treibstoff AVGAS 100 LL, den wir beno\u0308tigten: Tunis und Monastir. Das wussten auch die Tankstellenbetreiber. Nur gegen Cash in einheimischen Geld (1 EUR entpricht ca. 1,6 Tunesischen Dinar), wollten sie die Betankung vornehmen. Das ging sogar so weit, dass wir erst das Geld zeigen sollten, dann wollten sie erst mit dem Tanken beginnen.<\/p> <p>Nun waren mit Haissam und seinem Vater arabisch sprechende Crewmitglieder dabei. Nach einem fu\u0308r europa\u0308ische Verha\u0308ltnisse langen und turbulenten Gespra\u0308ch, einigte man sich, dass zuerst getankt wird, damit die Literzahl feststeht, bevor Geld getauscht wird. Vernu\u0308nftig! Mit ca. 2 EUR pro Liter AVGAS waren wir aber ganz scho\u0308n ausgenommen worden. Nur gut, dass wir ein Hotel fu\u0308r 20 EUR pro Nacht ganz in der Na\u0308he des Flughafens hatten. Es ist sehr wichtig, im Vorfeld der Reise zu buchen, da auf der Einreisekarte das Hotel angegeben werden muss. Vier Taxen brachten uns zum nahe gelegenen Hotel. Natu\u0308rlich zahlten wir viel zu viel fu\u0308r die Taxen!<\/p> <p>Das Hotel war sehr gut, nur die etwas weichen Betten brachten uns etwas um den Schlaf. Die meisten Hotels sind zu dieser Jahreszeit noch nicht in Betrieb und unser 3-Sterne Hotel Saadir war kaum belegt. Das gute Essen entscha\u0308digte uns fu\u0308r den langen Flugtag. Am Abend traf dann auch die Besetzung der Cessna ein. Somit konnte es am na\u0308chsten Morgen zum gro\u00dfen Abenteuer Libyen losgehen.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Tripoli und der gro\u00dfe \u00c4rger<\/h2> <p>Bei gutem Wetter und erneut mit Special-VFR ging es von Monastir zum Einflug nach Tripoli. Der Flugweg f\u00fchrte uns von Monastir \u00fcber Djerba-VOR (JBA) zu TANLI als Einreisepunkt, danach \u00fcber das Funkfeuer ZAW zum Flugplatz Tripoli mit der Kennung HLLT. Welch ein Eintrag im Flugbuch! Bei gutem Wetter, sehr freundlichen Controllern und den obligatorischen Angaben aller ETAs ging es zum Anflug auf die Piste 09. Die D-ELQC mit Werner und Elsbeth hatte uns bereits bei TANLI \u00fcberholt und wir hatten ein sch\u00f6ne Fotosession mit dem afrikanischen Kontinent im Hintergrund. Werner zog in ca. 10 Meter Abstand bei einem ruhigen Wetter an und vorbei. Wir hatten den Autopiloten eingeschaltet, damit wir den Kurs exakt hielten. Anne scho\u00df vom hinteren Sitz tolle Bilder.<\/p> <p>Nach der Landung wurden wir sehr freundlich begr\u00fc\u00dft. Wir stellten unsere kleinen Maschinen vor<br \/>den Jets ab. Ein Liner der Austrian Airlines war sprachlos, als er uns in Tripoli sah. Sp\u00e4ter konnte ich erahnen warum. Mit der Gewi\u00dfheit, dass wir keine Landgeb\u00fchren und\u00a0keine Parkgeb\u00fchren zu zahlen hatten, stieg die Crew in den Bus zum Terminal ein. Hier trennte sich die Gruppe in zwei Teile.<\/p>\n<p>Dietmar und ich wollten den Treibstoff zahlen (AVGAS 100 LL fu\u0308r nur 1,12 Dollar, also ca. 93 Cent.). Wir fragten den Handling- Agenten nach unserem Kontaktmann Abdul, den ich u\u0308ber unsere Ankuft vorher aus Monastir informierte. Er wartete wohl in der Ankunftshalle und war dem Agenten gut bekannt. Das alles stimmte mich sehr positiv. Alles lief wie am Schnu\u0308rchen. Wir waren nach 5 Jahren endlich am Ziel, wir waren in Libyen.<\/p> <p>Dietmar und ich wurden zum Bezahlen des Treibstoffs in ein kleines Office gefahren. Hier wurde und die Rechnung von 528 Dollar fu\u0308r die 470 Liter AVGAS erstellt. Das Geld bat uns ein a\u0308lterer Herr, umringt von weiteren 5 Personen, in dem engen Bu\u0308ro auf den Tisch zu legen. Die Stimmung war sehr freundlich und wir fu\u0308hlten uns sichtlich wohl. Ich nahm von Dietmar das Dollarbu\u0308ndel und legte fu\u0308r alle kontrollierbar verschiedene Stapel zu je 100 Dollar auf den Tisch. Die ersten drei Stapel waren jeweils zwei 50-Dollar Scheine. Zufrieden nickte der a\u0308ltere Herr, packte vor unseren Augen das Geld zu einem Stapel zusammen und sagte uns, dass wir jetzt zur Bank gehen sollten zur Einzahlung. Ich rollte den erhaltenen Stapel zusammen und steckte die Rolle ganz tief in meine Hosentasche. Begleitet von einem seiner Mitarbeiter gingen wir dann zur Bank. Vorher sollte uns eine Polizeikommissar nochmals bitten, alle Bargeldbesta\u0308nde, besonders die von Dietmar, zu dokumentieren. Wir gaben alles an, denn er wollte das Geld auch sehen.<\/p> <p>Zur Einzahlung u\u0308bergab ich Diemar die Rolle mit den Dollars und setzte mich auf eine der Ba\u0308nke. Hier begannen unsere Sorgen nun richtig! Kaum sa\u00df ich auf der Bank, erreichte mich eine SMS von Anne. Alle Mobiltelefone von uns, au\u00dfer die E- Plus Handys von Anne und mir, gingen hier nicht mehr! Kein Vodafone, keine T-Mobile und kein O2. Anne schrie schon fast um Hilfe im Text der kurzen Nachricht. Die Gruppe war nun gebeten worden, die Visa vorzulegen. Wir hatten jedoch keine und somit waren alle festgehalten worden. Die zweite Gruppe mit Anne versuchte zu Abdul Kontakt aufzunehmen, jedoch nur ich hatte die Daten von ihm. Er konnte auch nichts machen, das wu\u00dfte ich, denn er hatte mehrfach und unmissversta\u0308ndlich darauf hingewiesen, dass wir fu\u0308r die Einreise die Visa im Vorfeld beno\u0308tigten. Ich sprach Dietmar an, der die Mo\u0308glichkeit der Visa- Erstellung vor Ort vorgeschlagen hatte, mit Ru\u0308cksprache von seinen Kontakten. Er hatte aber mittlerweile andere Sorgen. Vom Geld fehlten 200 Dollar! Ich war sicher, ihm die komplette Rolle gegeben zu haben, untersuchte nochmals alle meine Taschen. Das Geld war eindeutig weniger! Es fehlten vier 50 Dollar Noten. Waren wir einem Taschenspielertrick des alten Herren aufgesessen? Wir konnten nur vermuten.<\/p> <p>Schlie\u00dflich bezahlten wir das Geld, jetzt aber 728 Dollar, wobei der Liter AVGAS jetzt aber 1,56 Dollar kostete, statt den 1,12. Wir mussten schnellstens zur Gruppe zuru\u0308ck, die nach Hilfe wegen der Visa schrie. So einfach war das aber nicht! Unser Begleiter brachte uns zuru\u0308ck zum Bu\u0308ro der Tankstelle. Dietmar und ich hatten das ganz gewisse Gefu\u0308hl, dass wir betrogen worden waren. Dies konnten wir aber nicht beweisen. Mit Tee und sehr freundlichen Mienen wurden wir empfangen und tranken mit unseren vermeintlichen Taschenspielern auch noch gemeinsam den nun etwas bitterer schmeckenden Tee. Der alte Herr ha\u0308ndigte uns jetzt die Einzelquittungen fu\u0308r die Betankung der Flugzeuge aus. Fast wollte ich schon was sagen, aber die fremde Umgebung und die fast erdru\u0308ckende Enge in dem u\u0308berfu\u0308llten kleinen Raum lie\u00dfen keinen Platz fu\u0308r einen Streit oder Mi\u00dftrauen. Nach dem Tee wollten wir zur Gruppe zuru\u0308ck, da in der Zwischenzeit eine zweite SMS von Anne eingetroffen war. Diese stimmte mich gar nicht glu\u0308cklicher. Es schien sich richtig A\u0308rger wegen den fehlenden Visa abzuzeichnen. Dietmar und ich mussten schnellstens zur Gruppe zuru\u0308ck!<\/p> <p>Wir machten uns umgehend auf den Weg zuru\u0308ck zum Terminal, bis unser Begleiter uns in ein anderes Office begleitet. Ich erkannte vor der Tu\u0308r den freundlichen Herrn, der uns auf dem Vorfeld so nett begru\u0308\u00dfte und uns zur Tankstelle fuhr. Wir traten in den Raum. Zu meiner Verwunderung wurde nach dem Gewicht unserer Flugzeuge gefragt und danach eine Rechnung von 1.800 Dollar vorgelegt. Ich war sprachlos! Was war mit der Absprache mit Abdul geworden, der uns kostenfreie Landungen garantierte? Ich telefonierte sofort mit Abdul, der nach 10 Minuten endlich erschien. Ich war sehr froh daru\u0308ber!<\/p> <p>So froh ihn zu sehen, erza\u0308hlte ich von der absurden Summe von 1.800 Dollar. Nach kurzem Disput stellte sich die Situation so dar, dass die Landung und das Parken frei wa\u0308re, aber die nicht verhandelte Handlinggebu\u0308hr diesen Betrag darstellen sollte. Schlie\u00dflich sind wir mit den Bussen transportiert worden. Da es auch keine Handlinggebu\u0308hren fu\u0308r kleine Maschinen ga\u0308be, sind wir mit den Airlinern gleichgesetzt worden. Das schien absurd. Abdul setzte sich fu\u0308r uns ein. Wir beide hatten im Vorfeld nicht an die Handlinggebu\u0308hren gedacht und \u201enur\u201c u\u0308ber Landegebu\u0308hren und Parken gesprochen. Dietmar und ich wurden in einen Nebenraum gebracht wa\u0308hrend die beiden Parteien sich fast zerfetzten. Das ist wohl so u\u0308blich, dachte ich. Nach einer Viertelstunde Warten durften wir zuru\u0308ck in das Bu\u0308ro. Wir hatten jetzt ein Verhandlungsergebnis: 1.100 Dollar Handling und ein Schreiben, dass fu\u0308r uns auf allen anderen Flugpla\u0308tzen, die uns in Libyen noch erwarten, keine weiteren Gebu\u0308hren anfallen wu\u0308rden.<\/p>\n<p>Mit der Bezahlung des Betrags sollten wir wirkllich fu\u0308r den Rest der Reise in Libyen keinerlei weiteren Kosten haben? Das ist also der neue Vorteil? Schnell haben wir im Kopf u\u0308berschlagen: 4 Flugpla\u0308tze, 5 Flugzeuge macht 55 EUR pro Platz. Wir hatten drei Personen an Bord und somit knapp 18 EUR zu erwarten. Das war ok. Trotzdem waren wir sauer und bezahlten nicht. Spa\u0308ter wu\u0308rden wir mit dem Verhandlungsgeschick von Haissam dann doch knapp u\u0308ber tausend Dollar bezahlen (850 EUR).<\/p> <p>Unser oberstes Ziel war jetzt die Gruppe zu finden. Der freundliche Herr von vor einer Stunde, war in ein grimmiges Monster verwandelt worden, der die Kraft zu haben schien, uns vor seinen Augen in Asche verwandeln zu ko\u0308nnen. Die Freundlichkeit war vollkommen dahin. Mit Abdul an unserer Seite ging es dann zu Gruppe. Hier folgte der na\u0308chste Paukenschlag. Die Wa\u0308chter des Flughafen konnten sich nicht erkla\u0308ren, warum wir ohne Visum eingeflogen waren. Mit unserer Geschichte, dass wir vor Ort eines bekommen ko\u0308nnten, waren die Beho\u0308rden restlos u\u0308berfordert. Schnell stellte sich mit dem Sprachversta\u0308ndnis und der Vermittlung von Haissam und Mahmoud heraus, dass es zwei Gruppen in der Beho\u0308rde gab. Eine wollte uns sofort wieder abschieben, eine andere wollte sich fu\u0308r uns einsetzen und alle Mo\u0308glichkeiten fu\u0308r eine Ausstellung des Visum vor Ort ausloten. Es folgten ein Polizeiverho\u0308r mit Dietmar, das aber von unseren beiden Arabern begleitet wurde. Es stellte sich weiter heraus, dass auch Abdul mit in den Strudel gerissen wurde. Eine knappe Stunde spa\u0308ter wurde das FAX pra\u0308sentiert, wonach die Einreise nur mit gu\u0308ltigem Visum erlaubt wurde. Wir hatten das bekommen und mussten wir auch eingesehen. Das war das Ende fu\u0308r unser Bemu\u0308hen. Die Sache eskalierte jedoch weiter, bis am spa\u0308ten Abend auch noch der Minister fu\u0308r Tourismus eingeschaltet wurde. Kurzfristig keimte Hoffung auf.<\/p>\n<p>Wir waren, au\u00dfer mit den beiden Mobilfunktelefonen von Anne und mir, von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten. Kurz vor der Abreise hatten wir einen Kontakt zu einen Reiseveranstalter in Ghadames erhalten. Dort war auch eine Telefonnummer abgedruckt. Ich erreichte Herrn Aboulkassim auf dem Mobiltelefon und schilderte unsere Situation. Er sagte, dass wir auf keinen Fall abreisen sollten und wir auf ihn warten sollen. Sofort f\u00fchre er von Ghadames (so hatte ich das verstanden) die weite Strecke nach Tripoli und w\u00fcrde uns noch in der Nacht treffen k\u00f6nnen. Er w\u00e4re in der Lage, uns Visa zu besorgen. Wieder keimte Hoffung auf.<\/p> <p>Kaum machte diese gute Nachricht die Runde, mussten wir unsere Piloten benennen, die eine Instrumentenflugberechtigung haben. Drei von den f\u00fcnf Maschinen m\u00fcssten demnach trotz Dunkelheit sofort ausreisen.<\/p> <p>Wir stellten uns gegen diese Trennung und gegen die teilweise Abschiebung. In der Zwischenzeit hatte man mit der u\u0308bermu\u0308deten und hungrigen Mannschaft ein Herz. Es\u00a0wurden Getra\u0308nke und Sandwichs gebracht, mit der Nachricht, dass wir im Flughafen u\u0308bernachten mu\u0308ssen. Gut, dass wir die Schlafsa\u0308cke dabeihatten, dachten wir. Pro Flugzeug wurde ein Pilot erneut zur Maschine geleitet, um die no\u0308tigen Dinge fu\u0308r die U\u0308bernachtung zu besorgen. Kaum hatten wir in der Wartehalle alle Dinge abgeladen, kam eine anscheinend hohe Delegation zu uns, mit einem ganzen Stapel Schatullen. Haissam u\u0308bersetzte. Wir hatten jetzt von ganz oben eine Nachricht erhalten, die schizophrener nicht sein konnte.<\/p>\n<p>Der Minister fu\u0308r Tourismus begru\u0308\u00dft uns in Libyen, aber wir haben gegen Regeln versto\u00dfen. Wir sollten jedoch wieder zuru\u0308ck kommen und nur Gutes u\u0308ber das Land sagen. Zum Zeichen der Freundschaft u\u0308berreichte man uns ein Gastgeschenk. Die Schatullen wurden u\u0308berreicht und in jeder befand sich ein kleiner Teller aus Blech mit einem Motiv aus Libyen. Die Entscheidung war damit wohl endgu\u0308ltig. Trotzdem wollte ich mich nicht damit zufrieden geben! Ein na\u0308chstes Telefonat mit Herrn Aboulkassim folgte, der bereits auf dem Weg nach Tripolis war und gegen 3 Uhr nachts ankommen sollte. Erneut bat er uns nicht abzureisen, egal was kommt. Eine winzige Hoffnung. In der Wartehalle konnten wir aber nicht schlafen.<\/p>\n<p>Glei\u00dfendes Licht, viel zu stark eingestellte Klimagera\u0308te, blanker Boden. Nichts war scho\u0308n an diesem Wartesaal. Um unser Leid etwas zu mindern, wurde uns kurz nach 23 Uhr der Zugang zum First Class Lounge erlaubt. Hier hatten wir ein mageres Buffet mit Essen und Getra\u0308nken, das wir dankbar annahmen und mit etwas zuru\u0308ckhaltendem Hunger vorsichtig stu\u0308rmten. Auch hier prangte von allen Seiten die Bildern von Ghadaffi mit Sonnenbrille und erhobenen Haupt. Es war eine skurrile Situation unter dem Antlitz des hiesigen Machthabers den Schlafsack auszurollen und einzuschlafen. Trotz lautem Fernsehen und Gespra\u0308chen im Hintergrund konnte ich gegen Mitternacht doch noch einschlafen.<\/p> <p>Das Z\u00fcnden von Lampen weckte mich aus dem Schlaf, gefolgt von den 4-Uhr Nachrichten von Euronews auf dem riesigen und lauten Fernsehger\u00e4t der Lounge. Ich musste mich kurz sortieren, erkannte aber gleich die Lage wieder. Es war kein Traum. Noch immer waren wir gefangene G\u00e4ste im internationalen Flughafen von Tripoli. Noch immer kein Visum. Noch immer unsere eigene Schuld.<br \/>Das Buffet wurde aufgef\u00fcllt. Unsere hungrigen M\u00e4gen machten sich \u00fcber Croissants, Kaffee und Marmelade her. Trotz aller Strapazen war die gesamte Crew in guter Verfassung. Wir hatten niemals wirklich Angst und wu\u00dften von der guten Story, die wir erz\u00e4hlen konnten. Wir wu\u00dften aber auch, wie dumm wir waren. Wir wu\u00dften von unserer eigenen Schuld an der Situation. Um 6 Uhr erhielten wir die Nachricht, dass wir bei Tagesanbruch ausfliegen m\u00fcssen. Kein Pardon, kein Aufschub. Das klang endg\u00fcltig.<\/p> <p>Ich w\u00e4hle die Nummer von unserem Helfer, der sicherlich schon kr\u00e4ftig im Hintergrund arbeitete. Herr Aboulkassim war um 7 Uhr morgen erreichbar und im Hotel in Tripoli abgestiegen. Wohl noch in der Nacht gegen 3 Uhr wollte er zu uns kommen. Seitens des Flughafens wollte man jedoch den Kontakt nicht gestatten und man bat ihn, am n\u00e4chsten Morgen ab 9 Uhr vor dem Leitenden vorzusprechen. Dieser w\u00e4re vorher nicht anwesend und keiner sonst k\u00f6nne helfen oder entscheiden. Ich schilderte dramatisch unseren Rauswurf und den Druck der Ausreise. Er bat abermals nicht zu fliegen und zu sagen, dass wir \u00fcberm\u00fcdet w\u00e4ren und nicht fliegen k\u00f6nnten. Das w\u00e4re unser Vorwand.<\/p>\n<p>Der Druck auf uns wurde jedoch immer gro\u0308\u00dfer. Zwar schindeten wir bei allen Gelegenheiten Zeit und machten alles sehr langsam, standen um halb neun vor den Flugzeugen auf dem Vorfeld. Startzeit 9 Uhr. Noch beim Einsteigen in die Piper telefonierte ich mit unserem Mann, der jedoch nicht vorgelassen wurde. Der Entscheider wa\u0308re in einem Meeting und konnte Herrn Aboulkassim nicht empfangen. Wir starten die Motoren mit dem Ziel Djerba in Tunesien. Der Traum von Libyen war ausgetra\u0308umt. Wir wurden mit einem extralangen Aufenthalt am Rollhaltepunkt der 20 \u201ebestraft\u201c und mehrere Jets landeten und starteten vor uns. Endlich nach durften wir nach einer Viertelstunde starten. Alle mussten zu gleichen Zeit auf die Startbahn rollen und im Formation abheben. Das ist sowas noch erleben durften. In Deutschland wa\u0308re das eine Katastophe und gleich eine Anzeige wert! Ich schob 20 Meter nach der WC auf der Piste die Gase rein. Wie an einer Schnur gezogen, starteten alle Maschinen fast gleichzeitig. Diese Reihenfolge durfen wir bis TANLI- Point nicht vera\u0308ndern. Und jetzt noch die schnelle Cessna die letzte der Rotte. Deren Motor lief an unteren Rand des gru\u0308nen Drehzahlbereichs.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Wo alles begann<\/h2>\n<p>Es ging alles so schnell. Eigentlich wollten wir gar nicht nach Djerba. Wir hatten auch kein Hotel. U\u0308ber unsere sta\u0308ndig gerastete Interkom-Frequenz 123,45 Mhz stimmten wir fu\u0308r Tozeur ab. Noch in<br \/>der Luft, aber auf tunesischem Gebiet, a\u0308nderten wir den Flugplan<br \/>problemlos von Djerba nach Tozeur.<\/p>\n<p>Nach ca. 3 Stunden landeten wir mit dem Routing ZAW-JER-KIRAS- TON auf dem vom letzten Tripp bekannten Flugplatz von Tozeur. Wir hatten hier kein AVGAS, kein Hotel und keine Permission. Trotzdem waren wir sehr willkommen. Ein herannahender Sandsturm zwang uns gleich die Flugzeuge zu befestigen. Die Feuerwehr brachte drei riesige Wassertanks pro Flugzeug und befu\u0308llte diese mit Wasser. So vertaut, ha\u0308tte der Standsturm kaum eine Chance. Alle Lufteinla\u0308sse wurden zusa\u0308tzlich mit Schaumstoff abgedichtet.<\/p>\n<p>Wa\u0308hrend der Arbeiten auf dem Vorfeld telefonierte Dietmar mit dem Reiseveranstalter Avitour Herrn Srarfi, der uns im Nachbarort Nefta von Deutschland aus ein Hotel besorgte. Mit zwei Jeeps und 50 EUR Fahrtpauschale weniger in den Taschen, bezogen wir unser Zimmer im 3-Sterne Hotel \u201eBel Horizon\u201c. Wir beschlossen drei Tage hier zu bleiben und danach noch drei Tage in Monastir. Noch auf der Fahrt zum Hotel hatte ich den Zettel in der Hand, wo vor einem Jahr Abdul seine Adresse aufgeschrieben hatte. Alles klang so einfach. Damals.<\/p>\n<p>Der na\u0308chste Tag stand im Zeichen der Erholung. Irgendwie hatte ich Libyen noch immer nicht aufgegeben. Ich rief Herrn Aboulkassim erneut an und fragte nach den Visa. Er wollte sich immer noch drum ku\u0308mmern, brauchte aber die Kopien der Ausweise. Wie besorge ich die in der Wu\u0308ste? Es gab keinen Kopierer und das FAX-Gera\u0308t des Hotel konnte die Ausweise nicht einziehen. Michael hatte eine Kamera mit Bluetooth. So fotografierten wir alle Ausweise, u\u0308berspielten diese dann u\u0308ber<\/p>\n<p>Bluetooth in mein Handy. Von hier aus wollte ich dann die Daten direkt an die Mail-Adresse von Herrn Aboulkassim senden. Leider hatte kein Netz in Tunesien eine GPRS-Mobilfunkverbindung, die funktionierte. Fehlanzeige. Was nun?<\/p> <p>Der Reiseagent wartete auf meine Daten. Mir fiel ein, dass Abdul vor einigen Tagen die eingescannten Seiten der Reisepa\u0308sse als Mail erhalten hatte. Ich rief Abdul an. Er wollte sofort in die Firma fahren und die Kopie der mail an Herrn Aboulkassim weitersenden. Prima, das klappte! Schon war ich wieder guter Dinge, dass wir jetzt direkt von Tozeur aus u\u0308ber Ghadames einreisen ko\u0308nnen. Noch am Abend zogen die libyschen Beho\u0308rden den na\u0308chsten Joker aus dem A\u0308rmel. Anscheinend waren sie u\u0308ber unsere beiden Libanesen und deren Verhandlungsku\u0308nste und deren Sprachfertigkeit so sauer, dass wir nur 11 Visa bekommen wu\u0308rden, Haissam und Mahmoud nicht. Das war fu\u0308r uns untragbar und wir beerdigten das Unterfangen fu\u0308r dieses Jahr. Mit dieser endgu\u0308ltigen Entscheidung war jetzt auch die Last von mir gefallen.<\/p> <p>Es gab keine Optionen mehr, alle Karten lagen auf dem Tisch. Wir hatten verloren, aber viel gelernt. Die Augen richteten wir jetzt nach vorne. Tunesien ist ein wunderscho\u0308nes Land und hier waren wir ganz herzlich willkommen. Meine Erholung begann.<\/p> <p>Nach einem Ausflug in das Star Wars Dorf und einer Jeep-Safari (16 EUR pro Teilnehmer, durch das Hotel buchbar), ging es am dritten Tag zum Flugplatz zuru\u0308ck. Der Weiterflug nach Monastir stand auf dem Programm. Alle Mitarbeiter des Flughafens in Tozeur waren sehr nett und hilfbereit. Wir erhielten Wetterbriefing und Anflugkarten fu\u0308r Tabarka im Norden des Landes, das wir ebenfalls noch anfliegen wollten. Fu\u0308r alle Flugzeuge zusammen bezahlten wir fu\u0308r die Landung und drei Tage Parken nur 42 EUR. AVGAS 100 LL muss vor dem Anflug bestellt werden, sonst ist jedoch eine Fahrt im Pick-up zur na\u0308chsten Tankstelle problemlos mo\u0308glich. Verbleites Autobenzin mit 98 Oktan ist fu\u0308r umgerechnet 67 Cent zu erhalten. Der Tankwart verfu\u0308gt u\u0308ber genu\u0308gend Kanister, um ca. 400 Liter Sprit zu transportieren.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Monastir - die Gruppe trennt sich erneut auf<\/h2>\n<p>Wieder Anflug auf Monastir. Langsam kennen wir diesen Platz sehr gut. Nach vier Tagen Abstinenz muss der Preis fu\u0308r Treibstoff aber ganz scho\u0308n gestiegen sein! Wir bezahlen diesmal mit 2,10 EUR so viel wie noch nie. Aber was sollten wir machen? Das Hotel Saadia empfa\u0308ngt uns wieder. Telefonisch haben wir u\u0308ber Avitour die Zimmer gemietet. Mit 20 EUR pro Nacht und Person mit Abendessen (Buffet) und Fru\u0308hstu\u0308ck ein sehr gutes Angebot. Wir wissen jetzt auch, dass das Taxi zum Hotel nicht mehr als 5 Dinar kosten darf - fu\u0308r einen Wagen wohlgemerkt, nicht pro Person.<\/p> <p>Am na\u0308chsten Morgen trennt sich die Gruppe, was aber von Anfang an feststand. Michael muss wegen dem am Montag beginnenen ATPL-Seminar nach Deutschland zuru\u0308ck. Mit Haissam und Mahmoud verlassen uns mit der D-ELWC auch unsere Dolmetscher. In Tunesien kommen wir jedoch mit dem perfekten Franzo\u0308sisch von Eckhard aber bestens u\u0308ber die Runden.<\/p> <p>Auch hier folgen ruhige Tage. Am Sonntag nutzen wir die Zeit zu einer Bahnfahrt nach Tunis. Der Zug startete um 8:45 Uhr vom nahegelegenen Sousse aus ca. 140 km nach Norden direkt ins Zentrum von Tunis. Mit nur 8 Dinar pro Person fahren wir erste Klasse. Bei diesen Preisen sind wir alle wieder verso\u0308hnt und rechnen das in die Preise der Deutschen Bundesbahn um. Wie weit ka\u0308men wir mit 5 EUR in der ersten Klasse? Wir wissen aber alle, das die Standards nicht zur vergleichen sind. Nach zwei Stunden Fahrt und vielen Eindru\u0308cken entlang der Bahnstrecke kommen wir in Tunis an, wo gleich einige findige Touristenfa\u0308nger auf uns aufmerksam werden.<\/p>\n<p>Sofort hagelt es Angebote fu\u0308r Taxifahrten. 70 Dinar fu\u0308r alle nach Sidi bou Said, dem bekannten Ku\u0308nstlerdorf. Christoph holte einen Stadtplan und wir beschlie\u00dfen dann mit der Bahn und knapp 50 Cent (0,65 Dinar) pro Person dorthin zu fahren. Eine knappe Stunde spa\u0308ter treffen wir in Sidi bou Said ein. Ein herrliches Wetter und viele Ha\u0308ndler begru\u0308\u00dfen uns schon ha\u0308nderingend.<\/p>\n<p>Tolle Restaurants an den steilen Ha\u0308ngen laden mit Blick u\u0308ber das Meer zum Essen ein. Leider nahmen wir dieses Angebot an und verbringen fast unsere gesamte Zeit mit dem Warten auf das Essen. Sichtlich unter Druck fahren wir mit zwei Taxen nach Karthago weiter, um von dort aus den Zug von nach Tunis zu erreichen. Noch im Anrollen bespringen wir in Tunis den u\u0308berfu\u0308llten Zug nach Sousse. Zwei Stunden beengte Bahnfahrt stehen uns bevor.<\/p>\n<p>Das Team dezimiert sich weiter. Auch Christoph muss fru\u0308her abreisen. Die Cessna macht sich mit Birgit und unserem Flugzeugwart Gu\u0308nter am Montag auf die Heimreise. Jetzt darf an den Flugzeugen nichts mehr passieren. Mit der schnellen Cessna mit Longrange-Tanks schaffen die drei es wirklich mit nur einem Zwischenstopp in Calvi abends um 19:30 Uhr lokaler Zeit in Paderborn zu sein. Birgit schreibt noch u\u0308ber Zu\u0308rich in FL105 die SMS mit der ETA, die dann auch genau passte.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Tabarka - die Perle im Norden<\/h2>\n<p>Wie bei den zehn kleinen Negerlein verschwinden immer mehr Flugzeuge. Drei mit 7 \u201eMann\u201c Besatzung sind u\u0308brig geblieben, die u\u0308ber Avitour ein 5-Sterne Hotel in Tarbarka angemietet haben. Den Flugplatz kannten wir schon aus der Luft, waren aber noch nie dort gelandet. Ein herrlicher Flug mit Kaiserwetter belohnt uns fu\u0308r diese Entscheidung. Wieder haben wir Gelegenheit Bilder der D-ELQC und unserer D-ETIV zu machen. In 10 Metern Entfernung klicken die Apparate in beiden Maschinen.<\/p>\n<p>Der Norden empfa\u0308ngt uns mit stu\u0308rmischer Gewalt. Bereits einige Meilen vor der Bergkette des Flugplatzes wirbelt es unsere kleinen Pipers herum. Anne ha\u0308ngt kurzzeitig unterm Dach. Sie schlief eine ganze Zeit und hatte den Gurt etwas gelockert. Jetzt packten wir alle die Gurte straff. Der Anflug auf die Piste versprach 30 Knoten Gegenwind und Bo\u0308en bis zu 35 Knoten. Nach vielen Wirbel und einem hohen Anflug, um die Bodeneffekte zu vermindern, landeten wir butterweich auf der riesigen Asphaltpiste. Beim Aussteigen mussten wir die Tu\u0308r festhalten. Ein sehr starker Wind empfing uns.<\/p> <p>Von allen Flugpla\u0308tzen war Tabarka der scho\u0308nste! Gepflegte und saubere Anlagen, tolle Farben durch bunte Blumen und Olivenba\u0308ume und ein sehr freundliches Personal machten Lust auf mehr. Der Flughafenchef perso\u0308nlich begru\u0308\u00dfte uns. Die Landegebu\u0308hr war mit 2 Dinar pro Tag einfach ideal. Wo gibt es sonst solche Preise? Gleich nach den obligatorischen Formalita\u0308ten wurden wir auf Einladung des Chefs mit dem Wagen des Flughafens kostenfrei zum ca. 15 Kilometer entfernten Hotel \u201eDar Ismail\u201c gefahren. Hier erwartete uns Luxus pur. Die 5 Sterne des geschmackvollen Golf-Hotels u\u0308berzeugten. Die Zimmer waren sehr scho\u0308n eingerichtet und endlich nach 10 Tagen Abstinenz auch Fernsehen! Zwar \u201enur\u201c VOX und ZDF, aber zumindest mal Wetter und Nachrichten aus unserem Deutschland. Das Buffet verschlug uns dann ganz den Atem. Alleine das Dessert-Buffet war mit drei gro\u00dfen Aufbauten den Preis von 36 EUR pro Nacht und Person (Halbpension) wert.<\/p>\n<p>Dietmar ha\u0308tte sicherlich am liebsten gleich seinen Stuhl dort aufgebaut, zusammen mit Gerd, Eckard und Werner. Unter dreimal Nachspeise ging nichts.<\/p> <p>Geplant war Tabarka mit einer U\u0308bernachtung, aber das Wetter in Deutschland und Frankreich schien uns nicht zu erwarten. Regen, Orkan, U\u0308berflutungen waren das bestimmende Thema in den Nachrichten. Wir stellen die Frage, ob wir zumindest nach Calvi auf Korsika fliegen und von dort aus den Ru\u0308ckflug und somit besseres Wetter warten sollten. Die Vorhersage schien erst fu\u0308r Freitag besser zu werden. Jetzt war erst Mittwoch. Da wir das Hotel sehr gut fanden und Calvi auch fu\u0308r teurere Hotels bekannt ist, entschieden wir uns fu\u0308r Sonne und einen Tag la\u0308nger Tabarka.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Der R\u00fcckflug bei Regen<\/h2>\n<p>Alles geht mal zu Ende. Der Morgen begann mit Fru\u0308hstu\u0308ck um 7 Uhr, 8 Uhr Taxi und um 9:30 Uhr starten wir Richtung Calvi mit starkem Gegenwind. Das herrliche Wetter lie\u00dfen wir leider u\u0308ber dem blauen Himmel von Afrika zuru\u0308ck. Mit zeitweise nur 75 Knoten Groundspeed ging es auf der gleichen Route u\u0308ber Sardinien an Ajaccio vorbei nach Calvi. U\u0308ber Notam wurden wir bereits u\u0308ber die Streiks in Frankreich informiert. Aber eine Notvorsorgung zur Abfertigung am Flugplatz und auf den FIS-Frequenzen schien sichergestellt zu sein. Nach 3:30 Stunden landeten wir in Calvi. Tanken. Weiter.<\/p>\n<p>Das Wetter machte uns etwas Sorgen. Je na\u0308her wir nach Norden kamen, so ausgepra\u0308gter wurde das Tief. Wolken hingen in verschiedendenen Layern. Wir hatten Dijon im Flugplan als Ziel angegeben. Der Mont Ventoux war aber schon von weitem sehr gut zu sehen und im Rhonetal war das Wetter wieder besser. Die Temperaturen waren die gesamte Zeit positiv. Der Wind frischte im Rhonetal deutlich von hinten auf und wir gingen wegen der sich senkenden Wolkenuntergrenze immer tiefer. In FL65 durchflogen wir die Bereiche um Lyon und kurz vor Dijon mussten wir unter 3000 Fuss AGL gehen. Rhone Information gab uns u\u0308ber Funk eine SIGMET u\u0308ber starke Turbulenzen im Bereich von Dijon mit, die wir quittieren mussten.<\/p> <p>Das scho\u0308ne Wetter von heute morgen war nun wirklich Geschichte. Anne wollte am liebsten in die Sonne zuru\u0308ck. Eckhard auch. Der Urlaub war trotz der ganzen Turbulenzen einfach toll gewesen.<\/p>\n<p>Dijon ist ein milita\u0308rischer Platz, der auch von der zivilen Luftfahrt genutzt werden darf. Heute war ein reges Treiben der Mirage- 2000 Kampfjets. Wir mu\u0308ssen sehr lange u\u0308ber dem Einflugpunkt Whiskey im Osten in 800 Fuss AGL kreisen, bevor wir als letzte der drei Maschinen auf der Landebahn 20 aufsetzen.<\/p>\n<p>Bei regnerischen und kaltem Wetter bezogen wir das u\u0308berteuerte Holiday Inn. Andere Hotels waren nicht zu bekommen, zumindest keine 4 Zimmer im gleichen Hotel. Mit 135 EUR pro Zimmer mit Fru\u0308hstu\u0308ck war das nach dem perfekten Service in Tunesien die Leistung bei weitem nicht wert. Das Wetter wurde schlechter und Birgit schrieb von Paderborn eine SMS, dass es heute kaum fliegbar war. Wir warteten auf den na\u0308chsten Morgen und a\u00dfen sehr gut zu abend.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <h2>Der Urlaub geht zu Ende<\/h2>\n<p>Bereits beim ersten Augenaufschlag sah ich ein herrliches Wetter. Aufgerissene Bewo\u0308lkung, blauer Himmel und starken Ru\u0308ckenwind bis nach Hause! Das hie\u00df aber auch, dass das schlechte Wetter in die Richtung zog, wo wir hin wollten! Die Frage war nur, wie weit ist die Wolkenfront heute schon nach Osten gezogen? In Frankreich funktionierte mein Handy wieder und ich konnte u\u0308ber PC_met die aktuelle GAFOR-Karten einsehen. Je spa\u0308ter wir losfliegen wu\u0308rden, je besser wu\u0308rde es. Wir flogen natu\u0308rlich recht fru\u0308h.<\/p> <p>Bereits nach dem Start entschieden sich Werner und Elsbeth fu\u0308r \u201eon top\u201c zu fliegen. Mit reichlich Ru\u0308ckenwind stieg deren Piper noch immer mit 110 Knoten Groundspeed auf FL95 u\u0308ber die Wolkenberge. Wir und die D-ELPA mit Gerd und Dietmar nahmen einige Duschen in Kauf und blieben in 3500 Fuss unterhalb der Wolken. Hier blies es uns mit manchmal u\u0308ber 140 Knoten Groundspeed in 2 Stunden nach Hause.<\/p> <p>Ohne Probleme verliefen die Landungen in Paderborn. Zwei Wochen fliegerisches Erlebnis und eine erste Bekanntschaft mit Libyen fanden Ihr Ende. Eines wissen wir aber schon heute: wir werden es wieder versuchen und die gemachten Erfahrungen nutzen. Die gesamte Truppe hatte trotz vieler Unwa\u0308gbarkeiten und langer Wartezeiten sowie vieler Umplanungen nie die Lust verloren, und fu\u0308r alle war der Tripp eine echte fliegerische Bereicherung, gepaart mit einem echten kleinen Abenteuer. Die Fortsetzung folgt im na\u0308chsten Jahr \u2013 es bleibt weiter spannend! Die Anmeldungen fu\u0308r 2007 wurden von Dietmar natu\u0308rlich schon heute angenommen.<\/p> <p>(c) Dirk Linn, LSV Rietberg, dirk.linn(@)lsvr.de<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Libyen_LSV-Rietberg.pdf\"> <svg aria-label=\"Open\" role=\"img\"><use href=\"#tf-ti-search\"><\/use><\/svg> <img src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Tripolis-sehen-und-gehen-cover.jpg\" title=\"Reisebericht als PDF\" alt=\"Reisebericht als PDF\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Tripolis-sehen-und-gehen-cover.jpg 293w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Tripolis-sehen-und-gehen-cover-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 293px) 100vw, 293px\" \/> <\/a> <h3> <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Libyen_LSV-Rietberg.pdf\"> Reisebericht als PDF <\/a> <\/h3>\n<h3>Fotostrecke des Abenteuers<\/h3>[gallery ids=\"1661,1662,1663,1664,1665,1666,1667,1668,1669,1670,1671,1672,1673,1674,1675,1676,1677,1678,1679,1680,1681,1682,1683,1684,1685,1686,1687,1688,1689,1690,1691,1692,1693,1694,1695,1696,1697,1698,1699,1700,1701,1702,1703,1704,1705,1706,,,,,,,,,,,,,,,\"]","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1655","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1655"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1655\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3225,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1655\/revisions\/3225"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1655"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}