{"id":1558,"date":"2019-11-03T10:40:40","date_gmt":"2019-11-03T09:40:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lsvr.de\/wdp-test-environment\/fly-namibia-copy\/"},"modified":"2020-02-24T21:03:55","modified_gmt":"2020-02-24T20:03:55","slug":"djanet-perle-der-oasen-im-tasslili","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/djanet-perle-der-oasen-im-tasslili\/","title":{"rendered":"Djanet &#8211; Perle der Oasen im Tassili"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-1558\" data-postid=\"1558\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-1558 themify_builder tf_clear\">\n                    <div  data-css_id=\"s47q304\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row fullheight fullwidth tb_s47q304 tb_first tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_auto_height col_align_middle tb_col_count_2 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-2 tb_5v9g306 first\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_o4gd307 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\">\n                   <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"194\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu.png\" class=\"wp-post-image wp-image-17\" title=\"logo-neu\" alt=\"logo-neu\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu.png 320w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/logo-neu-300x182.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/>        <\/a>\n    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <\/div>\n<!-- \/module image -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-2 tb_ye9r308 last\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_ckfu308  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <h1>Djanet &#8211; Perle der Oasen im Tassili<\/h1>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text --><!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_ew3t309  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u201eWie gerne wa\u0308re ich auch diesmal dabei!\u201c. Anne und ich sa\u00dfen mit Werner Ho\u0308ing im Clubhaus des LSV Rietberg e.V. am Flughafen in Paderborn-Lippstadt und lie\u00dfen uns von unserem \u201eTourarzt\u201c die letzten Tipps u\u0308ber Land und Leute geben sowie eine kleine medizinische Notfalleinweisung.<\/p>\n<p>Werner war bereits 1981 mit einer C-182 von Deutschland nach Algerien geflogen und auf den alten Flugplatz von Djanet gelandet. Er schwelgte in Erinnerungen, die uns das Land herbeisehnen lie\u00dfen. Jetzt, 26 Jahre nach diesem Trip, hatten wir drei Crews von sieben Piloten und zwei Mitfliegern zusammen, die sich von Paderborn aus in die Wu\u0308ste Algeriens auf die Reise begaben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                        <\/div>\n        <\/div>\n                        <div  data-css_id=\"njr5304\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row fullwidth tb_njr5304 tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_align_middle tb_col_count_4 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_zsx5310 first\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_k1am310 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"188\" src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DirkLinn.png\" class=\"wp-post-image wp-image-1003\" title=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\" alt=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\">    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <div class=\"image-content\">\n                    <h3 class=\"image-title\">\n                                    Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV                            <\/h3>\n                    <\/div>\n    <!-- \/image-content -->\n        <\/div>\n<!-- \/module image --><!-- module buttons -->\n<div  class=\"module module-buttons tb_ls3i311 buttons-horizontal solid  circle\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"module-buttons-item tf_in_flx\">\n                        <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/reisen-und-flug-abenteuer\/\" class=\"ui builder_button tf_in_flx tb_default_color\" >\n                                                Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht                                        <\/a>\n                <\/div>\n            <\/div>\n<!-- \/module buttons -->\n<!-- module buttons -->\n<div  class=\"module module-buttons tb_14ms311 buttons-horizontal solid  circle\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"module-buttons-item tf_in_flx\">\n                        <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\" class=\"ui builder_button tf_in_flx tb_default_color\" >\n                                                Startseite                                        <\/a>\n                <\/div>\n            <\/div>\n<!-- \/module buttons -->\n        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_yahj311\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_w3uo312   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Vom Winter in die Wu\u0308ste<\/h2>\n<p>Es lag eine Strecke von u\u0308ber 7.000 km vor den Besatzungen. Jedoch war an den Tagen vor dem Abflug der Winter u\u0308ber Deutschland hereingebrochen. So sa\u00dfen wir beide bei diesem kaltem Wind und Schauern im Clubheim und saugten die Worte von Werner auf, mit der Hoffnung, bald selbst die Scho\u0308nheit des Tassili-Gebirges zu sehen. Leider waren einige Piloten von den Reisewarnungen des Auswa\u0308rtigen Amtes verunsichert, und aus anfa\u0308nglich fast 25 Interessenten blieben neun u\u0308brig. Spa\u0308ter waren aber alle froh, dass die Gruppe sehr kompakt war und nur aus drei Maschinen bestand. Anne und ich verabschiedeten uns von Werner. Wir sollten schon zwei Tage spa\u0308ter los fliegen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Am Freitag, dem 23. Ma\u0308rz 2007, machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ans Starten war bei aufliegender Bewo\u0308lkung und Null-Grad-Grenze in Bodenna\u0308he nicht zu denken. So ruhten alle Hoffnungen auf dem na\u0308chsten Tag. Tatsa\u0308chlich wurde das Wetter am Samstagnachmittag etwas besser und starteten mit zwei Piper PA Archer III nach Karlsruhe-Baden \u00fcber\u00a0METRO-VOR in knapp 1500 Fu\u00df Altitude, vorbei an Heidelberg. Die\u00a0Cessna sollte sp\u00e4ter direkt nach Lyon fliegen. In Karlsruhe stieg\u00a0der neunte Mitflieger, Hans Georg Sperl (\u201eHansGee\u201c), zu. Dieserarbeitet beim FSI Flight Service International und besorgte uns die\u00a0\u00dcberflug-Genehmigungen f\u00fcr Tunesien und Algerien. Auch galt es\u00a0f\u00fcr ihn die Frage nach der Kraftstoffversorgung f\u00fcr unsere\u00a0Flugzeuge zu regeln. Da in Afrika kaum mit AVGAS geflogen wird, muss die Tour gut vorbereitet werden.<\/p>\n<p>In den Gespr\u00e4chen mit\u00a0unserem Organisator und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des LSV Rietberg,\u00a0Dietmar Gieffers, hatte HansGee direkt zugesagt uns zu begleiten. Nach dem Start im Rheintal ging es durch die Kontrollzone von Stra\u00dfburg DCT AVG vorbei an Epinal und Dole nach Lyon auf den Stadtflughafen im Stadtteil Bron, wo wir f\u00fcr den ersten Tag unser Etappenziel erreichten. Die Crew der C-182 kam etwas sp\u00e4ter an und \u00fcbernachtete im Hotel am Platz, wobei wir &#8211; wie immer \u2013 die Atmosph\u00e4re der Jugendherberge in der Altstadt bevorzugten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Durch den VFR-Korridor nach Korsika<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der na\u0308chste Tag sollte uns dann u\u0308ber Ajaccio nach Afrika bringen. Da die Wolkenuntergrenze noch bei 1100 Fu\u00df gemeldet wurde, beschlossen wir, durch das Rhonetal an Marseille vorbei nach Saint-Tropez zu fliegen, wo der Sichtflugkorridor nach Korsika begann. Schon nach einigen Minuten lo\u0308ste sich die Wolkendecke auf und in FL75 hatten wir freie Sicht in den<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Su\u0308dosten. U\u0308ber Funk a\u0308nderten wir bei Marseille Information die Route direkt nach Le Luc-VOR, was problemlos ging. Das Tiefdruckgebiet hing noch u\u0308ber Italien fest und im VFR-Korridor nach Korsika zwang uns die tiefer liegende Wolkendecke auf 3.000 Fu\u00df zu sinken. U\u0308ber der Intersektion MERLU hatten wir unsere zweite PA-28, die D-ETIV, mit Haissam Charour,<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wolfgang Sto\u0308rmer und HansGee wieder in Sicht. Gemeinsam mit unserer D-ELPA flogen wir Ajaccio von Norden an, welches gute Sichten und problemlose Untergrenzen der Wolken meldete.<\/p>\n<p>Die C-182 mit Christoph Hartmann, Gerd Janke und Mario Tomkowiak war bereits in Ajaccio an der Tankstelle gerollt. Wir reihten uns ein. Um keine Zeit zu verlieren, ging ein Teil der Crew zur Polizei und zum \u201eBureau de Piste\u201c um Zoll und Flugpla\u0308ne fu\u0308r den Sprung nach Afrika zu machen. Von Vorteil erwies sich, dass wir eine Liste aller Pa\u0308sse mit Namen, Passnummer, Gu\u0308ltigkeit und Ausstellungsdatum und weiteren Details gemacht hatten. Diese Liste wurde einfach kopiert und wir waren schnell durch. Die Landegebu\u0308hr betrug 25 EUR pro Maschine und war fu\u0308r die Insel moderat.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Das Wetter entwickelte sich mit den tiefen Untergrenzen nicht gerade optimal fu\u0308r den U\u0308berflug Sardiniens. Dort fu\u0308hrt der VFR-Korridor direkt u\u0308ber die Insel. Statt der Intersektion MINKA versuchten wir u\u0308ber Alghero-VOR zu fliegen und bekamen von dort eine Freigabe durch die Sperrgebiete im Westen. Sonntags sind diese nicht aktiv. In wenigen tausend Fu\u00df flogen wir zur Su\u0308dwestspitze auf Intersektion DOPEL zu. Das Wetter wurde immer besser und wir versuchten direkt GALIT zu bekommen, kurz vor Tabarka (Kennung DTKA). Nach der Landung in Tabarka und nach den ca. dreieinhalb Stunden Flug waren wir in Afrika. Wieder in Afrika! Uns hatte die Erde wieder und auch die Temperaturen wurden zunehmend ho\u0308her. Doch von Wu\u0308ste war hier nichts zu spu\u0308ren, hier war sogar noch vor einigen Tagen Schnee gefallen.<\/p>\n<p>Der Norden Afrikas ist gru\u0308n und hat ein Klima, wie wir es von den europa\u0308ischen Mittelmeerstaaten kennen. Die Mentalita\u0308t ist aber wirklich anders. Der Flughafenkommandant, der besonders unseren Dietmar Gieffers noch in guter Erinnerung hatte, ermo\u0308glichte uns eine reibungslose Einreise. Als Wa\u0308hrung hatten wir viele Kugelschreiber dabei, die u\u0308berall rei\u00dfenden Absatz fanden.<\/p>\n<p>Mit drei Taxen (jedes ca. 10 EUR, knapp 17 Dinar) fuhren wir zum 4 Sterne Hotel Mehari, wo wir den Abend bei gutem Essen am Buffet ausklingen lie\u00dfen. Der n\u00e4chste Tag war nur noch Formsache. Es standen uns knapp zwei Stunden Flug nach Tozeur bevor, dem Tor zur W\u00fcste. Auch hier waren wir schon oft und kannten die beiden Jumbowracks am Platz. \u00dcber die November- Route kamen wir nach dem Durchflug der CTR von Gafsa Airbase zum Platz mit der riesigen Piste. Der Flugplan ging bisher \u00fcber KS als Ausflugspunkt von Tabarka zum BAN-VOR, direkt nach Tozeur (Kennung DTTZ), das nun in Sichtweite lag.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wichtig ist nach dem Start in Tabarka schnell an Ho\u0308he zu gewinnen, da mit weniger als 5000 Fu\u00df die Berge sonst zu nah kommen ko\u0308nnten. Da wir eine Staubewo\u0308lkung durch den strammen Nordwest-Wind hatten, suchten wir die geeigneten Routen gen Su\u0308den. Wir starteten zuerst mit der D-ELPA und gaben die machbare Route direkt per Funk u\u0308ber unsere Bord-zu- Bord-Frequenz 123.45 Mhz weiter.<\/p>\n<p>Die Cessna u\u0308berholte uns bald und landete als erste in Tozeur. Wir konnten sie schon beim Anflug gut erkennen, im Schatten der beiden 747. Dietmar, Anne und ich schwebten butterweich u\u0308ber die 3 km lange Bahn, die noch genu\u0308gend Thermik beim Ausschweben erzeugte. Da wir die Einreiseformalita\u0308ten schon in Tabarka erledigt hatten, war nur das Standardformular auszufu\u0308llen und es ging weiter in das Hotel Ramla.<\/p>\n<p>Ein Teil von uns tankte die Maschinen fu\u0308r den na\u0308chsten Tag auf, der Rest der Crews ging im Stadtkern der Oase auf Entdeckungsreise. Mit ca. 40 EUR pro Nacht war das Hotel inklusive Fru\u0308hstu\u0308ck und Abendessen in der Vorsaison in Ordnung, aber wir waren nicht wirklich begeistert. Das von uns bevorzugte Hotel \u201eDar Cherait\u201c war leider durch den Tag Verspa\u0308tung nicht mehr buchbar und komplett belegt. Unser Reiseagent, die Firma Avitours aus Deutschland, hatte aber sehr schnell Ersatz besorgt, noch wa\u0308hrend wir in der Luft waren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Weite Fla\u0308chen und nur Sand<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der na\u0308chste Tag war der erste echte Ho\u0308hepunkt. Jetzt ging es ans Ziel! Fru\u0308h am Morgen standen wir am Flugplatz, pru\u0308ften den Flugplan u\u0308ber KRIMA, ELO-VOR (El Oued) und der Intersektion RIMEL nach In Armenas (Kennung DAUZ). Dort musste nach 4 Stunden Flug ein Tankstopp erfolgen, da die Piper maximal 5 Stunden in der Luft bleiben kann.<\/p>\n<p>In Flugfla\u0308che 55 ging es u\u0308ber eine sagenhafte Wu\u0308stenlandschaft erst nach Westen, nach dem Passieren der Grenze u\u0308ber die Stadt El Oued nach Su\u0308den weiter. Die Wu\u0308ste verwandelte sich fortwa\u0308hrend. Wa\u0308hrend im Norden von El Oued noch Sterndu\u0308nen vorherrschten, so bestimmten spa\u0308ter riesige Sicheldu\u0308nen mit mehreren hundert Metern Ho\u0308he das Bild der Landschaft. Hier unten war man verloren, sollte man landen mu\u0308ssen, so dachte ich. Hunderte von Kilometern keine Siedlungen. Lediglich die Bohrstellen hatten sich Ihren Platz geschaffen und mit schwarzen Rauchfahnen schienen Sie mo\u0308glichen Gestrandeten eine Hoffnung auf Hilfe zu geben. Schlagartig brach die Sandwu\u0308ste ab und verwandelte sich in eine Gesteinslandschaft, bevor wir in In Armenas auf der Piste mit starkem Seitenwind landeten. Warum wir keine (vorhandene) Querbahn erhielten war wohl das Geheimnis der hiesigen Controller. Das Tanken war abenteuerlich. Ein Wagen mit drei 200 Liter Fa\u0308ssern AVGAS wurde herangerollt. Der Preis war mit 1.07 EUR u\u0308ber die FSI von HansGee im Vorfeld geregelt worden. Was wir nicht wussten war, dass noch Steuern von fast 20 Prozent darauf kamen.<\/p>\n<p>Vielleicht haben wir das aber auch nicht wissen wollen. Die vier Tankwarte versuchten mit einer Handpumpe und viel Unbeholfenheit die oben liegenden Tanks der Cessna zu befu\u0308llen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wir bestanden auf die Nutzung unserer Filter mit Wasserabscheider, da wir die Qualita\u0308t des Treibstoffs nicht kannten. Das sorgte zwar erst fu\u0308r Unversta\u0308ndnis, aber unser Wunsch wurde schlie\u00dflich erfu\u0308llt. Etwas stutzig machte es mich, dass kein Za\u0308hler benutzt wurde. Danach wussten wir warum: da wohl der Preis fest stand, musste eben u\u0308ber die Anzahl der Liter verhandelt werden! Aber auch das gelang nach vielem Geschrei nach bester Marktschreier-Art und der Flug ging nach gut zwei Stunden Aufenthalt zu unserem Zielort Djanet (Kennung DAAJ) weiter.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Da der direkte Weg u\u0308ber das Gebiet von Libyen geht, wurden wir u\u0308ber Illizi geleitet. Spa\u0308ter konnten wir auf dem Ru\u0308ckweg sogar direkt fliegen und Libyen passieren. Nach kurzer Zeit verloren wir den Funkkontakt zu Algier Maghreb Radar und wir riefen Illizi Tower, wo wir sehr freundlich aufgenommen wurden. Die Dame am Funk von Algier hatte uns durch die quiekende und nervige Stimme eh schon an den Rand des Wahnsinns getrieben.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Die Berge des Tassili erscheinen am Horizont<\/h2>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Alle unseren Maschinen waren mit GNS 430 von Garmin ausgestattet. Gerade in Afrika ist es sehr wichtig, dass wir alle Punkte des Flugplans im System als GPS-Flugplan aufnahmen. So konnten wir immer auf Knopfdruck die verschiedenen ETAs (Estimated Time of Arrival) aller Waypoints und des Zielflughafens nennen. Diese Zeiten wurden immer wieder neu abgefragt, da eine Radarabdeckung entweder nicht oder nur sehr schlecht vorhanden war und sich die Controller u\u0308ber diese Daten ein Bild der Lage machten. Vor Djanet erhob sich das Tassiligebirge. Mehr u\u0308ber Land und Leute kann man auch im Internet erfahren bei Wikipedia (www.wikipedia.de Stichworte: \u201eDjanet\u201c und \u201eTassili n&#8217;Ajjer\u201c).<\/p>\n<p>Das Tassili n&#8217;Ajjer ist mittlerweile ein Nationalpark. Nur bestimmte Fu\u0308hrer du\u0308rfen Fu\u0308hrungen anbieten. Das kommerzielle Fotografieren ist verboten. Die ho\u0308chste Erhebung liegt bei knapp 2.200 Metern u\u0308ber dem Meeresspiegel.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>In niedriger Ho\u0308he u\u0308berflogen wir die zerklu\u0308fteten Felsen, die uns mit starken Turbulenzen begru\u0308\u00dften und uns zwangen die Gurte richtig straff zu ziehen. Mehrfach wurden wir kra\u0308ftig durchgeschu\u0308ttelt, aber konnten es nicht lassen, die Berge so tief zur erkunden. Bereits kurz nach dem Start in In Armenas hatte Algier Radar uns eine Wetterwarnung fu\u0308r Djanet gegeben. Die Sicht betrage weniger als tausend Meter und es herrsche Sandsturm mit kra\u0308ftigem Querwind bei der Landung, so die aktuellste Meldung. Mehrfach fragte die Controllerin nach unserer Entscheidung, die aber ganz klar \u201eWeiterflug\u201c bedeutete. Wer schon oft in Afrika war, wei\u00df die offiziellen Sichtweiten einzuscha\u0308tzen. Au\u00dferdem hatten wir genu\u0308gend Treibstoff an Bord, um zuru\u0308ck nach In Amenas zu fliegen. Die Sichten wurden zwar in der Na\u0308he von Djanet schlechter, waren aber fu\u0308r uns Europa\u0308er noch immer sehr gut. Mittlerweile meldete Djanet\u00a0noch 500 Meter Sicht, auch das sto\u0308rte uns nicht.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Landung erfolgte bei mehr als 20 Knoten Querwind, war jedoch auf der langen und breiten Bahn ohne Seitenbebauung ohne Risiko, die Sichten waren hervorragend! Wir hatten nach mehr als 3.500 km und knapp 18 Stunden Flugzeit das Ziel erreicht. Von der reizvollen Landschaft hatten wir ja schon etwas von oben gesehen, aber das reichte uns noch lange nicht! Schon in In Armenas hatte ich u\u0308ber die Flugleitung dem Hotel in Djanet die Startzeit ausrichten lassen, mit der Bitte, uns am Flughafen abzuholen. So standen die beiden Jeeps schon bereit, nur wir mussten die Flugzeuge noch richtig dicht bekommen. Am Boden merkte man den Sandsturm schon deutlicher als im Flug. Teilweise fiel das Atmen etwas schwerer. Mit Schaumstoff und Klebeband dichteten wir alle Einla\u0308sse an den Flugzeugen ab, besonders den Motor und die Tanks.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Zollformalita\u0308ten waren schnell erledigt und die Jeeps des Hotels brachten uns in das ca. 30 km no\u0308rdlich gelegene Djanet, vorbei an dem alten Flugplatz, der kurz vor dem Ort Djanet o\u0308stlich der Stra\u00dfe lag. Die Erinnerungen an Werner \u0301s Erza\u0308hlungen im Clubheim noch wenige Tage zuvor, der auf dieser heute verlassenen Piste vor u\u0308ber zwanzig Jahren landete, gingen mir durch den Kopf. Heute im Zeitalter von Satellitennavigation ist diese Strecke keine echte Herausforderung mehr.<\/p>\n<p>Ich fragte mich, was fru\u0308her den Menschen bei der Fliegerei u\u0308ber diese unendlichen Sandwu\u0308sten und kargen Gegenden an Tribut abverlangt wurde und wie viele Leben es kostete die Scho\u0308nheiten der Welt aus der Luft sehen zu ko\u0308nnen. Mir fiel die Erza\u0308hlung von Antoine de Saint-Exupery in \u201eWind, Sand und Sterne\u201c ein und was es hie\u00df in der Wu\u0308ste verloren zu sein. Werner, du hattest nicht zuviel geschwa\u0308rmt!<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Am Ziel glu\u0308cklich angekommen<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Durch das Stadttor fuhren wir in das Tal von Djanet ein. Hier hatten die Franzosen Anfang 1900 ein Fort mit dem Namen \u201eCharlet\u201c gebaut, das als Abwehr gegen die Sta\u0308mme des heutigen Libyen sorgen sollte und dem Ort den Namen gab.<\/p>\n<p>Alte Schmugglerrouten fu\u0308hrten durch dieses Tal nach Norden. Auch bis heute ist der Schmuggel ein Thema, der durch eine stattliche Milita\u0308rpra\u0308senz in Schranken gewiesen werden soll. Die Jeeps stoppten vor unserem Hotel Zeriba. An unsere Reise in den Senegal im Jahr 2002 wurde ich beim Anblick sofort erinnert.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Zimmer waren fu\u0308r uns Europa\u0308er, die meist nur einen Pauschalurlaub in der Tu\u0308rkei oder auf \u201eMalle\u201c kennen, mehr als gewo\u0308hnungsbedu\u0308rftig. Aber darauf waren wir vorbereitet. Im Einzelzimmer von Mario gab es keine Dusche und die Toilette war lediglich ein Loch im Boden. Die Hygiene war entsprechend, aber trotzdem war alles sehr sauber. Fu\u0308r 20 EUR pro Tag inkl. Fru\u0308hstu\u0308ck aber nicht gerade ein Schna\u0308ppchen. Die Doppelzimmer kosteten 32 EUR, waren aber mit einem separaten Bad mit Dusche ausgestattet.<\/p>\n<p>Der Hunger trieb uns gleich nach der Ankunft zum Restaurant, einem etwas gr\u00f6\u00dferen Raum mit offener K\u00fcche und vorgelagerter Veranda, wo wir im Freien a\u00dfen. Wir hatten uns auf eine Essenszeit von 19:30 Uhr mit dem Hotelpersonal verst\u00e4ndigt und warteten vergebens auf die ersten gef\u00fcllten Teller. Besonders Wolfgang schien kurz vorm Verhungern zu sein. Im Flugzeug hatten wir uns vor allem durch Schokoriegel, Gummib\u00e4rchen und andere Leckereien versorgt. Anne und Dietmar hatten einen wohl unersch\u00f6pflichen Vorrat dabei. Aber jetzt schlug unser Herz f\u00fcr etwas \u201eRichtiges\u201c.<\/p>\n<p>Unsere Uhren zeigten schon 20 Uhr, also wir mit knurrenden M\u00e4gen nachfragten und erfuhren, dass Algerien keine Sommerzeit hat und es noch vor der Zeit war! Wer die Reisef\u00fchrer vorher liest, sollte das wissen. Also Uhren zur\u00fcckstellen und warten. Daf\u00fcr wurden wir mit einem tollen Essen, bei dem es uns an nichts mangelte, belohnt. Einer leckeren und gut gew\u00fcrzten Suppe folgte ein landestypisches Couscous. Selbst unsere hungrigsten Kollegen schafften diese Menge nicht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Der Nacht war sehr mild und nach einem langen und geruhsamen Essen folgte ein na\u0308chtlicher Spaziergang durch die Oase. Die Stra\u00dfen waren sehr sauber und zu dieser Zeit, es war wohl nach 22 Uhr, bis auf einige Jugendlichen menschenleer. Wir ho\u0308rten hier und da noch Musik aus privaten Ra\u0308umen und fu\u0308hlten uns zu keiner Zeit den Gefahren ausgesetzt, die man so oft im Vorfeld von warnenden Stimmen ho\u0308rte. Auch in Gespra\u0308chen mit den Menschen, die fast alle vom Fremdenverkehr leben, versicherte man uns, dass alles fu\u0308r die Sicherheit der Touristen getan wird und hier keine bo\u0308sen Vorkommnisse sind. Vor allem viele Franzosen finden im Sommer den Weg nach Djanet, von denen wir aber zu dieser Jahreszeit nicht viele sahen. Franzo\u0308sisch und Arabisch sind die Sprachen, die wir nutzen mussten.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Mit Haissam hatten wir einen Araber dabei und einige von uns konnten ein eher mitleidserregendes Franzo\u0308sisch, das aber meist ausreicht. Man hatte ja schlie\u00dflich auch noch Ha\u0308nde und Fu\u0308\u00dfe.<\/p>\n<p>Der Mond schickte uns mit einer seltsam gedrehten Sichel ins Bett. Von den Lichtern der Ortschaft schwach beleuchtete Wolkenfetzen, welche tief u\u0308ber dem Tal lagen, erinnerten uns an den starken Wind am Tage. Die Gedanken u\u0308ber die aus der Luft gesehenen Wu\u0308stenregionen und die Vorfreude auf den na\u0308chsten Tag begleiteten uns ins Bett. Wir schliefen fest und tief.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2>Die Farben der Wu\u0308ste<\/h2>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Am Morgen lachte uns ein strahlend blauer Himmel an. Der perfekte Tag! Nach einem Fru\u0308hstu\u0308ck mit Dattel-Marmelade, Butter, Wei\u00dfbrot und gebratenen Eiern, stiegen wir in die drei Jeeps ein, die uns ins Gebirge des Tassili bringen sollten. Pro Nase hatten wir einen Preis von 50 EUR vereinbart, nachdem wir bei 70 EUR mit der Verhandlung gestartet waren.<\/p>\n<p>Die na\u0308chsten Stunden vermag ich mit Worten nicht zu beschreiben. Wir hatten schon einige Wu\u0308stenlandschaften gesehen, aber diese Kompositionen aus erodiertem Gestein und Sandfla\u0308chen, die wie ein Meer die Felsen umspu\u0308lten, waren wie aus einer anderen Welt ganz unwirklich geordnet. Scheinbar der Schwerkraft nicht gehorchend und allen Winden der Welt trotzend, bauten sich Tu\u0308rme aus Stein und Sand in immer neuen Formationen auf. Die Farben und Formen aus gelbem Sand, dunklem Gestein in allen Zwischento\u0308nen und dem stahlblauen Himmel brachten unsere Sinne an den Rand der Erfassungsfa\u0308higkeit. Wer kann so etwas Scho\u0308nes erschaffen? Wir wissen, dass jede Kultur von Landschaften gepra\u0308gt wird und ihre Menschen verankert. So sind hier in den Felsen des Tassilis Felsenzeichnungen zu sehen, die tausende Jahre alt sind und von Zeiten erza\u0308hlen, wo Menschen mit anderen Traditionen und kargen Lebensweisen das Gebiet bevo\u0308lkerten. Viele Traditionen sind aber bis heute noch bekannt und werden gehegt. Die Oase selbst hat im Norden eine Siedlung, wo fast ausschlie\u00dflich Tuaregs leben, die in ihren blauen Gewa\u0308ndern im Stadtbild u\u0308berall zu finden sind und diese alten U\u0308berlieferungen kennen. Als Fu\u0308hrer sind sie wohl nicht wegzudenken. Auch unser Fu\u0308hrer im ersten Jeep ist ein Tuareg, der alle Pfade zu kennen scheint.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Gegen Mittag gelangten wir ans Ende eines langen Tals, von steilen Felswa\u0308nden eingerahmt. Mit vielen Tu\u0308chern und Teppichen wurde von den vier Begleitern ein Lager nach einheimischer Art gebildet. Hier wurde unser Mittagessen vorbereitet und im Schatten der Felsen als Festmahl gereicht. Mit frischen Salaten, Fru\u0308chten, Reis und Kartoffeln und reichlich Wasser a\u00dfen wir in unendlicher Ruhe zu Mittag.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 12\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Nach dem abschlie\u00dfenden traditionellen Tee lagen wir satt im ku\u0308hlen Schatten bei einem leichten Wind auf dem Lager und schiefen ein. Diese Weite, diese Farben, diese Geru\u0308che, diese Ruhe, diese Zeitlosigkeit \u2013 die Askese als wahrer Luxus fu\u0308r uns!<\/p>\n<p>Der Abend wurde wiederum mit einem Festmahl eingela\u0308utet. Diesmal waren die Uhren aber gestellt. Nur mit dem Alkohol war es in Djanet nicht wie im Norden Algeriens, wo ein Bier oder ein Wein als gemu\u0308tlicher \u201eSundowner\u201c nach einem scho\u0308nen Abendessen mo\u0308glich war. Der strenge Glaube der hiesigen Bevo\u0308lkerung lies nur einen Schwarzmarkt zu. Bereits bei der Ankunft am Flughafen wurden wir von den Zo\u0308llnern nach Bier, wohl fu\u0308r den Eigenbedarf oder gar zum Handel, befragt. Nach vielen Gespra\u0308chen hinter verschlossenen Tu\u0308ren bei den o\u0308rtlichen Ha\u0308ndlern, konnten wir 10 Bierdosen ergattern. U\u0308ber den Preis mo\u0308chte ich hier aber lieber nicht sprechen.<\/p>\n<p>Der Tag ging mit vielen wunderbaren Eindru\u0308cken und einem Farbspiel der Wolken zu Ende. Wir sa\u00dfen noch lange auf der warmen Veranda des kleinen Restaurants zusammen und planten den Ru\u0308ckflug fu\u0308r den na\u0308chsten Tag in aller Ruhe.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 13\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Dieser fu\u0308hrte wieder u\u0308ber In Armenas mit Tankstopp nach Tozeur. Mit kra\u0308ftigem Ru\u0308ckenwind hoben wir ab. Unsere Crew entschied sich noch fu\u0308r einen tiefen Flug durch das Tal von Djanet, bevor wir vor dem ansteigenden Gebirge auf Flugfla\u0308che 55 stiegen und mit Algier Radar Kontakt aufnahmen. Die Formalita\u0308ten zuvor am Flughafen waren typisch fu\u0308r Afrika. Es wurden alle Flugzeugdokumente aufgenommen, u\u0308ber das Lufttu\u0308chtigkeitszeugnis, das Radiozeugnis bis hin zum Versicherungsschein. Dafu\u0308r war die Landegebu\u0308hr pro Flugzeug mit knapp 80 Eurocent (wirklich!) und die Standgebu\u0308hr von 3 EUR einfach nur unglaublich preiswert.<\/p>\n<p>Nach knapp zwei Stunden Flug folgte der wieder chaotische Tankstopp. Erneut mit vier Mann auf dem Tankwagen, die sich bei jedem Fassanstich im Treibstoff suhlten, und dem finster dreinblickenden Chef, der uns mal wieder die Menge scha\u0308tzen lies. Da Gerd mit 300 Litern die Latte der Verhandlung so tief legte, dass der Tankchef mit den Ha\u0308nden wedelnd weglief und immer nur \u201eno, no!\u201c schrie, konnte Dietmar letztlich auf 400 Liter verhandeln. Sicher war es wohl etwas mehr an Menge, aber so viele Pfu\u0308tzen auf dem Boden zeugten von der Verschwendung, die wir nicht bezahlen wollten.<\/p>\n<p>In Tozeur hatten wir ein besseres Hotel mit dem Ksar Rouge. Vom Hotel Ramla waren wir auf dem Ru\u0308ckflug nicht gerade verwo\u0308hnt worden, aber die Disco dort war pra\u0308chtig. So machten sich die \u201eFreunde der Nacht\u201c noch ins gegenu\u0308berliegende Ramla, wo deren Nacht erst in den Morgenstunden endete. Der na\u0308chste Tag war schlie\u00dflich nicht anstrengend. Ein Team betankte die Maschinen, wa\u0308hrend der Rest am scho\u0308nen Hotelpool lag und die Sicht u\u0308ber die Oase bei strahlendem Sonnenschein genoss.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 14\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Um 13 Uhr waren wir wieder in der Luft Richtung Tabarka. Mit knapp 17 EUR Landegebu\u0308hr pro Maschine war Tozeur fu\u0308r den hervorragenden Service wirklich nicht zu teuer. Das Wetter wurde Richtung Norden schlechter und wir flogen unterhalb der Wolkenbasis in ca. 3500 Fu\u00df u\u0308ber die Berge. Der Wind frischte teilweise in Bo\u0308en auf, so dass der Anflug auf Tabarka sehr turbulent war, was die Wettervorhersage aber auch so beschrieb.<\/p>\n<p>Mit fast 25 Knoten von ca. 20 Grad rechts der Bahn sorgte der Nordwestwind fu\u0308r einen Wetterwechsel. Am Morgen hatte es noch geregnet, doch der na\u0308chste Tag versprach Sonnenschein. Ein Team tankte mal wieder, wa\u0308hrend die anderen in das von uns sehr gescha\u0308tzte Hotel \u201eDar Ismail\u201c fuhren. Im Osten des Ortes baut ein deutscher Reiseveranstalter ein neues 5-Sterne Hotel, das im Juli diesen Jahres fertig werden soll. Ob das so klappt, fragen wir uns beim passieren der Baustelle. Der Taxifahrer hatte seine Hausaufgaben schon gut gemacht und sprach die ersten Brocken deutsch.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 15\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Wolken verzogen sich gegen Abend und es klarte auf. Die Meeresbrandung war noch lange in der Nacht zu ho\u0308ren und von unseren Zimmern aus konnten wir die Burg im Hafen beim Sternenhimmel sehen. Das Programm des na\u0308chsten Tages war dann wirklich nur \u201eSeele baumeln lassen\u201c. Die Hotelanlage ist farbenpra\u0308chtig gebaut und sehr sauber. Ein Teil der Crews ging in die nahe gelegene Stadt Tabarka, die in ca. 20 Minuten per Fu\u00df bequem zu erreichen ist. Haissam, Gerd und ich lie\u00dfen uns fu\u0308r knapp 2 EUR die Haare schneiden, ein tolles Erlebnis. Wir waren froh, dass Haissam mit perfektem arabisch alles regelte und den guten Preis aushandelte. Neben dem sorgfa\u0308ltigen Schnitt wurde der Kopf scho\u0308n massiert und Gerd bekam vom nahe gelegenen Restaurant noch einen leckeren Kaffee serviert. Ein Gang u\u0308ber den Markt in der Na\u0308he des Hafens folgte, wo wir uns mit Souvenirs eindeckten. Einen scho\u0308nen Mo\u0308rser aus handbearbeitetem Olivenholz kann man fu\u0308r ca. 4 EUR erhalten. Der Rest war Essen, eine Liege am Pool und eine Entspannungsmassage im Spa des Hotels.<\/p>\n<p>Wie immer folgt einem Anfang auch ein Ende. Im Internetcafe in Tabarka hatten wir das Flugwetter fu\u0308r den Folgetag geholt. Ein riesiges Tiefdruckgebiet lag u\u0308ber dem Nordwesten von Frankreich und sorgte fu\u0308r willkommenen Ru\u0308ckenwind. Der Hochdruck u\u0308ber Deutschland aus Norden gewann an Ma\u0308chtigkeit und sorgte fu\u0308r CAVOK. Leider lagen die Su\u0308dalpen in einer Staubewo\u0308lkung, so dass die Route u\u0308ber die Schweiz nicht in Frage kam. Schon fru\u0308h waren wir bei den Flugzeugen und starteten kurz nach 8 Uhr lokaler Zeit Richtung Ajaccio auf Korsika.<\/p>\n<p>Das Wetter war durchweg gut und wir konnten nach Ru\u0308cksprache mit Cagliari Tower direkt u\u0308ber die Intersection RAHMEN (in der Mitte von Sardinien) nach CORSI, der FIR-Grenze zu Frankreich. Da im Norden von Sardinien sehr hohe Berge stehen, stiegen wir bei guter Sicht auf FL 85. Ein tolles Panorama belohnte uns. Ajaccio war wie immer problemlos. Der Anflug ging diesmal u\u0308ber das Wasser direkt auf die 02. Nach dem Abrollen dann gleich zur Tankstelle rollen und tanken. Das Tanken war irgendwie immer das zentrale Thema &#8230;<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 16\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Mit Wolfgang, der mit der D-ETIV kurz nach uns landete, machte ich Zoll und die Flugpla\u0308ne fertig. Lyon erwartete uns mit u\u0308berdecktem Himmel, weiter in Norden wurde es aber zunehmend besser. Deutschland meldete jetzt wie vermutet schon CAVOK im Norden und in der Mitte. Also nichts riskieren und wieder zuru\u0308ck u\u0308ber STP und Montelimar-VOR (MTL). Spa\u0308ter bekamen wir nach Anfrage sogar den Direktkurs nach Lyon u\u0308ber Digne-VOR (DGN) und stiegen auf FL 85. Bei etwas Regen landeten wir in Lyon-Bron. Tanken \u2013 weiter! Von der Cessna, die wir in Ajaccio an der Tankstelle zuru\u0308cklie\u00dfen, hatten wir in der Zwischenzeit nichts mehr geho\u0308rt. Vielleicht hatte die Crew eine Route u\u0308ber die Ostalpen genommen, so unsere Vermutung. Die 182er stieg ja viel besser als unsere PA-28 und hatte eine ho\u0308here Reichweite. Da vor allem die Westalpen im Tiefdruckwirbel lagen, konnte es im Osten besser aussehen.<\/p>\n<p>Als wir westlich von Saarbru\u0308cken und somit no\u0308rdlich von VOR GTQ die Grenze nach Deutschland u\u0308berflogen, hatten wir wieder Kontakt mit Christoph und Gerd. Sie waren gerade u\u0308ber Fulda und somit kurz vor der Heimat. Noch knapp zwei Stunden und wir sollten auch in Paderborn landen. Haissam und Wolfgang mussten noch einen Abstecher nach Karlsruhe- Baden machen und HansGee nach Hause bringen, der immer nur noch \u201edo\u0308s isch oifach gigantisch\u201c oder \u201edes glaabt mer kenner\u201c repetierte, bei allem was in den Tagen so passierte. Es war aber auch einfach gigantisch. Nein, es war schon fast unglaublich!<\/p>\n<p>Wir hatten u\u0308ber 7.000 km Flug in den acht Tagen hinter uns und waren trotzdem richtig gut drauf. Keine Spur von Stress. Die Gruppe und die Technik hatten gut funktioniert. Alle waren am 1. April um 19 Uhr gesund zu Hause angekommen. Jetzt aber erstmal ausschlafen, schlie\u00dflich waren wir am Morgen noch in Afrika gewesen und hatten bereits am Abend Paderborn erreicht. Wenn das keine Leistung ist. Aber um Leistung ging es uns gar nicht. Der Weg ist eben das Ziel. Wir freuen uns schon auf den Bilderabend und die Zeit, alles in Ruhe nochmals Revue passieren zu lassen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 8pt;\">(c) Dirk Linn, LSV Rietberg, dirk.linn(@)lsvr.de<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_krgu314\">\n                            <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col4-1 tb_xvlf314 last\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module 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Anne und ich sa\u00dfen mit Werner Ho\u0308ing im Clubhaus des LSV Rietberg e.V. am Flughafen in Paderborn-Lippstadt und lie\u00dfen uns von unserem \u201eTourarzt\u201c die letzten Tipps u\u0308ber Land und Leute geben sowie eine kleine medizinische Notfalleinweisung.<\/p> <p>Werner war bereits 1981 mit einer C-182 von Deutschland nach Algerien geflogen und auf den alten Flugplatz von Djanet gelandet. Er schwelgte in Erinnerungen, die uns das Land herbeisehnen lie\u00dfen. Jetzt, 26 Jahre nach diesem Trip, hatten wir drei Crews von sieben Piloten und zwei Mitfliegern zusammen, die sich von Paderborn aus in die Wu\u0308ste Algeriens auf die Reise begaben.<\/p>\n<img src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DirkLinn.png\" title=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\" alt=\"Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV\"> <h3> Dirk Linn, Autor und Mitglied im LSV Rietberg eV <\/h3>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/reisen-und-flug-abenteuer\/\" > Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht <\/a>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/\" > Startseite <\/a>\n<h2>Vom Winter in die Wu\u0308ste<\/h2> <p>Es lag eine Strecke von u\u0308ber 7.000 km vor den Besatzungen. Jedoch war an den Tagen vor dem Abflug der Winter u\u0308ber Deutschland hereingebrochen. So sa\u00dfen wir beide bei diesem kaltem Wind und Schauern im Clubheim und saugten die Worte von Werner auf, mit der Hoffnung, bald selbst die Scho\u0308nheit des Tassili-Gebirges zu sehen. Leider waren einige Piloten von den Reisewarnungen des Auswa\u0308rtigen Amtes verunsichert, und aus anfa\u0308nglich fast 25 Interessenten blieben neun u\u0308brig. Spa\u0308ter waren aber alle froh, dass die Gruppe sehr kompakt war und nur aus drei Maschinen bestand. Anne und ich verabschiedeten uns von Werner. Wir sollten schon zwei Tage spa\u0308ter los fliegen.<\/p>\n<p>Am Freitag, dem 23. Ma\u0308rz 2007, machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ans Starten war bei aufliegender Bewo\u0308lkung und Null-Grad-Grenze in Bodenna\u0308he nicht zu denken. So ruhten alle Hoffnungen auf dem na\u0308chsten Tag. Tatsa\u0308chlich wurde das Wetter am Samstagnachmittag etwas besser und starteten mit zwei Piper PA Archer III nach Karlsruhe-Baden \u00fcber\u00a0METRO-VOR in knapp 1500 Fu\u00df Altitude, vorbei an Heidelberg. Die\u00a0Cessna sollte sp\u00e4ter direkt nach Lyon fliegen. In Karlsruhe stieg\u00a0der neunte Mitflieger, Hans Georg Sperl (\u201eHansGee\u201c), zu. Dieserarbeitet beim FSI Flight Service International und besorgte uns die\u00a0\u00dcberflug-Genehmigungen f\u00fcr Tunesien und Algerien. Auch galt es\u00a0f\u00fcr ihn die Frage nach der Kraftstoffversorgung f\u00fcr unsere\u00a0Flugzeuge zu regeln. Da in Afrika kaum mit AVGAS geflogen wird, muss die Tour gut vorbereitet werden.<\/p> <p>In den Gespr\u00e4chen mit\u00a0unserem Organisator und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des LSV Rietberg,\u00a0Dietmar Gieffers, hatte HansGee direkt zugesagt uns zu begleiten. Nach dem Start im Rheintal ging es durch die Kontrollzone von Stra\u00dfburg DCT AVG vorbei an Epinal und Dole nach Lyon auf den Stadtflughafen im Stadtteil Bron, wo wir f\u00fcr den ersten Tag unser Etappenziel erreichten. Die Crew der C-182 kam etwas sp\u00e4ter an und \u00fcbernachtete im Hotel am Platz, wobei wir - wie immer \u2013 die Atmosph\u00e4re der Jugendherberge in der Altstadt bevorzugten.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Durch den VFR-Korridor nach Korsika<\/h2>\n<p>Der na\u0308chste Tag sollte uns dann u\u0308ber Ajaccio nach Afrika bringen. Da die Wolkenuntergrenze noch bei 1100 Fu\u00df gemeldet wurde, beschlossen wir, durch das Rhonetal an Marseille vorbei nach Saint-Tropez zu fliegen, wo der Sichtflugkorridor nach Korsika begann. Schon nach einigen Minuten lo\u0308ste sich die Wolkendecke auf und in FL75 hatten wir freie Sicht in den<\/p>\n<p>Su\u0308dosten. U\u0308ber Funk a\u0308nderten wir bei Marseille Information die Route direkt nach Le Luc-VOR, was problemlos ging. Das Tiefdruckgebiet hing noch u\u0308ber Italien fest und im VFR-Korridor nach Korsika zwang uns die tiefer liegende Wolkendecke auf 3.000 Fu\u00df zu sinken. U\u0308ber der Intersektion MERLU hatten wir unsere zweite PA-28, die D-ETIV, mit Haissam Charour,<\/p>\n<p>Wolfgang Sto\u0308rmer und HansGee wieder in Sicht. Gemeinsam mit unserer D-ELPA flogen wir Ajaccio von Norden an, welches gute Sichten und problemlose Untergrenzen der Wolken meldete.<\/p> <p>Die C-182 mit Christoph Hartmann, Gerd Janke und Mario Tomkowiak war bereits in Ajaccio an der Tankstelle gerollt. Wir reihten uns ein. Um keine Zeit zu verlieren, ging ein Teil der Crew zur Polizei und zum \u201eBureau de Piste\u201c um Zoll und Flugpla\u0308ne fu\u0308r den Sprung nach Afrika zu machen. Von Vorteil erwies sich, dass wir eine Liste aller Pa\u0308sse mit Namen, Passnummer, Gu\u0308ltigkeit und Ausstellungsdatum und weiteren Details gemacht hatten. Diese Liste wurde einfach kopiert und wir waren schnell durch. Die Landegebu\u0308hr betrug 25 EUR pro Maschine und war fu\u0308r die Insel moderat.<\/p>\n<p>Das Wetter entwickelte sich mit den tiefen Untergrenzen nicht gerade optimal fu\u0308r den U\u0308berflug Sardiniens. Dort fu\u0308hrt der VFR-Korridor direkt u\u0308ber die Insel. Statt der Intersektion MINKA versuchten wir u\u0308ber Alghero-VOR zu fliegen und bekamen von dort eine Freigabe durch die Sperrgebiete im Westen. Sonntags sind diese nicht aktiv. In wenigen tausend Fu\u00df flogen wir zur Su\u0308dwestspitze auf Intersektion DOPEL zu. Das Wetter wurde immer besser und wir versuchten direkt GALIT zu bekommen, kurz vor Tabarka (Kennung DTKA). Nach der Landung in Tabarka und nach den ca. dreieinhalb Stunden Flug waren wir in Afrika. Wieder in Afrika! Uns hatte die Erde wieder und auch die Temperaturen wurden zunehmend ho\u0308her. Doch von Wu\u0308ste war hier nichts zu spu\u0308ren, hier war sogar noch vor einigen Tagen Schnee gefallen.<\/p> <p>Der Norden Afrikas ist gru\u0308n und hat ein Klima, wie wir es von den europa\u0308ischen Mittelmeerstaaten kennen. Die Mentalita\u0308t ist aber wirklich anders. Der Flughafenkommandant, der besonders unseren Dietmar Gieffers noch in guter Erinnerung hatte, ermo\u0308glichte uns eine reibungslose Einreise. Als Wa\u0308hrung hatten wir viele Kugelschreiber dabei, die u\u0308berall rei\u00dfenden Absatz fanden.<\/p> <p>Mit drei Taxen (jedes ca. 10 EUR, knapp 17 Dinar) fuhren wir zum 4 Sterne Hotel Mehari, wo wir den Abend bei gutem Essen am Buffet ausklingen lie\u00dfen. Der n\u00e4chste Tag war nur noch Formsache. Es standen uns knapp zwei Stunden Flug nach Tozeur bevor, dem Tor zur W\u00fcste. Auch hier waren wir schon oft und kannten die beiden Jumbowracks am Platz. \u00dcber die November- Route kamen wir nach dem Durchflug der CTR von Gafsa Airbase zum Platz mit der riesigen Piste. Der Flugplan ging bisher \u00fcber KS als Ausflugspunkt von Tabarka zum BAN-VOR, direkt nach Tozeur (Kennung DTTZ), das nun in Sichtweite lag.<\/p>\n<p>Wichtig ist nach dem Start in Tabarka schnell an Ho\u0308he zu gewinnen, da mit weniger als 5000 Fu\u00df die Berge sonst zu nah kommen ko\u0308nnten. Da wir eine Staubewo\u0308lkung durch den strammen Nordwest-Wind hatten, suchten wir die geeigneten Routen gen Su\u0308den. Wir starteten zuerst mit der D-ELPA und gaben die machbare Route direkt per Funk u\u0308ber unsere Bord-zu- Bord-Frequenz 123.45 Mhz weiter.<\/p> <p>Die Cessna u\u0308berholte uns bald und landete als erste in Tozeur. Wir konnten sie schon beim Anflug gut erkennen, im Schatten der beiden 747. Dietmar, Anne und ich schwebten butterweich u\u0308ber die 3 km lange Bahn, die noch genu\u0308gend Thermik beim Ausschweben erzeugte. Da wir die Einreiseformalita\u0308ten schon in Tabarka erledigt hatten, war nur das Standardformular auszufu\u0308llen und es ging weiter in das Hotel Ramla.<\/p> <p>Ein Teil von uns tankte die Maschinen fu\u0308r den na\u0308chsten Tag auf, der Rest der Crews ging im Stadtkern der Oase auf Entdeckungsreise. Mit ca. 40 EUR pro Nacht war das Hotel inklusive Fru\u0308hstu\u0308ck und Abendessen in der Vorsaison in Ordnung, aber wir waren nicht wirklich begeistert. Das von uns bevorzugte Hotel \u201eDar Cherait\u201c war leider durch den Tag Verspa\u0308tung nicht mehr buchbar und komplett belegt. Unser Reiseagent, die Firma Avitours aus Deutschland, hatte aber sehr schnell Ersatz besorgt, noch wa\u0308hrend wir in der Luft waren.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Weite Fla\u0308chen und nur Sand<\/h2>\n<p>Der na\u0308chste Tag war der erste echte Ho\u0308hepunkt. Jetzt ging es ans Ziel! Fru\u0308h am Morgen standen wir am Flugplatz, pru\u0308ften den Flugplan u\u0308ber KRIMA, ELO-VOR (El Oued) und der Intersektion RIMEL nach In Armenas (Kennung DAUZ). Dort musste nach 4 Stunden Flug ein Tankstopp erfolgen, da die Piper maximal 5 Stunden in der Luft bleiben kann.<\/p> <p>In Flugfla\u0308che 55 ging es u\u0308ber eine sagenhafte Wu\u0308stenlandschaft erst nach Westen, nach dem Passieren der Grenze u\u0308ber die Stadt El Oued nach Su\u0308den weiter. Die Wu\u0308ste verwandelte sich fortwa\u0308hrend. Wa\u0308hrend im Norden von El Oued noch Sterndu\u0308nen vorherrschten, so bestimmten spa\u0308ter riesige Sicheldu\u0308nen mit mehreren hundert Metern Ho\u0308he das Bild der Landschaft. Hier unten war man verloren, sollte man landen mu\u0308ssen, so dachte ich. Hunderte von Kilometern keine Siedlungen. Lediglich die Bohrstellen hatten sich Ihren Platz geschaffen und mit schwarzen Rauchfahnen schienen Sie mo\u0308glichen Gestrandeten eine Hoffnung auf Hilfe zu geben. Schlagartig brach die Sandwu\u0308ste ab und verwandelte sich in eine Gesteinslandschaft, bevor wir in In Armenas auf der Piste mit starkem Seitenwind landeten. Warum wir keine (vorhandene) Querbahn erhielten war wohl das Geheimnis der hiesigen Controller. Das Tanken war abenteuerlich. Ein Wagen mit drei 200 Liter Fa\u0308ssern AVGAS wurde herangerollt. Der Preis war mit 1.07 EUR u\u0308ber die FSI von HansGee im Vorfeld geregelt worden. Was wir nicht wussten war, dass noch Steuern von fast 20 Prozent darauf kamen.<\/p> <p>Vielleicht haben wir das aber auch nicht wissen wollen. Die vier Tankwarte versuchten mit einer Handpumpe und viel Unbeholfenheit die oben liegenden Tanks der Cessna zu befu\u0308llen.<\/p>\n<p>Wir bestanden auf die Nutzung unserer Filter mit Wasserabscheider, da wir die Qualita\u0308t des Treibstoffs nicht kannten. Das sorgte zwar erst fu\u0308r Unversta\u0308ndnis, aber unser Wunsch wurde schlie\u00dflich erfu\u0308llt. Etwas stutzig machte es mich, dass kein Za\u0308hler benutzt wurde. Danach wussten wir warum: da wohl der Preis fest stand, musste eben u\u0308ber die Anzahl der Liter verhandelt werden! Aber auch das gelang nach vielem Geschrei nach bester Marktschreier-Art und der Flug ging nach gut zwei Stunden Aufenthalt zu unserem Zielort Djanet (Kennung DAAJ) weiter.<\/p>\n<p>Da der direkte Weg u\u0308ber das Gebiet von Libyen geht, wurden wir u\u0308ber Illizi geleitet. Spa\u0308ter konnten wir auf dem Ru\u0308ckweg sogar direkt fliegen und Libyen passieren. Nach kurzer Zeit verloren wir den Funkkontakt zu Algier Maghreb Radar und wir riefen Illizi Tower, wo wir sehr freundlich aufgenommen wurden. Die Dame am Funk von Algier hatte uns durch die quiekende und nervige Stimme eh schon an den Rand des Wahnsinns getrieben.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die Berge des Tassili erscheinen am Horizont<\/h2>\n<p>Alle unseren Maschinen waren mit GNS 430 von Garmin ausgestattet. Gerade in Afrika ist es sehr wichtig, dass wir alle Punkte des Flugplans im System als GPS-Flugplan aufnahmen. So konnten wir immer auf Knopfdruck die verschiedenen ETAs (Estimated Time of Arrival) aller Waypoints und des Zielflughafens nennen. Diese Zeiten wurden immer wieder neu abgefragt, da eine Radarabdeckung entweder nicht oder nur sehr schlecht vorhanden war und sich die Controller u\u0308ber diese Daten ein Bild der Lage machten. Vor Djanet erhob sich das Tassiligebirge. Mehr u\u0308ber Land und Leute kann man auch im Internet erfahren bei Wikipedia (www.wikipedia.de Stichworte: \u201eDjanet\u201c und \u201eTassili n'Ajjer\u201c).<\/p> <p>Das Tassili n'Ajjer ist mittlerweile ein Nationalpark. Nur bestimmte Fu\u0308hrer du\u0308rfen Fu\u0308hrungen anbieten. Das kommerzielle Fotografieren ist verboten. Die ho\u0308chste Erhebung liegt bei knapp 2.200 Metern u\u0308ber dem Meeresspiegel.<\/p>\n<p>In niedriger Ho\u0308he u\u0308berflogen wir die zerklu\u0308fteten Felsen, die uns mit starken Turbulenzen begru\u0308\u00dften und uns zwangen die Gurte richtig straff zu ziehen. Mehrfach wurden wir kra\u0308ftig durchgeschu\u0308ttelt, aber konnten es nicht lassen, die Berge so tief zur erkunden. Bereits kurz nach dem Start in In Armenas hatte Algier Radar uns eine Wetterwarnung fu\u0308r Djanet gegeben. Die Sicht betrage weniger als tausend Meter und es herrsche Sandsturm mit kra\u0308ftigem Querwind bei der Landung, so die aktuellste Meldung. Mehrfach fragte die Controllerin nach unserer Entscheidung, die aber ganz klar \u201eWeiterflug\u201c bedeutete. Wer schon oft in Afrika war, wei\u00df die offiziellen Sichtweiten einzuscha\u0308tzen. Au\u00dferdem hatten wir genu\u0308gend Treibstoff an Bord, um zuru\u0308ck nach In Amenas zu fliegen. Die Sichten wurden zwar in der Na\u0308he von Djanet schlechter, waren aber fu\u0308r uns Europa\u0308er noch immer sehr gut. Mittlerweile meldete Djanet\u00a0noch 500 Meter Sicht, auch das sto\u0308rte uns nicht.<\/p>\n<p>Die Landung erfolgte bei mehr als 20 Knoten Querwind, war jedoch auf der langen und breiten Bahn ohne Seitenbebauung ohne Risiko, die Sichten waren hervorragend! Wir hatten nach mehr als 3.500 km und knapp 18 Stunden Flugzeit das Ziel erreicht. Von der reizvollen Landschaft hatten wir ja schon etwas von oben gesehen, aber das reichte uns noch lange nicht! Schon in In Armenas hatte ich u\u0308ber die Flugleitung dem Hotel in Djanet die Startzeit ausrichten lassen, mit der Bitte, uns am Flughafen abzuholen. So standen die beiden Jeeps schon bereit, nur wir mussten die Flugzeuge noch richtig dicht bekommen. Am Boden merkte man den Sandsturm schon deutlicher als im Flug. Teilweise fiel das Atmen etwas schwerer. Mit Schaumstoff und Klebeband dichteten wir alle Einla\u0308sse an den Flugzeugen ab, besonders den Motor und die Tanks.<\/p>\n<p>Die Zollformalita\u0308ten waren schnell erledigt und die Jeeps des Hotels brachten uns in das ca. 30 km no\u0308rdlich gelegene Djanet, vorbei an dem alten Flugplatz, der kurz vor dem Ort Djanet o\u0308stlich der Stra\u00dfe lag. Die Erinnerungen an Werner \u0301s Erza\u0308hlungen im Clubheim noch wenige Tage zuvor, der auf dieser heute verlassenen Piste vor u\u0308ber zwanzig Jahren landete, gingen mir durch den Kopf. Heute im Zeitalter von Satellitennavigation ist diese Strecke keine echte Herausforderung mehr.<\/p> <p>Ich fragte mich, was fru\u0308her den Menschen bei der Fliegerei u\u0308ber diese unendlichen Sandwu\u0308sten und kargen Gegenden an Tribut abverlangt wurde und wie viele Leben es kostete die Scho\u0308nheiten der Welt aus der Luft sehen zu ko\u0308nnen. Mir fiel die Erza\u0308hlung von Antoine de Saint-Exupery in \u201eWind, Sand und Sterne\u201c ein und was es hie\u00df in der Wu\u0308ste verloren zu sein. Werner, du hattest nicht zuviel geschwa\u0308rmt!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p> <h2>Am Ziel glu\u0308cklich angekommen<\/h2>\n<p>Durch das Stadttor fuhren wir in das Tal von Djanet ein. Hier hatten die Franzosen Anfang 1900 ein Fort mit dem Namen \u201eCharlet\u201c gebaut, das als Abwehr gegen die Sta\u0308mme des heutigen Libyen sorgen sollte und dem Ort den Namen gab.<\/p> <p>Alte Schmugglerrouten fu\u0308hrten durch dieses Tal nach Norden. Auch bis heute ist der Schmuggel ein Thema, der durch eine stattliche Milita\u0308rpra\u0308senz in Schranken gewiesen werden soll. Die Jeeps stoppten vor unserem Hotel Zeriba. An unsere Reise in den Senegal im Jahr 2002 wurde ich beim Anblick sofort erinnert.<\/p>\n<p>Die Zimmer waren fu\u0308r uns Europa\u0308er, die meist nur einen Pauschalurlaub in der Tu\u0308rkei oder auf \u201eMalle\u201c kennen, mehr als gewo\u0308hnungsbedu\u0308rftig. Aber darauf waren wir vorbereitet. Im Einzelzimmer von Mario gab es keine Dusche und die Toilette war lediglich ein Loch im Boden. Die Hygiene war entsprechend, aber trotzdem war alles sehr sauber. Fu\u0308r 20 EUR pro Tag inkl. Fru\u0308hstu\u0308ck aber nicht gerade ein Schna\u0308ppchen. Die Doppelzimmer kosteten 32 EUR, waren aber mit einem separaten Bad mit Dusche ausgestattet.<\/p> <p>Der Hunger trieb uns gleich nach der Ankunft zum Restaurant, einem etwas gr\u00f6\u00dferen Raum mit offener K\u00fcche und vorgelagerter Veranda, wo wir im Freien a\u00dfen. Wir hatten uns auf eine Essenszeit von 19:30 Uhr mit dem Hotelpersonal verst\u00e4ndigt und warteten vergebens auf die ersten gef\u00fcllten Teller. Besonders Wolfgang schien kurz vorm Verhungern zu sein. Im Flugzeug hatten wir uns vor allem durch Schokoriegel, Gummib\u00e4rchen und andere Leckereien versorgt. Anne und Dietmar hatten einen wohl unersch\u00f6pflichen Vorrat dabei. Aber jetzt schlug unser Herz f\u00fcr etwas \u201eRichtiges\u201c.<\/p> <p>Unsere Uhren zeigten schon 20 Uhr, also wir mit knurrenden M\u00e4gen nachfragten und erfuhren, dass Algerien keine Sommerzeit hat und es noch vor der Zeit war! Wer die Reisef\u00fchrer vorher liest, sollte das wissen. Also Uhren zur\u00fcckstellen und warten. Daf\u00fcr wurden wir mit einem tollen Essen, bei dem es uns an nichts mangelte, belohnt. Einer leckeren und gut gew\u00fcrzten Suppe folgte ein landestypisches Couscous. Selbst unsere hungrigsten Kollegen schafften diese Menge nicht.<\/p>\n<p>Der Nacht war sehr mild und nach einem langen und geruhsamen Essen folgte ein na\u0308chtlicher Spaziergang durch die Oase. Die Stra\u00dfen waren sehr sauber und zu dieser Zeit, es war wohl nach 22 Uhr, bis auf einige Jugendlichen menschenleer. Wir ho\u0308rten hier und da noch Musik aus privaten Ra\u0308umen und fu\u0308hlten uns zu keiner Zeit den Gefahren ausgesetzt, die man so oft im Vorfeld von warnenden Stimmen ho\u0308rte. Auch in Gespra\u0308chen mit den Menschen, die fast alle vom Fremdenverkehr leben, versicherte man uns, dass alles fu\u0308r die Sicherheit der Touristen getan wird und hier keine bo\u0308sen Vorkommnisse sind. Vor allem viele Franzosen finden im Sommer den Weg nach Djanet, von denen wir aber zu dieser Jahreszeit nicht viele sahen. Franzo\u0308sisch und Arabisch sind die Sprachen, die wir nutzen mussten.<\/p>\n<p>Mit Haissam hatten wir einen Araber dabei und einige von uns konnten ein eher mitleidserregendes Franzo\u0308sisch, das aber meist ausreicht. Man hatte ja schlie\u00dflich auch noch Ha\u0308nde und Fu\u0308\u00dfe.<\/p> <p>Der Mond schickte uns mit einer seltsam gedrehten Sichel ins Bett. Von den Lichtern der Ortschaft schwach beleuchtete Wolkenfetzen, welche tief u\u0308ber dem Tal lagen, erinnerten uns an den starken Wind am Tage. Die Gedanken u\u0308ber die aus der Luft gesehenen Wu\u0308stenregionen und die Vorfreude auf den na\u0308chsten Tag begleiteten uns ins Bett. Wir schliefen fest und tief.<\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die Farben der Wu\u0308ste<\/h2>\n<p>Am Morgen lachte uns ein strahlend blauer Himmel an. Der perfekte Tag! Nach einem Fru\u0308hstu\u0308ck mit Dattel-Marmelade, Butter, Wei\u00dfbrot und gebratenen Eiern, stiegen wir in die drei Jeeps ein, die uns ins Gebirge des Tassili bringen sollten. Pro Nase hatten wir einen Preis von 50 EUR vereinbart, nachdem wir bei 70 EUR mit der Verhandlung gestartet waren.<\/p> <p>Die na\u0308chsten Stunden vermag ich mit Worten nicht zu beschreiben. Wir hatten schon einige Wu\u0308stenlandschaften gesehen, aber diese Kompositionen aus erodiertem Gestein und Sandfla\u0308chen, die wie ein Meer die Felsen umspu\u0308lten, waren wie aus einer anderen Welt ganz unwirklich geordnet. Scheinbar der Schwerkraft nicht gehorchend und allen Winden der Welt trotzend, bauten sich Tu\u0308rme aus Stein und Sand in immer neuen Formationen auf. Die Farben und Formen aus gelbem Sand, dunklem Gestein in allen Zwischento\u0308nen und dem stahlblauen Himmel brachten unsere Sinne an den Rand der Erfassungsfa\u0308higkeit. Wer kann so etwas Scho\u0308nes erschaffen? Wir wissen, dass jede Kultur von Landschaften gepra\u0308gt wird und ihre Menschen verankert. So sind hier in den Felsen des Tassilis Felsenzeichnungen zu sehen, die tausende Jahre alt sind und von Zeiten erza\u0308hlen, wo Menschen mit anderen Traditionen und kargen Lebensweisen das Gebiet bevo\u0308lkerten. Viele Traditionen sind aber bis heute noch bekannt und werden gehegt. Die Oase selbst hat im Norden eine Siedlung, wo fast ausschlie\u00dflich Tuaregs leben, die in ihren blauen Gewa\u0308ndern im Stadtbild u\u0308berall zu finden sind und diese alten U\u0308berlieferungen kennen. Als Fu\u0308hrer sind sie wohl nicht wegzudenken. Auch unser Fu\u0308hrer im ersten Jeep ist ein Tuareg, der alle Pfade zu kennen scheint.<\/p>\n<p>Gegen Mittag gelangten wir ans Ende eines langen Tals, von steilen Felswa\u0308nden eingerahmt. Mit vielen Tu\u0308chern und Teppichen wurde von den vier Begleitern ein Lager nach einheimischer Art gebildet. Hier wurde unser Mittagessen vorbereitet und im Schatten der Felsen als Festmahl gereicht. Mit frischen Salaten, Fru\u0308chten, Reis und Kartoffeln und reichlich Wasser a\u00dfen wir in unendlicher Ruhe zu Mittag.<\/p>\n<p>Nach dem abschlie\u00dfenden traditionellen Tee lagen wir satt im ku\u0308hlen Schatten bei einem leichten Wind auf dem Lager und schiefen ein. Diese Weite, diese Farben, diese Geru\u0308che, diese Ruhe, diese Zeitlosigkeit \u2013 die Askese als wahrer Luxus fu\u0308r uns!<\/p> <p>Der Abend wurde wiederum mit einem Festmahl eingela\u0308utet. Diesmal waren die Uhren aber gestellt. Nur mit dem Alkohol war es in Djanet nicht wie im Norden Algeriens, wo ein Bier oder ein Wein als gemu\u0308tlicher \u201eSundowner\u201c nach einem scho\u0308nen Abendessen mo\u0308glich war. Der strenge Glaube der hiesigen Bevo\u0308lkerung lies nur einen Schwarzmarkt zu. Bereits bei der Ankunft am Flughafen wurden wir von den Zo\u0308llnern nach Bier, wohl fu\u0308r den Eigenbedarf oder gar zum Handel, befragt. Nach vielen Gespra\u0308chen hinter verschlossenen Tu\u0308ren bei den o\u0308rtlichen Ha\u0308ndlern, konnten wir 10 Bierdosen ergattern. U\u0308ber den Preis mo\u0308chte ich hier aber lieber nicht sprechen.<\/p> <p>Der Tag ging mit vielen wunderbaren Eindru\u0308cken und einem Farbspiel der Wolken zu Ende. Wir sa\u00dfen noch lange auf der warmen Veranda des kleinen Restaurants zusammen und planten den Ru\u0308ckflug fu\u0308r den na\u0308chsten Tag in aller Ruhe.<\/p>\n<p>Dieser fu\u0308hrte wieder u\u0308ber In Armenas mit Tankstopp nach Tozeur. Mit kra\u0308ftigem Ru\u0308ckenwind hoben wir ab. Unsere Crew entschied sich noch fu\u0308r einen tiefen Flug durch das Tal von Djanet, bevor wir vor dem ansteigenden Gebirge auf Flugfla\u0308che 55 stiegen und mit Algier Radar Kontakt aufnahmen. Die Formalita\u0308ten zuvor am Flughafen waren typisch fu\u0308r Afrika. Es wurden alle Flugzeugdokumente aufgenommen, u\u0308ber das Lufttu\u0308chtigkeitszeugnis, das Radiozeugnis bis hin zum Versicherungsschein. Dafu\u0308r war die Landegebu\u0308hr pro Flugzeug mit knapp 80 Eurocent (wirklich!) und die Standgebu\u0308hr von 3 EUR einfach nur unglaublich preiswert.<\/p> <p>Nach knapp zwei Stunden Flug folgte der wieder chaotische Tankstopp. Erneut mit vier Mann auf dem Tankwagen, die sich bei jedem Fassanstich im Treibstoff suhlten, und dem finster dreinblickenden Chef, der uns mal wieder die Menge scha\u0308tzen lies. Da Gerd mit 300 Litern die Latte der Verhandlung so tief legte, dass der Tankchef mit den Ha\u0308nden wedelnd weglief und immer nur \u201eno, no!\u201c schrie, konnte Dietmar letztlich auf 400 Liter verhandeln. Sicher war es wohl etwas mehr an Menge, aber so viele Pfu\u0308tzen auf dem Boden zeugten von der Verschwendung, die wir nicht bezahlen wollten.<\/p> <p>In Tozeur hatten wir ein besseres Hotel mit dem Ksar Rouge. Vom Hotel Ramla waren wir auf dem Ru\u0308ckflug nicht gerade verwo\u0308hnt worden, aber die Disco dort war pra\u0308chtig. So machten sich die \u201eFreunde der Nacht\u201c noch ins gegenu\u0308berliegende Ramla, wo deren Nacht erst in den Morgenstunden endete. Der na\u0308chste Tag war schlie\u00dflich nicht anstrengend. Ein Team betankte die Maschinen, wa\u0308hrend der Rest am scho\u0308nen Hotelpool lag und die Sicht u\u0308ber die Oase bei strahlendem Sonnenschein genoss.<\/p>\n<p>Um 13 Uhr waren wir wieder in der Luft Richtung Tabarka. Mit knapp 17 EUR Landegebu\u0308hr pro Maschine war Tozeur fu\u0308r den hervorragenden Service wirklich nicht zu teuer. Das Wetter wurde Richtung Norden schlechter und wir flogen unterhalb der Wolkenbasis in ca. 3500 Fu\u00df u\u0308ber die Berge. Der Wind frischte teilweise in Bo\u0308en auf, so dass der Anflug auf Tabarka sehr turbulent war, was die Wettervorhersage aber auch so beschrieb.<\/p> <p>Mit fast 25 Knoten von ca. 20 Grad rechts der Bahn sorgte der Nordwestwind fu\u0308r einen Wetterwechsel. Am Morgen hatte es noch geregnet, doch der na\u0308chste Tag versprach Sonnenschein. Ein Team tankte mal wieder, wa\u0308hrend die anderen in das von uns sehr gescha\u0308tzte Hotel \u201eDar Ismail\u201c fuhren. Im Osten des Ortes baut ein deutscher Reiseveranstalter ein neues 5-Sterne Hotel, das im Juli diesen Jahres fertig werden soll. Ob das so klappt, fragen wir uns beim passieren der Baustelle. Der Taxifahrer hatte seine Hausaufgaben schon gut gemacht und sprach die ersten Brocken deutsch.<\/p>\n<p>Die Wolken verzogen sich gegen Abend und es klarte auf. Die Meeresbrandung war noch lange in der Nacht zu ho\u0308ren und von unseren Zimmern aus konnten wir die Burg im Hafen beim Sternenhimmel sehen. Das Programm des na\u0308chsten Tages war dann wirklich nur \u201eSeele baumeln lassen\u201c. Die Hotelanlage ist farbenpra\u0308chtig gebaut und sehr sauber. Ein Teil der Crews ging in die nahe gelegene Stadt Tabarka, die in ca. 20 Minuten per Fu\u00df bequem zu erreichen ist. Haissam, Gerd und ich lie\u00dfen uns fu\u0308r knapp 2 EUR die Haare schneiden, ein tolles Erlebnis. Wir waren froh, dass Haissam mit perfektem arabisch alles regelte und den guten Preis aushandelte. Neben dem sorgfa\u0308ltigen Schnitt wurde der Kopf scho\u0308n massiert und Gerd bekam vom nahe gelegenen Restaurant noch einen leckeren Kaffee serviert. Ein Gang u\u0308ber den Markt in der Na\u0308he des Hafens folgte, wo wir uns mit Souvenirs eindeckten. Einen scho\u0308nen Mo\u0308rser aus handbearbeitetem Olivenholz kann man fu\u0308r ca. 4 EUR erhalten. Der Rest war Essen, eine Liege am Pool und eine Entspannungsmassage im Spa des Hotels.<\/p> <p>Wie immer folgt einem Anfang auch ein Ende. Im Internetcafe in Tabarka hatten wir das Flugwetter fu\u0308r den Folgetag geholt. Ein riesiges Tiefdruckgebiet lag u\u0308ber dem Nordwesten von Frankreich und sorgte fu\u0308r willkommenen Ru\u0308ckenwind. Der Hochdruck u\u0308ber Deutschland aus Norden gewann an Ma\u0308chtigkeit und sorgte fu\u0308r CAVOK. Leider lagen die Su\u0308dalpen in einer Staubewo\u0308lkung, so dass die Route u\u0308ber die Schweiz nicht in Frage kam. Schon fru\u0308h waren wir bei den Flugzeugen und starteten kurz nach 8 Uhr lokaler Zeit Richtung Ajaccio auf Korsika.<\/p> <p>Das Wetter war durchweg gut und wir konnten nach Ru\u0308cksprache mit Cagliari Tower direkt u\u0308ber die Intersection RAHMEN (in der Mitte von Sardinien) nach CORSI, der FIR-Grenze zu Frankreich. Da im Norden von Sardinien sehr hohe Berge stehen, stiegen wir bei guter Sicht auf FL 85. Ein tolles Panorama belohnte uns. Ajaccio war wie immer problemlos. Der Anflug ging diesmal u\u0308ber das Wasser direkt auf die 02. Nach dem Abrollen dann gleich zur Tankstelle rollen und tanken. Das Tanken war irgendwie immer das zentrale Thema ...<\/p>\n<p>Mit Wolfgang, der mit der D-ETIV kurz nach uns landete, machte ich Zoll und die Flugpla\u0308ne fertig. Lyon erwartete uns mit u\u0308berdecktem Himmel, weiter in Norden wurde es aber zunehmend besser. Deutschland meldete jetzt wie vermutet schon CAVOK im Norden und in der Mitte. Also nichts riskieren und wieder zuru\u0308ck u\u0308ber STP und Montelimar-VOR (MTL). Spa\u0308ter bekamen wir nach Anfrage sogar den Direktkurs nach Lyon u\u0308ber Digne-VOR (DGN) und stiegen auf FL 85. Bei etwas Regen landeten wir in Lyon-Bron. Tanken \u2013 weiter! Von der Cessna, die wir in Ajaccio an der Tankstelle zuru\u0308cklie\u00dfen, hatten wir in der Zwischenzeit nichts mehr geho\u0308rt. Vielleicht hatte die Crew eine Route u\u0308ber die Ostalpen genommen, so unsere Vermutung. Die 182er stieg ja viel besser als unsere PA-28 und hatte eine ho\u0308here Reichweite. Da vor allem die Westalpen im Tiefdruckwirbel lagen, konnte es im Osten besser aussehen.<\/p> <p>Als wir westlich von Saarbru\u0308cken und somit no\u0308rdlich von VOR GTQ die Grenze nach Deutschland u\u0308berflogen, hatten wir wieder Kontakt mit Christoph und Gerd. Sie waren gerade u\u0308ber Fulda und somit kurz vor der Heimat. Noch knapp zwei Stunden und wir sollten auch in Paderborn landen. Haissam und Wolfgang mussten noch einen Abstecher nach Karlsruhe- Baden machen und HansGee nach Hause bringen, der immer nur noch \u201edo\u0308s isch oifach gigantisch\u201c oder \u201edes glaabt mer kenner\u201c repetierte, bei allem was in den Tagen so passierte. Es war aber auch einfach gigantisch. Nein, es war schon fast unglaublich!<\/p> <p>Wir hatten u\u0308ber 7.000 km Flug in den acht Tagen hinter uns und waren trotzdem richtig gut drauf. Keine Spur von Stress. Die Gruppe und die Technik hatten gut funktioniert. Alle waren am 1. April um 19 Uhr gesund zu Hause angekommen. Jetzt aber erstmal ausschlafen, schlie\u00dflich waren wir am Morgen noch in Afrika gewesen und hatten bereits am Abend Paderborn erreicht. Wenn das keine Leistung ist. Aber um Leistung ging es uns gar nicht. Der Weg ist eben das Ziel. Wir freuen uns schon auf den Bilderabend und die Zeit, alles in Ruhe nochmals Revue passieren zu lassen.<\/p> <p>(c) Dirk Linn, LSV Rietberg, dirk.linn(@)lsvr.de<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Djanet_-_Perle_der_Oasen_02.pdf\"> <svg aria-label=\"Open\" role=\"img\"><use href=\"#tf-ti-search\"><\/use><\/svg> <img src=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Djanet-Reisebericht-des-LSV-Rietberg-Cover.jpg\" title=\"Reisebericht als PDF\" alt=\"Reisebericht als PDF\" srcset=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Djanet-Reisebericht-des-LSV-Rietberg-Cover.jpg 294w, https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Djanet-Reisebericht-des-LSV-Rietberg-Cover-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/> <\/a> <h3> <a href=\"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Djanet_-_Perle_der_Oasen_02.pdf\"> Reisebericht als PDF <\/a> <\/h3>\n<h3>Fotostrecke des Abenteuers<\/h3>[gallery ids=\"1563,1564,1565,1566,1567,1568,1569,1583,1584,1585,1586,1587,1588,1589,1590,1591,1592,1593,1594,1595,1596,1597,1598,1599,1600,1601,1602,1603,1604,1605,1606,1607,1608,1609,1610,1611,1612,1613,1614,1615,1616,1617,1618,1619,1620,1621,1622,1623,1624,1625,1626,1627,1628,1629,1630,1631,1632,1633,1634,1635,1636,1637,1638,1639,1640,1641,1648\"]","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1558"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1558\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3227,"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1558\/revisions\/3227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lsvr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}